Demeter

„Ich würde die Produkte nicht kaufen. Es ist eine Verdummung der Menschen.“

(Irene Wagner)


Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft?

Demeter „Bio-Monschein Käse mit Aqua Luna Wasser (Vollmondwasser) gepflegter Rinde, an Licht-Blütetagen und Wärme-Fruchttagen gekäst“ (Info)

Biolgisch-dynamische Landwirtschaft ist eine pseudowissenschaftliche, esoterische und okkulte Wirtschaftsweise, die auf den Ideen des Hellsehers Rudolf Steiner aufbaut.

Die Grundsätze erfand Steiner offenbar spontan als bezahlter Vortragsredner vor Landwirten im Jahre 1924. Anthroposophisch arbeitende Bauern gründeten darauf 1927 die Firma Demeter:

1923 wurde Steiner von einigen Landwirten um den Graf von Keyserlingk zu einem Vortragszyklus überredet. Steiner wurde „eine Garantiesumme von 20.000 Mark zugesichert, damit Reisespesen und Honorare für die Künstler bezahlt werden konnten“, da ihn eine Künstlergruppe, die Eurythmievorstellungen gab, begleiten sollte. (…) [Der] gesundheitlich bereits schwer angeschlagene Steiner präsentierte in Kursen seine mehr oder weniger spontan erfundene „geisteswissenschaftliche Landwirtschaft.“. (Wikipedia)

Rund 40 Jahre lang, bis ins Jahr 1963, wurde das „hellseherische Leitbild“ (Wikipedia) von Demeter streng geheim gehalten.

Demeter ist heute (Stand: 2016) der drittgrößte Bio-Anbauverband und ist mit über 5000 Betrieben in mehr als 60 Ländern vertreten.

Ist das Konzept der „biologisch-dynamischen Landwirtschaft“ ein Plagiat?

Rudolf Steiner gab an, seine Erkenntnisse durch seine hellseherischen Fähigkeiten in „höheren Welten geschaut“ zu haben. Oft übernahm er jedoch einfach fremde Konzepte, z. B. aus dem Buddhismus, der esoterisch-rassistischen Theosophie oder auch aus Science-Fiction-Romanen. Auch die Grundlage seiner „Landwirtschaftlichen Kurse“ scheint ein Plagiat zu sein:

Steiners Vortragsideen und Konzepte von einer spirituell reformierten Landwirtschaft, die er quasi über Nacht in Breslau spontan niederschrieb, weisen frappierende Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen mit den Ideen auf, die der deutsche Agrarwissenschaftler Richard Krzymowski 1919 in seiner Philosophie der Landwirtschaftslehre] entworfen und veröffentlicht hat. Krzymowski lehrte 1924 zufälligerweise in Breslau, also in unmittelbarer Nähe zu Koberwitz, wo Steiner 1924 seinen Landwirtschaftlichen Kurs hielt. (…) Die zentralen Gegenstandsbereiche in Steiners landwirtschaftlichen Betrachtungen waren kein Neuland. Sie wurden schon seit den 1860er Jahren unter Verfechtern eines biologischen Landbaus diskutiert, deren Ergebnisse und Antworten die Anthroposophie lediglich aufgriff.“ (Wikipedia)


Wie arbeitet man biologisch-dynamisch?

Angebaut wird im Rhythmus der Mondphasen und unter Einbeziehung von astronomischen Konstellationen und „überirdischen, luft-übertragenen Planetenkräften“ (Rudolf Steiner). Unsichtbare „Naturwesen“ helfen, in den Produkten „ätherische Bildekräfte“ (auch: „Vitalkräfte„) zu erzeugen. Gedüngt wird mit selbst hergestellten, magischen und homöopathisch verdünnten „Präparaten“ aus Kuhhörnern, Innereien, Kristallen oder Tierschädeln.

