„Kräftige Ohrfeigen“ – Über Gewalt an Waldorfschulen

Aus Waldorfschulen wird immer wieder von Gewalt berichtet – über Gewalt von Lehrern gegen Schüler. Ist das zwar bedauerlich, aber „normal“, weil die Waldorfschule ja auch nur ein Spiegel der Gesellschaft ist? Oder gibt es spezifische Gründe für Gewalt an diesen esoterischen Privatschulen, denen man so gerne wachsweiche „Kuschelpädagogik“ unterstellt?

Sicher ist: Gewaltvorwürfe behandelt die Waldorfschule gerne nur im internen Kreis. Und sie will verhindern, dass diese Probleme nach außen dringen. Erheben Kinder und Eltern offiziell Beschwerde, werden sie zum Problem. Sie werden eingeschüchtert, Verhören unterzogen – und nicht selten einfach aus den Schulen entfernt. Aus der Sicht der Waldorfpädagogen scheint das Reden über Gewalt schlimmer zu sein, als die Gewalt selbst.


Gewalt hat bei Waldorfs Tradition – schon seit der ersten Waldorfschule

Lehrer-Gewalt war bereits an der allerersten Waldorfschule ein Thema: an der vom Hellseher und Okkultisten Rudolf Steiner gegründete Waldorfschule Stuttgart. Nach einer Reise zurückgekehrt fand Steiner die Schule chaotisch vor, denn Lehrer hatten Schülern Ohrfeigen gegeben, und die Elternschaft war aufgebracht. Steiner gab daraufhin die Anweisung, dass die Vorfälle verschwiegen werden sollten:

Geheimhaltung als Prinzip

Ich bin jetzt erst seit Stunden wieder da, aber ich habe schon so viel Geschwätz gehört, wer eine Ohrfeige gekriegt hat und so weiter; es geht schon ins Gren­zenlose, dieses Geschwätz durch die Leute hindurch, daß es mir schrecklich war. Nicht wahr, wir brauchen uns nicht zu kümmern, wenn es durch alle möglichen unrichtigen Fugen herauskommt. Da sind wir harthäutig dagegen; aber tragen wir nur ja nicht selber dazu bei. 

Schweigen wir über alles das, was wir handhaben in der Schule. Halten wir uns an eine Art Schulgeheimnis. (Rudolf Steiner, Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule, 1920)

Wurde hier schon der Grundstein zu Vertuschungen von Gewalt an Waldorfschulen gelegt? Dazu später mehr. Die Schauspielerin und „Tatort-Kommissarin“ Karoline Eichhorn erinnert sich an Ihre Schulzeit an eben dieser Stuttgarter Waldorfschule in den 1970er Jahren:

Wir hatten richtig heftige Lehrer. Die haben geschlagen, uns in den Schrank gestellt und an die Heizung gekettet.“ (Karoline Eichhorn, „An die Heizung gekettet – Schauspielerin erlebte in der Waldorfschule keinen Stress, aber Gewalt“, Neue Osnabrücker Zeitung, 2011)

Bis in die heutige Zeit wurden Fälle von Prügelstrafen an der ersten Stuttgarter Waldorfschule bekannt:

Bei der Polizei liegen offenbar zwei Anzeigen von Eltern ehemaliger Waldorf-Schüler vor. Der Vorwurf: Körperverletzung und Misshandlung Schutzbefohlener. (…) Der Pädagoge soll Schüler sogar bedroht haben, nichts über die mutmaßlichen Übergriffe verlauten zu lassen.“ (Stuttgarter Zeitung, „Übergriffe an der Waldorfschule?“, 2016)

Sind das wirklich, wie der Bund der Freien Waldorfschulen es gerne ausdrückt, alles „Einzelfälle“?


Gewalt an deutschen Waldorfschulen von 1970 bis heute

Sind es Einzelfälle – oder ein Problem im System?

Aus vielen Waldorfschulen in ganz Deutschland hört man ähnliches. Und das seit Jahrzehnten. Behält man dabei im Kopf, dass es in früherer Zeit wesentlich weniger Waldorfschulen gab, als heute erhalten diese Berichte ein noch größeres Gewicht, scheint die Gewalt noch üblicher zu sein. Sicherlich waren Schläge in der Pädagogik lange Zeit üblich. Es soll hier aber aufgezeigt werden, dass in der Waldorf-Literatur Schläge noch bis Mitte der 1990er Jahre als legitimes Mittel dargestellt wurden und diese in Teilen immer noch üblich sind.

