Esoterisches Geschwurbel: Glatte Lügen bei der Globuli-Lobby?

„Die Vitamin D3-Tabletten von Hevert schneiden aufgrund eines Deklarationsmangels etwas schlechter ab. Auf der Rückseite des Beipackzettels wird auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Krebserkrankungen, multipler Sklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes hingewiesen. Dabei sei der Zusammenhang “nicht belegt”, urteilt “Ökotest”.“ (Stern)

Der Homöopathie-Konzern Hevert aus dem Dunstkreis der Heilpraktiker stellt homöopathische Zauberkügelchen her und schwurbelt auf seiner Webseite unter „Homöopathie-Forschung“ von einem angeblichen „Wassergedächtnis“. In Vergangenheit wurde aufgedeckt, dass Hevert und andere Hersteller von anthroposophischer „Medizin“ und homöopathischen Glaubuli einem Denunzianten zehntausende Euro bezahlten, um Kritiker der Homöopathie anzuprangern (siehe: Schmutzige Methoden bei Weleda, Wala und Co.).

Quelle: Der Stern: “Vitamin D3-Tabletten von Hevert” – https://www.stern.de/gesundheit/ernaehrung/vitamin-d-bei–oekotest—die-schattenseite-des-sonnenvitamins-8457820.html

Hevert.com: „Homöopathie-Forschung“ (Wassergedächtnis): http://www.hevert.com/market-de/de/arzneimittel/homoeopathie-forschung

Homöopedia zum “Wassergedächtnis”: http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Wasserged%C3%A4chtnis

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Anthroposophische “Medizin”: Esoterischer Urdünger und die“mystische Schau”

„Bevorzugt werden auch Präparate mit “vegetabilisierten Metallen” eingesetzt. Streng nach den Vorgaben Steiners werden hierbei die zur Rede stehenden Metalle aufwendigen Glüh-, Abrauch- und Fällungsprozessen ausgesetzt, bis nur noch poröse Rückstände übrigbleiben.

Aus diesen wird ein sogenannter “Urdünger” hergestellt, der in einer Wasserverdünnung von 1:1.000.000 auf die Saat der entsprechenden Heilpflanze ausgebracht wird. Johanniskraut beispielsweise wird mit Gold-Urdünger behandelt, Brunnenkresse mit Quecksilber.

Nach der vollen Entfaltung der Pflanze werden die oberirdischen Teile unter Beachtung von Mondphasen und astrologischen Planentenkonstellationen abgeschnitten, gehäckselt und in der Sonne angewelkt; anschließend werden sie mit reifer Gartenerde vermischt und in Tontöpfen kompostiert.

In einer zweiten Stufe wird der so erhaltene Kompost auf eine neue Saat ausgebracht, deren voll entfaltete Pflanzen derselben Prozedur unterworfen werden wie die Pflanzen der ersten Stufe. Der Vorgang wird noch ein drittesmal wiederholt. Die in der dritten Stufe, sprich: nach drei Jahren “ganz vom Metallprozess durchdrungenen” Pflanzen werden zu homöopathieähnlichen Lösungen und Injektionsmitteln aufbereitet.

Auf diese Weise “kamillenvegetabilisiertes” Kupfer beispielsweise soll unentbehrlich in der Behandlung von Blähungskoliken sein.

Auch Präparate mit “animalisierten” Metallen werden verwendet, die in gleichermaßen ritualisierter Form aus den Organen von Schlachttieren – meist junge Rinder, Schweine oder Schafe – hergestellt wurden, denen zu Lebzeiten entsprechende Metalle verabfolgt worden waren.“ (Colin Goldner)

Quelle: Süddeutsche Zeitung – “Anthroposophische Heilkunde, offenbart in mystischer Schau”.

Anthro-Medizin: So unwirksam wie Kaffeesatzlesen

„Worüber soll denn der Apotheker/die Apothekerin kompetent beraten, wenn nix drin ist und es nicht wirkt? Über den ganzen Auslöschungs-, Aufbewahrungs-, Verstärkungs- und Einnahmehokuspokus?

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hält zu den „nicht wissenschaftlich fundierten Therapierichtungen“ (insbesondere Homöopathie und Anthroposophie; Anm.) fest, dass für sie „keine den modernen arzneitherapeutischen Heilmethoden vergleichbare Wirksamkeitsnachweise vorliegen“.

Wozu erwerben dann eigentlich Ärztinnen und Ärzte das Diplom der hiesigen Ärztekammer für „Anthroposophische Medizin“ oder „Homöopathie“? Damit sie qualitätsgesichert den Patientinnen erklären können, warum diese Ansätze nicht wirken können?“ (Die Presse)

Quelle: Der Biologe und Erdwissenschaftler Thomas Jakl bei Die Presse – „Wann kommt gerichtlich beeidetes Kaffeesudlesen?“ 

Neu bei den Esoterikern: Der spirituelle Pflegedienst

„Gut
informierte Akademiker und Fans der von Rudolf Steiner geprägten
Anthroposophie (einer Weltanschauung mit starker Betonung spiritueller
Elemente) gehören
(…) zu den Lukaspflege-Patienten.

