Rudolf Steiner – Unfehlbar oder Unzurechnungsfähig?

Rudolf Steiner. Begründer der Anthroposophie, der Waldorfpädagogik, der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, der anthroposophischen Medizin. Tausende Einrichtungen berufen sich auf ihn. Die von ihm initiierte Esoterik-Branche macht Umsätze in Milliardenhöhe.

Muss dieser Mensch, der Erfinder des anthroposophischen Glaubens, nicht unweigerlich ein Genie gewesen sein? Ein charismatischer Guru mit übermenschlichen, ja vielleicht sogar göttlichen Kräften? Oder war er einfach nur geisteskrank?

In seiner Selbstbeschreibung war Steiner jedenfalls nicht weniger als der Wahrer des geheimen Wissens, ein Okkultist, ja ein „Hellseher, Hellhörer und Hellschmecker„. Manchen seiner Anhänger gilt der verehrte „Doktor“ als leibhaftige Reinkarnation von Jesus Christus.

Betrüger oder Bekloppter?

Es kann im Grunde nur zwei Deutungen geben: Entweder war Steiner ein genialer Betrüger, der die von ihm postulierten „höheren Welten“, all die Auren und Fabelwesen und Ätherleibe nur aus Geltungs- und Profitsucht erfunden hat.

Oder Steiner glaubte selbst an seinen hanebüchenen Esoterik-Mix, den er aus Buddhismus, Christentum, Theosophie, Goethes Lehren, Freimaurertum, Science-Fiction-Romanen und vielem anderen zusammenrührte.

Angereichert mit seinen Erkenntnissen aus dem legendären, aber leider unsichtbaren Buch aller Weltengeheimnisse, der „Akasha-Chronik“, kam dabei am Ende die Anthroposophie heraus. Diese krude, überwürzte Melange ist für seine Anhänger nicht weniger als die wirklich echte Wahrheit (™) , an der sie noch heute unverrückbar festhalten.

Einmal alles mit allem, bitte

Wer von Steiner gehört – oder, schlimmer noch, – gelesen hat, merkt schnell: Der Prophet war ein Großmeister im Vermischen. Alles wird bei ihm mit allem vermengt, und alles hat immer mit allem zu tun. Der Mensch ist ein Kosmos, der Kosmos ist ein Mensch; die Entwicklungsgeschichte eines Kindes entspricht der Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Alles ist mit allen verwoben, mit allem verbunden.

Steiners Spezialität: Salbaderndes Schwurbeln

In seinen Vorträgen war Steiner oft nicht in der Lage, eine prägnante Aussage zu treffen. Seine Argumentation mäandert in endlosen Bandwurmsätzen von Thema zu Thema, von Assoziation zu Assoziation. So schwurbelt und salbadert Steiner, bis der letzte Zuhörer benebelt abdriftet oder die eigene geistige Verwirrung als mangelnde Spiritualität missinterpretiert. Denn: Wer es nicht versteht, so Steiner, dem fehlt ein wichtiges Organ, der hat seine Hellseherorgane noch nicht genügend weit entwickelt.

Ähnliches stellte Kurt Tucholsky fest, nachdem er einen Vortrag Rudolf Steiners besuchte:

Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat einen Vortrag gehalten. Ich habe so etwas von einem unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer des Vortrages hindurch ging mir das nicht aus dem Kopf: Aber der glaubt sich ja kein Wort von dem, was er da spricht! (Und da tut er auch recht daran.)  (…)

Die Zuhörer schliefen reihenweise ein; dass sie nicht an Langeweile zugrunde gingen, lag wohl an den wohltätigen Folgen weißer Magie. Immer wenn übersetzt wurde, dachte ich über diesen Menschen nach.

Was für eine Zeit -! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler. Alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … Und das hat Anhänger -!“ (Kurt Tucholsky über Rudolf Steiner, 1924)


Das stellen wir uns mal ganz dumm und fragen: Was ist ein Dreieck?

Vor Mitgliedern der anthroposophischen Gesellschaft hielt Steiner 1921 einen Vortrag mit dem Titel „Das Dreieck“ – eigentlich kein so komplexes Thema. Trotzdem faselte der Prophet weit- bis allumfassend von den Freimaurern und dem allsehenden Auge, vom Buddhismus und Atma, Budhi und den Manas, von den Weiten des Weltenalls und vom Mond, er kam auf den Dämon Ahriman zu sprechen und leitete über zu übersinnlichen Astral- und Ätherleiben, fabulierte über das Gehirn, ja über die Moral an sich – und immer so weiter und immer so fort.

Man kann durchaus davon ausgehen, dass Rudolf Steiner Geisteskrank war.


Schizophrener oder Scharlatan?

Steiners vorgebliches Talent, höhere Welten wahrzunehmen, die Aura von Menschen sehen zu können und die Geschichte der gesamten Welt mehrere tausend Jahre im Voraus zu kennen, hat wohl schon in seiner Kindheit begonnen.

„Bereits als Kind will Steiner erste Erfahrungen mit Hellsichtigkeit gehabt haben. So habe er im Alter von sieben Jahren in einer Vision seine Tante gesehen, die fast zeitgleich an einem weiter entfernten Ort Selbstmord begangen hatte. Da er diese inneren Erfahrungen mit niemandem teilen konnte, zog er sich oft in sich selbst zurück und interessierte sich zunehmend für Esoterik.“ (Wikipedia-Artikel „Rudolf Steiner„)

Der Münchener Psychologe Colin Goldner interpretiert Steiners „übersinnliche Fähigkeiten“ in der Süddeutschen Zeitung als „schizoide Persönlichkeitsstörung„:

„Schon in früher Kindheit, so die Legende, sei Steiners “primäre Erfahrung die der Welt des Seins hinter der sinnlichen Welt“ gewesen.

Demnach hätte der junge Steiner übersinnliche Fähigkeiten besessen. Aus heutiger psychiatrischer Sicht würde man die Symptome, die er als junger Erwachsener entwickelte, allerdings als Hinweise auf den Beginn einer schizoiden Persönlichkeitsstörung interpretieren.“ (Colin Goldner, „Offenbart in mystischer Schau„, Süddeutsche Zeitung, 2010)

Ausführlich befasste sich der Psychiater Wilhelm Lange-Eichbaum in seiner Buchserie „Genie, Irrsinn und Ruhm“ mit Rudolf Steiner. Er attestierte ihm handfeste Halluzinationen, die seine „höheren Welten“ für ihn real werden ließen:

Wie unzählig andere Schizophrene vor und nach ihm hat Rudolf Steiner in seiner Psychose das Erlebnis des Sterbens gehabt. Es unterscheidet ihn von vielen Kranken, daß ihm die Kraft blieb, dieses Erlebnis darzustellen und so zu objektivieren, daß gerade der davon handelnde Teil seiner Werke die größte Anziehungskraft auf seine Anhängerschaft ausübte.

