Astrologischen Eier

„In ihrer Channel 4-Show „Gut essen mit Hemsley und Hemsley“ zeigten die Naturkost-Gurus Melissa und Jasmine Hemsley den Zuschauern, wie man ein vollwertiges englisches Frühstück zubereitet, wobei nur „astrologisch gezüchtete“ Eier verwendet werden.

Was um alles in der Welt ist landwirtschaftliche Astrologie? Es handelt sich um eine Nahrungsmittelproduktionsmethode, die „das Pflanzen, den Anbau und die Ernte von Pflanzen auf der Grundlage von Mondphasen“ empfiehlt. (…)

Daniel Hoebrichts, Manager von Orchard Eggs, sagte: „Es geht um die Konstellation des Mondes und anderer Planeten – die Gezeiten des Meeres werden von der Kraft des Mondes gesteuert – andere Planeten haben auch Kräfte und die Mehrheit der Pflanzen ist wasserbasiert.“ (…)

Schmeckt es wirklich besser? Die Jury ist sich noch nicht einig. Die Befürworter der Methode schwören darauf. Nach einem Besuch der Tablehurst Farm, einer biodynamischen Farm in Sussex, sagte die Telegraph-Kolumnistin Sarah Raven: „Als ehemalige Ärztin und Wissenschaftlerin im Herzen habe ich einiges von dem, was ich über Biodynamik gehört habe, ein wenig „jenseitig“ („outer-worldly“) gefunden (…)

Der British Egg Information Service ist jedoch nach wie vor nicht überzeugt und sagt, dass es keinen Unterschied zwischen biologischen und biodynamischen Produkten gibt. Amanda Cryer, eine Sprecherin des Dienstes: „Es gibt keinen Unterschied im Nährwert von Eiern aus verschiedenen Produktionssystemen, was in staatlichen Tests nachgewiesen wurde.“ (The Telegraph)

Quelle: The Telegraph – „Könnte astrologisches Essen die nächste große Modeerscheinung werden?

Anthroposophische “Medizin”: Esoterischer Urdünger und die“mystische Schau”

„Bevorzugt werden auch Präparate mit “vegetabilisierten Metallen” eingesetzt. Streng nach den Vorgaben Steiners werden hierbei die zur Rede stehenden Metalle aufwendigen Glüh-, Abrauch- und Fällungsprozessen ausgesetzt, bis nur noch poröse Rückstände übrigbleiben.

Aus diesen wird ein sogenannter “Urdünger” hergestellt, der in einer Wasserverdünnung von 1:1.000.000 auf die Saat der entsprechenden Heilpflanze ausgebracht wird. Johanniskraut beispielsweise wird mit Gold-Urdünger behandelt, Brunnenkresse mit Quecksilber.

Nach der vollen Entfaltung der Pflanze werden die oberirdischen Teile unter Beachtung von Mondphasen und astrologischen Planentenkonstellationen abgeschnitten, gehäckselt und in der Sonne angewelkt; anschließend werden sie mit reifer Gartenerde vermischt und in Tontöpfen kompostiert.

In einer zweiten Stufe wird der so erhaltene Kompost auf eine neue Saat ausgebracht, deren voll entfaltete Pflanzen derselben Prozedur unterworfen werden wie die Pflanzen der ersten Stufe. Der Vorgang wird noch ein drittesmal wiederholt. Die in der dritten Stufe, sprich: nach drei Jahren “ganz vom Metallprozess durchdrungenen” Pflanzen werden zu homöopathieähnlichen Lösungen und Injektionsmitteln aufbereitet.

Auf diese Weise “kamillenvegetabilisiertes” Kupfer beispielsweise soll unentbehrlich in der Behandlung von Blähungskoliken sein.

Auch Präparate mit “animalisierten” Metallen werden verwendet, die in gleichermaßen ritualisierter Form aus den Organen von Schlachttieren – meist junge Rinder, Schweine oder Schafe – hergestellt wurden, denen zu Lebzeiten entsprechende Metalle verabfolgt worden waren.“ (Colin Goldner)

Quelle: Süddeutsche Zeitung – “Anthroposophische Heilkunde, offenbart in mystischer Schau”.

Lieber Rudi, was ist ein Dreieck?

„Das Dreieck ist ein Symbolum im Kultus der Freimaurer. (…) Die Symbolik ist im Weltall begründet, sie ist irgendwo da. (…)

Alle Teile unseres physischen Leibes sind aus den höheren Kräften heraus gestaltet. Einer der wunderbarsten Teile ist das menschliche Auge. Atma, Budhi, Manas haben daran gewirkt. Wir
müssen wissen, daß deren Kräfte verbor­gen liegen in dem Auge (Diese drei Kräfte werden wiedergegeben in dem Dreieck.).

Aber worauf fällt es? Auf den Schleier, den Ahriman über alles gebreitet hat, wiederzugeben in den Wolkenlinien. Auf dem Monde haben wir den Astralleib eingegliedert bekommen, dahinter wirkt Ahriman. So bedeuten diese Wolkenlinien den Astralleib.(…) So wie diese Zeichnung sieht das menschliche Auge eigentlich aus.“ (Rudolf Steiner)

Quelle: Rudolf Steiner Gesamtausgabe Band 265, S.330f.

tl;dr: Rudolf Steiner soll das Dreieck erklären und faselt daraufhin weitumfassend von Freimaurern, Atma, Budhi und Manas, dem Weltall und dem Mond, dem Dämon Ahriman sowie Astral- und Ätherleiben. Man kann davon ausgehen, dass Rudolf Steiner schizophren war.

Bild: Gemeinfrei: https://de.wikipedia.org/wiki/Auge_der_Vorsehung#/media/File:MasonicEyeOfProvidence.gif

Steiners ko(s)mische Physik

„Die alte Physik hatte einen kosmischen Charakter.
Die alte Physik war geneigt, mit Kräften, welche dem Gebiete des
Tatsächlichen angehören, zu rechnen. Denn der Mond, der Merkur, der Mars
und so weiter sind Tatsachen.“ (Rudolf Steiner)

Quelle: Der Waldorfschul-Gründer und Hellseher Rudolf Steiner in „Geisteswissenschaftliche Impulse zur Entwickelung der Physik“ (1920), Gesamtausgabe Band 321, S.44

„Wir können also gar nicht umhin, von dem gewöhnlichen Physikalisch-Irdischen in das Kosmische überzutreten.“ (Rudolf Steiner)

Quelle: Rudolf Steiner in „Geisteswissenschaftliche Impulse zur Entwickelung der Physik“ (1920), Gesamtausgabe Band 321, S.90

Spirituelle Planetenkräfte im Gemüse sind nichts abgehobenes

 „Demeter, sind das nicht die, die mit dem
Mond…? Je nach Charakter lacht oder seufzt da der angesprochene Demeter-Bauer.

 Rudolf Steiner [hielt] 1924 einen Kurs über
„Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“. Diese
Vorträge sind voller Bilder und Anregungen aus einer geistigen Schau, heute
heißt das „spirituell“.

 Biodynamische Bauern und Gärtner wissen, dass
das Leben von der Sonne kommt und Erde, Mond und Planeten deren Wirkungen
vielfältig modifizieren: Kosmos bedeutet Licht, aber auf der Erde wird es auch
zu Wärme, zu photosynthetischer Energie, Licht, Schatten, Farbe, Formkraft und
vielen anderen, das Lebendige gestaltende Faktoren mehr.

 Dass der Rhythmus beim Bauern eine Rolle
spielt, ist klar – die Rhythmen werden aber vom Kosmos, sprich Sonne, Mond und
Sternen, intoniert. Das beschreiben schon die alten Griechen im Mythos der
Göttin Demeter. (…)

 Landwirtschaft mit dem Ursprung in einer
ideellen oder spirituellen Sphäre ist also nichts abgehobenes, sondern einfach
ein Weg, mit neuen Begriffen genauer darauf hinzuschauen, mit was wir es als
Landwirte zu tun haben: mit Lebendigem.“ (Bauernstimme)

 Quelle: Erweiterter Beitrag (28.8.09) von
Andrea Eiter, Michael Olbrich-Majer aus Bauernstimme 5-2008 via: http://www.lebendigeerde.de/index.php?id=demeter-und-kosmos

Mistelmedizin und Mond-Äther

„Rudolf
Steiner, der Begründer der anthroposophischen Lehre, hat gegen Ende des
Ersten Weltkriegs „aus unmittelbarer geistiger Forschungsanschauung“
geschlossen,
dass Mistelextrakte sich zur Behandlung von Krebserkrankungen eignen
müssten.
(…)


Evidenzbasierte
Medizin ist das nicht. Man muss schon fest daran glauben, dass beim
Auftreten von Tumoren fiese ahrimanische Geister am Werk sind, die das
Zusammenspiel von Äther- und Astralleib durcheinanderbringen. Nach
aktueller Deutung hausen sie in unterirdischen Festungen und traktieren
die Menschen Nacht für Nacht mit ungutem Mond-Äther.“ (Frankfurter
Allgemeine)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung – „Das Geheimnis der Mistel“ –

http://www.faz.net/aktuell/wissen/alles-im-gruenen-bereich/alles-im-gruenen-bereich-das-geheimnis-der-mistel-15344484.html

Siehe auch bei Steinerquotes: Anthroposophische Misteltherapie

Mondrüben und Knoblauch für Kühe

„Die Grundlage für die biodynamische Landwirtschaft
bildet eine Vortragsreihe des Anthroposophen Rudolf Steiner aus dem Jahre 1924.
Die Landwirte sollen überlieferte Weisheiten, Mondrhythmen und den Stand der
Sterne in ihre Planung miteinbeziehen, empfiehlt Steiner. (…) Gepflanzt und
gesät wird, wenn es das Wetter zulässt, nur bei absteigendem Mond – also dann,
wenn der Mond tiefstehend über den Himmel wandert. Auch die Sternzeichen, in
denen der Mond jeweils steht, hätten eine Bedeutung, sagt Köhnken. «Es gibt
beispielsweise ganz bestimmte ‹Wurzeltage›, die wir aus dem Mondkalender ablesen
können.» An diesen Tagen wird gehackt oder werden die Rüebli aus dem Acker
gezogen. «Das ist kein Hokuspokus. Ich behaupte, dass jeder den Unterschied
zwischen einem bio-dynamischen und einem normalen Rüebli sofort schmecken
kann.»

Unbeirrt von den Vorurteilen, welche die
bio-dynamischen Prinzipien als anthroposophischen Aberglauben abtun, arbeitet
er tagtäglich daran, seinen Pflanzen und Tieren einen gesunden, nachhaltigen
Rahmen für ihre Entwicklung zu bieten. «Die bio-dynamische Landwirtschaft ist
für mich kein Beruf, es ist eine Berufung», sagt der Landwirt.
(…)

Statt seine Pflanzen zu düngen, setzt er auf eine mit
Präparaten angereicherte Kompostwirtschaft. Die Präparate sind hausgemacht und
immer das Produkt eines tierischen und eines pflanzlichen Elements.

Dazu hat Köhnken etwa einen Rinderdarm mit
Kamillenblüten gefüllt und ihn für einige Zeit in der Erde vergraben. «Das
Produkt wird dem Kompost beigemischt und lenkt den Rotteprozess in die richtige
Richtung», erklärt Köhnken. Doch nicht nur für die Pflanzen, auch für seine
Tiere hat Köhnken bio-dynamische Tricks auf Lager. «Meine Kühe erhalten im
Winter einmal die Woche eine Portion Knoblauch zur Krankheitsprophylaxe.»“
(Aargauer Zeitung)

Quelle: „Seine Kühe fressen Knoblauch – damit sie
nicht krank werden
“ über den “biologisch-dynamischen Landbau” Rudolf Steiners.