Anthroposophen glauben an eine „über die Materie hinausgehende Wirklichkeit“ (Demeter-Richtlinien, 2015). Die Demeter-Bauern wollen „unter Einbeziehung der Kräfte des Mondes, der Planeten und des Kosmos“ (Demeter Schweiz) Produkte von „kosmischer Qualität“ herstellen:

„In guter Milch spiegelt sich der ganze Kosmos.“ (Demeter Journal, 2009).

Anthroposophisch angebautes Gemüse soll unter anderem in der Lage sein, „Licht-Äther“ zu speichern. „Am Pflanzenwachstum ist der ganze Himmel mit seinen Sternen beteiligt!„, so Rudolf Steiner.

Bio-dynamische Präparate

Ein wichtiges Merkmal von „bio-dyn“ ist die Verwendung von magischen Düngemitteln („Präparaten“) wie Kuhmist, der in Kuhhörner gefüllt und vergraben wird, zermahlenem Bergkristall, Scharfgabe-Blüten in der Blase des männlichen Rotwildes oder in Tierschädel gefüllter Eichenrinde.

Die verwendeten Kuhhörner dienen dabei als kosmische Antennen zum Empfang von „astralisch-ätherischen Kraftströmungen“ (Rudolf Steiner). Der Kuhmist werde dadurch in „geistigen Mist“ verwandelt.

Die Verwendung der folgenden „Präparate“ ist Demeter-Bauern durch ihre Richtlinien („Allgemeine Regeln zur Erzeugung„) zwingend vorgeschrieben:

Präparat 500 – Das Kuhhornmistpräparat. Kuhmist (Darminhalt) wird in ein Kuhhorn gefüllt und im Herbst vergraben, im Frühjahr wird er auf den Feldern verstreut.

Präparat 501 – Das Kuhhornkieselpräparat. Quarz, Kiesel oder möglichst Bergkristall werden mit Regenwasser zu Brei verarbeitet, in ein Kuhhorn gefüllt und von Juni bis zum Spätherbst „zum übersommern“ vergraben.

Präparat 502 – Das Schafgarbenpräparat. Blüten der Schafgarbe werden in die Blase vom männlichen Rotwild (Hirsch) gefüllt, getrocknet und ein Jahr lang in der Erde den „Kräftewirkungen des Jahreslaufes“ ausgesetzt. „Zur Gewähr, dass es sich um ein männliches Tier handelt,
lasse man sich vom Förster die Hoden mitschicken.”

Präparat 503 – Das Kamillenpräparat. Blütenköpfchen der Kamille füllt
man so in Rinderdärme, dass Würste entstehen. “Die Därme sind in Ihre
ursprüngliche Lage zu bringen (zu wenden), bevor die
Kamillenwürste in der Erde überwintern.”

Präparat 504 – Das Brennnesselpräparat. Bündel ganzer, blühender Brennnesseln werden, umgeben mit einer Torfmullschicht, für ein volles Jahr in der Erde vergraben.

Präparat 505 – Das Eichenrindenpräparat. Eichenrinde vom noch lebenden Stamm einer Roteiche mittleren Alters wird in die Schädeldecke von einem Haustier (Rind, Pferd, Schwein, Schaf) gegeben. Der Schädel wird mit Knochen abgeschlossen und von Herbst bis Frühjahr vergraben oder in einen Holzbottich mit Regenwasser gegeben.

Präparat 506 – Das Löwenzahnpräparat. Frühmorgens gesammelte Blütenköpfe des Löwenzahns werden zu „kindskopfgroßen Kugeln gepresst“ in Rindsgekröse (Rinderbauchfell) eingenäht und über den Winter vergraben.

Präparat 507 – Das Baldrianpräparat. Im Juni / Juli werden die Blüten des Baldrians gesammelt und mit Regenwasser angefeuchtet, danach mit einer Saftpresse ausgepresst.

Präparat 508 – Das Equisetumpräparat. Getrockneter Acker-Schachtelhalm (Equisetum) wird „in üblicher Weise verarbeitet und als Droge verwendet“.

Quelle: “Herstellung der Düngerpräparate der biologisch – dynamischen
Wirtschaftsweise nach Angaben aus dem Landwirtschaftlichen Kurs von Dr. Rudolf Steiner
“ nach I. Voegele.

Demeter will mit den Präparaten „kosmische und geistige Kräfte“ erwecken, weiß aber offenbar auch um deren okkult-magischen Charakter:

Die biodynamischen Präparate tragen wesentlich zur Weiterentwicklung von Boden, Pflanzen und Tieren im landwirtschaftlichen Betrieb bei, indem sie diese für die kosmischen und geistigen Kräfte öffnen. (…)

Die Präparatearbeit hilft dem Landwirt, seinem Betrieb, seinem Boden, den Pflanzen und Tieren und der umgebenden Natur auf eine andere, mehr spirituelle Art zu begegnen. (…)

So helfen sich alle Beteiligten gegenseitig, diese oft sich im Verborgenen abspielenden Wirkungen der Präparate in die Wahrnehmung zu bringen.“ (Demeter)

Astrologische Schädlingsbekämpfung mit Mäusebalgpfeffer

Für diverse landwirtschaftliche Fragen hinterließ [Steiner] viele Ratschläge und Anweisungen, etwa zur Schädlingsbekämpfung. Insekten könne man z. B. bekämpfen, indem man sie verbrennt, wenn die Sonne im Zeichen des Stieres steht. Um Mäuse-Plagen einzudämmen empfahl Steiner, angelehnt an homöopathische Regeln, ein Mäusefell zu verbrennen, und die Asche als „Pfeffer“ über die Feldern zu verstreuen, sobald Venus im Zeichen des Skorpion steht.“ (Wikipedia)

Dynamisierung und homöopathische Verdünnung

Die gewonnenen „Präparate“ werden im Anschluss „dynamisiert“, also in Wasser gegeben (rund 1 Teelöffel auf 60 Liter) und stundenlang rituell von Hand abwechselnd rechts- und linksdrehend verrührt. Die entstehende, quasi homöopathisch verdünnte Flüssigkeit wird dann tröpfchenweise – zum Beispiel mit einem Handbesen – auf den Feldern verteilt:

“Straub steht auf einem sternförmigen Pflasterkreis und demonstriert, wie bei Weleda “dynamisiert” wird. Im Frühherbst hat er Kuhmist in ein Kuhhorn gefüllt und es vergraben. Jetzt im Frühling holt er das Horn wieder aus der Erde und schabt den Dung heraus. Den verrührt er in einem Bottich auf dem Pflaster mit Wasser. (…)

Erst dreht er nach rechts, dann nach links. Rechts, links, rechts, links, eine Stunde lang. Über die Monate soll die Wirkung des Dungs von den kosmischen Kräften gestärkt worden sein – nun soll sie sich auf das Wasser übertragen. Dem Weleda-Mann ist es ernst damit. Das Wasser, das er auf diese Weise bearbeitet, bringt er als feinen Sprühregen “in homöopathischen Dosen”, so sagt er, auf die Beete aus. Es soll den Boden ´´vitalisieren´´.” (die tageszeitung)

Naturwesen und Erzengel

Im anthroposophischen Glauben gibt es eine Vielzahl von Fabelwesen, zum Beispiel Astralwesen, Elfen, Erzengel, Feuergeister, Forstriesen, Gnome, Mondbrüller, Undinen, Sylphen und Wichtelmänner. Einige der Naturwesen der dritten Hierarchie (Engel, Erzengel und Arcai) haben besonders die Aufgabe, „die geistige und körperliche Entwicklung des Mineralreiches, des Pflanzen-, Tier- und Menschenreiches zu begleiten.“ (AgriBioNotizie.it) Diese Naturwesen gilt es zu beeinflussen und zu besänftigen, damit diese die Qualität vom biologisch-dynamischen Produkten verbessern:

„Engel, Erzengel und Arcai werden „Elementarwesen“ genannt, weil sie keine Möglichkeit zur Evolution haben und haben werden, weil sie keine eigene Individualität haben und „die Essenz geistiger Hierarchien“ sind, die geschaffen wurden, um die geistige und körperliche Entwicklung des Mineralreiches, des Pflanzen-, Tier- und Menschenreiches zu begleiten. Nur wenn man die Natur der Elementarwesen versteht, kann man vollständig verstehen, wozu sie wirklich dienen und was unsere Aufgabe ihnen gegenüber ist!“ (Agri.Bio.Piemonte, Biologisch-dynamischer Verband Italiens)

Auch in der „biologisch-dynamischen Forschung“ (siehe unten) betanzt man Apfelbäume mit Eurythmie, um die „Naturwesen anzuregen“.


Was ist biologisch-dynamische Forschung?

„Biologisch-dynamisch“ angebaute Produkte sind von herkömmlichen Bio-Produkten mit wissenschaftlichen Methoden nicht zu unterscheiden.

In der biologisch-dynamischen Forschung werden daher verschiedene pseudowissenschaftliche Untersuchungsmethoden angewendet, um die angeblich erzeugten „Ätherkräfte“ der Produkte sichtbar zu machen – oder gar nachzuweisen. An den Nachweis scheitert Demeter bereits seit 1924:

Der Versuchsring anthroposophischer Landwirte [wurde] gegründet, um Steiners sehnlichsten Wunsch nach einer empirischen Bestätigung der von ihm hellseherisch begründeten anthroposophischen Landwirtschaft zu erfüllen.“ (Wikipedia)

In der heutigen „bio-dynamischen Forschung“ werden Pflanzen, Samen oder auch Gießwasser mit Eurythmie betanzt, mit Musik beschallt, meditativ mit ihnen gesprochen oder sie werden speziellen „Planetenkonstellationen“ ausgesetzt. Die ätherischen „Bildekräfte“ (auch: „Vitalkräfte“) versucht man mit anthroposophischen „bildschaffenden Methoden“ (Steigbildmethode, Tropfbildmethode etc.) abzubilden .

Erforschung ätherischer „Bildekräfte“

Bio-dynamische Bauern versuchen, die „Bildekräfte“ in Pflanzen zu beeinflussen. Dabei handelt es sich um angebliche „ätherische Universalkräfte„, die nur Hellseher wahrnehmen können. Dazu muss der Hellseher jedoch durch anthroposophische Meditation erst die von Rudolf Steiner postulierten „Hellseherorgane“ entwickeln:

Bildekräfte sind gestaltbildende bzw. gestaltverwandelnde (metamorphosierende) ätherische Universalkräfte, in denen und durch die die höheren Hierarchien bis hinauf zu den erhabenen Tierkreiswesen gestaltend wirken. (…) Sie beruht nicht nur auf sinnlichen Beobachtungen, sondern erfordert darüber hinaus eine gezielte geistige Schulung, durch die erst entsprechende übersinnliche Wahrnehmungsorgane ausgebildet werden müssen.“ (AnthroWiki.at)

Konstellationsforschung: Die Kräfte der Planeten und des Tierkreises

Bildekräfte-Forscher beziehen in der „Konstellationsforschung“ auch die Wirkung „astronomischer Tierkreisbilder“, „Planetenkonstellationen“ und „Planetenwirkungen“ mit ein:

Konstellationsforschung [wird] in der Gesellschaft für Bildekräfteforschung in verschiedenen Arbeitszusammenhängen betrieben (…), vor allem aber als Grundlagenforschung darüber, wie die Kräfte der Tierkreisregionen mit den Eigenschaften von Substanzen oder Prozessen zusammenhängen.

Auch die eurythmische Abbildung von Konstellationen durch Gebärden und deren mögliche Wirkungen sind ein Untersuchungsgegenstand.“ (Bildekräfte.de)

Auch im „Demeter-Journal“ findet sich die Konstellationsforschung:

„Die Planetenkonstellationen hat Christina Henatsch von der Allmende Wulfsdorf im Blick.“ (Demeter Journal 2015, „Klänge, Tanz & Winterkräfte„)

Untersuchungen sollen laut dem „Institut für Biologisch-dynamische Forschung“ ergeben haben, dass Demeter-Möhren besser wachsen bei „synodisch-siderischen Mond-Sternbild-Stand ”Jungfrau” vor Vollmond.

Nicht nur Planeten und Kosmoskräfte, auch Feiertage sollen das Wachstum von Pflanzen beeinflussen:

„Dietrich Bauer (Dottenfelderhof Bad Vilbel) lässt die Winterkräfte in den zwölf heiligen Nächten rund um Weihnachten und Heilige Drei Könige auf das Saatgut wirken.“ (Demeter Journal 2015, „Klänge, Tanz & Winterkräfte„)

Tanzen für Pflanzen: Eurythmie auf dem Acker

Anthroposophen untersuchen auch die Auswirkung esoterischer Eurythmie-Tänze auf Pflanzen. So wächst Salat angeblich kräftiger nach dem Betanzen des Saatguts mit einer „N“-Geste, Äpfel werden durch Eurytmie schmackhafter, und Weizen soll durch die Tänze zu einem Heilmittel gegen Rheuma werden:

„Alle Organismen sind von Lebenskräften bzw. ätherischen Kräften umgeben und durchzogen. Mit der Eurythmie haben wir ein Mittel, die Lebenskräfte anschaulich zu machen. Es gibt auch eurythmische Bewegungen für Darstellung der Planeten und der Tierkreiszeichen. Im vorliegenden Projekt konnte gezeigt werden, dass es prinzipiell möglich ist, durch eurythmische Behandlung von Apfelbäumen Qualitätsänderungen bei Äpfeln zu erreichen.“ (Studie: „Geschmacksentwicklung bei Äpfeln durch eurythmische Behandlungen„, Text gekürzt)

Durch die Eurythmie-Tänze glaubt man, unsichtbare „Naturwesen“ dazu angeregt zu haben, die Äpfel zu verbessern.

Über Eurythmie-Tänze für Äpfel, Saatgut und Gießwasser kann man hier mehr erfahren: Anthroposophie.blog – „Tanzen für Pflanzen“

Kosmos-Klänge: Musik für Pflanzensamen

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft fördert mit Mitteln der anthroposophischen GLS-Bank auch die Forschung mit musikalischen Intervallen und untersucht „den mathematischen Bezug dieser Klänge zum Kosmos„. Dabei werden die Samen von „Kopfsalat, Löwenzahn, Radieschen, Rote Bete“ uvm. mit Klangstäben „behandelt“:

„Während die Samen in Wasser quellen, spiele ich mit Klangstäben ca. 20 Minuten gleichmäßig ein Intervall (s. Foto). Die Samen werden dann ausgesät und die Pflanzen etwa 14 Wochen lang, morgens für 2-3 Minuten mit dem gleichen Intervall behandelt. Je nach Intervall (z.B. Terz, Quart, Quint) werden die Versuchspflanzen auf verschiedene Gewächshäuser verteilt.“ (Ute Kirchgaesser für „Zukunftsstiftung Landwirtschaft“)

Die Ergebnis würden zeigen, dass die Terz zur „Steigerung des vegetativen Wachstums“ führt, die Quint zu „langsamerem, aber auch sehr harmonisches Wachstum„. Doch Vorsicht: „Wird die Quint jedoch zu intensiv angewendet, erhöht sie scheinbar die Krankheits– und Schädlingsanfälligkeit„.