Mit dem Aufkommen der ersten Waldorf-kritischen Literatur in den 1980er Jahren erschienen die ersten Berichte über Gewalt an Waldorfschulen:

1970er - 1980er Jahre

In Ihrem Buch „Waldorf-Erziehung. Wege zur Versteinerung“ berichtet die ehemalige Waldorfschülerin Charlotte Rudolph über zahlreiche Gewaltvorfälle an Waldorfschulen:

Mein Kind mußte noch andere Erfahrungen machen: Vom Ohrenziehen bis hin zu Kopfnüssen und kräftigen Tritten gegen die Schienbeine (mein Kinde war zu diesem Zeitpunkt neun Jahre alt) reichen die Erfahrungen. Man scheut sich nicht, den Eltern klarzumachen, daß in ihren Erziehungsmethoden die Ursachen für angebliche Störungen liegen, mit denen sich der Lehrer auseinandersetzen muss. Zum Schluß wird den Eltern angeraten, einer Untersuchung im hauseigenen Waldorfkrankenhaus `aber nur dort` zuzustimmen.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom Januar 1985 zu einem Konflikt in einer Waldorfschule im Ruhrgebiet, nach: Charlotte Rudolph, „Waldorf-Erziehung. Wege zur Versteinerung“, Darmstadt, 1987)

Die Vorwürfe beziehen sich oft nicht nur auf einzelne Lehrer, sondern das gesamte Kollegium:

Meine Waldorflehrer hatten alle ihre Ausflipps, wo sie angefangen haben zu brüllen. Herr H. hat mich im Religionsunterricht einmal durch die Stuhlreihen verfolgt, und dann mit einem Stuhl nach mir geworfen, hat dann die Tür getroffen, die ich hinter mir zugeschlagen hatte, die dann in der inneren Tür ein Loch hatte. Wenn er mich mit dem Stuhl getroffen hätte, hätte er mich umbringen können. Wenn unsere Lehrer einen Ausflipp hatten, bereitete sich normalerweise eine heilige Ruhe in der Klasse aus.“ (Zitiert in Charlotte Rudolph, „Waldorf-Erziehung. Wege zur Versteinerung“, Darmstadt, 1987)

Ein Waldorflehrer hatte damals eine perfide Rechtfertigung für seine Übergriffe:

Herr T. hat mich einmal mit einer Holzlatte verprügelt und dazu gesagt, daß ich das manchmal bräuchte. Daß ER das vielleicht auch manchmal bräuchte, kam mir nicht. (Ein Waldorfschüler über seine Schulzeit zwischen 1970 und 1980).“ (Zitiert in Charlotte Rudolph, „Waldorf-Erziehung. Wege zur Versteinerung“, Darmstadt, 1987)

Nach der Schilderung verschiedener Zeugenberichte gleicher Art kommt Charlotte Rudolph zu folgender Frage:

Später fragte ich mich, ob nicht gerade die abrupt auftretenden Ausbrüche zur Anthroposophie gehören.“ (Charlotte Rudolph, „Waldorf-Erziehung. Wege zur Versteinerung“, Darmstadt, 1987)

Die kritische Literatur über Waldorfschulen sind das eine. Aber selbst der Anthroposophie nahe stehenden Autoren ist das Gewalt-Phänomen bekannt. So wird Peter Brügge zu einer Waldorfschule in München zitiert:

So berichtete der den Waldorfschulen durchaus wohlgesonnene Peter Brügge („Die Anthroposophen“, Spiegel/ Rowohlt-Verlag, Reinbek 1984, S. 94f.) in den 80ern über zwei ehemalige Waldorfschüler, einer aus München, die von LehrerInnen geschlagen worden sein sollen, eine wurde gegen einen Heizkörper geschleudert, der andere berichtete, gleich mehrere LehrerInnen ihn und Klassenkameraden geohrfeigt hätten.“ (Ansgar Martins, Waldorfblog, 2009)

1990er Jahre

Der ehemalige Waldorflehrer Paul-Albert Wagemann beschreibt in seinem Buch „Wie frei ist die Waldorfschule?“ (1991) den Standpunkt vieler Waldorf-Kritiker in den 80er und 90er Jahren. Gewalt scheint dort seit jeher ein Thema zu sein:

Die Vorwürfe der [Gegner dieser Pädagogik] sind im Wesentlichen: Dogmatismus und Intoleranz der Lehrerschaft, Übergriffe auf die körperliche und geistige Integrität der Schüler, überstarker Moralismus, repressive und autoritäre Führungsmethoden (…).“ (Paul-Albert Wagemann, „Wie frei ist die Waldorfschule?“, Berlin, 1991).

Selbsthilfeverein für Waldorf-Geschädigte

Auch beschreibt er die Gründung des ersten Selbsthilfevereins für „waldorfgeschädigte“, den Herner „Distel-Bund“. Der Herner Waldorf-Vater Christian Abgang erinnert sich:

Als [der] Fünftklässler im Unterricht zappelt, befiehlt ihm der Lehrer, sich auf den Stuhl zu stellen. Seine Mitschüler müssen mit dem ausgestreckten rechten Arm auf den Störenfried zeigen und rufen: „Du bist schuld, du bist schuld!“ Christian hat Angst, zur Schule zu gehen, er erbricht sich.“ (Focus, „Das ist ein Unrecht an unseren Kindern„, 1995)

Hinter der Gewalt durch die Lehrer sieht Paul-Albert Wagemann die „menschliche Schwäche“ der Waldorflehrer:

„Große menschliche Schwäche und permanente Selbstüberforderung war denn auch, was mir am häufigsten hinter all den groben pädagogischen Mißgriffen und Entgleisungen, etwa in Form körperlicher Züchtigung von Schülern, an der Waldorfschule erkennbar wurde.“ (Paul-Albert Wagemann)

Auch er berichtet von einem Klima aus Drohungen und Schlägen – und einem Schulverweis:

„Ein Waldorflehrer schreibt dem Schüler:„Ich verstehe nicht, daß Du so nachlässig bist. Das Nacharbeiten – der Umschlag!! Muß es erst wieder ein Donnerwetter geben? Wenn bis Donnerstag nicht alles in Ordnung ist – dann ist es so weit.“. Nach dem Donnerwetter – Ohrfeigen und An-den-Ohren-Ziehen – war es soweit. [Der] Schulvertrag wurde gelöst.“ (Paul-Albert Wagemann)

Drohungen und Unterdrückung von Schülern hätten dabei System:

„Gängig ist der Versuch, Schüler mit Drohungen zu disziplinieren, man werde die Verfehlung „außerdem dem Klassenlehrer mitteilen“ (…) Mit anderen Worten, die Waldorfpädagogik arbeitet mit quasi-familiären Straf- und gegebenenfalls auch Unterdrückungsmechanismen (…).“ (Paul-Albert Wagemann).

Schülern, die Gewalt an Waldorfschulen erfahren haben, wurde damals weder von der Schule, noch von der Bezirksregierung oder dem Land geholfen. Dabei offenbart sich auch ein System mangelnder Kontrollen an privaten Schulen. Ein Beispiel von der Waldorfschule Schloss Hamborn:

Schrecker war bis 1996 Schüler an der Waldorfschule Schloss Hamborn in der Nähe von Paderborn. Seine damalige Lehrerin, so berichtet er, habe ihn und andere Schüler jahrelang geschlagen und massiv eingeschüchtert. Er sei Zeuge gewesen, wie die Lehrerin Mitschüler ohrfeigte oder schmerzhaft an den Haaren zog, nur weil sie Haargel benutzt hatten. Einmal habe sie den Kopf eines Jungen, der ein bedrucktes T-Shirt trug, “mit voller Wucht” auf den Tisch gehauen, so dass dessen Nase blutete. (…)

Als er sich daraufhin an die Bezirksregierung Detmold wandte, habe man ihm dort erklärt, dass die Behörde für private Schulen, wie Waldorf- oder auch kirchliche Schulen, nicht zuständig sei. Auch auf eine Petition beim Landtag NRW hin bekam der ehemalige Schüler dieselbe Auskunft.“ (Westdeutscher Rundfunk, „Hinter privaten Schultüren. Wie werden Ersatz-Schulen kontrolliert?“, 2010)

2000er Jahre

In einem Waldorfkindergarten in Düsseldorf beklagten sich Kinder und Eltern jahrelang über „angeblich unfassbare Methoden“. Dann hatte eine Mitarbeiterin Strafanzeige gegen die KiTa-Leitung gestellt:

Mit ihrer Zeugenaussage ergänzt die Mitarbeiterin nun „die Vorgänge im Waldorfkindergarten“, die es seit 2005 geben soll. Sie spricht, so wörtlich, von der Problematik des „Wegsperrens„, „gewaltsamen Übergriffen der Mitarbeiter, einer wiederholten Freiheitsberaubung eines Kindes, das mit Bauchgurten an einen Stuhl fixiert und anschließend in gefesseltem Zustand in den Waschraum gesperrt und dort allein gelassen wurde“.

Mehr noch, in dem Schreiben, das der vorliegt, wird geschildert, dass eine Mitarbeiterin Kinder zwischen Matten gelegt habe, auf die sie sich dann mit einem Körpergewicht von schätzungsweise 70 Kilogramm legte. Die Prozedur soll sie in Intervallen wiederholt haben.“ (Neue Ruhr-Zeitung, „Neue Vorwürfe gegen Waldorfkindergarten“, 2008)

Ein besonders schwerer Fall von Lehrer-Gewalt wurde an der Waldorfschule Kempten in 2006 bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen insgesamt 14 Lehrer der Schule:

Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen insgesamt 14 Lehrer der Waldorfschule Kempten. Gegen sechs davon sah das Gericht von einer Anklageerhebung ab, weil die Vorfälle verjährt sind oder ein Tatnachweis nicht schlüssig zu führen wäre. Neben dem bereits verurteilten werden sich aber noch sieben weitere Lehrer der Waldorfschule verantworten müssen. Sie sollen Schüler zum Beispiel an den Ohren gezogen oder Ohrfeigen ausgeteilt haben.“ (Spiegel, „Prügel an der Waldorfschule„, 2006)

Der damalige Geschäftsführer der Schule vermutete hinter den Anzeigen eine „gezielte Kampagne“. Die Vorwürfe basierten jedoch auf Fakten: Mindestens drei Lehrer wurden vor Gericht verurteilt. Danach endet die Berichterstattung leider. Der sektenhaften, völlig außer Kontrolle geratenen Schule, die auch völkisch-nationale Eltern anzog, wurde später die Verwendung des Namens „Freie Waldorfschule untersagt“. Sie ist unter neuem Namen weiterhin in der Waldorfpädagogik tätig.

