Freie Waldorfschule Engelberg: „Sei doch kein Frosch!“

An der Freien Waldorfschule Engelberg in Winterbach wird ein Kind gemobbt. Weder die Klassenlehrerin, die kollegiale Leitung der Schule oder die Schlichtungsstelle des Bundes der Freien Waldorfschulen reagiert darauf. Selbst die Staatsanwaltschaft ermittelt ins Leere. Die Eltern und das gemobbte Kind werden herausgeworfen – was bleibt sind Ungerechtigkeiten, die kein Gehör finden.

Ein Gastbeitrag.

„Ich warte einfach und hoffe, dass es schnell vorbei geht.“ Leise und mit Mühe, weil sich seine Augen mit Tränen füllen, erzählt mir Paul, dass er seit einiger Zeit von einem Mitschüler jeden Tag gequält und schikaniert wird.

Fast 5 Monate später klingelt es abends an unserer Tür. Uns wird die Kündigung des Schulvertrages vom Geschäftsführer persönlich überreicht. Der Storch lässt grüßen.

Warum es dazu kam, lässt uns noch immer mit Sprachlosigkeit und Unverständnis zurück. Im September 2020 kommt Paul in die erste Klasse. Die Waldorfschule Engelberg soll es sein, da wir, selbst seit Jahren Teil des staatlichen Schulsystems, dieses an vielen Stellen eher kritisch betrachten und als zu wenig handlungsorientiert empfinden. Uns gefällt am Waldorf-System der praktisch-künstlerische Aspekt, der Mensch steht im Mittelpunkt und wie man auf der Homepage der Schule in einem eindrücklichen Erfahrungsbericht lesen kann, ist es weder sehr esoterisch, noch muss man zwingend selbst überzeugter Anthroposoph sein.

Die Fabel von der Muschel und dem Frosch

Was uns bei der Einschulung nur eine Augenbraue hat hochziehen lassen, sich aber im Nachhinein als so bitter wahr herausgestellt hat, ist die Geschichte mit der die neuen Erstklässler begrüßt wurden: eine Muschel, die brav, leise und ganz unauffällig am Meeresboden ihr Dasein fristet, wird als rundum vorbildlich hervorgehoben und gelobt. Der Frosch hingegen, der – eigentlich gänzlich nach Art seines Naturells – stets laut quakt und gegenüber der stillen Muschel zugebenermaßen auch ab und an mal eine dicke Lippe riskiert, wird als störend, vorlaut, unangepasst und überhaupt nicht produktiv verurteilt. Auf dem Weg zur „Moral von der Geschichte“ konnte man fast schon körperlich spüren, wie alle 30 Schulanfänger inklusive ihrer im Saal anwesenden Familien die Luft anhielten, als dann schließlich der Storch bedrohlich kreisend über der Erzählszenerie auftauchte. Der wird doch nicht…? Aufatmen reihum dann, als dem Frosch vom Storch letztlich „nur“ ein Bein ausgerissen wurde. Strafe bei so viel Ungehorsam und „aus der Reihe tanzen“ muss schließlich sein. Dass die Muschel in der ganzen Zeit fleißig eine wunderschöne Perle geformt hatte, war selbsterklärend und ging in der allgemeinen Erleichterung über das Überleben des Froschs fast schon unter.

Wie jeder Erstklässler freut sich Paul auf die Schule. Auch auf die besonderen Fächer. Er ist ein netter und sensibler Junge, findet durch seine freundliche und ruhige Art schon immer schnell Anschluss.

Nach Schulbeginn verblasst die Euphorie sehr schnell. Paul berichtet immer wieder von Streitigkeiten in der Pause. Wir reden viel darüber, spielen Handlungsmöglichkeiten durch, in dem Wissen, dass das einfach zum Schulalltag dazu gehört und er als jüngster in der Klasse sich nun anders behaupten muss als noch direkt zuvor im Kindergarten. Irritiert sind wir, dass es so etwas wie Klasseregeln nicht zu geben scheint, obwohl das Bilden einer Klassengemeinschaft in den ersten Jahren an oberster Stelle steht. Vielmehr werden die Kinder bei Konflikten immer alleine gelassen, auch wenn sie um Hilfe bitten. Wer ärgert, wird unter Anleitung der Lehrerin im Chor von der ganzen Klasse bloßgestellt. Fröschlein, finde deinen Platz.

Paul hat Angst, in die Schule zu gehen

Ein paar Wochen nach Schulbeginn vertraut sich Paul uns an: Ohne ein Wort zu sagen kommt Sören zu ihm, fasst ihn an den Schultern, drückt ihn zu Boden und setzt sich auf ihn. Jeden Tag. Er läuft ihm zum Bus nach, lässt ihn noch einmal stolpern. Er verbietet den anderen in der Klasse, in der Pause mit Paul zu spielen. Paul hat panische Angst vor ihm. Hilfe bei der Klassenlehrerin will er sich nicht holen, da er dann noch Schlimmeres von Sören befürchtet. Jeden Abend weint sich Paul in den Schlaf, hat Angst in die Schule zu gehen. Morgens hat er Bauchschmerzen, bekommt auf dem Weg zur Bushaltestelle Panik und fängt an zu weinen, weil ihm bewusst wird, dass er später Eurythmie hat und Sören neben ihm im Kreis steht. Zumindest solange bis Sören sich wie immer nach wiederholtem Stören alleine neben das Klavier stellen muss, um da die Sache mit der Muschel und der Perle zu üben.