Gespräche mit Gemüse : Anthroposophische Meditation

Laut Anthroposophen haben Pflanzen eine „Seele und ein Ich, mit denen man sprechen kann„. Mit Hilfe anthroposophischer Meditations-Techniken versucht man, sich mit Pflanzen zu unterhalten um ihre Bedürfnisse zu erfahren:

„Konkret wurden bisher Lauch und Brokkoli in ihrer besonderen Artung untersucht. (…) Die so gewonnenen Bilder wurden sodann innerlich durchmeditiert und mit Blick auf ihre Bildekräfte belebt und in einem nächsten Schritt inspirativ-fühlend transparent gemacht. Dabei wurde Eigenart, Charakter und Fähigkeit der betreffenden Pflanze immer unmittelbarer gegenwärtig, bis so etwas wie ein inneres Gespräch mit dem Wesen der Pflanze möglich wurde, das auch Schwächungen der Art durch einseitige Züchtungen und Anbaubedingungen deutlicher aufzeigte. So konnten Perspektiven für eine Stärkung der jeweiligen Art gewonnen und in der Meditation an die Pflanze herangetragen werden, für die stellvertretend ein Schälchen mit Saatgut anwesend war.“ (Infameditation/ Gesellschaft für Bildekräfteforschung)

Die Ergebnisse von Gemüse-Gesprächen kann man auch in den „Flensburger Heften – Anthroposophie im Gespräch“ nachlesen:

„Auch Pflanzen sind Wesen, haben eine Seele und ein Ich in geistigen Welten, mit denen man sprechen kann! (…) Und diese Wesen möchten vom Menschen wertgeschätzt, artgerecht behandelt und erkannt werden. Die Gespräche in diesem Buch bieten Ihnen die Möglichkeit, 16 verschiedene Gemüsesorten näher kennenzulernen.“ (Flensburger Hefte Ausgabe 22 – „Gemüsepflanzen / Naturgeister„)

In einer anderen Ausgabe findet man „spannende Gespräche mit den geistigen Vertretern von Obstarten„, die Ihre „Geschichte vom Paradies bis zum Supermarkt“ erzählen. (Flensburger Hefte, Ausgabe 27, „Obst„)

Bildschaffende Methoden: Aura-Fotografie für Pflanzen

Pseudowissenschaftliche „Tropfbildmethode“ (Foto: Psiram)

Sogenannte „bildschaffenden Methoden“ werden verwendet, um die vermeintlich besondere Qualität vom Demeter-Produkten sichtbar zu machen. Dabei wird jedoch nicht nach wissenschaftlich messbaren Kriterien entschieden, sondern mittels unwissenschaftlicher Methoden eine Art „hellseherischer Eindruck“ gewonnen. Zuvor muss der Untersuchende erst die von Rudolf Steiner postulierten „Hellseherorgane“ entwickelt, wie dieser sie in „Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten?“ (Gesamtausgabe Band 10) beschreibt. Zu den „bildschaffenden Methoden“ gehören:

Bei diesen Methode wird – kurz gesagt – meist ein wässriger Auszug einer Pflanze genutzt. Unter Zugabe von Zusatzstoffen wird dieser Auszug instabil und die Probe der Pflanze zerfällt. Die zufällig gebildeten Zerfalls-Strukturen werden dann hellseherisch interpretiert.

Das gemeinsame Prinzip dieser Untersuchungsverfahren besteht darin, eine Probe einem System zuzusetzen, in dem sich auf Grund einer dem System eigenen Instabilität zufällig bildende Strukturen und Formen ergeben, die – nach Ansicht ihrer Befürworter – auf Grund ihrer Morphologie geignet seien, eine Aussage über die postulierte Vitalqualität zu machen.“ (Psiram)

Bildschaffende Methoden versuchen also, „in okkulter Schau – oder für die elitäre Minderheit der entsprechend Empfänglichen – übersinnlich erfahrbare ätherische Bildekräfte der Anthroposophie sichtbar zu machen.“ (Psiram)