Er erlebt ja seine höheren Welten wirklich, er steht offenbar in offener (halluzinatorischer) Sinnenverbindung mit ihnen und erfährt daher fortwährend etwas Neues. Steiner litt an jener besonderen Verlaufsform der Schizophrenie, deren verschiedene Varianten Emil Kraepelin unter dem Namen Paraphrenien zusammenfaßte: Paraphrenia expansiva, confabulans und phantastica. Alle drei Untergruppen erfüllt Steiner in ihren
Merkmalen.” (Wilhelm Lange-Eichbaum, „Genie, Irrsinn und Ruhm„, Band 7, S.534, 1967/1979)

Auch der Hannoveraner Soziologe Dr. Utz Anhalt kommt zum Fazit, dass Steiner an einer „schizophrenen Erkrankung“ litt:

„Solche Fantasien kennen wir von Fieberkranken, oder auch von paranoid Schizophrenen in akuten Psychosen. Tatsächlich diagnostizierten spätere Psychologen bei Steiner eine schizophrene Erkrankung.” (Dr. Utz Anhalt über „Naturheilverfahren: Germanische neue Medizin„, 2015)

Dr. Erich Eder, Biologe an der Universität Wien befand in seinem Vortrag für „Das goldene Brett 2018“, Steiner sei „im wahrsten Sinne des Wortes durchgeknallt“ gewesen:

„Wenn Ihnen diese Zeilen vollkommen irrsinnig vorkommen, dann haben Sie schon recht. Sie stammen von niemand geringerem als von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie. (…)  Ganz plötzlich um 1902 kam es zu einer radikalen Wende seiner Ansichten, und er trat der Theosophischen Gesellschaft bei – einer okkult-esoterischen Mystikergruppe – und wurde durch seine dortige Vortragstätigkeit rasch zum Star.

Was war der Grund für diese radikale Wende? Manche Zeitgenossen unterstellten ihm finanzielle Gründe. (…) Wahrscheinlicher aber ist, das Steiner – im wahrsten Sinn des Wortes – durchgeknallt ist. So erschien ihm Jesus Christus in einer Offenbarung. Aber nicht genug damit, er selbst sei zusammen mit Goethe eine der beiden Reinkarnationen Jesus Christus. Und er glaubte, hellseherische Einsicht in ein imaginäres, okkultes tibetisches Buch, die „Akasha-Chronik“ zu haben.

Nach der aktuellen Version der International Classification of Diseases (ICD-10) litt Rudolf Steiner ganz offensichtlich unter einer wahnhaften Störung. „F22.0“ charakterisiert durch die Entwicklung eines einzelnen Wahns oder, in seinem Fall, mehrerer aufeinander bezogener Wahninhalte, die im Allgemeinen lange, manchmal lebenslang andauern. Der Inhalt solcher Wahnsysteme ist sehr unterschiedlich, gelegentliche oder vorübergehende Halluzinationen schließen, besonders bei älteren Patienten, die Diagnose nicht aus, solange die Symptome nicht typisch schizophren erscheinen.

Derartige wahnhafte Denksysteme, und ich glaube wir alle können ein Lied davon singen, finden sich bei vielen Menschen, die der Esoterik anhängen. Wir sollten daher durchaus vorsichtig sein, uns über solche Menschen lustig zu machen, die in vielen Fällen schwere psychiatrische Erkrankungen haben. Es entbehrt jedoch nicht einer gewissen Komik, dass der Wahn Rudolf Steiners so viele Anhänger gefunden hat.“ (Erich Eder, Vortrag für „Das goldene Brett“ [im Video ab 01:15h], 2018)

In der Presse ist Steiner über die Jahre viel gescholten worden, und das oft mit deutlich drastischeren Worten:

Steiner sei ein „bekloppter Spinner“ gewesen (SüdWest-Presse), ein „geistiger Gelegenheitsarbeiter“ (Die Zeit), er sei der „Anthroposophie-Gründer mit Wahnvorstellungen“ (Telepolis) oder gar „einer der großen Irren der deutschen Kulturgeschichte (Der Spiegel).

Der große Schriftsteller Harry Rowohlt hielt Steiners Aussagen in einem Interview mit Bernd Durstewitz gar für „Töne wie aus einer undichten Gummizelle„.


Die Fabelwesen in Steiners Kopf – für Anthroposophen sind sie Realität

Für Anthroposophen sind Steiners Erkenntnisse wahr. Gerade bei dogmatischeren Gläubigen gilt der Prophet als unfehlbar. Als Beispiel können die vielen Fabelwesen dienen, die in Waldorfschulen und Demeter-Höfen noch immer für Realität gehalten werden: Astralische Wesenheiten, Elfen, Engel, Erz- und Ur-Engel, Feuergeister, Forstriesen, Gnome, Mondbrüller, Undinen und Sylphen, Volksgeister und Wichtelmänner.

Fakten oder Fiktion?

Gibt es also die „höheren Welten“? Eine zusätzliche, verborgene geistige Welt, die Uneingeweihte nur nicht wahrnehmen? Das ist schwer zu beweisen oder entkräften. Viele konkretere Aussagen Steiners sind jedoch leicht zu widerlegen. So war Steiner sicher: Der Planet Vulkan existiert (er tut es nicht), das Herz ist keine Pumpe (ist es doch) und Spektralfarben gibt es nicht (es gibt sie). Steiners Anhängerschaft ficht all das jedoch bis heute nicht an.

Wichtel und Wahnsinn bei Demeter, Waldorf und Co.

Da der Prophet nichts als unverrückbare Wahrheiten postuliert habe, muss eben alles, was die Wissenschaft in den letzten 100 Jahren erarbeitet hat, falsch sein – oder zumindest grob unvollständig. So forschen biologisch-dynamische Landwirte nach verborgenen „Ätherkräften“ im Gemüse, anthroposophische Evolutionsbiologen wollen die „Abstammung des Tieres vom Menschen“ beweisen und anthroposophische Mediziner setzen die „Aura der Mistel, dem Pflanzentier des Mondes“ bei Krebserkrankungen ein.

In Sachen „Vermischung von alles mit allem“ sind Steiners Jünger also ebenfalls sehr erfinderisch. Der von Steiner erfundene, esoterische Engelstanz „namens Eurythmie“ wird beispielsweise in der Medizin zur „Heilung“ und in der Landwirtschaft zur „Verbesserung“ der Ernte und zur Besänftigung von „Naturgeistern“ eingesetzt.

Entscheiden Sie selbst…

Mischen Sie einfach mal selbst ein paar anthroposophische Schlagworte (Äther! Arier! Astralleib! Aura! Apfelernte!) und googeln Sie danach. Sie können sicher sein, dass die Anthroposophen bereits am Thema forschen. Es scheint ihnen unvorstellbar, dass sich der Prophet in seiner Weisheit geirrt haben könnte.

Oder meditieren Sie einmal selbst über die tiefsinnigen Wahrheiten, die der Sektengründer von sich gab:

“Geradeso wie der Fisch schwimmt, so würde der Hund fliegen, wenn er ein Vogel wäre.” (Rudolf Steiner)

Rudolf Steiner war „im wahrsten Sinne des Wortes durchgeknallt„. Und es scheint bei seiner Gefolgschaft einer gewissen geistigen Disposition zu bedürfen, um im anthroposophischen Glauben tiefschürfende Wahrheiten zu finden.


