Wer unterstützt die Corona-Querfront?

Bild: (c)2020 Martin Michel – Libertad Media

Die Süddeutsche Zeitung titelt: „Welche Organisationen die rechtsextreme Corona-Demonstration in Berlin unterstützt haben – und was sie verbindet.“ Es träfen Reichsbürger, Verschwörungsideologen, Impfgegner und Anthroposophen zusammen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete gestern über die Berliner Corona-Demonstrationen vom vergangenen Wochenende. Diese seien von der Stuttgarter Initiative „Querdenken 711“ organisiert, doch auch verschiedene Neonazi-Parteien riefen zur Teilnahme auf. Es habe zudem eine große „Symbolvielfalt“ unter den Teilnehmern gegeben.

Die SZ zeigt Organisationen auf, die die Berliner Proteste unterstützt haben. Darunter finden sich die rechte QAnon-Verschwörungssekte, die an pädophile Kinderfresser glaubt, rechtsoffene Kleinparteien wie „Widerstand 2020“ und „Wir 2020“ – und alte Bekannte aus Rudolf Steiners esoterischer Weltanschauung Anthroposophie.

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Neues von der Querfront

Logo der Freien Waldorfschule Görlitz „Jacob Böhme“

Görlitzer Waldorflehrer schickt Email mit Verschwörungstheorien an Eltern. Die organisieren zusammen mit Lehrern eine Demonstration gegen Corona-Maßnahmen.

Während die Corona-Pandemie andauert, nimmt die Gegnerschaft gegen staatliche Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu. Bei regierungskritischen „Hygiene-Demos“ bilden sich erstaunliche Querfront-Bündnisse: links-alternative Haltungen und rechts-nationalistische Ansichten mischen sich mit esoterischen Positionen. Ihre gemeinsame Basis finden sie in Verschwörungserzählungen.

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Neue Kundin von ganz rechts   „Die AfD-nahe Erasmus-Stiftung hat offenbar ihr Konto bei der sozialökologischen GLS Bank. Nun protestieren KundInnen – und die Bank schweigt. (…)   Die Vorstandsvorsitzende der Erasmus-Stiftung, Erika Steinbach, spricht im Zusammenhang mit Geflüchtetenebenfalls von „Invasion“. Die Stiftung selbst beschreibt sich als der AfD ideell nahestehend, wohl inklusive ihrer asyl- und […]

alswirdasinterneterfanden:

Esoterik und Rechtsextremismus

“Zur Bedeutung von „Esoterik“ und ihrer politischen Einordnung Der Begriff „Esoterik“ hat sich als Sammelbezeichnung für eine Vielzahl unterschiedlicher Strömungen etabliert, die sich vor allem seit dem 19. Jahrhundert formiert haben. Dazu zählen insbesondere Spiritismus, Okkultismus, New Thought, Christian Science, die Theosophische Gesellschaft, Anthroposophie und das diffuse Feld des New Age. (…)

Nach Helena Petrovna Blavatsky (1831–1891), der leitenden Gründungsfigur der Theosophischen Gesellschaft, ist die gegenwärtige Wurzelrasse die „arische“. Der Charakter dieser Rassenlehre ist heute heftig umstritten. (…) Ganz offensichtlich sind diese Ideen kompatibel mit nationalistischen, rassistisch hierarchischen und antisemitischen Ideen. In vielen Fällen ergibt sich jedoch ein ambivalentes Bild.

Ein prominentes Beispiel dafür ist Rudolf Steiner (1861–1925), der unter dem Einfluss der Theosophie im deutschsprachigen Raum die Anthroposophie begründete. In Steiners sich wohlgemerkt über die Jahre verändernder Lehre vereint sich ein dem Selbstverständnis nach „spirituelles“ Rassenkonzept mit einem nationalistischen deutschen Sendungsbewusstsein.” (Julian Strube)

Quelle: Studie “Esoterik und Rechtsextremismus”, Julian Strube, 2017 (IDA / DGB Bildungswerk BUND)

https://www.vielfalt-mediathek.de/data/strube__esoterik_und_rechtsextremismus_vielfalt_mediathek.pdf

Die weiße Rasse und die unangefochtene Autorität

steinerquotes:

“Die “weiße Rasse” ist das Ziel von Rudolf Steiners
“Menschheitsentwickelung”, die der Historiker Peter Staudenmaier so
zusammenfasst: “
Ausgehend von Blavatskys entwicklungstheoretischem Ansatz baute Steiner eine Evolutionslehre der
Völker- und Rassengruppen auf, wonach die menschliche Seele durch
aufeinanderfolgende Verkörperungen in immer ‘höheren’ Rassen geistig wie
leiblich fortschreitet. Diese Stufenleiter der Rassen steht im Mittelpunkt von Steiners esoterischem Verständnis der Gesamtentwicklung der Menschheit (…)

Solange Rudolf Steiner die unangefochtene Autorität der Waldorfschulen
bleibt, ist jede Distanzierung des “Bundes der Freien
Waldorfschulen” von “Rechtsextremismus” oder “Rassismus” unglaubwürdig.” (Humanistischer Pressedienst)

Quelle. hpd – “Ein ‘rechter’ Waldorflehrer soll gehen – Rudolf Steiner bleibt

Eurythmie, Apartheid, Rechtsradikalismus

“Weil er nach Ansicht der Schule radikales Gedankengut im Internet
verbreitete, kündigte eine Waldorfschule einem Klaverspieler, der den
Eurythmie-Unterricht begleitet.