Ohne einen Hauch von Vorwurf, warum die Klassenlehrerin nichts bemerkt hat, bitten wir sie dringend um ein Telefongespräch (in Zeiten von Corona vielleicht sinnvoll). Nichts passiert. Erneute Anfrage. Stille. Erneute Bitte. Nichts.

Gut, nicht jeder ruft unbedingt alle 3 Wochen seine Emails ab. Vielleicht müssen wir uns da umgewöhnen. Deshalb schreiben wir ihr einen Brief, mit der ausdrücklichen Bitte, dass Paul sich einen Pulli anziehen darf, wenn gelüftet wird (es ist mittlerweile kalter Herbst) UND mit der nach wie vor dringlichen Bitte, endlich über das Mobbing ins Gespräch zu kommen.

„Die Klassenlehrerin liebt Funkstille“

Nichts geschieht, bis wir zu einem Gespräch in die Schule geladen werden. Es sollen die Klassenlehrerin, eine weitere Kollegin und eine Vertretung des Vertrauenskreises anwesend sein. Vertrauenskreis? Oh. Beim Elternabend haben wir erfahren, dass der auch zu Gesprächen kommt, wenn die Eltern/Schüler die Schule verlassen. Der Storch klappert schon mit dem Schnabel. Ein Gespräch findet letzten Endes jedoch wieder nicht statt.

Über Wochen kommen die gleichen Aufgaben per täglicher Email mit den warmen Worten „Liebe/r Schüler/in, hier die Aufgaben für heute.“ Mehr Herzlichkeit war nicht möglich. Über den qualitativ unterirdischen Fernunterricht waren wir bereit, milde zu schweigen, auch wenn sich da schon einige der Erstklässler in ihrer Intelligenz beleidigt gefühlt haben. Aber dass kein nettes Wort kam, deutlich kein Interesse vorhanden war, war schon sehr befremdlich.

Und dann auf einmal löst sich Mitte Januar die Anspannung. Obwohl sich die Elternschaft gar nicht kennt (von einem privaten Austausch riet uns die Klassenlehrerin beim ersten Elternabend in resolutem Gebell ab) wird mindestens zwei Dritteln der Elterngemeinschaft auf einmal klar: Hey, nicht nur ICH finde, dass es katastrophal läuft, es liegt ja doch nicht an unserem Kind oder an unserer Entscheidung für die Waldorfschule. Selbst sonst recht stumpfe, alles gut heißende Kollegen der Klassenlehrerin, die ihre Kinder ebenfalls in der Klasse haben, lassen diese nicht mehr die stupiden Aufgaben machen, sondern finden andere Wege für ihre Kinder.

Die Ideen von Elternseite sprudeln – die Klassenlehrerin blockt alles ab, rät nur wiederholt dazu, mit den Kindern Gemüse zu schneiden und Seil zu springen. Das sei sehr wichtig. Manche Eltern können sich das verzweifelte Lachen inzwischen nicht mehr verkneifen.

„Der Frosch in uns wird laut“

Der Frosch in uns wird laut. Die meisten Eltern wünschen sich endlich einen Elternabend, auch wenn er nur online ist. Hauptsache endlich einmal Kontakt. Wir führen unzählige Telefonate mit wütenden, heulenden, verzweifelten und höchst unzufriedenen Eltern. Gleichzeitig auch unfassbar ängstlichen Eltern, die nichts sagen wollen, aber trotzdem so unzufrieden und enttäuscht sind, dass sie die Klassenlehrerin vor ihren eigenen Kindern als „riesiges Arschloch“ bezeichnen. Wir haben damals noch gar nicht verstanden, warum alle so eine Angst zu haben scheinen. Die hatten die Sache mit dem Frosch einfach schon verstanden und im Gegensatz zu uns auch ernst genommen.

Wir wollen ein Online-Treffen zum Austausch organisieren und laden auch die Klassenlehrerin ein. Die Vorladung für uns zur Kollegialen Leitung (ähnlich einer Schulleitung) lässt nicht lange auf sich warten. Auch hier eine recht kurzfristige Terminfindung, dem Vertrauenskreis (als Vermittler bei Problemen zwischen Eltern und Lehrern, immer “wenn das Gespräch verstummt ist“) ist auf Nachfrage kein besonderes Problem bekannt und es drängt sich auch nach detaillierter Schilderung aller Umstände kein Handlungsbedarf auf, deshalb sieht er es nicht als nötig an, mitzukommen.

Zu diesem Gespräch, unserem allerersten mit der Klassenlehrerin, begrüßt diese uns im Gegensatz zu den drei Mitgliedern der Kollegialen Leitung noch nicht einmal. Sie sitzt mit verschränkten Armen und Beinen da, ihre Gesichtsfarbe wechselt zwischen fleckig rot, knallrot und krebsrot und in den wenigen Passagen, in denen sie nicht andere für sich reden lässt, wird äußerst deutlich, dass offensichtlich weder konstruktive Gesprächsführung noch die im Leitbild der der Schule so angepriesene Konfliktkultur zu ihren Kernkompetenzen gehören beziehungsweise nachhaltiger Teil ihrer pädagogischen Ausbildung waren. Auch von weiteren Werbeversprechen der Schule ist zumindest von Seite der Klassenlehrerin nichts abrufbar. Beispielsweise, dass man sich als Lehrkraft in dieser Schulform nahezu frei ausleben darf, sich aber im Gegenzug bei dadurch auftretenden Konflikten mit den Eltern ganz selbstverständlich dem offenen Austausch und konstruktiver Diskussion stellen muss.