„Guten Morgen, liebe Kinder“: Langzeitdokumentation über eine Waldorfschule

Stellen Sie sich folgende Szene vor: Vierzig in Rottönen gekleidete Kinder sitzen auf roten Kissen in einem roten Raum mit roten Vorhängen und roten Türen. Im Chor sprechen die Kinder einen Text über „der Seele Geistesmacht“:

„Der Sonne liebes Licht,
Es hellet mir den Tag;
Der Seele Geistesmacht,
Sie gibt den Gliedern Kraft;
Im Sonnen Lichtes Glanz
Verehre ich, 0 Gott,
Die Menschenkraft, die Du
In meine Seele mir
So gütig hast gepflanzt,
Daß ich kann arbeitsam
Und lernbegierig sein.
Von Dir stammt Licht und Kraft,
Zu Dir ström‘ Lieb‘ und Dank.“

Vielleicht vermuten Sie zuerst, hier dem Treffen einer Sekte zuzusehen. Und damit lägen sie nicht mal ganz falsch. Die dargestellte Schule ist eine Steiner-Schule, eine Waldorfschule. Den von den Kindern auswendig gelernten, christlichen Ritualtext hat der Schulgründer verfasst: Der Hellseher und Okkultist Rudolf Steiner. Die Kamera dringt hier in eine Welt vor, die die Waldorfschulen sonst nur sehr ungern zeigen. Doch die Waldorfschule allein entscheidet, was wir von ihr sehen dürfen.

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Schulministerin: Karma, Ätherleib und Atlantis-Lehre sind eine „Bereicherung“

Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, war Ehrengast beim Festakt der Waldorfschule Aachen. Gefeiert wurde „Waldorf 100“, der hundertste Geburtstag der esoterischen Waldorfschulen. Die Schulen arbeiten auf der Grundlage von Karma sowie Äther- und Astralleiben, Im Geschichtsunterricht wird die Abstammung der Menschheit aus Atlantis gelehrt.

Direkt nach einer Darbietung von eurythmischen Elfen-, Gnomen- und Engelstänzen sprach die Ministerin wohlwollendes – auch über den Gründer der Waldorfschulen, den Hellseher und Okkultisten Rudolf Steiner:

Schulministerin Yvonne Gebauer ist Ehrengast in Aachen bei der Feierstunde der lokalen Waldorfschulen und Kindergärten. In der Aula Carolina feiern sie gemeinsam die Gründung der ersten Waldorfschule vonr 100 Jahren in Stuttgart (…)

„Ich bin nicht bange um die Zukunft der Waldorfschulen in NRW“. Sie seien eine Bereicherung für die Schullandschaft und ergänzten diese mit einem Angebot, das vielen Eltern wichtig sei, sagte sie am Samstagnachmittag.

Gebauer freut sich, dass es 57 gut laufende Schulen im Bundesland gibt, die nach dem Reformpädagogen Rudolf Steiner arbeiten. Die Ministerin führt sich sichtlich wohl und plaudert unbefangen (…).

Die Ministerin lobt den selbstbewussten Auftritt der Schüler. Waldorf helfe, die eigene Persönlichkeit auszubilden.“ (Aachener Zeitung)

Quelle: Aachener Zeitung vom 31. März 2019 – „Aachener Schule gut für die Zukunft aufgestellt„. Im Artikel kommt weiter Waldorf-Lehrer von Wernsdorff zu Wort: Waldorfschüler würden den „Zugang zur eigenen Mitte“ finden, was „gegen den Anstieg von psychischen Krankheiten in der Gesellschaft“ helfe.

Wie „gut“ die Waldorf-Bewegung in Nordrhein-Westfalen „läuft“, kann man hier an einigen Beispielen nachlesen:

Demeter: Mikrowellengeräte zerstören „Ätherkräfte“

Die Verwendung von Mikrowellengeräten ist beim esoterischen Anbauverband Demeter laut Richtlinie streng verboten. Schließlich haben die Anthroposophen viel Arbeit in ihre okkult-magische Verfahren gesteckt, um „gestaltende, ätherische Lebenskräfte“ in den Produkten zu erzeugen. Und diese übersinnlichen „Qualitäten des Mondes, der Planeten und des Kosmos“ würden durch „Strahlung“ zerstört:

„Die gestaltenden Lebenskräfte werden in Erzeugung und Verarbeitung gefördert. Gesundheitsbedenkliche Stoffe oder Verfahren werden nicht eingesetzt. Die Integrität des Lebensmittels wird ebenso gewahrt wie seine Authentizität. Deshalb sind Isolate und das Herauslösen von Einzelstoffen ebenso tabu wie Aromastoffe, Mikrowellen, Strahlung oder Gentechnik, extremer Druck oder extrem hohe Temperaturen.“ (Demeter.de – „Lebensmittel“)

Metamorphosierende ätherische Universalkräfte und die Hellseher-Organe

Was sind das für Kräfte, die die Mikrowelle da zerstört? Nicht weniger als „ätherische Universalkräfte„! Diese kann man jedoch nur wahrnehmen, wenn man (wie Demeter-Erfinder Rudolf Steiner) seine „Hellseher-Organe“ genügend entwickelt hat:

„Die Bildekräfte sind gestaltverwandelnde (metamorphosierende) ätherische Universalkräfte, in denen und durch die die höheren Hierarchien bis hinauf zu den erhabenen Tierkreiswesen gestaltend wirken.


Bildekräfteforschung (…) erfordert darüber hinaus eine gezielte geistige Schulung, durch die erst entsprechende übersinnliche Wahrnehmungsorgane ausgebildet werden müssen, was aber prinzipiell jedem Menschen mit etwas Geduld und Ausdauer möglich ist.“ (Anthrowiki – „Bildekräfte“)

Eventuell verwechselt man bei Demeter ionisierende Strahlung auch mit radioaktiver Strahlung? In der „Demeter Verarbeitungsrichtlinien“ heißt es:
Nicht zulässig ist die Entkeimung mit ionisierenden (radioaktiven) Strahlen und Mikrowellen.„.

Übrigens: Auch zuhause sollten Mikrowellengerät (die überhaupt keine ionisierende Strahlung erzeugen) für den Demeter-Kunden Tabu sein:

„Wir empfehlen Ihnen, die Wertigkeit dieses Produktes nicht durch eine Mikrowellen-Erhitzung zu verändern.“ (Demeter-Betrieb Rose)

Mirkowellen? Auch nicht an Waldorfschulen

Laut einer Masterthesis zur Verbreitung von Mikrowellen und Demeter-Lebensmitteln an anthroposophischen Waldorfschulen heißt es:

79% der deutschen Waldorfschulen verbieten Mikrowellen bei der Schulverpflegung, 76% setzen voll auf die esoterischen „Bio-dyn“-Lebensmittel.

Böse „Strahlen“ stören die Hellseherei und die Reinkarnation

„Strahlungen“ fürchten die Anthroposophen schon seit über 100 Jahren: Strahlen stören die „Kommunikation mit den Wesenheiten aus höheren Welten“ – und auch die „Reinkarnation„.