Nach Recherchen des Rundfunks Berlin-Brandenburg kam es in einer Waldorf-nahen, anthroposophischen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Rädel bis 2008 zu furchtbaren Szenen:

Den erhobenen Vorwürfen zufolge sollen Kindern über längere Zeit die Arme nach hinten um den Hals geschlungen und dort von der beschuldigten Pädagogin zusammen gehalten worden sein, während diese ihr Knie in den Rücken der Kinder gebohrt habe. Unter den Heimkindern sei der Griff nach der Heimleiterin als „Gilde-Griff“ bezeichnet worden. Außerdem sollen Kinder gezwungen worden sein, allein und ohne Matratze auf dem Steinfußboden im Keller zu schlafen. Ein Mädchen soll mehrere Tage und Nächte in einem Kellerraum ohne Licht und Schlafgelegenheit eingesperrt worden sein. Ein Junge berichtete, von der pädagogischen Leiterin mit einem Stuhl derart heftig am Kopf getroffen worden zu sein, dass er ohnmächtig geworden sei. Yesha Karmeli, ehemaliger Heiltherapeut der KJHE, sagte aus, in einem Fall hätten drei Mitarbeiter des Heims, darunter die pädagogische Leiterin, ein Kind zwei Stunden lang am Boden liegend festgehalten.“ (Psiram.com, „Alte Ziegelei Rädel“, 2008)

Der „Stern“ widmete sich kurz darauf dem „Tabuthema Lehrergewalt“:

Waldorfschule Hamburg-Wandsbek, 2008: „Dass an Schulen aber auch Lehrer gewalttätig sind, ist weniger gängig. Zum Beispiel an der Waldorfschule in Hamburg-Wandsbek, wo seit vergangenem Jahr drei Fälle von Gewalt gegen Schüler zu Strafanzeigen führten: Lehrer sollen dort Schülern ganze Haarbüschel herausgerissen haben oder Kinder so hart geohrfeigt haben, dass diese zu Boden gingen.“ (Der Stern, „Tabuthema Lehrergewalt“, 2008)

2010er Jahre

In der Waldorfschule Jena berichten Eltern 2011 von „körperlichen Übergriffen“ eines Lehrers gegen ihre Kinder. Die Schule kündigt den Eltern daraufhin den Schulvertrag. (TLZ, „Jenaer Waldorf-Lehrer wollen Schüler feuern„, 2011)

An der Waldorfschule Kassel ohrfeigt ein Lehrer einen Schüler in 2011. Die Schulleitung bedauert den Vorfall, gibt aber an, die Waldorfschulen hätten sich bereits 1919 festgelegt, „auf körperliche Gewalt ausnahmslos zu verzichten“. Dafür finden sich jedoch kaum Belege. Bereits in den 1970er Jahren musste ein Waldorflehrer in Kassel wegen Gewalt gehen. (HNA, „Eine Ohrfeige„, 2011)

An der Waldorfschule Gera greift ein Lehrer 2012 einen Schüler an und schlägt ihn gegen eine Wand. Der Schüler soll danach trotzdem eine Klassenarbeit mitschreiben. Er wurde mit Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus eingeliefert. Als er danach an eine Regelschule wechselt, wird er eine Klasse heruntergestuft. (Die Welt, „Lehrer schlägt unpünktlichen Schüler gegen die Wand„, 2012)

Im Waldorfkindergarten Kassel hat 2013 ein Erzieher mehrfach „hart durchgegriffen“, Kinder trugen blaue Flecken davon. Nach Gesprächen mit der Elternschaft blieb der Erzieher weiter in der KiTa tätig. (HNA, „Erzieher griff hart durch„, 2013)

Im Waldorfkindergarten Krefeld stand eine Heilpädagogin vor Gericht, sie solle „Kinder sexuell belästigt und verletzt haben.“ Der Vorstand des Rudolf-Steiner-Waldorfkindergartens bezeichnete die Kinder als „nicht glaubwürdig„, die Erzieherin wurde nicht entlassen. Es gehe nun nur noch um zwei Fälle von Körperverletzung Auch hätte man die beanstandeten, angeblich intimen „Ölmassagen“ wieder gestoppt – und zwar „wegen der körperlichen Distanzlosigkeit des Kindes.“ (Rheinische Post – „Waldorf-Kita: Staatsanwaltschaft klagt Erzieherin an„, 2014)

An der Waldorfschule Münster ohrfeigt ein Lehrer 2015 ein Mädchen, ein Experte nennt die Gewalt „eine Schwäche des Schulsystems“. Die Schule sorgte sich öffentlich vor allem darüber, dass das „Image der Schule Schaden nimmt“. (Ruhr-Nachrichten, „Lehrer soll Mädchen geohrfeigt haben„, 2015)

Im Waldorfkindergarten in Berlin berichteten Eltern 2016 von Schlägen auf den Po ihrer Tochter. Es folgte eine „widerliche Hetztirade“ gegen die Eltern, die Kindergärtnerin dementierte und vermutete, das Kind „wünsche sich wohl etwas Strenge“. (Leitmedium, „Waldorf ist alles andere als geborgen„, 2016)

Studie: Gewalt an Waldorfschulen 
häufiger als an Regelschulen

Es gibt nur wenige Untersuchungen zu Gewalt an Waldorfschulen. Eine Studie kam jedoch 2010 zu dem Schluss, dass Gewalt an Waldorfschulen häufiger sei, als an anderen Schulformen:

Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete, kommen der Studie zufolge bestimmte Formen von Gewalt an Waldorfschulen sogar häufiger vor als an staatlichen Grund- und Hauptschulen. Zwar gebe es dort kaum Delikte wie schwere Körperverletzung oder Raub. Die Untersuchung zeige aber, dass Schüler dort öfter geschlagen und getreten werden. Zudem werde ihr Eigentum häufiger zerstört.“ (Süddeutsche Zeitung, „Mehr Gewalt an Waldorfschulen“, 2010).


Einzelfälle – an Waldorfschulen in der ganzen Welt

Auch International scheinen Prügel an Waldorfschulen verbreitet zu sein. Hier sind exemplarisch einige Beispiele aufgeführt. Alle hier genannten Vorfälle stammen allein aus den letzten zehn Jahren.

An der Waldorfschule Newcastle in Australien gab es jahrzehntelange „emotionale und körperliche Gewalt“, sowie sexuellen Missbrauch, der vom Kollegium nicht geahndet wurde. Eine Schülerin gab 2009 an: „Fast alle Lehrer sagen dir, wenn du deiner Mama etwas sagst, bekommst Du morgen noch mehr davon.“ (The Sydney Morning Herald, „Keine Klassenleistung„, 2009)

An den Waldorfschulen in Järna, Örebro, Norrköping und Uppsala in Schweden wurden von 2010 bis 2013 katastrophale Zustände bekannt. Eine Mutter: „Schreiender Klassenleiter, Gewalt, Schreien und Weinen im Klassenzimmer… Es gab starke Mobbing-Trends und meine Kinder waren betroffen.“. An allen Schulen gab es prügelnde Lehrer, das Kollegium reagierte auf Vorwürfen mit „verhörartigen Gesprächen“ – und drohten mit Rauswurf. Kritiker sollten von der „sektenhaften Schule“ „zum Schweigen“ gebracht werden. (Faktum, „Hinter der Fassade der Waldorfpuppen„, 2013)

An der Waldorfschule Aargau in der Schweiz berichteten Eltern 2013 von „Mobbing, verbaler und körperlicher Gewalt und Unterdrückung“. Ein gewalttätiger Lehrer habe lapidar gemeint, „er dürfe das“. Auch im Aargauer Waldorfkindergarten gab es Gewalt gegen Kinder. (Aargauer Zeitung, „Waldorf-Schule unter Beschuss – Probleme werden mit Gewalt gelöst„, 2013)

An der Rudolf-Steiner-Schule in Breda in den Niederlanden wurden 2014 Kinder „abfälligem, erniedrigendem und einschüchterndem Verhalten der Lehrer ausgesetzt“. Mobbing gegen Schüler ging von den Lehrern aus. Ein Lehrer drohte einem Schüler, „es ihm so schrecklich zu geben, dass der Schüler es sein ganzes Leben lang nicht vergessen wird“. Die Schule reagierte nicht auf die Vorfälle.(Breda Vandaag über eine Rudolf Steiner-Schule, 2014 / Anthroposophe.Blog zum selben Thema)

An der Waldorfschule in Hertfordshire, Großbritannien, berichteten Eltern 2016 über übergriffige Lehrer, Rassismus und Mobbing – und eine untätige Schulleitung. Als die Eltern sich beschwerten, wurden sie aggressiven „Verhören“ unterzogen. (VG, „Unser Sohn wurde auf einer Steiner-Schule getreten und geschlagen„, 2016)

An der Waldorfschule in Kings Langley, Großbritannien, konnte ein seit Jahrzehnten offen pädophiler Lehrer arbeiten, ohne dass das Kollegium reagierte. Es habe eine Kultur der Vertuschung gegeben und Eltern, die sich beschwerten, erhielten Drohbriefe von der Schule. 2018 wurde die Schule von der Regierung geschlossen. (Watford Observer, „Rudolf-Steiner-Lehrer entlassen„, 2019)