Laut
Agnes Ludemann ist die Lukaspflege der einzige anthroposophische
Pflege-Anbieter in Freiburg und einer von 40 bis 50 bundesweit.
(…)

Klar
sei, dass die angeordneten schulmedizinischen Behandlungen gültig
bleiben, doch durch deren Erweiterung mit Wickeln und Auflagen,
rhythmischen
Einreibungen zur Stärkung der Selbstheilungskräfte und anderen
anthroposophischen Methoden könne die Dosis von Medikamenten manchmal
gesenkt werden.“ (Badische Zeitung)

Quelle: Badische Zeitung – „Anthroposophischer Pflegedienst rückt mit Schlehenöl an“ (http://www.badische-zeitung.de/freiburg-ost/anthroposophischer-pflegedienst-rueckt-mit-schlehenoel-an–151360008.html)

Hintergrund: Die esoterische, sogenannte anthroposophische “Medizin” sieht in Krankheiten eine Disharmonie der “Wesensglieder” (”Ätherleib”, “Astralleib”…). Die Medikation ist der Homöopathie ähnlich, die eingesetzten Substanzen von Mistel bis Maulwurfshaar bestimmte der Hellseher Rudolf Steiner auch nach Ihrer “Aura”. Auch homöopathisch eingesetze Metalle werden nach Ihrer “Beziehung zu den Planeten” gewählt.

Eduscho-Erbin: Ein Vermögen für ein anthroposophisches Dorf

“Es
ist ein “anderes” Weltbild, mit dem die von Rudolf Steiner begründete
Anthroposophie die Medizin betrachtet. Bad Liebenzells Ortsteil
Unterlengenhardt
gilt als “das” Anthroposophie-Dorf. Das verdankt der Ort zum großen
Teil [der Eduscho-Erbin] Gretel Schopf.
(…)

„Ja,
reden wir einmal übers Geld – und Unterlengenhardt: das Musterdorf der
Anthroposophie. Dieser Tage jährte sich der Geburtstag der großen
Mäzenin des Ortes, Gretel Schopf. Die Eduscho-Erbin hat bis zu ihrem
Tod 2017 fast sieben Jahrzehnte lang die anthroposophischen
Einrichtungen von Unterlengenhardt mit ihrem ererbten Vermögen großzügig
unterstützt. Bis so gut wie kein Geld mehr von den Kaffee-Millionen
ihres Vaters übrig war.“ (Schwarzwälder Bote)

Quelle: Schwarzwälder Bote:

https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.bad-liebenzell-eduscho-erbin-hat-stadtteil-gepraegt.9ee66bb7-96ab-4dbc-9a57-dfb03c7c5a8a.html

Weitere Links:

http://www.gaestehaus-kliewer.de/index2.html (Webseite der anthroposophischen „Freien Studienstätte Unterlengenhardt“)

https://www.paracelsus-krankenhaus.de/ (Webseite der “Misteltherapie”-Klinik)

http://www.christengemeinschaft.de/gemeinden/1744/index.html (in Unterlengenhardt, Gründungsort von Rudolf Steiners Kirche)

http://steinerquotes.tumblr.com/post/117580069415/wer-finanziert-die-anthroposophen-die-esoterische

Tierätherisch gestört

„In
der Pflanze wird die physische Tätigkeit von der ätherischen durchsetzt. Man
lernt an ihr kennen, was durch die ätherische Tätigkeit erreicht werden kann.
Im tierischastralischen Organismus wird diese Tätigkeit in die astralische
übergeführt. Ist sie als ätherische zu schwach, so kann sie durch Hinzufügung
der von einem eingeführten Pflanzenprodukt herrührenden verstärkt werden. Dem
menschlichen Organismus liegt das Tierische zugrunde. Für dasjenige, was sich
zwischen dem menschlichen ätherischen und astralischen Leibe abspielt, gilt
innerhalb gewisser Grenzen dasselbe wie im Tierischen. Man wird mit Heilmitteln
aus dem Pflanzenreiche das zwischen der ätherischen und der astralischen
Tätigkeit gestörte Verhältnis herstellen können.“ (Rudolf Steiner)

Quelle: Rudolf Steiner Gesamtausgabe Band 27, S. 92: “Dr.
RUDOLF STEINER / Dr. ITA WEGMAN: GRUNDLEGENDES FÜR EINE ERWEITERUNG DER HEILKUNST
NACH GEISTESWISSENSCHAFTLICHEN ERKENNTNISSEN”

http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA027.pdf#page=120&zoom=100,0,0

Anthro-Medizin: „Lebenskraft“ in Maulwurfshaaren

„Andere
[anthroposophische] Präparate werden aus Bienen, Wespen oder Ameisen
hergestellt; diese werden in der Regel lebend zermalmt oder püriert, um ihre
“Lebenskraft” in das Medikament zu übertragen. Daneben werden
Heilmittel auch aus Schlangengiften, Krötensekreten oder Sepia-Tinte, aus
Haifisch- oder Rindergalle, Hirschhorn oder Maulwurfshaaren gefertigt.