Was zunächst spürbar als Einschüchterungsversuch gedacht war, wird insgesamt ein gutes Gespräch zwischen der Kollegialen Leitung und uns, in dem klar wird: Bitte nicht so laut quaken, aber wir verstehen nun zumindest, warum gequakt wurde. Die Kollegin wird sich zeitnah um für sie passende Formen der Kommunikation und Informationsgabe in Richtung der Eltern Gedanken machen.

Und: Kein Kind darf Schulangst haben, da muss man etwas tun. Selbst die Klassenlehrerin stimmt zu, sie führe ja schon Gespräche.

An einer staatlichen Schule wäre spätestens das der Punkt für einen Lehrer gewesen, an dem ohne Beisein der Eltern nun ein sehr sehr unangenehmes Gespräch unter vier Augen mit der Schulleitung folgt. Wir waren zu naiv zu glauben, dass sich jetzt ja auch tatsächlich etwas ändern würde.

Alles geht einfach weiter wie bisher

Tatsächlich ging alles weiter wie bisher. Mit dem Unterschied, dass die Klassenlehrerin nun unter ihre täglichen Telegramme zum Fernunterricht mit „deine Klassenlehrerin“ unterschrieb und ab und zu Material mitschickte, zu dem man schon in den 80er Jahren die Augen verdreht hätte.

Unser Sohn erzählte nichts mehr von Sören. Hatte es wirklich wie angedeutet Gespräche mit den Eltern gegeben? Hatte das Gespräch in großer Runde mit der Kollegialen Leitung tatsächlich Erfolg?

Während im Hintergrund die Eltern weiter fluchen und überlegen, wie sie sich ANONYM an Vertrauenskreis, Kollegiale Leitung oder Geschäftsführung wenden könnten, damit sich etwas ändert, ohne dass es aber auf sie zurückfällt, zittert unser Sohn dem Wechselunterricht entgegen. Es hatte sich an der Mobbingsituation nichts verändert, nur, dass er uns nichts mehr davon erzählte.

Auch die Bitte an alle vier Fachlehrerinnen, darauf zu achten, ob es Konflikte zwischen den beiden geben würde, bleibt gänzlich unbeantwortet.

„Ein Kraftvoller König Kommt zu dem Kampf vom Klingen Klirren und Krachen. So lernen sie, was das „K“ für ein Wesen sei.“ (Charlotte Rudolph, „Waldorf-Erziehung: Wege zur Versteinerung„, Verlag Luchterhand, 1987)

Stille der Klassenlehrerin auch schon wieder, auf die Bitte, uns einen Rat zu geben, wie wir in ihrem pädagogischen Sinne damit umgehen können, dass unser Sohn Angst vor den Geschichten in der Schule hat. Um den Buchstaben K einzuführen wählte die Klassenlehrerin nämlich eine Geschichte, in dem Riesen im Kampf die Köpfe abgeschlagen werden, die dann auf dem Boden rollten. Natürlich. Das ist beim Buchstaben K ja auch naheliegend und schließlich sind die Kinder zu dem Zeitpunkt ja auch schon satte 7 Jahre alt gewesen. Da lässt man die Kindergartengeschichten, in denen Störche Frösche verstümmeln auch mal langsam hinter sich und geht ans Eingemachte.

Zurück zu den Fachlehrerinnen, die auch beharrlich zum Thema Mobbing schweigen. Eine Kollegin erlaubt es Sören, auch auf Toilette zu gehen, als dieser sieht, dass Paul geht. Dort greift er Paul an, drückt ihn an die Wand. Ein Freund kommt glücklicherweise zu Hilfe und kann Paul in Schutz nehmen. Seiner Mutter, von der wir überhaupt erst von diesem Vorfall erfahren, erzählt er, Paul hätte mit Tränen in den Augen „Danke für deine Hilfe. Gut, dass du da warst.“ gesagt.

Ein Gesprächstermin wird eingefordert

Unsere Kontaktaufnahme mit Sörens Familie, in der wir bisher Geschehenes ansprechen und um konstruktiven Austausch bitten, führt zu einem Telefonat zwischen Sörens Vater und der Klassenlehrerin. Die Essenz : Ihr sei das Thema völlig unbekannt, sie wisse nichts davon.
Dieser Vorfall und das konsequente Weigern, die Ängste unseres Kindes wahrzunehmen, bringen uns dazu, Paul zu Hause zu lassen, bis eine Klärung erfolgt ist. Wir bitten um einen Gesprächstermin zusammen mit der Kollegialen Leitung.

Dieser findet zeitnah statt und die Schulsozialarbeit arbeitet mit den beteiligten Kindern das Thema Mobbing auf, während sich die Kollegiale Leitung, die Klassenlehrerin und zwei Elternpaare am runden Tisch austauschen und gemeinsam nach Lösungen suchen. So jedenfalls in unserer Vorstellung.