Täter-Opfer-Umkehr: Das Opfer hat immer selbst schuld – wegen seines Karmas

Zu Gewalt gegen Schüler hatte Rudolf Steiner ein ambivalentes Verhältnis, wie man in Ansgar Martins „Waldorfblog“ nachlesen kann. Mal hieß er Schläge gut, mal verurteilte er sie. Im Gesamtwerk Steiners findet sich aber auch der viel zitierte Satz:

Unter Umständen kann es auch einmal notwendig sein, daß man sogar ein bißchen prügelt.(Rudolf Steiner)

Wieder milder gestimmt setzte Steiner nach, dass man Schläge aber vermeiden solle. Vom karmischen Gesichtspunkt scheinen sie für Steiner aber immer unvermeidbar zu sein. Im Grundsatz gilt, dass der Geschlagene selbst Schuld hat an den Schlägen – und Schläge daher nicht ungerecht sein können:

„Wenn wir wirklich überzeugt sind von Karma, dann dürfen wir, wenn uns jemand eine Ohrfeige gibt, nicht sagen: Mir ist das unsympathisch, daß du mir diese Ohrfeige gibst! -, sondern man müßte sagen: Wer hat mir eigentlich diese Ohrfeige gegeben?

Ich selber, denn ich habe in mei­nem früheren Leben irgendeinmal etwas getan, was die Veranlassung gewesen ist, daß der andere mir diese Ohrfeige gibt, und ich habe nicht die geringste Ursache, ihm zu sagen, er tue mir Unrecht.” (Rudolf Steiner)

Diese Täter-Opfer-Umkehr ist bis heute zu finden. Das Kind soll den Grund für die Schläge erst einmal bei sich selbst suchen. Eine massiv gemobbte und drangsalierte Waldorfschülerin in Essen, Nordrhein-Westfalen, wurde 2016 von ihrer Schule gefragt: „Wieso sagen die anderen denn Schlampe zu Dir?“. Die Lehrer schützten das Kind nicht vor den Übergriffen anderer Kinder. Jedenfalls nicht mit Taten – aber auf ihre eigene, esoterische Art und Weise:

„Immer wenn M. sich meldet, umhülle ich sie mit Licht“, verriet etwa eine Pädagogin der Mutter.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, „Du hast keine Freunde, du bist ganz alleine“, 2016)


Waldorflehrer entscheiden, wie viel Mobbing das Kind verträgt

Waldorflehrer scheinen oft aus Glaubensgründen nicht gewillt zu sein, Mobbing und Gewalt gegen Schüler zu unterbinden – egal, ob sie nun von Schülern oder von Lehrern begangen werden.

Das Kind soll sein Leid ertragen – um sein „Karma zu reinigen“ und seine Entwicklung zu begünstigten. Im Februar 2019 wurde ein Fall bekannt, bei der ein Waldorf-Kindergarten aus diesem Grund die Kinder aktiv aufgefordert haben soll, sich gegenseitig zu mobben.

Wie viel dem Opfer geholfen wird, liegt laut einem Hand-Out einer kanadischen Waldorfschule alleine in der Einschätzung des Lehrers:

„Kann das Karma oder die Bestimmung eines Kindes das eines Opfers oder Tyrannen sein? (…) Für ein Kind, das Opfer wird, muss es die Rolle und Verantwortung des Lehrers sein, festzustellen, wie viel Opferhilfe gesund ist, damit das Kind durch die Erfahrung gestärkt werden kann.“ (Alan Howard Waldorf School, „Bullying Presentation to faculty„, 1999)


Waldorfschule: Pädagogische Schriften empfehlen 40 Jahre lang „kräftige Ohrfeigen“

In der Ausbildung von Waldorflehrern steht dem angehenden Lehrer anthroposophische Literatur zur Verfügung. Allen voran genannt sei hier das Buch „Die Strafe in der Selbsterziehung und in der Erziehung des Kindes“ von Erich Gabert. Gabert war der letzte noch von Rudolf Steiner persönlich an die Waldorfschule berufene Lehrer. Sein Buch ist mehr als 40 Jahre lang (von 1951 bis 1993) als Band 1 der Schriftenreihe der „Pädagogischen Forschungsstelle“ beim Bund der Freien Waldorfschulen erschienen. Es ist davon auszugehen, dass das Buch vielen noch immer als Nachschlagewerk dient.

Bestrafungen, so der Autor, seien immens wichtig. Diese müsste zwar immer angepasst werden an das jeweilige Vergehen, in vielen Fällen sei aber der Schmerz – auch durch körperliche Bestrafung – ebenso wichtig. Der Schmerz habe eine „seelisch reinigende und zugleich eine das Bewußtsein aufweckende und aufhellende Wirkung“:

Schmerz – der treue Freund des Menschen

„Und so ist der Schmerz in der Tat als der große Gewissenserwecker der strenge und harte, aber echte und treue Freund des Menschen“. (Erich Gabert, „Die Strafe“, S. 18)

Auch bei Gabert wird die Schuld für die Schläge bei Opfer gesucht, nicht beim Täter

„Das Kind kommt unter Tränen gelaufen und klagt: ‚Der (oder die) hat mich geschlagen!“. Der unbedachte Erwachsene wird aufgeregt werden, er wird eingreifen und zanke. Es bewährt sich aber fast immer, zunächst einmal ruhig die Frage zu stellen: ‚Und was hast Du vorher getan?‘“ (Erich Gabert, „Die Strafe“, S. 51)

Auch Rudolf Steiner war wie erwähnt der Auffassung, dass der Geprügelte auf Grund seines Karmas selbst Schuld trägt:

„Dagegen beim Schmerz, da waren unsere Taten meist so, daß wir ihn verdient haben, daß wir die Veranlassung immer in den gegenwärtigen oder früheren Lebensläufen finden.“ (Rudolf Steiner über „Stockhiebe“)

Keine Sentimentalitäten!

