Technikfeindlichkeit bei Waldorf und Co. (Teil 1)

Black dial telephone by Wendy Scofield

„Die Technik wird der Erde den Tod bringen! Und Technik hat sehr viel mit Zerstörung, mit Umwälzung zu tun. Technik ist nicht nur ein totes Produkt, sozusagen, sondern es ist auch todbringend.“ (Michaela Glöckler, Vortrag „Ich im Netz – Ansätze zum Verständnis des Subjekts im Internet“, 2012)

Das Zitat der führenden anthroposophischen Medizinerin Michaela Glöckler ist ein Musterbeispiel für die traditionelle Technikfeindlichkeit der Anthroposophen. Frau Glöckler war rund 30 Jahre lang die Leiterin der „Medizinischen Sektion“ an Rudolf Steiners „Goetheanum“, der Schweizer Anthroposophen-Zentrale. Heute kämpft sie als Lobbyistin an vorderster Front gegen alles Digitale.

Die „Technik“, die „Medien“, die „Bildschirme“ – all das ist für die esoterische Glaubensgemeinschaft überaus schädlich: Es leidet der „Ätherleib“, die Spiritualität nimmt Schaden, die Seele wird zerstört und die Wirklichkeit der Welt zerbricht bis in ihre Atomstruktur hinein. Moderne Technik macht krank und führt in die Kriminalität, mindestens aber in die Drogensucht.

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Rudolf Steiner: Im wahrsten Sinne durchgeknallt

„Wenn Ihnen diese Zeilen vollkommen irrsinnig vorkommen, dann haben Sie schon recht. Sie stammen von niemand geringerem als von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie. Dieser Dr. Steiner war durchaus ein interessanter Mensch. Zunächst naturwissenschaftlich interessiert, bezeichnete er sich selbst als Anarchisten und Atheisten und promovierte an der Uni Rostock in Philosophie. Dann ganz plötzlich um 1902 kam es zu einer radikalen Wende seiner Ansichten, und er trat der Theosophischen Gesellschaft bei – einer okkult-esoterischen Mystikergruppe – und wurde durch seine dortige Vortragstätigkeit rasch zum Star.

Was war der Grund für diese radikale Wende? Manche Zeitgenossen unterstellten ihm finanzielle Gründe. Denn sobald er unter adeligen Damen Reden über esoterische Themen hielt, ging es ihm in Geldangelegenheiten bestens – er hatte ausgesorgt. Gutes Geschäftsmodell, auch heute noch, wie wir wissen.

Wahrscheinlicher aber ist, das Steiner – im wahrsten Sinn des Wortes – durchgeknallt ist. So erschien ihm Jesus Christus in einer Offenbarung. Aber nicht genug damit, er selbst [teil fehlt) und Goethe eine der beiden Reinkarnationen Jesus Christus. Und er glaubte, hellseherische Einsicht in ein imaginäres, okkultes tibetisches Buch, die „Akasha-Chronik“ zu haben.

Nach der aktuellen Version der International Classification of Diseases (ICD-10) litt Rudolf Steiner ganz offensichtlich unter einer wahnhaften Störung. „F22.0“ charakterisiert durch die Entwicklung eines einzelnen Wahns oder, in seinem Fall, mehrerer aufeinander bezogener Wahninhalte, die im allgemeinen lange, manchmal lebenslang andauern. Der Inhalt solcher Wahnsysteme ist sehr unterschiedlich, gelegentliche oder vorübergehende Halluzinationen schließen, besonders bei älteren Patienten, die Diagnose nicht aus, solange die Symptome nicht typisch Schizophren erscheinen.

Derartige wahnhafte Denksysteme, und ich glaube wir alle können ein Lied davon singen, finden sich bei vielen Menschen, die der Esoterik anhängen. Wir sollten daher durchaus vorsichtig sein, uns über solche Menschen lustig zu machen, die in vielen Fällen schwere psychiatrische Erkrankungen haben. Es entbehrt jedoch nicht einer gewissen Komik, dass der Wahn Rudolf Steiners so viele Anhänger gefunden hat. Steiner machte okkulte Karriere, wurde bald Präsident der Theosophischen Gesellschaft.“ (Erich Eder)

Quelle: Dr. Erich Eder, Biologe an der Universität Wien im Vortrag für „Das goldene Brett 2018“ (im Video ab ca. 01:15h)

Siehe auch: ICD-Code F22

Gottgesandte Engels-Heilerin auf Waldorf-Tournee

Die Hellseherin Jana Haas ist ein Engels-Medium. Frau Haas kann die Aura von Menschen erblicken und empfängt „Engelsbotschaften“ direkt von den Erzengeln. Sie channelt außerdem zahlreiche Naturwesen und sogar Gott höchstselbst. In Ihren „Cosmogetic„-Kursen bildet sie „Cosmogetische Heiler und Berater“ aus, die für einen dreitägigen Lehrgang rund 4.000 Euro pro Kopf zahlen. Dort lernt man nicht nur, seine „Zellen zu Verjüngen“ – man bekommt auch die Botschaft seines individuellen Schutzengels mitgeteilt. Als Buchautorin, unter anderem für den rechts-esoterischen Kopp-Verlag, schreibt sie, zusammen mit Waldorflehrer und -Ausbilder Dr. Christian Schott, über ihre „Gespräche mit Engeln„.