Mehr zum Thema bei Anthroposophie.blog:

Sexualkunde macht frühreif

„Der Waldorflehrplan ist bekanntermaßen so aufgebaut, dass er die Entwicklung der Kinder vom eher träumenden Schulanfänger bis zum verantwortlich handelnden jungen Menschen begleitet. Die jeweiligen Themen sind auf die seelisch-geistigen Entwicklungsphasen der Kinder abgestimmt. Ein »Zufrüh« macht die Kinder frühreif, ein »Zuspät« langweilt nicht nur, sondern verhindert auch, dass die Kinder eine Entwicklungsförderung erfahren. (…)

Eine frühe sexuelle Aufklärung wird meist deshalb vertreten, weil man meint, nur aufgeklärte Kinder seien vor Missbrauch geschützt. Dem muss entgegengehalten werden, dass die Behandlung eines Themas erst das Bewusstsein dafür weckt. Genauso verarbeitet ein Kind den Aufklärungsunterricht:

Die Organe und Vorgänge werden benannt. Dadurch sind sie im Bewusstsein der Kinder präsent. Alles, was das Kind von jetzt an erlebt, wird nun auch mit Sexualität in Verbindung gebracht. Liegt nicht gerade eine Gefahr darin, dass das Kind nun eine größere Offenheit zeigt, sich auch auf den Bereich der Sexualität einzulassen?“ (Sibylle Raupach, „Sexualkunde in der Unterstufe?“ in „Erziehungskunst“, 2005)

Quelle: „Sexualkunde in der Unterstufe?“ von Sibylle Raupach, Waldorflehrerin in Hannover, 2005. Abschließend heißt es: „Wenn man lehrplangerecht arbeitet, ist es nicht angebracht, in der Unterstufe das Thema Sexualität explizit zum Unterrichtsinhalt zu machen.

Siehe auch den Lehrplan der österreichischen Waldorfschulen: Waldorfpädagogik soll der „Frühsexualisierung“ entgegenwirken.

Der Gründer der Waldorfschulen und Hellseher Rudolf Steiner sah vorraus: Durch die Höherentwicklung der Menschheit werden die niederen Geschlechtsorgane von Körper abfallen. Danach werde der Kehlkopf das neue Zeugungsorgan.

Grüne Gesundheitsexpertin ist gegen Impfpflicht – und für Pseudomedizin

Die Grüne Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche ist Mitglied des ständigen Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages und Sprecherin der Fraktion für Gesundheitswirtschaft. Seit Jahren spricht sie sich gegen eine Impfpflicht aus – Homöopathie und Anthroposophie findet sie hingegen gut:

„Die Grünen im Bundestag stehen einer Impfpflicht sehr skeptisch gegenüber. Statt auf Zwang und Sanktionen zu setzen müsse man das Vertrauen in eine gute Beratung stärken und auf herrschende Verunsicherungen eingehen, sagte die Grünen-Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 2019)

Laut Schulz-Asche ist eine Impfpflicht wegen der damit verbundenen „Risiken“ abzulehnen. Und: Flüchtlinge seien der Grund gewesen für die letzte große Masern-Welle in Berlin, 2015:

„Deutschlandfunk: Warum gibt es keine Impfpflicht?

Schulz-Asche: Weil natürlich mit Impfungen auch Risiken verbunden sind. (…) Der Ausbruch in Berlin ist ja zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass durch Flüchtlinge aus Ländern, in denen nicht ausreichend geimpft wurde, die Infektion hierher getragen wurde.“ (Schulz-Asche im Deutschlandfunk, 2015)

Die Theorie vom „Masern-Flüchtling“ gilt jedoch als widerlegt:

„Asylsuchende sind nicht Schuld am Berliner Masernausbruch (…) Nicht selten stehen Waldorfschulen im Fokus der Epidemien. Dort kam es 2010 in Essen und Berlin, 2011 in Offenburg oder 2013 in Erftstadt bei Köln zu Ausbrüchen. An den Schulen sind deutlich weniger Kinder immunisiert, die Rate liegt oft deutlich unter 80 Prozent.“ (Die Zeit, 2015)

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, bringt die Masernepidemie 2015 mit anthroposophischen Waldorf-Einrichtungen in Zusammenhang:

„Hermann will die Impfgegner nicht mit der pharmakritischen Tradition des grün-alternativen Wählerklientels in Zusammenhang bringen. Eher schon mit der relativ hohen Zahl von Waldorf-Kindergärten und -Schulen im Bezirk.“ (Der Tagesspiegel, 2015)

Auch im Berliner Landesamt für Gesundheit sieht man die Masern als Waldorf-Problem:

„Silvia Kostner, Sprecherin im Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin, nennt Menschen, die ihre Kinder nicht immunisieren lassen, als wichtigen Grund für die Ausbreitung von Masern. Exemplarisch zählt sie Fälle von Ansteckung an Berliner Waldorfschulen auf.“ (Morgenpost, 2015)

Beim Robert-Koch-Institut sieht man es genauso:

„Die beim staatlichen Robert-Koch-Institut für Impfungen zuständige Sabine Reiter erklärte die Impfskepsis bei Masern, Mumps und Röteln jüngst im Deutschlandfunk so: „In den deutschsprachigen Ländern, also auch in der Schweiz und Österreich, ist die Skepsis in weiten Teilen der Bevölkerung sehr verbreitet. Das kommt vor allen Dingen daher, dass viele denken, das sei eine harmlose Kinderkrankheit und das Durchmachen würde das Immunsystem stärken.“ Ferner wies Reiter auf den starken Einfluss von Anthroposophen in dieser Frage hin: „In den letzten Jahren, wenn wir Masernausbrüche in Schulen und Kindergärten hatten, waren die oft in Waldorf-Kindergärten oder anthroposophischen Schulen.“ (Deutschlandfunk, 2015)

Kordula Schulz-Asche hält große Stücke auf Homöopathie und anthroposophische Medizin. „Komplementärmedizin“ sei besser, als „jede Beeinträchtigung mit Chemie oder einer Operation anzugehen“. Auch wenn sie einschränkt: „Bei Homöopathie wissen wir nicht, wie sie wirkt“. Frau Asche ist offenbar eine Freundin der esoterischen „anthroposophischen Medizin“, wie sie nach einem Besuch der anthroposophischen Gemeinschaftsklinik Havelhöhe in Berlin feststellt:

„Es war einer jener Besuche, die mich als gelernte Krankenschwester besonders interessieren. Insbesondere die ganzheitliche, auf die Patienten ausgerichtete Medizin und die ganzheitliche, auch therapeutische Maßnahmen umfassende Pflege empfand ich als spannend.“ (Schulz-Asche.de, 2014)

tl;dr: Die Grüne Gesundheitsexpertin ist gegen eine Impfpflicht gegen Masern, weil Impfungen „Risiken“ haben. Masern seien ein durch Flüchtlinge eingeschlepptes Problem. Homöopathie könne heilen, man kenne nur den Wirkungsmechanismus noch nicht. Anthroposophische Pseudomedizin findet sie „spannend“ und „ganzheitlich“.