Wenn es dem Bauer zu wohl wird…

„Um gute und
reiche Frucht zu erhalten müsse man die ganze Pflanze, den Boden, im Prinzip
die gesamte Erde und den Kosmos im Auge behalten. Auch sei es wichtig, dass der
Bauer sich wohl fühle auf seinem Grund und Boden.
(…)

Landwirt
Klaus Oberhofer: „Der Kurs gibt einen guten Einblick in die biodynamische
Landwirtschaft, er bringt die verschiedenen Teilnehmer auf den gleichen
Wissensstand. Neu war sicherlich die geistige Sichtweise der Landwirtschaft und
die Eurythmie (Bewegunskunst, im Kurs zur „Übersetzung“ von abstrakten Inhalten
in körperliche und seelische Erfahrung eingesetzt. d. R.).
(…)

In den
letzten Jahren wurde mir bewusst, dass bei meiner Arbeit auch andere Einflüsse
wichtig sind. So habe ich bestimmte Arbeiten nach der Konstellation der
Gestirne ausgerichtet, eigene Versuche bestätigten sich. Da ergeben sich
zwangsläufig Fragen, was passiert da oben.“ (Salto.bz)

Quelle:
Salto.bz – „Demeter-Landwirte in Südtirol“, ein Gastbeitrag der
Arbeitsgemeinschaft für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise, Sektion
Südtirol.

Schlangenöl in neuen Schläuchen

„Die
Präparate werden nach anthroposophischer Menschen- und Naturkenntnis zur
Anregung von Form- und Integrationskräften zur Auflösung und
Wiedereingliederung verselbständigter Wachstumsprozesse von zum Beispiel gut-
oder bösartigen Geschwulsterkrankungen und deren Rezidivprophylaxe sowie
Präkanzerosen bei Erwachsenen eingesetzt.
(…)


Laut Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) ist
Mistel das am weitesten verbreitete komplementärmedizinische
Arzneimittel in der Krebstherapie.“ (Apotheke AdHoc)

Quelle: Apotheke Adhoc – “Mistel von Mundipharma“. Die Mistel wird nach den Erkenntnissen des Hellsehers Rudolf Steiner – heftig umstritten – in der Krebstherapie eingesetzt, da Steiner die “Aura der Mistel, dem Pflanzentier des Mondes“ sah und in der Pflanze einen dem Krebs verwandten “Schmarotzer”. Als Nachfolger von Steiners Firma “Weleda” wird das anthroposophische Präparat nun von Mundipharma produziert.

Zitat
Deutsches Krebsforschungszentrum: “Für die Misteltherapie fehlen bis heute wissenschaftliche Beweise der Wirksamkeit.

Siehe auch bei Steinerquotes: Die Mistel

Überirdische, luft-übertragene Planetenkräfte

“Wir haben ja angeführt, wie man streng unterscheiden müsse  zwischen denjenigen Kräften, die im Pflanzenwachstum sind, und die aus dem Kosmos zwar stammen, aber vom Kosmos zuerst in die Erde aufgenommen werden und von der Erde aus auf das Pflanzenwachstum wirken. 

Diese Kräfte, die also im wesentlichen herstammen aus den kosmischen Einflüssen, wie ich gesagt habe, von Merkur, Venus und dem Monde, aber die nicht direkt von diesen Planeten wirken, sondern  auf dem Umwege durch die Erde wirken, diese Kräfte hat man zu  berücksichtigen, wenn es sich darum handelt, zu verfolgen dasjenige,  was nach einer Mutterpflanze wieder eine Tochterpflanze hervorruft  und so weiter.

Dagegen wird man in alledem, was die Pflanze aus dem Umkreis von dem Überirdischen hernimmt, zu sehen haben auf das, was die ferneren Planeten übertragen der Luft an Wirkungsmöglichkeiten, und was eben aufgenommen wird auf diese Weise.” (Rudolf Steiner)

Quelle: Rudolf Steiner – “Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen  der Landwirtschaft – Landwirtschaftlicher Kurs”, Gesamtausgabe Band 327, Seite 150. Dieser Kurs bildet die Basis des so genannten “biologisch-dynamischen Landbaus” bei Demeter und Co.