Jana Haas spricht aber nicht nur mit Gott persönlich, nein: Sie ist auch eine gefragte Vortragsrednerin an deutschen Waldorfschulen. So sprach Haas über „Die Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen“ an der Waldorfschule Achberg, über „Den Seelenplan“ an der Waldorfschule Offenburg, über das „Heilen mit göttlicher Kraft“ an der Waldorfschule Überlingen, über „Jenseitige Welten“ an der Waldorfschule Wangen, über „Spiritualität in der Erziehung“ an der Waldorfschule Rottweil, über das „Wirken der Engel“ an der Waldorfschule Bodensee und über das „Mysterium der Bäume“ an der Waldorfschule in Offenburg. Weitere Stationen ihrer ausgedehnten Waldorf-Tournee findet man in ihrem Newsletter. Zusammen mit dem Verein „WIR – Waldorfschulen in Russland“ sammelt sie Geld für den Aufbau von weiteren Steiner-Schulen.

Bei den Anthroposophen ist sie also ein gern gesehener Gast und wurde auch im Jahresheft 2013 der Schweizer Anthroposophen interviewt, genauer: „Jana Haas befragt die Engel„.

Zwar gibt es viele Parallelen zum Hellseher Rudolf Steiner, der auch aura-sichtig war und Botschaften von Engeln erhielt – doch es gibt auch kritische Stimmen aus der Waldorf-Welt. So sei Haas laut den Autoren von Anthrowiki.at zwar ein „reines Engel-Medium“, sie könne aber im Gegensatz zum Gründer der Waldorfschulen die „jenseitige Welt nicht richtig beurteilen„. Der Grund dafür ist, dass bei Ihr – anders als Steiner – „keine Spur davon zu finden ist, dass sie den „Hüter der Schwelle“ getroffen hätte“. Und das ist bekanntlich laut Rudolf Steiners aus höheren Welten empfangener „Akasha-Chronik“ nicht weniger als die finale Schwelle, die ein okkulter Geheimschüler erst überschreiten muss.

Die einflussreichste esoterische Sekte Deutschlands

„Die Anthroposophen stellen heute die mit Abstand einflussreichste esoterische Gruppierung des deutschsprachigen Raumes dar. Es ist ein Skandal, dass eine autoritär strukturierte Sekte, die an Reinkarnation und Karma, an „Äther“-, „Astral“- und andere Leiber glaubt, öffentlich anerkannte Schulen betreiben darf.“ (Colin Goldner)

Quelle: Colin Goldner im Gespräch mit der Badischen Zeitung (25.3.99) (via agpf.de / Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V.)

Fragwürdige Schule will nicht mehr als fragwürdig gelten, legt Namen des fragwürdigen Gründers ab

„Was denken Sie, wenn Sie “Rudolf Steiner Schule” lesen? Viele Menschen bekommen laut Hans Peter Rasmussen die falschen Assoziationen zu dem Namen.

Er ist Leiter der “Waldorfschule Aalborg Ost” – noch vor kurzem die “Rudolf Steiner Schule”. Eine Namensänderung hat Schülern den Zugang zu ähnlichen Schulen in anderen Teilen des Landes ermöglicht, und der Schulleiter hofft, dass der Effekt in Aalborg wieder einsetzt.

Hans Peter Rasmussen glaubt, dass der neue Name der Schule
angemessener ist als der alte. “Wir erkennen unser Erbe jetzt klarer. Wir wollen signalisieren, dass wir keine Tagträumer sind und den Kindern obskure religiöse Dinge beibringen, wie jeder denken könnte, erklärt er. Deshalb ist die Schule jetzt nach der Pädagogik benannt, und nicht nach dem Mann, der sie entwickelt hat.“ (Nordjyske.dk)

Quelle: Nordjyske.dk. “Nun heißt die Rudolf Steiner-Schule Waldorfschule”.

tl;dr: Eine dänische Waldorschule will nicht mehr den Namen des Okkultisten und selbsternannten Hellsehers Rudolf Steiner (“Der Mensch stammt aus Atlantis”) tragen, um Vorurteilen aus dem Weg zu gehen. Nach Steiner sollten die Schulen „auf keinen Fall“ seinen Namen tragen: „Ein großer Teil der Gegnerschaft beruht auf der einseitigen Betonung des Namens„.

Rudolf Steiners schizoide Persönlichkeitsstörung

„Schon in früher Kindheit, so die Legende, sei Steiners “primäre Erfahrung die der Welt des Seins hinter der sinnlichen Welt“ gewesen.

Demnach hätte der junge Steiner übersinnliche Fähigkeiten besessen. Aus heutiger psychiatrischer Sicht würde man die Symptome, die er als junger Erwachsener entwickelte, allerdings als Hinweise auf den Beginn einer schizoiden Persönlichkeitsstörung interpretieren.“ (Colin Goldner)

Quelle: Süddeutsche Zeitung – „Anthroposophische Heilkunst, offenbart in mystischer Schau

Siehe auch:

Der Psychiater Wilhelm Lange-Eichbaum über den schizophrenen Rudolf Steiner

Colin Goldner bei Steinerquotes

Steiners ko(s)mische Physik

„Die alte Physik hatte einen kosmischen Charakter.
Die alte Physik war geneigt, mit Kräften, welche dem Gebiete des
Tatsächlichen angehören, zu rechnen. Denn der Mond, der Merkur, der Mars
und so weiter sind Tatsachen.“ (Rudolf Steiner)

Quelle: Der Waldorfschul-Gründer und Hellseher Rudolf Steiner in „Geisteswissenschaftliche Impulse zur Entwickelung der Physik“ (1920), Gesamtausgabe Band 321, S.44

„Wir können also gar nicht umhin, von dem gewöhnlichen Physikalisch-Irdischen in das Kosmische überzutreten.“ (Rudolf Steiner)

Quelle: Rudolf Steiner in „Geisteswissenschaftliche Impulse zur Entwickelung der Physik“ (1920), Gesamtausgabe Band 321, S.90

Anthroposophische Medizin: Mystisch, irrational und unwirksam

„Fazit: Mystizistisch und spekulativ: Für Schulmediziner ist die Grenze zum Mystizimus überschritten. Das philosophische Gerüst ist ihnen zu spekulativ, unwissenschaftlich und wolkig.

Die Indikation anthroposophischer Präparate und Inhaltsstoffe sei naturwissenschaftlich nicht belegt und rational nicht nachvollziehbar, kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie.

Zudem fehle oft der Wirksamkeitsnachweis.“ (Stuttgarter Nachrichten)

Quelle: Die Stuttgarter Nachrichten über die „Anthroposophische Medizin“ des Hellsehers Rudolf Steiner – „Alternative
Heilmethoden: Anthroposophie – Balance und Harmonie für Körper und Seele“ -(https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.alternative-heilmethoden-anthroposophie-balance-und-harmonie-fuer-koerper-und-seele.00844c1c-d8ed-4510-a581-0ffed205bff3.html)

Siehe auch bei Steinerquotes: Alles über Anthroposophische Medizin

Steiner hat auch Star Wars erfunden

»Darth Vader ist ein Wesen, das wir in der Anthroposophie Ahriman nennen«, erklärt Gabriel. Die Parallelen sind tatsächlich frappierend. Entsprechend kann Jabba mit dem »Luzifer« der Anthroposophie identifiziert werden, der den Gegenpol zu Ahriman bildet.

Diese Polarität des Bösen (repräsentiert durch Jabba und Vader) stimmt bis in viele Details mit [Rudolf] Steiners Charakterisierungen von Luzifer und Ahriman überein. Jabba ist weich, aufgedunsen, fett. Vader hingegen hart und sklerotisch. Jabba frönt sinnlichen Lüsten, haust in einer schmuddeligen Lasterhöhle und lacht auch gerne mal schallend. Der Kontrollfreak Vader hingegen kennt keinen Spaß. Pedantisch und freudlos beherrscht er einen blitzblanken Maschinenplaneten, der Angst und Schrecken im Universum verbreitet.” (Erziehungskunst).

Quelle: Das Hausmagazin der Waldorfschulen, “Erziehungskunst” (Auflage Rund 70.000) in: “Krieg der Götter – Geheime Botschaft in Star Wars”. Ein Anthroposoph behauptet hier, Star Wars basiere auf dem Werk des Hellsehers Rudolf Steiner und der Dämon Ahriman sei Darth Vader.

Laut seinen Jüngern hat der Hellseher Rudolf Steiner (1861-1925) neben Star Wars auch Star Trek, das Laptop, Drag & Drop mit der Maus sowie die Quantenphysik erfunden.

Ohne die Gnome hätten wir kein Gehirn

 „Sehen Sie, indem nun Gnomen und Undinen da sind, überhaupt eine Welt da ist, wo Gnomen und Undinen leben können, sind die Kräfte vorhanden, welche gewiß vom unteren Menschen aus Parasiten bewirken können, die aber zu gleicher Zeit die Veranlassung sind, im oberen Menschen die Ausscheidungsprodukte ins Gehirn umzumetamorphosieren. Wir könnten gar nicht ein Gehirn haben, wenn die Welt nicht so eingerichtet wäre, daß es Gnomen und Undinen geben kann.“ (Rudolf Steiner)

 Quelle: Rudolf Steiner – „Vorträge vor Mitgliedern der anthroposophischen Gesellschaft“, Gesamtausgabe Band 230, Seite 128 – „Die Antipathie der Gnomen zu den niederen Tierwesen“ – http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=4114&catid=279&Itemid=4

Hintergrund: Der Hellseher und Gründer der Waldorfschulen, Rudolf Steiner,  glaubte, das Gehirn bestehe aus “Ausscheidungen”, bzw. aus Darminhalt (siehe: “Hirnmasse ist Darmmasse” / “Der Dung ist die Edelmasse des Gehirns”).