Sentimental sollte man, so Gabert, beim Schlagen jedoch nicht sein:

„Besonders arg werden die Verhüllungen und Maskierungen, wenn sich das Gefühlvolle, das Sentimentale in die Strafe einmischt. Wenn etwa dem Kinde, das Schläge bekommt, gesagt wird: ‚Es tut mir ja viel weher als dir, aber…‘ (…). Es darf nun und nimmer ausgesprochen werden.“ (Erich Gabert, „Die Strafe“, S. 55)

Das entspricht auch der Ansicht Rudolf Steiners, Ohrfeigen sollten den nötigen „Eindruck“ machen:

„Man gibt physische und astrale Ohrfeigen. Es ist eigentlich gleich, welche man gibt. Aber Ohrfeigen darf man nicht sentimental geben. (…) Die Fruchtbarkeit des Unterrichts hängt ab von der Totalität des Eindrucks, den die Lehrer auf die Kinder machen. ” (Rudolf Steiner)

Folgerichtig empfiehlt das Buch der „Freien Waldorfschulen“, nicht viel zu reden, sondern zur „Wiederherstellung der Ordnung“ „kräftige Ohrfeigen“ zu verteilen:

Ordnung herstellen mit kräftigen Ohrfeigen

„Ein sonst gutartiger Junge ist einmal roh und gewalttätig gegen seinen Bruder oder Spielkameraden geworden. Ein Erwachsener, der dazukommt, macht dem, ohne viel zu reden, mit einer kräftigen Ohrfeige ein Ende. Der Junge braucht nur durch den plötzlichen Schmerz und Schreck schnell aufgeweckt, gleichsam wieder zu sich selbst und zum Bewußtsein gebracht zu werden, und er kann nicht mehr verstehen, wie er etwas so Häßliches hatte tun können. (…) Die moralische Ordnung ist wiederhergestellt, und alles scheint wieder im rechten Geleise.“ (Erich Gabert, „Die Strafe“, S.64)

Gabert zitiert im weiteren Verlauf eine „ältere Waldorflehrerin“, die in der Schule „um sich geschlagen habe, wie schon seit ihren Kindertagen nicht mehr“, und kommt zum Fazit:

„Es kann durchaus Notwendigkeiten geben für körperliche Strafen, und auch gute Resultate können daraus entspringen.(Erich Gabert, „Die Strafe“)


Liegt der Grund für die Gewalt auch in der Rolle des Waldorflehrers?

Wie erklärt sich diese Gewalt? Sind Lehrkräfte, die bereit sind, an einen Hellseher und seine Eingebungen aus „höheren Welten“ zu glauben, eher mental instabil?

Liegt es an der besonderen Rolle eines Waldorflehrers, der ja zur Aufgabe hat das „Karma“ des Kindes zu erkennen und zu leiten?

Liegt es an der unzureichenden pädagogischen Ausbildung? In vielen deutschen Bundesländern ist für Waldorf-Lehrkräfte kein Staatsexamen vorgeschrieben Es reicht die Teilnahme an anthroposophischen Esoterik-Seminaren („Waldorfseminaren“) als „Ausbildung“ für Lehrkräfte aus. So beschreibt Andrè Sebastiani in seinem Buch „Anthroposophie„, dass in Rheinland-Pfalz in 2012 nur „rund die Hälfte der Lehrkräfte an Freien Waldorfschulen über ein Staatsexamen“ verfügten:

Man muss kein ausgewiesener Kenner der Anthroposophie sein, um festzustellen, dass sich dieser Bildungsgang darin erschöpft, die anthroposophische Esoterik an die angehende Waldorflehrkraft zu bringen. Die unterschiedlichen Perspektiven von Pädagogik, Entwicklungspychologie oder Fachdidaktiken wissenschaftlicher Prägung fehlen vollständig.“ (Andrè Sebastiani, „Anthroposophie. Eine kurze Kritik.“, 2019)

Ist eine Waldorflehrkraft eher überfordert, da sie als einzige Lehrkraft einer Klasse für einen Zeitraum von 8 Jahren unter enormen Druck und oft in der Kritik steht?

Liegt es an dem von Rudolf Steiner begründeten Bild des „hochverehrten Lehrers„, der unter keinen Umständen kritisiert werden darf? An dem Bild eines Lehrers, der einem König, ja fast einem Gott gleichkommt?