In Wirklichkeit schon wieder Stille. Auch mit Unterrichtsmaterial wird Paul nicht versorgt und nach einer wohl etwas unglücklich formulierten Äußerung der Klassenlehrerin im Unterricht schreiben uns einige Eltern an, deren Kinder zu Hause erzählt hätten, Paul würde gar nicht mehr in die Klasse zurückkommen.

Eine ganze Woche ist vergangen und wir bitten erneut um einen Gesprächstermin beziehungsweise zumindest eine Rückmeldung überhaupt. Nach dem üblichen Wirrwarr (dieses Mal war es eine falsch abgetippte Emailadresse) bekommen wir kurzfristig einen Termin. Zu kurzfristig natürlich, um den Vertrauenskreis mitzunehmen. Zu kurzfristig offensichtlich auch für die Klassenlehrerin selbst, sie ist auch nicht anwesend. Das Gespräch ist auch gar nicht als Gespräch zum Austausch gedacht: die Kollegiale Leitung will uns nur im Beisein des Geschäftsführers die Kündigung unseres Schulvertrages ankündigen. Dieser kommentiert meinen Vorwurf des Mobbings unseres Sohns nur mit einem süffisanten Lächeln und dem Satz „Es war ja keiner dabei.“ Natürlich. Das ist Teil der Definition von Mobbing und heißt nicht, dass es dadurch nicht stattgefunden hat.

Die Tatsache, dass Sörens Vater und der Geschäftsführer alte Bekannte sind, ist bestimmt nur nebensächlich.

Versetzung in Parallelklasse abgelehnt

Wir bitten wenigstens darum, den Wechsel in die Parallelklasse zu diskutieren. Dies soll auch dann tatsächlich in der nächsten Unterstufenkonferenz besprochen werden, aber wirkliche Hoffnungen werden uns keine gemacht. Die Kollegiale Leitung „kann und will keinen Einfluss auf diese Entscheidung nehmen“. Jedoch liege es der Schule natürlich eigentlich schon am Herzen, Eltern und Schüler an Bord zu behalten – schließlich, so die Kollegiale Leitung, bezahlen wir ja deren Brötchen.

Da wir als Mitglied der Unterstufenkonferenz die Klassenlehrerin kennen und unter anderem aus diesem Grund auch keinerlei Fürsprache im Sinne unseres Sohns erwarten, bitten wir den Vertrauenskreis um Absprache mit der Kollegialen Leitung, ob eventuell jemand weiteres in Funktion eines Fürsprechers unseres Sohnes oder zumindest als neutraler Beobachter anwesend sein könne. Eine Antwort haben wir von beiden Parteien nie erhalten.

Das bestimmt nett gemeinte Angebot einer Mutter, ihre Reiki-Energie auf die anstehenden Gespräche zu konzentrieren („…mehr braucht es ja nicht.“), wollten wir dann doch nicht annehmen.

Eine Woche später wieder Kommunikationschaos. Diesmal verschwindet im Postfach der Schule auf mysteriöse Weise eine unserer Emails zur Terminfindung, weitere Telefonate sind nötig. Zumindest bestehen wir dieses Mal darauf, den Vertrauenskreis mitzunehmen. Der sieht nun allerdings den Sinn seiner Anwesenheit nicht mehr wirklich, weil uns ja sowieso sehr wahrscheinlich gekündigt wird.

Der Antrag auf Parallelversetzung sei von der 12-köpfigen Unterstufenkonferenz abgelehnt worden. Die Klassenlehrerin der Parallelklasse nehme aus verschiedensten Gründen grundsätzlich keine weiteren Schüler auf, egal wen. Für uns hört sich diese allgemeine Aussage so gar nicht nach der erwünschten Einzelfallentscheidung im Sinne des Kindes an. Ob die Entscheidung tatsächlich wie verlautbart stattgefunden hat, wissen wir nicht, zumindest war einem Kollegen der Unterstufenkonferenz im Nachgang der Name unseres Sohnes nicht bekannt. Wie wir heute wissen, hatten die hier genannten Gründe jedenfalls nicht allzu lange Bestand: noch vor Ende des Schuljahres wurde die Parallelklasse gänzlich entgegen aller noch wenige Wochen zuvor ausgesprochenen Begründungen um mindestens fünf weitere bis auf 30 Kinder aufgefüllt. Planungssicherheit auf Basis vertrauensvoller Ehrlichkeit sieht anders aus.

Schule: „Wir haben gehofft, dass die Kollegin es hört“

Gegen Ende des äußerst frustrierenden Gesprächs dann der bemerkenswerteste Satz der Kollegialen Leitung, der für uns und alle Menschen, denen wir unsere Geschichte erzählen, bis heute noch so überhaupt keinen Sinn macht. Er steht aber fatal wie perfekt für die allgemeine Machtlosigkeit auf unserer Seite, wie auch für die ungeahnte Freiheit der „freien“ Schule auf der anderen Seite:

„Wir haben versucht der Kollegin zu spiegeln, was versäumt wurde. Wir haben gehofft, dass die Kollegin es hört. Sie hat es leider nicht gehört und deshalb sind wir jetzt hier. Das bedauern wir sehr.“

Die Kündigung lässt auf sich warten, bis am 31.3. um 19 Uhr der Geschäftsführer die Kündigung des Vorstands persönlich vorbeibringt. Zum letztmöglichen Zeitpunkt für eine schnelle Kündigung auf Ende April.