Die „Kupferchloridkristallisation“ ist Wissenschaftsbetrug

Hubert Rehm wies 2006 in der Zeitschrift Laborjournal darauf hin, dass der nachmalige KZ-Arzt Sigmund Rascher zu diesem Thema promovierte, er erhielt ein daran anschließendes DFG-Forschungsstipendium. Rascher veröffentlichte drei Artikel in der damals NS-nahen Münchner Medizinische Wochenschrift mit märchenhaft positiven Ergebnissen zu dieser Kupferchlorid-Diagnostik, die einen DFG-Gutachter misstrauisch machten. Dessen Forderung nach einer unabhängigen Prüfung wurde jedoch abgewiesen, da Rascher bereits ein Protegé Heinrich Himmlers geworden war. In neuen Untersuchungen kamen die Wissenschaftler Benno Müller-Hill und Hubert Rehm unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass es sich bei den Arbeiten Raschers um Wissenschaftsbetrug gehandelt haben müsse. Die Bildschaffende Methode der Kupferchloridkristallisation lasse keine Rückschlüsse auf die Qualität der Produkte zu.“ (Wikipedia)


Wer arbeitet biologisch-dynamisch?

Bauern, die sich Demeter-zertifizieren lassen wollen, müssen eine vierjährige Ausbildung durchlaufen:

Demeter-Ausbildung mit „Planetensignaturen“ und „Ätherarten“

Darin wird Ihnen unter anderem beigebracht, „Planetensignaturen“ zu lesen und die vier „Ätherarten“ in den Pflanzenformen zu erkennen (Fachausbildung Bio-Dyn, Schweiz, 2013). Demeter-Bauern sollen dadurch befähigt werden, mit „Kräften und Substanzen in ihren kosmischen und irdischen Qualitäten bewusst umzugehen“ (Demeter-Richtlinie 2015)

Bekannte Firmen, die „biologisch-dynamisch“ wirtschaften, sind unter anderem:

Alnatura, Alnavit, Andechser, Beutelsbacher Fruchtsäfte, Biokreis, Dr. Hauschka, Ecovin, GÄA, Demeter, Holle, Naturata, Rapunzel, Voelkl, Weleda oder Wala.


Ist „biologisch-dynamisch“ das „bessere Bio“?

Die Erträge sind im biologisch-dynamischen Landbau schlechter als im konventionellen Bio-Anbau (Wikipedia). Die esoterischen Methoden sind laut einer Untersuchung “okkult und dogmatisch und überdies ungeeignet, zur Entwicklung einer alternativen und nachhaltigen Landwirtschaft beizutragen.” (Wikipedia).

Folgerichtig wurde die okkult-magische Anbaumethode von Kritikern bereits als „esoterische Hexenküche„, „irrationaler Quatsch„, „Voodoo“ oder schlicht „reiner Unfug“ bezeichnet.

Homöopathie in der Tierzucht

Das Tierwohl soll bei Demeter im Vordergrund stehen. Bei kranken Tieren ist jedoch laut Demeter-Richtlinie zwingend eine „homöopathische Behandlung vorzuziehen“ (Demeter-Richtlinie 2015).

Die vorgeschriebene, homöopathische Behandlung von kranken Tieren gilt bei Kritikern als Tierquälerei.


Fazit

Man ist erstaunt als Landwirt, wenn man durch eine Maßnahme augenblicklich große Kartoffeln hat!“ (Rudolf Steiner)

„Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln!“ (Volksmund)

2018 erhielt Demeter den Schmähpreis „Goldenes Brett vor dem Kopf“ für das Lebenswerk.


https://de.wikipedia.org/wiki/Biologisch-dynamische_Landwirtschaft

https://de.wikipedia.org/wiki/Demeter_(Anbauverband)

https://www.psiram.com/de/index.php/Biologisch-dynamische_Landwirtschaft