Technikfeindlichkeit bei Waldorf und Co. (Teil 2)

Eine alte Waldorf-Tradition: Fernsehverbot

„Jeder weiß es: Fernsehen macht dumm – besonders Kinder.“ (Waldorferzieher Philipp Gelitz, „Medien und kleine Kinder“ in „Erziehungskunst“, 2012)

Neben dem Namentanzen („Eurythmie“) ist das bekannteste Merkmal der Waldorfschulen die Ablehnung von Fernsehgeräten. Der heimische Fernseher sollte möglichst mit einem Tuch abgedeckt werden, besser aber gar nicht erst vorhanden sein. Die Argumentation ist dabei in den letzten 70 Jahren weitgehend die gleiche: Fernsehen schadet der Entwicklung und der Seele, führt zu schrecklichen Krankheiten und ebensolchem Verhalten, sogar in die Drogensucht. Fernsehende Kinder können weder lesen, schreiben noch zuhören oder gar stillsitzen.

Die Fünfziger Jahre: Verbrechen, geistige Erblindung und die innere Atombombe

Schon in den 1950er Jahren sparten die Anthroposophen nicht mit Superlativen („Innere Atombombe!! Fernseh-Opfer! Seelenmord!“), um die vermeintlichen Gefahren des Fernsehens maximal zu überhöhen. Zeitgleich ist man voll auf Steiners übersinnlicher Linie – Fernsehen „zerstöre die geistige Sehkraft“, gegen die bösen „elektrischen Illusionen“ helfe nur die Entwicklung eines „übersinnlichen Auges“:

„Täglich erhält die Welt neue Beweise dieser Irreleitung des Menschen, die besonders die Jugendlichen betrifft, deren Phantasiebegabung durch unverantwortliche Darstellungen in Film, Funk und Pseudoliteratur auf den Weg des Verbrechens geleitet wird. (…) Fernsehen will die Menschheit blind erhalten durch die räumliche elektrische Illusion einer raumüberwindenden, leibfreien Wahrnehmungsfähigkeit, es verschafft die geistige Amaurose (Erblindung); Fernsehen ordnet sich etwa bestehenden Bedürfnissen in Technik und Nachrichtendienst unter, wenn der Mensch das übersinnliche Auge aufgetan hat.“ (Bruno Endlich, „Fernsehen zerstört Familienleben, Phantasie und geistige Sehkraft“, Erziehungskunst, Heft 6, Jahrgang 1955)

Der Fernseher ist nicht weniger als eine Hypnosemaschine, eine innere Atombombe:

„Lehrer berichten auch schon aus Deutschland, daß die dem Fernsehen „verfallenen“ Schüler weder zuhören noch lernen können. (…) Ohne diese Fessel sind sie haltlos und willenlos, sie kleben an einer Scheinwelt. (…) Eine Ausrottung jeder Eigenaktivität. Die „Atombombe nach innen“ hinterläßt eine Leere. (…) Ist diese zwanghafte Entrückung nicht wie eine Hypnose…?“ (Prof. Scholz über „Atombedrohung„, Erziehungskunst, Heft 6, Jahrgang 1955).

Die Siebziger Jahre: Psychosen, Realitätsverlust und Waldorfs Fernseh-Stasi

In den Folgejahren schoss das Waldorfschulen-Hausmagazin „Erziehungskunst“ weiter gegen das Fernsehen – und immer mit ganz großem Kaliber. Das „Seelenleben“ entwickele sich nicht, das Kind liefe Gefahr, ein „ausgehöhltes Wesen“ zu werden (vgl. Michaela Glöckler: „Medien machen hohl und fremd im eigenen Körper„). Zwanzig Jahre später, mit der Einführung des Farbfernsehens, wurde es dann nur noch schlimmer, die Kinder noch brutaler. Der „Menschenseele wird Schaden angerichtet“, die „gesunde Entwicklung wird zerstört“:

„Ein Farbfernseh-Kriminalstück rege, laut Statistik, Kinder unmittelbar zu Brutalitäten an. „Wenn im Farbfernsehen Blut fließt, fließt es rot“, erklärte Hinzy. „Wenn sich das Gesicht zur Grimasse eines Bösewichts verzieht, geschieht das mit Farbuntermalung um so brutaler.“ („Erziehungskunst“, 1970)

Auch ist den Kindern der Realitätssinn abhandengekommen:

„Die Farben der Landschaft, der Atmosphäre erscheinen den Kindern plötzlich „fad und langweilig“. Sie fragen: „Warum ist das nicht so bunt wie im Fernsehen, Vater?““ („Erziehungskunst“, 1970)

Nichts Geringeres als Psychosen und Psychopathien („Psychopathologie“) würde das Fernsehen auslösen:

„Wenn man sich auf die Tatsache konzentriert, daß sich die Kinder dabei bis in ihren Willen und den Leib mit wesenlosen, rein technisch-maschinell erzeugten Bildern durchsetzen (…), wird man darauf aufmerksam, daß hier der Mensch in eine bisher nicht vorhandene Abhängigkeit von den Produkten seiner technischen Entwicklung gerät.
Ein Resultat (…) kennen wir aus dem Verhalten nicht weniger Kinder. Es tritt einem immer häufiger eine eigentümliche Reaktion der Kinder entgegen. Wenn man sie. anspricht, antworten sie mit motorischen Reaktionen. Was man sagt, trifft nicht so, wie man das vermuten würde auf den kindlichen Menschen, auf sein Zuhören und Verstehen; es wirkt nur noch als Auslöser von Reaktionen, die in keinem inneren Verhältnis zu dem stehen, was geäußert wurde. Das sind Extremfälle, die aber zeigen, wie der Televisionismus in die Psychopathologie einmündet.“ (Ernst-Michael Kranich in „Erziehungskunst„, 1973).

In Waldorfschulen und Kindergärten wurden Kinder mit Fangfragen ausgehorcht, ob sie ferngesehen hätten. Familien, die beim Fernsehen ertappt wurden, bekamen gerne mal einen Kontrollbesuch von Waldorfschule oder -Kindergarten. Inklusive einer Gardinenpredigt:

„Oft wird [das Kind] befragt, was es gestern gemacht oder geträumt hat – und wenn es ein ‚Problemkind‘ ist, wird es Schwierigkeiten haben, das zu beantworten. Immerhin sind die vielen Gebote nicht dazu da, übergangen zu werden. Und könnte das gestrige Fernsehen zum Beispiel zu einem längst anstehenden Hausbesuch führen.“ (Charlotte Rudolph, „Waldorf-Erziehung“, 1987).

Die 2000er Jahre: Frühvergreisung, Drogensucht und Dämonen

Die Verdammung von Fernseher und Co. zieht sich dabei bis weit in die heutige Zeit:

“Der bis heute seltsame Ruf der Schulen rührt aus einigen Verrücktheiten, die Fundamentalisten der Bewegung durchzusetzen versuchten. Jahrzehntelang wollten sie das Böse aus den Herzen und Haushalten exorzieren. Fernsehen, Video, CD, Computer, Lego-Steine, Barbie-Puppen und Comics: alles schädlich für sensible Kinderseelen. Weg damit.“ (Der Spiegel, „Das Ende des Exorzismus“, 2004)

Der Anthroposoph und langjährige Ausbilder für Waldorf-Lehrer, Wenzel Götte, befürchtete 2007, bei fernsehenden Kindern entstünden „Frühvergreisung“ und „Altersdiabetes“. Auch er bestätigt:

„Es gibt bisweilen Kollegen, die einen gewissen Dogmatismus pflegen. Lehrer, die bei einem Hausbesuch sagen: Aha, Sie haben also einen Fernseher!“ (Wenzel Götte, Die Zeit, 2007)

Die führende anthroposophische „Medizinerin“ Michaela Glöckler dichtet dem Fernseher gar an, er führe in die Alkohol- und Drogensucht:

“Lasst eure Kinder so weit wie irgend möglich medienfrei ihre Kindheit erleben! Lasst nicht zu, dass Maschinen die liebsten Freunde und Begleiter eurer Kinder werden.  (…) Die Neigung zu Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit wird gefördert.” (Aus dem Buch „Kindersprechstunde“, Kapitel „Warum fernsehen nichts für Kinder ist“, 2013).