Wir legen Widerspruch beim Vorstand ein, wollen nicht die offensichtlichen Fehler einer Klassenlehrerin ausbaden und unseren Sohn für fehlendes pädagogisches Handeln und fehlendes Herz und Menschenliebe büßen lassen. Erfolglos. In der Ablehnung unseres Widerspruchs werden wir sogar der Lüge bezichtigt.

Etwas daran ließ uns aufhorchen: Unterschrieben war die Reaktion auf unseren Widerspruch zwar vom Vorstand, jedoch lassen einige Formulierungen im Schreiben darauf schließen, dass es definitiv von einem Mitglied der Kollegialen Leitung formuliert, mindestens jedoch vorformuliert, und dem Vorstand dann nur noch zur Unterschrift vorgelegt wurde. Dazu würde passen, dass uns ein direkter Kontakt zum Vorstand nicht möglich war und ist, obwohl auf der Homepage eine konkrete Emailadresse dafür hinterlegt ist.

Ende April holen wir die Sachen unseres Sohnes in der Schule ab. Nicht einmal eine Anleitung, was er bei seiner unfertigen Tasche aus dem Handarbeitsunterricht noch machen muss, geschweige denn eine kleine Karte mit guten Wünschen seiner Lehrerinnen ist dabei. Nichts.

Kein Erfolg bei der Waldorf-Beschwerdestelle

Unterdessen führen wir unzählige Telefonate, schlafen sehr schlecht und sehr wenig. Schulamt, Regierungspräsidium, Jugendamt – niemand scheint so wirklich zuständig für die freie Schule.
Beim Bund der Freien Waldorfschulen gibt es eine Schlichtungs- und Beschwerdestelle, bei der wir zunächst um Schlichtung bitten. Wir hoffen, unsere unzähligen Fragen endlich der Klassenlehrerin stellen zu können, um zu verstehen, was in den letzten Monaten eigentlich passiert ist. Einer Schlichtung stimmt die Klassenlehrerin aber nicht zu, möchte keinen Kontakt zu uns.

Der zuständige Mitarbeiter der Schlichtungsstelle gesteht uns, nachdem er sich einen umfassenden Eindruck der Sachlage gemacht und viele Telefonate geführt hat, dass er sich schämt, wie mit uns umgegangen wurde. Da eine Schlichtung nicht möglich ist, leiten wir nun eine Beschwerde ein. Diese wird mit der Begründung abgelehnt, dass die Schule mit der Sache abschließen möchte und das Leben schließlich weiter ginge. Außerdem gäbe es seitens der entsprechenden Stelle weder Zeit noch Personal, um sich zu kümmern.

Wir reichen deshalb ganz entsprechend der offiziellen „Schlichtungs- und Beschwerdeordnung“ beim Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen eine Meldung wegen „Nichtbearbeitung einer Beschwerde“ ein, da eine Beschwerde ebenfalls laut Ordnung nur abgelehnt werden kann, wenn diese unbegründet ist. Und vielleicht liegen wir tatsächlich falsch, sehen entscheidende Details nicht, aber wir werden das Gefühl nicht los, dass eine Beschwerde mehr als überdeutlich begründet ist.

Der Vorstand bedauert, dass wir mit der Entscheidung des zuständigen Mitarbeiters nicht zufrieden sind und will unseren Fall zumindest als Anlass nehmen, mit den Schulen generell über die Kündigungspraxis zu diskutieren. Storchenkonferenz. Immerhin.

Deshalb wollen wir gerne an die Presse. Nicht um die Klassenlehrerin fertig zu machen, auch nicht die Schule oder das System Waldorf an sich. Sondern um Menschen, die sich überlegen, ihre Kinder an dieser Schule anzumelden, unsere Realität zu zeigen, die sich in keiner Weise mit dem Leitbild der Schule deckt und sowohl pädagogisch, aber schlichtweg einfach auch menschlich Abgründe aufzeigt. Unsere Realität, die wir an einer Schule, die sich völlig konträre Dinge auf die Fahne schreibt, nicht im mindesten erwartet hätten.

Aber so einfach ist das mit der Presse nicht, was ja auch logisch und gut so ist.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Deshalb zeigen wir die Klassenlehrerin an. Wegen Fürsorgepflichtverletzung, Verstößen gegen die Schulpflicht und ein paar anderer Scherze, die im Grunde nur zeigen, wie unfassbar unprofessionell an dieser Schule gearbeitet wird und welche zahlreichen internen und externen Sicherungsnetze auf dem langen Weg zur Staatsanwaltschaft Stuttgart versagt haben.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt, leider jedoch an unseren konkreten Vorwürfen vorbei. Sie prüft unsere Datensätze hinsichtlich „Misshandlung Schutzbefohlener“ und „unterlassener Hilfeleistung“. Diese Sachverhalte können natürlich nicht festgestellt werden, der Anzeige wird daher letztlich nicht stattgegeben. Dass durch die Fürsorgepflichtverletzung kein Schaden entstanden ist, würden wir zwar so nicht unbedingt unterschreiben, aber ja, juristisch gesehen ist es nicht Aufgabe der Staatsanwaltschaft Stuttgart, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Dafür gibt es andere und vor allem vorgeschaltete Institutionen, Sicherungsnetze, Gremien, Arbeitskreise…

