Deutsche! Meidet deutsche Kartoffeln!

Führer einer rechtsextremen Bewegung verbreitet Thesen des Hellsehers Rudolf Steiner: In einer Kochshow kritisiert er die Ernährung mit „ausländischen“ Kartoffeln.

Inszenierte „Selbstverharmlosung“: Neuerdings tritt der Führer einer vom Verfassungsschutz beobachteten völkischen Bewegung in einer eigenen, locker-sympathisch inszenierten Koch-Show auf. Der Österreicher gilt als Führungsfigur innerhalb der neuen europäischen Rechtsextremen.

Kartoffeln werden in der Youtube-Show jedoch nicht gekocht: Als Beilage zum Gericht „Wiener Schnitzel mit steirischem Endiviensalat“ lehnt der Aktivist die Kartoffelknolle ab. Ein Grund: sie komme „aus dem Ausland“ und sei „nicht gut für Mitteleuropäer“. Das habe er von einem Anthroposophen gelernt.

Woher kommt diese These?

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Steiner-Schule ignoriert Warnungen: Abschlussfahrt ins Corona-Risikoland

Laut einem Bericht der Zeitung „Der Bund“ aus der Schweiz befinden sich Steiner-Schüler aus dem Kanton Bern zur Zeit auf Kanu-Tour durch Schweden. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit empfiehlt zwar „definitiv nicht, in ein Risikoland zu reisen“ mit so hohen Corona-Fallzahlen. Die aber hätten die Steiner-Schule „nicht abgeschreckt“.

Für staatliche Schulen sind zur Zeit auswärtige Übernachtungen untersagt – daran sei die Privatschule aber nicht gebunden. Eine Quarantäne ihrer Kinder bei Rückkehr in die Schweiz nehmen die Waldorfeltern in Kauf:

An der Steiner-Schule hat man sich schon bei der Vorbereitung für die
Schwedenreise mit den Eltern und der Schülerschaft darüber ausgetauscht, was wäre, falls sich die Schülerinnen und Schüler nach der Reise in Quarantäne begeben müssten. «Alle sagten, dass sie das schlimmstenfalls in Kauf nähmen», sagt Bruno Vanoni, grüner Grossrat und Co-Vorsitzender des Vorstands der Rudolf-Steiner-Schule Bern-Ittigen-Langnau.
“ (Der Bund.ch – „Nach Schwedenreise müssen Steiner-Schüler in Quarantäne„, 03.07.2020)

Schweden gilt als eine Hochburg der Corona-Erkrankungen in Europa. Das skandinavische Land hat bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie einen Sonderweg eingeschlagen und auf Einschränkungen weitgehend verzichtet. Als Resultat sind in Schweden 53 von 100.000 Menschen am Corona-Virus gestorben – in Deutschland 10 von 100.000 Menschen.

Corona verharmlosen, Impfungen ablehnen

Im Umfeld der Waldorfschulen sind Menschen oft vehemente Gegner von Corona-Schutzmaßnahmen. Auch bei den so genannten „Hygiene-Demonstrationen“ sind die esoterischen Privatschulen in einigen Städten beteiligt. Bei einer aus Waldorf-Kreisen organisierten Demo in Cottbus wurden „Gefangenenlieder“ gesummt und es wurde dem „mutigen schwedischen Staatsepidemiologen Anders Tegnell“ gedacht.

„Das Krankheitsverständnis in der anthroposophischen Medizin sieht verschiedene Krankheiten nicht nur als Übel, sondern auch als Entwicklungsschritt.“

Großflächige Masern-Erkrankungen wie Anfang 2019 in Biel wären in den Schulen daher keine Seltenheit – in der Philosophie Rudolf Steiners gebe es „Vorbehalte gegenüber Impfungen“. Hintergrund: Die esoterisch-okkulte Lehre des österreichischen Hellsehers verklärt Krankheiten zur Entwicklungschance. Viele Waldorfschulen halten durch niedrige Impfquoten vermeidbare Kinderkrankheiten am Leben.

Nach einer Impfgegner-Verschwörungstheorie des Schulgründers wollen „finstere Kräfte“ den Menschen mittels Impfungen manipulieren – Ansichten, die man zur Zeit auch auf den Corona-Demonstrationen einer Querfront aus Esoterikern, Verschwörungsideologen und Rechtsextremen hört. Diese Demos werden auch aus dem Umfeld der Waldorfschulen organisiert.

Quelle: Der Bund.ch – „Nach Schwedenreise müssen Steiner-Schüler in Quarantäne„, 03.07.2020


Der Dokumentarfilm „Wie gut sind Waldorfschulen?“

Standbild „Wie gut sind Waldorfschulen?“ aus der SWR-Reihe „betrifft“, 2006

2006 zeigte eine kritische SWR-Dokumentation Missstände im System Waldorfschule auf. Noch während des Drehs wollte der Waldorf-Bund Einfluss nehmen.