Auch heute noch müssen viele Waldorfschüler auf Computer und TV verzichten – all das ist dämonisch. In Elternblogs liest man, dass noch im Jahre 2019 der Fernseher ein Tabu ist – natürlich auch für die Waldorfeltern selbst. Der „Independent“ berichtet über „bizarre Theorien“ an einer Waldorfschule in San Francisco:

„Computer und alle Medienformen verkörpern ‚‘‘einen materialistischen Geist namens Ahriman, der den Menschen aus seinen geistigen Wurzeln entfremdet.‘‘” (The Independent, 2016)

Dass moderne Technik „schädliche Elemente hervorruft“, findet sich schon im Jahr 1907 bei Steiner. Diese selbst erschaffenen „dämonischen Gewalten“ kommen über uns, nachdem die Erde als Planet „Vulkan“ reinkarniert, also wiedergeboren wurde:

„Unsere Maschinen und unsere Fabriken aber, alles, was wir nur machen, um der äußeren Nützlichkeit zu dienen, dem Utilitätsprinzip, wird in der nächsten Verkörperung unserer Erde ein schädliches Element sein. (…) Wir formen uns also selbst unsere guten Kräfte und ebenso die dämonischen Gewalten für das nächste Zeitalter der Menschheit.“ (Rudolf Steiner, „Mythen und Sagen, Okkulte Zeichen und Symbole„, 1907)

Heute lässt sich das Fernsehverbot bei der Elternschaft nur noch bedingt durchsetzen, da es vielen zu antiquiert wirkt. Das Fernsehen gehört heute zum Alltag – und die Gefahren sind ausgeblieben.

„Unter Schmerzen beobachten Erz-Anthroposophen nun, wie diese Dogmen zerfallen. “TV-Konsum etwa ist bei der Anmeldung kein K.-o.-Kriterium mehr”, sagt Friedrich Ohlendorf, Waldorf-Geschäftsführer in Berlin.“ (Der Spiegel, „Das Ende des Exorzismus“, 2004)

Der Kampf gegen „Technik“ geht aber trotzdem weiter. Die Argumente sind die selben wie vor 100 Jahren – und wortgetreu werden die hellseherischen Erkenntnisse Rudolf Steiners wiederholt. Der Fokus hat sich jedoch weitgehend verlagert:

Abgelehnt werden jetzt Computer und neuen Medien, Smartphones und das Internet.


Siehe auch:

Technikfeindlichkeit bei Waldorf und Co. (Teil 1) – Telefgrafie, elektrisches Licht, Grammophone und Schreibmaschinen

Technikfeindlichkeit bei Waldor und Co. (Teil 2) – Der Fernseher

Technikfeindlichkeit bei Waldorf und Co. (Teil 3) – Computer, Smartphone, Internet und WLAN

Technikfeindlichkeit bei Waldorf und Co. (Teil 1)

„Die Technik wird der Erde den Tod bringen! Und Technik hat sehr viel mit Zerstörung, mit Umwälzung zu tun. Technik ist nicht nur ein totes Produkt, sozusagen, sondern es ist auch todbringend.“ (Michaela Glöckler, Vortrag „Ich im Netz – Ansätze zum Verständnis des Subjekts im Internet“, 2012)

Das Zitat der führenden anthroposophischen Medizinerin Michaela Glöckler ist ein Musterbeispiel für die traditionelle Technikfeindlichkeit der Anthroposophen. Frau Glöckler war rund 30 Jahre lang die Leiterin der „Medizinischen Sektion“ an Rudolf Steiners „Goetheanum“, der Schweizer Anthroposophen-Zentrale. Heute kämpft sie als Lobbyistin an vorderster Front gegen alles Digitale.

Die „Technik“, die „Medien“, die „Bildschirme“ – all das ist für die esoterische Glaubensgemeinschaft überaus schädlich: Es leidet der „Ätherleib“, die Spiritualität nimmt Schaden, die Seele wird zerstört und die Wirklichkeit der Welt zerbricht bis in ihre Atomstruktur hinein. Moderne Technik macht krank und führt in die Kriminalität, mindestens aber in die Drogensucht.

In anthroposophischen Waldorfschulen sind Fernseher, Handys und Computer zumeist verpönt oder gar verboten. Den anthroposophischen Demeter-Höfen ist die Nutzung von Mikrowellen-Geräten verboten, und in anthroposophischen Krankenhäusern suchen Patienten vergebens nach Fernsehern oder Radios.

Die Grundlagen für diese Technikfeindlichkeit sind natürlich die übersinnlichen Erkenntnisse des Sektengründers und Hellsehers Rudolf Steiner: Der lehnte bereits vor einhundert Jahren moderne Technik wie Telegrafie, Grammofone oder elektrisches Licht ab. Als Konsequenz daraus sahen die Anthroposophen seit Jahrzehnten ihren größten Feind im Fernseher, der diese Techniken ja quasi in sich vereint. Und je rasanter die technische Entwicklung in den letzten Jahren voranschreitet, desto hysterischer attackiert man die neumodische Informations- und Computertechnik.

Besonders krude wird es da, wo der Technikhass in Verschwörungstheorien und Antiamerikanismus abdriftet: Mächtige amerikanische IT-Konzerne diktierten heute die Lehrpläne der Schulen und die Gesundheit unserer Kinder würde dem schnöden Mammon, also dem bei Anthroposophen so verhassten Materialismus geopfert.

Funkwellen stören den Empfang „geistiger Mitteilungen“ aus „höheren Welten

Woher genau kommt die traditionelle Technikfeindlichkeit der Anthroposophen? Der Hellseher Rudolf Steiner war der Erfinder der Anthroposophie und der Gründer der ersten Waldorfschule. Im Jahre 1923 sorgte er sich in einem Vortrag, dass die damals neue Technik der drahtlosen Telegrafie den Empfang von „geistigen Mitteilungen“ aus „höheren Welten“ stören würde:

„Aber, meine sehr verehrten Anwesenden, die Verständigung unter Menschen, die aus höheren Welten etwas zu sagen haben, war leichter in der Zeit, in der gesprochen wurde von geheiligten Stätten aus, wie sie hier die Druidenzirkel bergen, und in der dasjenige, was von solchen Stätten an Gedankenwellen durch die Welt ging, nicht den Wellen der drahtlosen Telegrafie begegnete.“ (Rudolf Steiner, „Initiations-Erkenntnis“, 1923)

Als Gegenmittel gegen die gefährliche Strahlung helfe es, „mit kräftiger Intensität das Spirituelle sich ins Herz einzuschreiben“. Das Hellsehen, also die „Erkenntnis höherer Welten“, so Steiner, erreiche man unter anderem durch eine intensive, meditative Betrachtung der Natur, von Pflanzen und Steinen. Bereits vorgefertigte, künstliche Bilder dagegen, so fürchten die Anthroposophen, töten die Seele.