Was macht man aber, wenn tatsächlich ALLE der Reihe nach versagen und dann reihum bedauernd mit den Schultern zucken? Hier ging es nicht um ein Paar Schuhe, das wir leider nicht kaufen konnten oder das wir gekauft hätten und zu Hause betrachtet doch nicht gefiel oder passte. Hier ging es um die gesamte Schullaufbahn unseres Sohnes, oder kürzer gedacht einfach um einen 6-jährigen, netten, freundlichen, wissbegierigen Jungen, der einen katastrophalen, gewaltvollen Schulstart hatte und dann mitten im Schuljahr seine Freunde und Klasse verlassen musste, um in einer ganz anderen Schulwelt neu zu starten. Und warum? Das können wir ihm tatsächlich noch immer nicht erklären, weil es schlichtweg völlig unlogisch ist.

Geschäftsführer gibt Antworten im Flüsterton vor

In unserer letzten offiziellen Woche als Mitglieder des Schulvereins fand zur Überraschung vieler ein Online-Elternabend statt. Im Vorfeld fühlte der Vertrauenskreis vor, ob wir auch anwesend sein würden und ohne erkennbaren Grund waren ausnahmslos alle Störche digital anwesend: die Klassenlehrerin, alle Fachlehrerinnen, die Kollegiale Leitung, zwei Vertreter vom Vertrauenskreis und der Geschäftsführer selbst.

Der Vertrauenskreis wollte sich eigentlich nur kurz vorstellen – dies tat nur einer von beiden Vertretern und das auch erst, nachdem sie den ganzen Elternabend mitverfolgt hatten.
Der Geschäftsführer war als Kameramann tätig und amüsierte so manche Teilnehmer, weil er den Kolleginnen bei Fragen von Elternseite einige Male im Flüsterton Antworten vorgab.

Die Lehrerinnen redeten endlos über Dinge, die aus den Informationsveranstaltungen bereits bekannt waren oder die man in einem kurzen Elternbrief hätte mitteilen können. Wenig überraschend kam kaum eine Diskussion zustande. Vorsichtig wurde angemerkt, dass der Fernunterricht die Kinder völlig unterfordere: da wurde direkt eine Umfrage mit virtuellem Handzeichen gestartet, mit Blick auf den Monitor wurde wild geschrieben und alle im Raum flüsterten sich zu, wie viele Eltern sie denn gezählt hätten.

Vorsichtig wurde angemerkt, dass die Kinder während des gesamten Lockdowns auch keinen Kontakt zu den Fachlehrerinnen hatten. Die Französischlehrerin begründete dies, dass in dem Alter zwingend Stimme mit dem Körper verbunden sein müsste und deshalb Audiodateien nicht sinnvoll seien. Außerdem wisse sie nichts über die Französischkenntnisse der Eltern, da mache sie dann lieber gar nichts. Aber sie schien wenigstens als einzige, nach Monaten der Funkstille, nach Alternativen zu suchen, in dem Moment natürlich völlig hektisch und improvisiert – verständlich.
Und bevor allzu viele Frösche allzu viel quaken konnten, wurde der Elternabend pünktlichst beendet. Eine Wahl der Elternvertreter fand genauso wenig statt wie eine moderierte Aussprache über die großen Unstimmigkeiten der vergangenen Monate. Die Störche hatten wieder die Zügel in der Hand.

Kritik unerwünscht – Schule kündigt dem Mobbingopfer

Kritik ist in keiner Weise erwünscht, Lehrer sind offensichtlich gottähnliche, unfehlbare Gestalten, die und deren Verhalten nicht in Frage gestellt werden darf. Der Vertrauenskreis versicherte uns, dass es ein Gerücht ist, man müsse „gehen, wenn man kritisiert“.

Uns wurde gekündigt und kein Elternteil aus der Klasse traut sich nun noch, etwas zu sagen.
Aus Sicht der Schule hat es also funktioniert. Der Storch hat geklappert, uns fehlt ein Bein und alle sind ruhig. Bis auf wenige Ausnahmen haben sich alle von uns distanziert und den Kontakt abgebrochen. Wir haben gar nicht erwartet, dass andere ebenfalls Konsequenzen ziehen und ihre Kinder abmelden, aber zumindest hätten wir es angemessen gefunden, wenn ihnen Paul wenigstens leid tut. Aber an so einer Schule kann man wahrscheinlich wirklich nur überleben, wenn man den Blick senkt, ruhig ist und sich vor dem Storch in Acht nimmt.