Ein Zittern der Ehrfurcht befällt [den achtjährigen Knaben], da er die Klinke der Türe drückt, hinter welcher der Verehrte sichtbar werden wird. Die schönen Gefühle, die ein solches Erlebnis hervorbringt, gehören zu bleibenden Errungenschaften des Lebens. 

Und glücklich ist derjenige Mensch zu preisen, der fortwährend zu seinen Lehrern und Erziehern als zu seinen selbstverständlichen Autoritäten aufzuschauen vermag.“ (Rudolf Steiner)

Den Klassenraum soll das Kind betreten „wie ein Heiligtum“:

Es wird dem Kinde Ehrfurcht und Scheu eingeflößt, die ihm verbietet, irgend­einen Gedanken von Kritik oder Opposition der verehrten Person gegenüber aufkommen zu lassen.“ (Rudolf Steiner)

Der Autor Klaus Prange jedenfalls ist sich der Rolle des Lehrers als „absoluter Monarch“ gewiss:

In der Waldorfschule herrscht der Lehrer; er ist König, absoluter Monarch und an keine Konstitution gebunden außer seiner Wesenserkenntnis, gegen die es keine Appellation und keine Berufung gibt.“ (Klaus Prange, „Erziehung zur Anthroposophie. Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik“. Bad Heilbrunn, 1985).

Es scheint eine unglückliche Mischung zu sein:

Überforderte, zum Teil schlecht ausgebildete Lehrer, ausgestattet mit einer an Größenwahn gemahnenden Selbstüberschätzung.

Lehrkräfte, die als verschwiegene „karmische Schicksalsgemeinschaft“ gemeinsam die Schule leiten und sich abschotten.

Ein geschlossenes Glaubenssystem, dass keine Kritik von außen akzeptiert und jegliche inhaltliche Mitbeteiligung als Einmischung versteht.

Und das Bild eines Kindes, dass von Geburt an schuldig ist und das Strafen, auch körperliche, für seine Entwicklung braucht.


4 Gedanken zu “„Kräftige Ohrfeigen“ – Über Gewalt an Waldorfschulen

  1. „Aus der Sicht der Waldorfpädagogen scheint das Reden über Gewalt schlimmer zu sein, als die Gewalt selbst.“ So habe ich es auch an der Waldorschule meiner Kinder in Frankreich empfunden ! Das ist die Zensur.
    Es wird mir immer klarer, warum mehrere Lehrer auf Bestrafungen und körperlichen Züchtigungen zugriefen, auch wenn es nicht so schlimm ist, wie in dem Artikel. Sei es die Schühler an der Tür zu bestrafen, was auf den staatlichen Schulen in Frankreich verboten ist – der Klassenlehrer meinte zu mir, es sei fast pedagogisch (!?) -, einen Schüler zu bedrohen nichts zum Mittagessen in der Kantine zu bekommen, was sogar z. T. umgesetzt wurde, die kleinen Haaren hinter den Ohren zu ziehen der Schüler gehorcht und hingeht wo der Lehrer ihn hinführt, Geld von den Schülern zu verlangen, die geflucht haben, Schüler in der Ecke stehen zu lassen oder an Schülern Klapse zu geben, und natürlich den Eltern davon nichts mitzuteilen. Zensur gibt es auch wieder : das Kind darf manchen Lehrern nach seine persönnlichen Mißgeschicke auf der Schule seinen Eltern nicht weitererzählen, die in der Unterrichtsstunde eingentlich schon geklärt wurden.
    Stehlen, Erpressung, Beleidigungen, Mobbing, sexuales Mobbing, körperliche und sexuale Angriffe unter Mitschülern werden nicht als Verbot dargestellt und es werden kaum Maßnahmen eingegriffen um sie zu verhindern. Es läge am Karma des Opfers und die unsittlichen Berühungen seien Körperentdeckung.
    Also ungefähr ähnlich verläuft es leider bei uns auch. Es ist schrecklich festzustellen, daß diese Mißhandlungsmethoden international verwandt werden.
    Vielen Dank für diesen Artikel der Erläuterungen bringt über die Entstehungsgeschichte der gewalttätigen Verfahren auf den Waldorfschulen.

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  2. Nachdem ich mich – nicht nur in diesem Blog – zum Thema Steiner/Antroposophie/Waldorfschulen etwas eingelesen habe, bin ich immer wieder entsetzt, dass ein nach außen bewusst harmlos präsentiertes Modell nach innen nach innen so autoritär und intolerant ist.
    Und wieviel von den Grauslichsten nicht nach außen dringt.
    „Was die Waldorfschulen? Sind doch harmlose Spinner…“
    Imho Sind sie das ganz und gar nicht.

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  3. Geschlagen (und anders körperlich gestraft) wurde zu meiner Zeit (1958-1969) auch. Nicht jeden Tag und nicht durch alle Lehrer, aber es war klar, dass es ein Teil des Systems war.

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