(…)


In seinem Artikel kritisierte der Klavierspieler die Flüchtlingspolitik
mit Sätzen wie: “Jede Frau, die von einem der in den letzten Wochen
unkontrolliert Hereingelassenen vergewaltigt wird, wird auch von der
Bundesregierung vergewaltigt.” Es entstehe ein Apartheidsystem, die
christlich-abendländische Kultur sei auf dem Rückzug.

(…)

Dessen Anwalt bestritt, dass er überhaupt Kontakt zu
Schülern habe: “Er sitzt nur am Klavier.” In der Verhandlung wurde
jedoch ein Fall bekannt, bei dem sich der Kläger politisch gegenüber
Schülern und Lehrern geäußert haben soll.” (Badische Zeitung)

Quelle: Badische Zeitung – “Freiburger Waldorfschule hat Klavierspieler zu Unrecht gefeuert” : “Trotzdem urteilte die Kammer, dass der Pianist – anders als ein Lehrer –
kein Tendenzträger sei und er sich deshalb nicht der Linie der Schule
unterwerfen müsse. Unklar blieb, wer in der Schule überhaupt die Tendenz
bestimmt. Der Artikel besitze zudem keinen Bezug zur Arbeitsstätte.

Mehr rechtsradikale Vorfälle an Waldorfschulen:

Siehe auch:

Linksammlung:

Die weiße Rasse und die unangefochtene Autorität

“Die “weiße Rasse” ist das Ziel von Rudolf Steiners
“Menschheitsentwickelung”, die der Historiker Peter Staudenmaier so
zusammenfasst: “
Ausgehend von Blavatskys entwicklungstheoretischem Ansatz baute Steiner eine Evolutionslehre der
Völker- und Rassengruppen auf, wonach die menschliche Seele durch
aufeinanderfolgende Verkörperungen in immer ‘höheren’ Rassen geistig wie
leiblich fortschreitet. Diese Stufenleiter der Rassen steht im Mittelpunkt von Steiners esoterischem Verständnis der Gesamtentwicklung der Menschheit (…)

Solange Rudolf Steiner die unangefochtene Autorität der Waldorfschulen
bleibt, ist jede Distanzierung des "Bundes der Freien
Waldorfschulen” von “Rechtsextremismus” oder “Rassismus” unglaubwürdig.” (Humanistischer Pressedienst)

Quelle. hpd – “Ein ‘rechter’ Waldorflehrer soll gehen – Rudolf Steiner bleibt

Rechter Stimmenfang in der Waldorfschule

“Der Chorleiter [der Waldorfschule Ulm] will im März für die “Allianz für Fortschritt und
Aufbruch” (Alfa) antreten, die neue Partei des Ex-AfD-Vorsitzenden Bernd
Lucke. Dafür braucht er bis zum 14. Januar 150 Unterschriften von
Wahlberechtigten des Wahlkreises Ulm.

Anfang Dezember hatte er sich via Facebook an die Schüler des
Oberstufenchors gewandt: “
Unterschreiben dürfen alle Wahlberechtigten
aus dem jeweiligen Wahlkreis (…). Nun suche ich Schüler, die pro
gültiger Unterschrift 5.- Euro verdienen mögen.” Vogt sieht darin nichts
Verwerfliches, vielmehr sei es “eine Art Ferienjob”, den er den
Schülern angeboten habe. Keineswegs habe er Stimmen kaufen wollen.” (Schwäbisches Tagblatt)

Quelle: Schwäbisches Tagblatt – “Alfa-Kandidat bietet Schülern fünf Euro für Unterstützerunterschriften“ / Südwestdeutscher Rundfunk – “Abmahnung wegen Stimmenfang” über einen Waldorf-Chorleiter und Kandidaten der rechten AFD-Splitterpartei “Alfa”.

Siehe auch bei Steinerquotes: Stichwort Rechtsextremismus

Der Mord an einem Nazi

“Rufmord ist auch Mord. Wer die Berichte zum Waldorflehrer untersucht hat, wird zu dem Schluss kommen, dass die erzwungene Entlassung des Lehrers mit unserem Grundgesetz nicht vereinbar ist. Der Lehrer hat sich nachweislich im Rahmen des Artikels 5 (Meinungsfreiheit) bewegt und sich in keinem Lebensbereich justiziabel etwas zu Schulden kommen lassen. Im Gegenteil.” (Ralf Koneckis-Bienas)

Quelle: Mindener Tageblatt – Kommentar von Ralf Koneckis-Bienas – “Rufmord ist auch Mord”. Der selbsternannte Archäoastronom Koneckis-Bienas forscht “befreit von wissenschaftsideologischen Korsetten” über Zaubersprüche und Astralsagen. Weiter auch Ralf Koneckis-Bienas über den Mindener Waldorfleher im Mindener Tageblatt: “Mitgefühl und Selbstkritik fehlen

Hintergrund:

„Einzelfälle“

Es gibt in Deutschland laut dem Bund der freien Waldorfschulen im Januar 2015 genau 234 Waldorfschulen sowie eine entsprechend geringe Menge von Waldorfkindergärten.

Trotz der überschaubaren Anzahl häufen sich folgende Berichte:

Sexueller Missbrauch:

Rechtsextremismus:

Gewalt:

Sonstiges: