Kanadische Studie: Vermischung von Alternativmedizin und der extremen Rechten

Eine Studie der UNESCO stellt eine ‚ungewöhnliche Verbrüderung‘ von Rechtsextremen mit Corona-Leugnern, Impfgegnern und Anhängern von Alternativmedizin fest. Vorläufige Ergebnisse zeigen eine gefährliche Vermischung verschwörungsgläubiger Szenen, die durch das Internet verstärkte wird.

Am UNESCO-Lehrstuhl für „Prävention von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus“ erforscht eine kanadische Studie die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen verschwörungsideologischen Szenen. Erste Ergebnisse der Untersuchungen unter der Leitung der Kommunikations-Professorin Marie-Ève ​​Carignan zeigen, dass die „Wechselwirkungen zwischen verschiedenen verschwörerischen ‚harten Kernen‚“ in der Bevölkerung seit der Pandemie deutlich stärker geworden sind. 

Rechtsextremistische, verschwörungsideologische und esoterische Inhalte vermischten sich immer stärker.

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pottpost – Unvoreingenommene Anthroposophie?

Campuszeitung der anthroposophisch geprägten Privatuniversität Witten/Herdecke veröffentlich kritisches Interview mit „AnthroBlogger“ Oliver Rautenberg zur „Corona bei Kindern-Studie“. Die Studienmacher hatten sich zuvor gegen Corona-Schutzmaßnahmen ausgesprochen.

Im der Campuszeitung „pottpost – von Studies für alle“ schreiben Jan Sikorski und Joshua Stahl: „Zwei anthroposophische Mediziner:innen der Universität Witten/Herdecke forschen zu Nebenwirkungen des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes bei Kindern – und geben sich betont neutral. Bei genauerem Hinsehen entstehen daran aber erhebliche Zweifel. Ein Interview mit dem „ AnthroBlogger“ Oliver Rautenberg über Maskengegnerschaft, Anthroposophie und Wissenschaft.

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Querdenker-Ärzte und Maskenatteste

„39 Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht“ titelt der Zeitungsverlag Waiblingen heute über die Freie Waldorfschule Engelberg bei Winterbach. Atteste stammten gehäuft aus bestimmten Arztpraxen. Anthroposophischer Arzt bekennt sich auf Nachfrage als Maskengegner, äußert Querdenker-Thesen.

„An der Engelberger Waldorfschule sind vergleichsweise viele Schüler durch ärztliche Atteste davon befreit, eine Maske zu tragen. Insgesamt sind es derzeit 33 der insgesamt 700 Schüler, in einer Klasse sitzen geballt sieben. Außerdem haben sechs von 80 Lehrern ein Attest fürs Masketragen.“ (ZVW – „39 Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht„, 10.12.2020)

Bei den Arztpraxen, die Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausstellen, gebe es Häufungen. Ein anthroposophischer Arzt gibt sich unumwunden als Masken-Gegner zu erkennen und äußert Thesen, wie man sie aus der verschwörungsgläubigen Querdenken-Bewegung kennt.

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Corona-Schutz eingefordert: Waldorfschule Müllheim setzt Schüler unter Druck

An einer Müllheimer Waldorfschule zeigen einige Lehrkräfte ihre Ablehnung von Corona-Schutzmaßnahmen durch das Tragen von Häkelmasken. Ein Schüler rief die Behörden zu Hilfe – die Schule setzte den „Verräter“ daraufhin unter Druck.

Seit dem Aufkommen der Pandemie treten Mitglieder der Waldorfschul-Bewegung verstärkt als Gegner staatlich verordneter Corona-Schutzmaßnahmen auf. So waren in dutzenden Städten Waldorfpädagog_innen an Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen als Redner oder Organisatoren beteiligt. Häufig geht ein Riss durch die Lehrerschaft an den vom Hellseher und Okkultisten Rudolf Steiner gegründeten Privatschulen: Teile der Lehrer_innen akzeptieren Abstandsregeln und Maskenpflicht, andere entpuppen sich als vehemente Gegner.

In Müllheim eskalierte nun das Bemühen der Schüler um ihren eigenen Corona-Schutz: Ein Schüler musste die Polizei rufen, berichtet der Spiegel:

Weigern sich Lehrer, Maske zu tragen, sind Schüler oft hilflos. Es mangelt an Unterstützung im Kollegium, die Schulaufsicht weiß oft nicht Bescheid. Manche Schüler wenden sich stattdessen an die Medien – oder sogar an die Polizei“ (Der Spiegel – „Corona-Leugner in der Lehrerschaft: Wie Schüler alleingelassen werden„, 24.11.2020)

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Maskengegner erforschen Masken-Gefahren

Kleines Kind mit ausgestreckter Hand signalisiert: "Halt!"
Denkwürdige Auswahl an Stock-Fotos bei der CoKi-Studie zu Corona und Kindern

Anthroposophische Mediziner laufen seit Monaten Sturm gegen eine Maskenpflicht für Kinder. Nun wollen Sie ihre Behauptungen zur Gefährlichkeit von Masken nachträglich mit einer Studie belegen.

Die Anhänger der kosmologischen Weltanschauung des Hellsehers Rudolf Steiner haben schon immer eine ‚alternative‘ Auffassung von Medizin gehabt: Der Mensch sei ein Abbild des Kosmos, Heilmittel sollten nach dem zum erkrankten Organ passenden Planeten ausgewählt werden, und auch nicht-stoffliche Körperteile wie die menschliche Aura verdienten einer Behandlung.

Seit der Corona-Krise wenden die Anhänger der Hellseher-Heilkunst ihre Ansichten auch auf Covid-19 an.

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Wider die Maskenpflicht: Rettet den Astralleib!

Der Bund der Freien Waldorfschulen wünscht ein wunderbares „Schulahr“ 2020. Das Bild ist dabei Botschaft: Man will frei sein, auch von Mund-Nasen-Schutz oder Abstandsregeln.
Quelle: Twitter-Kanal der Waldorfschule

Waldorf-Eltern proben den Aufstand. Gemeinsam mit Waldorfpädagog*innen wehren sie sich im offenen Brief an den Waldorf-Bund gegen verpflichtende Corona-Maßnahmen an Schulen in NRW – insbesondere gegen die Maskenpflicht

Passend zum Schulstart nach dem Sommerferien kursiert ein offener Brief besorgter Waldorfeltern und Waldorfpädagogen aus verschiedenen Schulen: Der Bund der Freien Waldorfschulen möge sich gegen die in NRW bestehende Maskenpflicht für Schüler*innen engagieren. Diese würde Kinder nicht schützen, sondern krank machen, sie verängstigen und in ihrer spirituellen Entwicklung stören.

Wir fordern daher den Bund der Freien Waldorfschulen auf, sich öffentlich dazu zu positionieren und auf der politischen Ebene gegen die Maskenpflicht an Schulen vorzugehen.“ (Offener Brief von Eltern und Lehrer freier Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen an den Bund der Freien Waldorfschulen, Krefeld, 10.08.2020)

Die Argumentation der Waldörfler ist bekannt: Es sei nicht bewiesen, dass Masken gegen das Corona-Virus schützten oder ob Schüler überhaupt ein Infektionsrisiko darstellen; dafür gebe es keine Belege. An den Kindern werden eine nicht hinnehmbare, „unfreiwillige Feldstudie“ durchgeführt. Sie sollten besser aus spiritueller, nicht aus rein „materieller“ Sicht gesehen werden – sonst drohten sogar Angststörungen.

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