Und ganz ab und zu muss wohl auch eine wissbegierige kleine Muschel dran glauben …

Zahlreiche weitere Probleme an der Waldorfschule

Klarer Einzelfall, absolute Ausnahme, vorher noch nie so vorgekommen – damit könnte man unser Kapitel abhaken und als kläglichen Versuch mit bedauerlichem Ausgang ablegen. Im Austausch mit unzähligen Freunden, Bekannten, Kollegen und Eltern werden aber in der Folgezeit und noch bis heute unzählige Erlebnisse aus erster und zweiter Hand an uns herangetragen, die ein doch deutlich anderes Gesamtbild der Freien Waldorfschule Engelberg aufzuzeigen scheinen. Dies nicht nur, aber besonders auffällig beim Themen Corona, das selbstverständlich auch nicht spurlos an der Schule vorbeiging:

  • Die Kollegiale Leitung berichtet in Rundschreiben von einer Flut eingehender Emails, in denen von Elternseite sowohl die zuverlässige und verbindliche Einhaltung der im Zusammenhang mit der Pandemie ausgegebenen Regelungen gefordert wird, wie auch der „bitte etwas lockerere Umgang“ damit. Dies bis hin zur Drohung mit rechtlichen Schritten, sollten an der Schule „Testungen oder gar Impfungen ohne Kenntnis und/oder Einverständnis der Eltern“ erfolgen, was auf einer verbreiteten Verschwörungsgeschichte gründet. Die Leitung beteuert, sämtliche zur Verfügung stehende Zeit mit der Lektüre und Umsetzung der jeweils aktuell gültigen Regelungen zu verbringen. Dies hindert so manche Lehrkraft nicht daran, zur Begrüßung auch weiterhin auf das morgendliche Handgeben mit den Schülern zu bestehen. Allgemeines Händewaschen wird in manchen Klassen nicht vor Weihnachten 2020 eingeführt, das Desinfektionsmittel im Eingangsbereich muss sehr wahrscheinlich nur äußerst selten nachgefüllt werden.
  • Veranstaltungen im großen Saal mit Aufführungen, Singen und Summen finden auch weiterhin, trotz klassen- und stufenübergreifender Teilnahme statt.
  • Völlig ungeachtet eventuell anderslautender Meinungen beauftragen Lehrkräfte ihre Klassen im Unterricht, Bilder gegen die Maskenpflicht zu malen. Diese sollen anschließend an die Landesregierung geschickt werden.
  • Lehrkräfte führen trotz Schulschließungen und Lockdown mit Kontaktbeschränkungen weiterhin Veranstaltungen mit Charakter einer Schulveranstaltung durch. Dazu gehören beispielsweise Hausbesuche oder auch gemeinsames Schlittenfahren.
  • Die im Vergleich zu allen oder zumindest nahezu allen anderen Schulen des Bezirks bemerkenswert große Anzahl der Maskenbefreiungen schaffte es in Form einiger Artikel sogar in die Kreiszeitung. Die von der Schule verlautbarte Gesamtzahl von 39 Befreiungen wirkt etwas unrealistisch, gibt es doch mindestens eine einzelne Klasse, in der alleine es schon an die 10 Befreiungen gibt. An mehreren großen Schulen im unmittelbaren Umfeld des Engelberg liegt die Anzahl der Maskenbefreiungen im niedrigen einstelligen Bereich und das als Gesamtzahl pro Schule bei jeweils gut über 500 Schülerinnen und Schülern.
  • Auch innerhalb des Kollegiums war man sich ob der Einschränkungen nicht immer nur einig oder fand zumindest jederzeit offene und wertschätzende Akzeptanz: Kollegen, die aus ihrer Sicht vorbildlich mit Maske auftraten, spürten teilweise deutliche Ablehnung und versteckte Kritik anderer Lehrer.  

Das landläufige Gerücht über die enge Bindung zwischen anthroposophischen Einrichtungen und der Querdenker-Bewegung wird durch solche Vorgänge keinesfalls widerlegt, eher wahrscheinlich sogar geschürt.

Noch eine ganze Weile haben wir anderen trotz alledem nicht kategorisch von der Waldorfschule abgeraten – es gibt einige Dinge, die wirklich toll sind. Aber was, wenn man unsere Erfahrungen innerhalb der ersten 7 Monate Schulzeit unseres Sohnes ganz nüchtern auf die normalerweise ja zu erwartenden 12 Jahre hochrechnet?

Strukturen und Denkweisen werden nicht kommuniziert

Was uns mittlerweile bewusst geworden ist und erst im Nachhinein deutlich wurde, sind Strukturen und Denkweisen, die gar nicht oder zumindest nicht deutlich kommuniziert werden. Dies ist aber wichtig, um eine gute Entscheidung treffen zu können. Wenn ich mein Kind auf eine katholische Privatschule schicke, wird es mich nicht überraschen, wenn es dort das „Gegrüßet seist, du Maria“ beten wird. Womit wird aber an der Waldorfschule geworben? Sicherlich nicht mit den Dingen, die wir erlebt haben. Das blumige Leitbild auf der Homepage lässt uns inzwischen nur noch auflachen.

Auch den Erfahrungsbericht des Vaters auf der Homepage empfinden wir mittlerweile als bewussten Täuschungsversuch. Die unzähligen Elternabende, die wir besucht hatten, lange bevor überhaupt entschieden wurde, ob unser Sohn einen Schulplatz bekommt, sind Werbeveranstaltungen, von denen wir uns haben blenden lassen. Erst im Nachhinein wird uns bewusst, wie Lehrer auf Fragen reagiert haben. Zum Beispiel warum ab der ersten Klasse direkt zwei Sprachen gelehrt würden. Oft gab es dann Worthülsen, Begriffe, die ich noch nicht kannte und bei erneutem Nachfragen, dem Gründungsvater entsprechend, ein versteinertes Gesicht.