Die
Kreuzspinne ist laut Steiner übrigens “eingespannt in kosmische
Zusammenhänge außerirdischer Natur.” Da mit ihr die astralischen Kräfte
angeregt werden könnten, die sich besonders in der Bewegung äußerten, empfehle
sich ihre Anwendung bei Muskelerkrankungen.“ (Colin Goldner)

Quelle: Colin Goldner über die “Anthroposophische Medizin” des Hellsehers Rudolf Steiner, wie sie von Firmen wie Weleda, Wala und Dr. Hauschka betrieben wird.

https://www.sueddeutsche.de/wissen/teil-anthroposophische-heilkunde-offenbart-in-mystischer-schau-1.927047

“Anthroposophische” Medizin ist irrationaler Hokuspokus

“Dem Internisten Klaus D. Bock zufolge werde der Begründer der Anthroposophie gläubig verehrt und die von Steiner empfohlenen oder mit Hinweisen bedachten Arzneimittel werden in der Weleda-Heilmitteliste gesondert markiert. Für einen Nicht-Anthroposophen seien die auf Glaubensinhalten basierende Konzeption, Indikation und deren häufig umständliche und mannigfaltige Zubereitungsform dieser anthroposophischen Arzneimittel kaum nachvollziehbar.

Man habe es dabei mit einem geistig-mystischen, im Prinzip quasi religiösen Ideensystem zu tun, das sich, „soweit es auf die Medizin bezogen wird, prinzipiell vom Paradigma der wissenschaftlichen Medizin unterscheidet. Die in diesem enthaltene ‚Nebenbedingung‘ der Rationalität ist nicht gegeben.“ (Wikipedia)

Wikipedia über die von dem Hellseher und Okkultisten Rudolf Steiner erdachte “Anthroposophische Medizin”, wie sie in Deutschland von rund 4.500 “anthroposophischen Ärzten” sowie einigen Universitäten und Krankenhäusern praktiziert wird: https://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophische_Medizin

Pharmazeuten lernen positive, homöopathische Schwingungen

“Ich
habe angefangen Pharmazie zu studieren und im ersten Semester habe ich sehr
schnell in meinem Lehrplan Homöopathie entdeckt. Zuerst mal im Fach
Terminologie (…) und dann ging es weiter mit Arzneimitteltechnologie.

Und da
musste dann tatsächlich für die Prüfung gelernt werden: Was ist der Ätherleib,
was ist der Geistleib und so weiter, wie sehen homöopathische Zubereitungen
aus, wie berechnet man, welche Verdünnung man haben möchte, das waren im
sogenannten "Fachrechnen” tatsächlich Aufgaben, die man berechnen
musste. Wie genau wird das hergestellt, wo stehen dafür die Rezepturen, und wo
kommen die Regelungen her. Dann später in Chemie musste ich zum Stoff Kupfer,
zum Element Kupfer, lernen, dass es auch eine Anwendung in der Homöopathie hat
und so weiter. Im Gegenstandskatalog für das erste Staatsexamen des
pharmazeutischen Studiums steht “Homöopathische Zubereitungen” (…).

Es
gab andere, die vorher schon eine Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen
Assistenten oder zur -Assistentin gemacht haben, die das während ihrer
Ausbildung machen mussten: Irgendwelche Verreibungen erstellen mit Milchzucker,
wo sie dann wirklich eine Stunde lang in einem Mörser das Zeug verreiben müssen
und dabei angehalten wurden, positiv zu denken. Damit die Schwingungen auf das
Mittel übergehen.“ (Claudia Graneis)

Quelle: Die Pharmazeutin Claudia Graneis im Skeptischen Podcast „Hoaxilla“, Episode 126 – "Anthroposophie Undercover” (ab Minute
24:00)

Pharmalobby engagiert Anthroposophische Apothekerin

“Mit Meike Criswell hat der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) nicht nur eine neue Geschäftsfeldleiterin, sondern auch ein Aufgabengebiet verstärkt. Ab dem 1. Juli ist die Pharmazeutin für “Homöopathie und Anthroposophie” zuständig. (…)

Davor leitete die 44jährige eine Filial-Apotheke mit dem Schwerpunkt Komplementärmedizin. Ihre neuen Aufgaben beim BPI sieht Meike Criswell als Herausforderung und Chance, sich für die besonderen Therapierichtungen und den in diesem Bereich tätigen Mitgliedsunternehmen als wichtigen Teil im Medizinpluralismus stark zu machen.

Der BPI bekennt sich mit der Verstärkung des Aufgabengebietes “Homöopathie und Anthroposophie” einmal mehr zur Vielfalt der therapeutischen Möglichkeiten und der therapeutischen Freiheit in der Gesundheitsversorgung. Fahrenkamp: “Die Vielfalt der therapeutischen Möglichkeiten soll für die Versorgung genutzt werden. Welche Therapie im Einzelfall die passende ist, entscheidet der Mediziner gemeinsam mit seinem Patienten. Dafür setzt sich der BPI ein.” (Presseportal.de)

Quelle: Presseportal.de -” Meike Criswell übernimmt Geschäftsfeld “Homöopathie und Anthroposophie” beim BPI” (https://www.presseportal.de/pm/21085/3336037)