„Wie gut sind Waldorfschulen?“. Der Film des Grimme-Preis-Trägers Dietrich Krauß fragt, was Waldorfschulen so attraktiv macht – und ob sie wirklich die bessere Alternative sind?

Der Film ist zu Unrecht in Vergessenheit geraten. In der ARD-Mediathek ist er zwar nicht zu finden, seit kurzem kann man ihn aber im Video-Portal YouTube sehen (Teil 1/3 | Teil 2/3 | Teil 3/3).

Dokumentation „Wie gut sind Waldorfschulen?“ aus der SWR-Reihe „betrifft“, 2006
Auf Youtube: Teil 1/3 | Teil 2/3 | Teil 3/3

Der Bund der Freien Waldorfschulen hatte noch während der Entstehung des Films versucht, auf die Darstellung Einfluss zu nehmen. Das ist bezeichnend für den Umgang der Waldorfschule mit Kritik:

„Das Vorgehen ist jedesmal das gleiche: Sobald in einer größeren Zeitung oder einem Fernsehsender ein Beitrag über Waldorfschulen läuft, der nicht ausschließlich affirmativ berichtet, setzt die Dachorganisation der Waldorfschulen alle Hebel in Bewegung, die Berichterstattung zu unterbinden oder, falls sich dies als unmöglich erweist, die betreffenden Journalisten zu diffamieren. (Gunnar Schedel, „Waldorfschulen gegen Informationsfreiheit„, Humanistischer Pressedienst, 2007)

Die gut recherchierte Dokumentation bietet ungewohnte Einblicke in das System Waldorfschule. Es ist an der Zeit, sie noch einmal ausführlich zu besprechen.

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Nach dem Waldorf-Supergau in Großbritannien

Nach Prüfung britischer Waldorfschulen durch Schulbehörde erhielten 8 von 10 Schulen schlechte Noten, einige wurden geschlossen. Privatschule engagiert Gefängnis-Inspektorin für Neuanfang

Die britische Schulbehörde OFSTED hatte im Januar 2019 beschlossen, die Waldorf – bzw. Steiner-Schulen des Landes einer qualitativen Prüfung zu unterziehen. Die Ergebnisse waren für die esoterische Privatschule ein Supergau: 8 von 10 Schulen erhielten eine schlechte Bewertung, die Hälfte der Schulen gilt sogar als komplett „unzureichend“. Einige Schulen mussten daraufhin schließen.

Die Schulinspektorin Amanda Spielman lieferte nach Abschluss der Untersuchungen einen Bericht an Bildungsminister Damian Hinds:

Als Kritikpunkte wurden vor allem die fehlende Sicherheit von Schülern, die unzureichende Qualität des Unterrichtes und der Leistungen der Schüler sowie die schlechte Führung vieler Schulen benannt.

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Esoteriker an der Querfront: Gegen Staat, Presse und Wissenschaft

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Bei den Demos gegen Corona-Maßnahmen der Querfront aus Linken, Rechten, Verschwörungsideologen und Esoterikern sind zunehmend Anthroposophen und Waldorfschulen aktiv – oder sogar tonangebend

Vermehrt beteiligen sich Anthroposophen an Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen. Die Demonstrationen wehren sich gegen einen ihrer Meinung nach unzulässigen Eingriff in ihre Grundrechte, gegen angeblich unsinnige oder unnötige Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen oder gegen angeblich bevorstehende Zwangsimpfungen.

Die Anthroposophie ist dabei Teil einer Querfront von politisch linken, wie rechten, esoterischen und verschwörungsgläubigen Demonstranten. In einigen Städten wurden Demos direkt von Waldorfschulen oder aus dem Umfeld der Waldorfschulen organisiert.

Mit den auf diesen Demos maßgeblich lautstark vertretenen rechtsextremen Kräften haben die Esoteriker keine Berührungsängste – sie sind vereint im Kampf gegen „Eliten“, Politik, Wissenschaft und Presse. Als Sprecher treten Waldorf-Funktionäre wie Vorstände, Lehrer oder Ausbilder der esoterischen Privatschulen auf.

Auf den Demonstrationen hört man: Die Corona-Pandemie existiere nicht, Maßnahmen dagegen seien „Gesundheitsfaschismus“. Die Medien verbreiteten Lügen, Massenhysterie oder seien „faschistoid“. Auch wird widerstand gegen den Staat laut: Wegen des gefühlten Entzugs sämtlicher Bürgerrechte kann sich mancher sogar eine „Revolte“ vorstellen.

Anthroposophen beteiligten sich an Corona-Demonstrationen im Chiemgau, in Cottbus, Ehningen, Görlitz, Halle, Holzgerlingen, Oldenburg, Stuttgart, Tübingen, Überlingen, Weimar, Wien und anderen Städten.