Krank durch WLAN

Was früher die drahtlose Telegrafie und später das Fernsehen war, sind heute das drahtlose Internet und der Mobilfunk. So fühlen sich die Karma-gläubigen Anthroposophen vom WLAN nicht nur bei der Reinkarnation gestört – Waldorflehrer werden durch eine Art durchgeknallten Nocebo-Effekt sogar „krank durch WLAN“. Dazu die Haus-Postille der deutschen Waldorfschulen, das Magazin „Erziehungskunst“ – welches übrigens alle Waldorf-Eltern kostenlos ins Haus bekommen:

 „Verlockungen eines vielversprechenden technischen Zugewinns verdecken, wie sehr die flächendeckende Funktechnik die Inkarnation stört. (…) Fehlzeiten von Lehrern stiegen an, nachdem ein WLAN-Sender im Lehrerzimmer eingeschaltet worden war.“ (Helmut Breunig, „Erziehungskunst“, 2018)

Beim Neubau von Waldorfschulen achtet man daher heutzutage auf den „Schutz gegen Strahlen“. So werden Gebäude technisch gegen Mobilfunkstrahlen abgeschirmt, und „selbstverständlich“ dürfen auch Handys oder gar das „gefährliche“ WLAN nicht genutzt werden. Die „höheren Welten“ scheinen glücklicherweise auf anderen Frequenzen zu funken.

Es bleibt aber nicht bei den schädlichen Funkwellen. Nicht nur die Telegrafie war Steiner suspekt. Auch die Schreibmaschine („schadet der Spiritualität“), das Grammofon („zwingt das Mechanische in die Kunst hinein“) oder elektrisches Licht sind laut Rudolf Steiner gefährlich:

Elektrisches Licht zieht dämonische Geister an

 „Im Physikunterricht der Oberstufe lernt der Schüler … die Unterschiede der Lichtquellen kennen. Gleichzeitig lernt er, … daß die Qualität des Lichtes einer Kerze, einer Glühfadenbirne und einer Neonröhre sehr unterschiedlich sind, nämlich darin, daß in der Kerze gute Wesenheiten zu Hause sind, und in der Neonröhre der menschlichen Seele sehr schadende dämonische Geister sich wohlfühlen und daß man darauf achten soll, in wessen Lichtreichweite man sich befindet.“ (Dr. Meyer-Bendrat, EFH Hannover, zitiert in Charlotte Rudolph: „Waldorf-Erziehung“, 1987)

Medienkompetenz auf Grundlage des leminskatisch arbeitenden Ätherleibes

Die Rückwärtsgewandtheit ist bei Waldorf und Co. durchaus gewollt, sie ist ein Grundprinzip. Waldorfschüler lernen Feldmessen, Ackerbau, Schafhaltung, Wollbearbeitung und Sticken. „Medienkompetenz“ jedoch wird in der Regel durch strikten „Medienverzicht“ ersetzt. Wie die Anthroposophen sich Medienkompetenz vorstellen, beschreibt die esoterische Vorkämpferin gegen „Medien“, Michaela Glöckler:

“Um jetzt diesen Freiheitsbegriff, und den Todesbegriff, und alles was ich bisher angedeutet habe auf den Punkt zu bringen, und eben auch den menschenkundlichen Hintergrund für eine Medienkompetenzentwicklung zu beschreiben, hier das Zeichen des Merkurstabs! Es ist die Form, die dem Ätherleib entspricht, der Ätherleib arbeitet lemniskatisch.“ (Michaela Glöckler, 2012)

Lichtbilder schaden dem Ätherleib

Laut Rudolf Steiner ist es nämlich genau dieser Ätherleib, der an „Lichtbildern“ Schaden nimmt:

„Viele Erscheinungen des heutigen Kulturlebens wirken zerstörend, zum Beispiel insbesondere auch die Lichtbilder, die den Ätherleib durchaus schädigen.“ (Rudolf Steiner, Gesamtausgabe Band 130, S.326, 1911)

Der Hellseher Rudolf Steiner erfand den Laptop

Gegen die aktuelle technische Entwicklung hilft auch nicht, dass der Prophet Steiner schon vor 100 Jahren den Laptop und die Computer-Maus voraussah. Michaela Glöckler über Rudolf Steiner:

‘‘In einer nicht sehr fernen Zukunft (…) wird [es] eine Art der mechanischen Stenographie geben.‘‘ Da sieht er den Laptop voraus!

Man hat förmlich vor Augen, wie er das vor sich sieht. Ich kenne auch eine andere Vortragsstelle wo er sagt, man wird dann einen Ballen von Baumwolle von Liverpool nach Rom verschieben. Und bringt das Wort ‘schieben’ immer wieder. Wie man auf dem Computer eben schiebt. Und dann klickt.“ (Michaela Glöckler, Vortrag „Ich im Netz“)

Dummerweise war zum Zeitpunkt von Steiners großer Vision das „mechanische Schreiben“ nicht mehr ganz so neu – die mechanische Schreibmaschine war da bereits seit 200 Jahren erfunden.G

Auch die Schweizer Waldorfschulen sind von den hellseherischen Fähigkeiten ihres Gurus überzeugt. Katinka Penert, Waldorflehrerin und Leiterin „Prävention im Bereich Bildschirmmedien“ der Schweizer Waldorfschulen, meint:

„Rudolf Steiner sagte die Entwicklung der Technologie voraus.“ (Katinka Penert, „Digital Natives“, 2015)

Digitale Bilder werden im Blut gespeichert

Die großen Digital-Experten der Waldorfschulen bekennen sich hier also offen zur Hellseherei. Folgerichtig argumentiert man gegen Bildschirmmedien mit „Ätherleib“, „Astralleib“ und „arteriellem Blut“:

»Wie stark die konsumierten Bilder in die menschliche Wesenheit eingreifen, beschreibt Rudolf Steiner: Die aus dem Wachbewusstsein aufgenommenen Bilder und Vorstellungen werden durch Aktivität des Astralleibes in den Ätherleib des Menschen eingeschrieben. Die ordnende und strukturierende Kraft des Ätherleibes bewirkt, dass die Vorstellungsbilder als Chiffren im arteriellen Blut bewahrt bleiben und beim Erinnerungsvorgang vom Astralleib «gelesen» werden können.“ (Katinka Penert, „Digital Natives“, 2015)

Auch hier ist die Antwort auf „Medien“ also die „Abstinenz“. Zwar soll vorgeblich die „Lehrperson frei sein von Sympathie und Antipathie für oder gegen Bildschirmmedien“, doch schon im nächsten Absatz heißt es: „In Elternabenden könnte dafür gesorgt werden, dass die Eltern einer Klasse ein Bündnis für die gesunde (weil bildschirmfreie) Entwicklung der Kinder schliessen“.

Wer hinter der Digitalisierung von Schulen und Kinderzimmern steckt, scheint bei Waldorf bekannt zu sein: „Der Druck aus Politik und Wirtschaft“ fordert den „frühen Umgang mit der Technik“ – und zwar „aus Verkaufsinteresse“.

