Jeder zweite AfD-Anhänger bricht Corona-Regeln

Eine Befragung von 2500 Bürgern durch das Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Tagesspiegels zeigt eine hohe Ablehnung von Corona-Schutzmaßnahmen bei Anhängern der rechtsextremen Partei AfD.

Die Befragung der Meinungsforscher im Auftrag von ‚Tagesspiegel Background‘ ergab, dass sich 61,9 Prozent der Deutschen in den letzten Wochen „auf jeden Fall“ an die Corona-Regeln im sogenannten „Lockdown“ wie zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen gehalten hätten. Dabei gäbe es aber deutliche Unterschiede zwischen den Wähler_innen der verschiedenen Parteien.

Mehr als die Hälfte der AfD-Wähler_innen ignoriert die Schutzmaßnahmen:

Frappante Unterschiede ergeben sich bei den politischen Einstellungen: So halten sich von den Befragten, die beabsichtigen, bei der Bundestagswahl die AfD zu wählen, nur 48,6 Prozent die Corona-Regeln ein. 31,4 Prozent brechen sie sogar permanent.“ (Der Tagesspiegel – „AfD-Anhänger brechen die Corona-Regeln am häufigsten„, 04.02.2021)

Am deutlichsten an die Regeln hielten sich CDU/CSU-Wähler_innen mit 97,4 Prozent, gefolgt von SPD-Wähler_innen mit 95,5 Prozent und den Grünen-Wähler_innen mit 91,4 Prozent. 

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Kanadische Studie: Vermischung von Alternativmedizin und der extremen Rechten

Eine Studie der UNESCO stellt eine ‚ungewöhnliche Verbrüderung‘ von Rechtsextremen mit Corona-Leugnern, Impfgegnern und Anhängern von Alternativmedizin fest. Vorläufige Ergebnisse zeigen eine gefährliche Vermischung verschwörungsgläubiger Szenen, die durch das Internet verstärkt wird.

Am UNESCO-Lehrstuhl für „Prävention von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus“ erforscht eine kanadische Studie die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen verschwörungsideologischen Szenen. Erste Ergebnisse der Untersuchungen unter der Leitung der Kommunikations-Professorin Marie-Ève ​​Carignan zeigen, dass die „Wechselwirkungen zwischen verschiedenen verschwörerischen ‚harten Kernen‚“ in der Bevölkerung seit der Pandemie deutlich stärker geworden sind. 

Rechtsextremistische, verschwörungsideologische und esoterische Inhalte vermischten sich immer stärker.

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Gutachten zu Pandemie-Leugnung und extremen Rechten

Gutachten zu „Pandemie-Leugnung und extreme Rechte in Nordrhein-Westfalen“ betrachtet Esoterik und Anthroposophie als festen Bestandteil der Demonstrationen gegen Corona-Schutzmaßnahmen.

Im November 2020 erschien das Kurzgutachten „Pandemie-Leugnung und extreme Rechte in Nordrhein-Westfalen“ vom Soziologen und Politikwissenschaftler Prof. Dr. Fabian Virchow und dem Sozialwissenschaftler Alexander Häusler für das Netzwerk Extremismusforschung „core-nrw“.

Die Autoren Virchow und Häusler erwähnen als Teilnehmer auf Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen unter anderem Esoteriker_innen und Impfgegner_innen aus der Anthroposophie. Als eine der Quellen dient Anthroposophie.blog.

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Der Aufstand der Provinz

Warum sind Demonstrationen gegen Corona-Schutzmaßnahmen gerade in Baden-Württemberg so stark? Teilnehmer seien „Esoteriker, Waldorf-Fans und Rechtsextreme“, so Katharina Thoms in einem Radiobeitrag für Deutschlandfunk Nova – Grünstreifen. Die Kritik an Poltik und Medien sei inzwischen zur Systemfrage geworden.

Das Thema: „Querdenken 711 – Wie sich das Weltbild der Hygiene-Aktivisten zusammensetzt„.

Der Antisemitismus-Beauftragte Michael Blume meint, dass die „Kritik gegen Wissenschaft“ bereits durch Wurzeln in Platonismus, Pietismus und der Anthroposophie Rudolf Steiners angelegt sei.

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Schwarz-Weiß-Rot-Schwäche: Herr H. sieht keine Nazis

Ausbilder für Waldorfpädagogen leugnet Rechtsextreme und Reichsflaggen bei Berliner Corona-Demos. Sollten Rechtsradikale mitgelaufen sein, störe ihn das nicht, sagt der Anthroposoph

Christoph J. Hueck ist eine gut vernetzte Figur der deutschen Anthroposophie, der esoterischen Weltanschauung des Hellsehers und Okkultisten Rudolf Steiner. Er war Geschäftsführer und Lehrer einer Waldorfschule, Professor an einer anthroposophischen Hochschule und ist Dozent für Waldorfpädagogik. Zudem ist Hueck Redakteur der anthroposophischen Zeitschrift Die Drei sowie Mitbegründer der Akanthos-Akademie für anthroposophische ‚Forschung‘.

Im Hessischen Rundfunk trat der Anthroposoph erst kürzlich als Verteidiger seines hellsichtigen Gurus Rudolf Steiner auf. Der sei wegen „rassistischer und antisemitischer“ Aussagen „immer wieder in der Kritik“, so „hr2“. Hueck jedoch verharmloste den Rassismus Steiners – den die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien bereits 2007 amtlich bescheinigt hatte – als „zeitgebundene“ und vereinzelte Äußerungen.