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Coronademo in Cottbus: Waldorf-Funktionär redet Revolte herbei

Görlitzer Waldorflehrer verbreitet auch als Vortragsredner gefährliche Verschwörungsmythen – und raunt von einer „Revolte“

Am 27. Mai berichtete ich über den Thomas B., Lehrer an der Freien Waldorfschule Görlitz Jacob Böhme. Dessen verschwörungsideologischen Emails machten in der Elternschaft die Runde. Der Pädagoge bezeichnete darin die Corona-Pandemie als „Inszenierung“ und die Medien als „gleichgeschaltet„. Waldorflehrer und Eltern seiner Waldorfschule veranstalten zur Zeit Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen.

Am 09.05.2020 trat der umstrittene Verschwörungsideologe B. in Cottbus auch selbst als Redner bei einer Corona-Demo auf. Die Thesen, die der Waldorf-Funktionär der Görlitzer Schule auf der Demonstration verbreitet hat, sind so brisant wie gefährlich:

Es geht um einen Virologen, der die Weltherrschaft will, korrupte Politiker und öffentlich-rechtliche Medien, die faschistoide Propaganda verbreiten. Gefährlich sei nicht das Corona-Virus, sondern Impfungen: Mit denen will Bill Gates Teile der Menschheit ausrotten. Die Demos in Cottbus und Görlitz werden beide aus dem Umfeld der Waldorfschule Görlitz organisiert.

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Ganzheitliche Snacks für Kinder: Die Mogli-Packung

Warendisplay für Mogli Demeter-Produkte, Foto via Sinchen Müller/Twitter

Gesundes für Kinder? Bei den „ganzheitlichen“ Demeter-Snacks von Mogli Bio kommen auch fettig-salzige Pizza-Stangen in die Plastiktüte.

Für unsere Kinder wollen wir nur das Beste. Für sie kaufen wir Lebensmittel in Bio-Qualität und, wer das Kleingeld hat, sogar das „bessere Bio“ vom Demeter-Verband. Der nennt sich immerhin selbst den „Qualitätsmarktführer“! Da kann man dann sicher sein, dass… ja, was eigentlich?

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Rassismus wegtrommeln

Anthroposophische Ärztin empfiehlt schwarzer Schauspielerin, ihre Schmerzen „wegzutrommeln“ – deren Ursache wäre „Kolonialismus“.

Nach der Ermordung des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis (USA) änderte die Comedienne Carolin Kebekus ihr Programm und sendete einen Brennpunkt zum Thema „Rassismus“.

In der von WDR-Ikone Shary Reeves moderierten Sendung schildert neben vielen anderen auch die Theater- und Filmschauspielerin Thelma Buabeng („Berlin Alexanderplatz„) ihre Rassismus-Erfahrungen. Traurig, aber bezeichnend ist, dass Frau Buabeng von einer Anhängerin des österreichischen Esoterikers und Rassisten Rudolf Steiner beleidigt wurde.

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Tanz die Tagesthemen

Screenshot der ARD-Sendung „Tagesthemen“ vom 03.09.2019, in der die Moderatorin
Caren Miosga Buchstaben mit esoterischen Eurythmie-Gesten darstellt.

Die Tagesthemen feierten unkritisch eine esoterische Privatschule, die Moderatorin tanzte dazu Eurythmie. Brisant: Den Beitrag über die Waldorfschule gestaltete auch eine Funktionärin der Waldorfschule.

Zum 100. Geburtstag der esoterischen Waldorfschulen lieferten die Tagesthemen in der ARD eine Sendung ab, welche die oft kontrovers diskutierte Privatschule komplett unkritisch darstellte.

Die Moderatorin Caren Miosga tanzte mit Eurythmie den Titel der Sendung. Ist das nicht lustig? Richtig, das ist es nicht. Wer Aufklärung oder Kritik erwartete, wurde mit Allgemeinplätzen abgespeist. Setzen, sechs! Bildungsauftrag verfehlt.

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Rapunzel-Chef: Hang zu irrationalen und daher gefährlichen Weltbildern

Bunter VW-Hippie-Bus mit einem Schild des Rapunzel Naturkost-Slogans „Bio aus Liebe“,
Screenshot der Webseite von Allgäu Rechtsaußen

Für die Freunde von Allgäu Rechtsaußen durfte ich einen Gastbeitrag schreiben. Das Recherche-Netzwerk dokumentiert Aktionen von Neonazis und Rechtsradikalen im Allgäu und Umgebung.

In diesem Zusammenhang haben sie sich auch mit dem Fernsehkoch Attila Hildmann beschäftigt, der durch rechtsextreme Aussagen und Verschwörungserzählungen aufgefallen war. Rapunzel Naturkost entstammt einem anthroposophischen Umfeld und hatte Hildmann lange weiter als Werbegesicht genutzt. Mittlerweile distanziert Rapunzel sich davon.

Der Beitrag erschien zuerst unter: Allgäu Rechtsaußen – „Rapunzel-Chef: »Hang zu irrationalen und daher gefährlichen Weltbildern«

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