Warum aber Waldorf und Co. gegen die Digitalisierung sind, ist hingegen weitgehend unbekannt: Sie fürchten eine Art Störfunk bei ihrem Kontakt zu „höheren Welten“ und dass die Seelen und Ätherleiber zwischen all den herumfliegenden SMS nicht mehr in den richtigen Körper finden. Sie fürchten Geister und Dämonen, die durch die neue Technik geweckt werden. Und sie fürchten, dass alles künstlich hergestellte, materialistische sich am Ende gegen sie wendet.

So erklärt sich auch der uralte Kampf der Anthroposophen gegen eine andere Weltzerstörungsmaschine:

Den Fernseher.


Siehe auch:

Technikfeindlichkeit bei Waldorf und Co. (Teil 1) – Telefgrafie, elektrisches Licht, Grammophone und Schreibmaschinen

Technikfeindlichkeit bei Waldor und Co. (Teil 2) – Der Fernseher

Technikfeindlichkeit bei Waldorf und Co. (Teil 3) – Computer, Smartphone, Internet und WLAN

Waldorfschule International – Großbritannien: Vertuschung, Drohbriefe – und ein pädophiler Lehrer?

„Ein Aushängeschild unter den Steiner-Schulen soll aus Angst um die Sicherheit der Kinder geschlossen werden, nachdem herauskam, dass Eltern, die Alarm schlagen wollten, mit Drohbriefen zum Schweigen gebracht werden sollten. (…) Eltern beschuldigen die Schule, das volle Ausmaß der Missstände zu „vertuschen“ und diejenigen einzuschüchtern, die über die Vorgänge in der Schule sprechen wollten.

Als Eltern versuchten, Bedenken über das Verhalten von Denis McCarthy, einem Lehrer an der Schule, zu äußern, erhielten sie Drohbriefe. In einem Schreiben von Anwälten im Jahr 2014 wurde den Eltern mitgeteilt, dass sie sich verpflichten müssen, eine Reihe von Bedingungen zu akzeptieren, und wenn sie dies nicht tun, wird ihr Kind von der Schule genommen.

Die Eltern wurden gewarnt, keine weiteren „unbegründeten Behauptungen“ über Herrn McCarthy aufzustellen, und Anwälte fügten hinzu, dass ihr Kind, wenn sie es täten, aufgefordert würde, zu gehen. Anonyme Drohbriefe wurden auch per Post an Eltern geschickt, die Bedenken über das Verhalten des Lehrers äußerten. Diese besagten: „Wir wissen, wo du wohnst. Wir kennen deine Kinder und wissen, wo sie hingehen“. 

Ein Elternteil erzählte The Daily Telegraph, dass das Management der Schule einer „Kultur der Geheimhaltung“ vorstehe, die „bis ins Mark verfault“ sei. „Die Schule hat gerade versucht, die vorherige Vertuschung zu vertuschen und zu verteidigen“ (The Daily Telegraph)

Quelle: The Daily Telegraph vom 12. Juni 2018 – „Bis ins Mark verfaulte Vorzeige-Steinerschule soll schließen, da sich zeigt, dass besorgte Eltern Drohbriefe erhielten.

Der Lehrer, der seit Jahren im Verdacht steht, pädophil zu sein, wurde erst 2017 wegen „grobem Fehlverhaltens“ entlassen – die Eltern wurden dazu nicht informiert. Auch nach seiner Entlassung traf er sich weiterhin mit Kindern der Schule. 2019 wurde der Lehrer von der Regulierungsagentur für das Bildungswesen für 3 Jahre vom Schuldienst suspendiert. Eine „sexuelle Motivation“ des Lehrers konnte jedoch nicht bewiesen werden.

„In einer Zeugenaussage sagte die Mutter des Mädchens, dass ihre Tochter auf seinem Schoß saß: „Ich dachte mir nichts dabei und hielt es für in Ordnung. Es erschien mir normal.“ (…)  Die schwerste Behauptung gegen Mr. McCarthy in Bezug auf das Mädchen war, dass er sie allein in einem Klassenzimmer gegen eine Wand drückte, ihre Leggings und Unterwäsche herunterzog und ihr sagte, sie solle niemandem von dem Vorfall erzählen.“ (The Watford Observer)

Quelle: Watford Observer vom 07.03.2019 über die Rudolf-Steiner-Schule in Kings Langley – „Rudolf Steiner-Lehrer vom Verhaltensausschuss entlassen

Die Schulbehörde Ofstedt hatte bei mehreren Untersuchungen der Schule zahlreiche Missstände gefunden. Die Schulführung wurde als unzureichend angesehen und die Qualität des Unterrichts wurde bemängelt.

Obwohl die Eltern, die mehr als 11.500€ jährlich pro Kind an Schulgeld bezahlen angeboten hatten, der in finanzielle Schieflage geratenen Schule weitere 866.000€ zu leihen, wurde die Schule jetzt durch die Schulbehörde geschlossen.

Siehe auch: „Masterpost: Waldorfschule International

Impfgegner Anthroposophen (Teil 3)

„Rund zwölf Kinder der Rudolf-Steiner-Schule in Biel liegen zurzeit mit Masern im Bett. Damit in der Schule keine Epidemie ausbricht, verordnete die kantonale Gesundheitsbehörde laut CH Media sämtlichen ungeimpften Kindern einen dreiwöchigen Hausarrest.

Beim Kind, das die Masern in die Schule geschleppt hat, handelt es sich laut Veronika Raue, Geschäftsführerin der Rudolf-Steiner-Schule in Biel, um ein neunjähriges Mädchen aus dem Kanton Neuenburg. Rund 30 Prozent der Schüler seien nicht geimpft, so Raue. «Ein Teil der Eltern an unserer Schule setzt sich mit dem Thema Impfen sehr bewusst auseinander.»

Thomas Didden, Koordinator der Rudolf-Steiner-Schulen Schweiz, betont aber: «Zu behaupten, dass sich Anthroposophie und Steinerpädagogik explizit gegen das Impfen aussprechen, ist kompletter Blödsinn.»“ (20min)

Quelle: 20min.ch – „Soll Impfzwang Eltern zur Vernunft bringen?

Hintergrund: Nach dem anthroposophischen Glauben sind Krankheiten eine Schuld aus Verfehlungen in vorherigen Leben und daher wichtig für die Entwicklung des Karmas.
Impfungen hingegen sind laut dem Hellseher und Gründer der Waldorfschulen, Rudolf Steiner, ein Mittel, um den Menschen die „Spiritualität wegzuimpfen“:

“Ich habe Ihnen gesagt, daß die Geister der Finsternis die Menschen dazu inspirieren werden, sogar ein Impfmittel zu finden, um
den Seelen in frühester Jugend die Hinneigung zur Spiritualität auszutreiben.” (Rudolf Steiner, GA177, S.237)

Impfungen sind laut Steiner nicht weniger als Seelenmord und sind grundsätzlich als dämonisch („ahrimanisch“) anzusehen. Selbst Pockenimpfungen seien eine „ahrimanische Kraft“. Impfungen machen laut Steiner „geisteskrank“ und Kinder werden dadurch zu seelenlosen Robotern.