Menschen, die immer wieder diesen Vorwurf erheben, die wollen der Anthroposophie und der Waldorfpädagogik Böses.“ (Christoph Hueck in hr2 – „Steiners religiöser Kosmos – woran glauben Anthroposophen?„, 03. April 2020)

Rudolf Steiner soll also nicht rassistischer gewesen sein, als andere Zeitgenossen auch. Und auch bei den Querfront-Demonstrationen von Stuttgart bis Berlin, in denen der einflussreiche Anthroposoph teils selbst als Redner auftrat, konnte Hueck keinen Rassismus erkennen.

Handelt es sich um eine Schwarz-Weiß-Rot-Sehschwäche?

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Waldorf-Redakteur gegen „Gender-Rassismus“

Die Politsekte des Genderismus, die angetreten ist, das Individuum von der Identifikation mit seinen biologischen Geschlechtseigenschaften – also seiner Rassifizierung – zu befreien, zerstört nicht nur die Sprache, indem sie sie in ein byzantinisches Gestrüpp sinnwidriger Formeln zu pressen versucht, sie sperrt auch die Gesellschaft immer mehr in die Zwangsjacke des Geschlechts-Rassismus.“ (Lorenzo Ravagli)

Quelle: Der umstrittene Anthroposoph Lorenzo Ravagli auf seinem Blog über „Genderismus und Geschlechter-Apartheid„. Selbstredend wird in seinem Post auch der Okkultist und Waldorf-Schulgründer Rudolf Steiner zitiert. Auf die Verlinkung des Blogs wird hier verzichtet, die Quelle gibt es auf Nachfrage.

Hintergrund: Der Schweizer Lorenzo Ravagli ist Redakteur für das Waldorf-Hausmagazin „Erziehungskunst„. Sein Buchprojekt mit dem ehemaligen NPD-Spitzenfunktionär und Waldorflehrer Andreas Molau (Zitat: „Es gibt keinen Widerspruch zwischen der Waldorfpädagogik und der NPD„) musste er einstellen. Ravaglis neues Buch und seine Webseite werden vom Bund der freien Waldorfschulen im Internet beworben.

Steiners “Christengemeinschaft” und Ihre Nazis

Nicht nur die
,,Mainstream-Anthroposophen", sondern auch die anthroposophische
Gruppierung der ,,Christengemeinschaft’’ findet sich bei der [anthroposophischen GLS – Bank].

Die
,,Christengemeinschaft" beherbergte in ihren
Reihen Werner Georg Haverbeck, den Ehemann der zur Haftstrafe
verurteilten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (1909-1999) und den
Nationalsozialisten Friedrich Benesch (1907-1991), der in Siebenbürgen
an der Gleichschaltung und am Holocaust in leitender
Funktion beteiligt war.

2017 versuchte die ,,Christengemeinschaft’’ in
der Synagoge in Bistritz, Siebenbürgen, einen Vortrag zu Ehren Friedrich
Beneschs abzuhalten (Michael Debus: ,,Friedrich Benesch – ein
Zeitgenosse des 20. Jahrhunderts’’).

Dieser Vortrag
sollte ausgerechnet am 9.10.17, dem Holocaust Gedenktag in Rumänien, in
der Synagoge stattfinden. William Totok hat einen Radiobericht über
diesen Vorfall gesendet.  (RFI)

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Christengemeinschaft

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Benesch

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Georg_Haverbeck

https://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_Haverbeck

Quelle: http://www.rfi.ro/emisiunile-rfi-ro-98383-actualitatea-de-luni-9-octombrie-2017

Der Bericht Totoks fängt bei 35:30 min an und endet ungefähr bei 40:50 min (die gesamte Sendung dauert 44 min).

Wie antisemitisch war Rudolf Steiner?

“Es scheint hohe Zeit, dass sich die Bewegung gründlich mit ihrer
Geschichte und ihrem Guru auseinandersetzt. Es sind nämlich ohnedies
denkbar schlechte Zeiten für Anhänger des Esoterikers, der als Begründer
der Waldorf-Pädagogik gilt.


Dem Schweizer Lorenzo Ravagli, Redakteur des Waldorf-Journals
“Erziehungskunst – Zeitschrift zur Pädagogik Rudolf Steiners” ist vorgeworfen worden,
rassistische Standpunkte Steiners in unzumutbarem Maße zu
rechtfertigen. Ravagli habe in diesem Jahr mit dem
niedersächsischen NPD-Funktionär Andreas Molau, einem früheren
Waldorf-Lehrer, einen Text über das Verhältnis von nationalistischen
Ideen und der Lehre Rudolf Steiners verfasst

Hatte der Bund der Freien Waldorfschulen Mitte
November noch apodiktisch beschieden, es gebe keinen Rassismus in Rudolf
Steiners Werken, so hat die offenkundig um das Image des Idols besorgte
Nachlassverwaltung jetzt immerhin eingeräumt, viele Aussagen Steiners
würden “den heutigen Kriterien von Diskriminierungsbestimmungen nicht
entsprechen”.

Wenn das weniger windig und wenig formuliert worden
wäre, würde so etwas wie ein wirklicher Anfang der überfälligen
Aufarbeitung gemacht sein.” (Die Welt)

Quelle: Die Welt – “Wie antisemitisch war Rudolf Steiner?” von Hendrik Werner, veröffentlicht am 29.11.2007 (Artikel gekürzt).