Akzeptieren, schweigen oder gehen?

Es wurde auch nicht kommuniziert, dass die Lehrer oder Gremien der Schule ganz nach anthroposophischem Prinzip tatsächlich frei sind, wie die Organe eines Körpers auch frei arbeiten. Ich hätte mir nie träumen lassen, WIE frei jeder handeln darf, keinerlei (bzw. vielleicht höchstens noch vor sich selbst) Rechenschaft ablegen muss und es für die zahlreichen Organe kein „Gehirn“ gibt, dem alles unterliegt. Wir als Lehrer im staatlichen Schuldienst haben unsere Fachkonferenzen, die Schulleitung, das Schulamt und das Regierungspräsidium, denen wir Rechenschaft ablegen müssen. Im Regierungspräsidium löste unsere Anfrage nach rechtlicher Beratung übrigens nicht allzu viel Erstaunen aus. Ähnliche Fälle wären von Privatschulen, so auch insbesondere Waldorfschulen zu genüge bekannt. Viel unternehmen könne man da allerdings nicht, es gebe für betroffene Eltern meist nur die zwei immer gleichen Optionen: Augen zu, akzeptieren und schweigen oder eben gehen.

Und DAS hätten wir doch sehr gerne vorher gewusst. Denn so schön Perlen auch sind, so fürsorglich und rücksichtsvoll Störche mitunter doch auch sein können, so störend und nervenaufreibend anlassloses und übertrieben lautes Gequake eines vorlauten Froschs auch ganz sicher ist – wenn Unrecht passiert, sind wir uns ohne Wenn und Aber einig: Da MUSS gequakt werden dürfen, vielstimmig und laut.“

Die Waldorfeltern aus diesem Gastbeitrag möchten anonym bleiben.


Photo by Mikhail Nilov from Pexels

8 Gedanken zu “Freie Waldorfschule Engelberg: „Sei doch kein Frosch!“

  1. Ich sitze hier kopfschüttelnd… Schon die Geschichte zur Einschulung lässt mich erstarren. Dass ich ähnliches in der Nachkriegszeit erfahren habe, wundert mich nicht, aber 60 Jahre später solch wilhelminisch-angepasstes Verhalten Kinder zu vermitteln, finde ich unglaublich.
    Danke fürs Veröffentlichen! Den Eltern und vor allem dem Kind wünsche ich gute neue Erfahrungen.

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  2. Vielen Dank für den Einblick. Da leider die staatliche Schule auch ihre Nachteile hat haderten wir lange damit, dass wir uns nicht doch für diese Waldorfschule entschieden haben. Wäre sogar der gleiche Jahrgang gewesen. Wenn ich das nun aber lese bin ich sehr froh, dass wir uns dagegen entschieden haben. Alles Gute für Paul.

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  3. vielen dank für diese wunderbar geschriebene und doch so traurige geschichte aus weimar, den meine familie absolut nachvollziehen kann. ich möchte die eltern einladen, sich den blog http://waldorf-elternhilfe-weimar.de/ anzusehen. weimarer eltern haben ihn begründet, weil sie alle betroffene des w-systems sind: es braucht aufklärung. vernetzung kann helfen, stark zu werden und zu bleiben.meine gedanken sind bei eurem sohn, hoffend, er möge den wechsel bewältigt haben und angstfrei sein.

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  4. Was für ein schrecklicher Erfahrungsbericht. Paul tut mir sehr leid und ich hoffe, dass er diesen fürchterlichen Start in das Schulleben verarbeiten und vergessen kann.
    Ich war selbst auch auf einer Waldorfschule und musste leider auch durch Mitschülern erleben, dass beim Thema Mobbing von manchen Lehrern keine große Hilfe zu erwarten war. Natürlich kommt dies immer auf den Lehrer an, aber die Bereitschaft der Geschäftsführung solchen Beschwerden nachzugehen und sich für die Schüler gegen den betreffenden Lehrer zu wenden scheint wohl ein allgemeines Problem an Waldorfschulen zu sein. sehr schade. Nichtsdestotrotz möchte ich mein Kind gerne an eine Waldorfschule geben, da mir das staatliche Schulsystem einfach nicht zusagt. In der Hoffnung eine fähige Lehrerin/Lehrer zu erwischen.
    Allerdings wird es jetzt wohl auch nicht mehr die Waldorfschule Engelberg sein, sondern die in Backnang. Vielleicht haben wir dort ja Glück. Ich hoffe es.

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    • @ Lena

      Hallo Lena, warum willst Du dein Kind „gerne an eine Waldorfschule geben“?

      Was sind Deine Gründe dafür?

      Wenn ich eine Waldorfschule betrete, was schon mehrfach in meinem Leben passiert ist, denke ich jedesmal: „Kitsch!“

      Kitsch, der sich durch das ganze Waldorfleben zieht, er ist einfach überall: in den Geschichten, die den Kindern erzählt werden, im Lernen des Alphabets, bei den Monatsfeiern, wo die Kinder in Eurythmie-Kitsch-Wolken vorgeführt werden …

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