Neues von der Querfront

Logo der Freien Waldorfschule Görlitz „Jacob Böhme“

Görlitzer Waldorflehrer schickt Email mit Verschwörungstheorien an Eltern. Die organisieren zusammen mit Lehrern eine Demonstration gegen Corona-Maßnahmen.

Während die Corona-Pandemie andauert, nimmt die Gegnerschaft gegen staatliche Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu. Bei regierungskritischen „Hygiene-Demos“ bilden sich erstaunliche Querfront-Bündnisse: links-alternative Haltungen und rechts-nationalistische Ansichten mischen sich mit esoterischen Positionen. Ihre gemeinsame Basis finden sie in Verschwörungserzählungen.

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Corona-Mythen aus der Anthroposophie

Genau wie die Anthroposophische „Medizin“ nach dem Hellseher Rudolf Steiner hilft eine Papiertüte auf dem Kopf nicht gegen das Corona-Virus

Über die Entstehung des Corona-Virus und seine medizinische Behandlung kursieren zahlreiche Mythen, Verschwörungstheorien und dreiste Erfindungen. Einige davon stammen direkt aus der esoterischen Glaubensgemeinschaft der Anthroposophie, die auf dem österreichischen Hellseher Rudolf Steiner basiert.

Die Anthroposophie ist insbesondere bekannt durch ihre esoterischen Waldorfschulen, die astrologische Anbaumethode „Bio-dynamik“ nach Demeter und die hellseherisch begründete, pseudowissenschaftliche „Anthroposophische Medizin„.

Mit Aussagen wie „Corona entsteht durch 5G“ oder „Globuli schützen gegen Viren“ erdreisten sich die Esoteriker, die grassierenden Fake News zur Corona-Krise mit ihren eigenen Thesen weiter zu befeuern.

Mehr und mehr werden die wirren Thesen der Anthroposophen auch auf die Straße getragen. Bei den Querfront-Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen finden sich neben Verschwörungsideolog*innen und Rechtsextremist*innen auch mehr und mehr Anthroposoph*innen.

Hier lest ihr unter anderem:

  • Anthroposophischer Mediziner in USA: 5G verursacht Corona
  • Anthroposophische Mediziner in Deutschland: Globuli gegen Corona
  • Zentrale anthroposophischer Medizin: Planeten verursachen Pandemien
  • Waldorfschule: Eurythmie gegen Corona
  • Waldorfkindergarten: Corona wegen Karma
  • Waldorf-Ausbilder: Corona-Virus ist harmlos
  • Waldorf-Magazin: Gegen die Corona-Panikmache
  • Anthroposophische Universität: Corona-Skepsis und Impfgegnertum
  • Waldorfschule Jena klagt erfolgreich gegen Maskenpflicht
  • Anthroposophische Medizinerin: Freiheitsrechte in Gefahr
  • Waldorf-Zeitung veröffentlicht wirren Mix aus Corona- Verschwörungen
  • Anthroposophie bei den Querfront-Demonstrationen
  • Anthroposophische Zeitschrift gegen „Mainstreammedien“

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„Kräftige Ohrfeigen“ – Über Gewalt an Waldorfschulen

Aus Waldorfschulen wird immer wieder von Gewalt berichtet – über Gewalt von Lehrern gegen Schüler. Gewalt gibt es auch in Waldorfkindergärten, durch die Hand von Erziehr*Innen, gegen Kinder. Ist das zwar bedauerlich, aber „normal“, weil Waldorfschulen und -Kindergärten ja auch nur ein Spiegel der Gesellschaft sind? Oder gibt es spezifische Gründe für Gewalt an diesen privaten esoterischen Einrichtungen, denen man so gerne wachsweiche „Kuschelpädagogik“ unterstellt?

Sicher ist: Gewaltvorwürfe behandeln die Waldorfeinrichtungen gerne nur im internen Kreis. Und sie wollen verhindern, dass diese Probleme nach außen dringen. Erheben Kinder oder Eltern offiziell Beschwerde, werden sie zum Problem. Sie werden eingeschüchtert, Verhören unterzogen – und nicht selten einfach aus den Schulen und Kindergärten geworfen. Aus der Sicht der Waldorfpädagogen scheint das Reden über Gewalt schlimmer zu sein, als die Gewalt selbst.


Gewalt hat bei Waldorfs Tradition – schon seit der ersten Waldorfschule

Lehrer-Gewalt war bereits an der allerersten Waldorfschule ein Thema: an der vom Hellseher und Okkultisten Rudolf Steiner gegründete Waldorfschule Stuttgart. Nach einer Reise zurückgekehrt fand Steiner die Schule chaotisch vor, denn Lehrer hatten Schülern Ohrfeigen gegeben, und die Elternschaft war aufgebracht. Steiner gab daraufhin die Anweisung, dass die Vorfälle verschwiegen werden sollten:

Geheimhaltung als Prinzip

Ich bin jetzt erst seit Stunden wieder da, aber ich habe schon so viel Geschwätz gehört, wer eine Ohrfeige gekriegt hat und so weiter; es geht schon ins Gren­zenlose, dieses Geschwätz durch die Leute hindurch, daß es mir schrecklich war. Nicht wahr, wir brauchen uns nicht zu kümmern, wenn es durch alle möglichen unrichtigen Fugen herauskommt. Da sind wir harthäutig dagegen; aber tragen wir nur ja nicht selber dazu bei. 

Schweigen wir über alles das, was wir handhaben in der Schule. Halten wir uns an eine Art Schulgeheimnis. (Rudolf Steiner, Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule, 1920)

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Gottgesandte Engels-Heilerin auf Waldorf-Tournee

Die Hellseherin Jana Haas ist ein Engels-Medium. Frau Haas kann die Aura von Menschen erblicken und empfängt „Engelsbotschaften“ direkt von den Erzengeln. Sie channelt außerdem zahlreiche Naturwesen und sogar Gott höchstselbst. In Ihren „Cosmogetic„-Kursen bildet sie „Cosmogetische Heiler und Berater“ aus, die für einen dreitägigen Lehrgang rund 4.000 Euro pro Kopf zahlen. Dort lernt man nicht nur, seine „Zellen zu Verjüngen“ – man bekommt auch die Botschaft seines individuellen Schutzengels mitgeteilt. Als Buchautorin, unter anderem für den rechts-esoterischen Kopp-Verlag, schreibt sie, zusammen mit Waldorflehrer und -Ausbilder Dr. Christian Schott, über ihre „Gespräche mit Engeln„.

Jana Haas spricht aber nicht nur mit Gott persönlich, nein: Sie ist auch eine gefragte Vortragsrednerin an deutschen Waldorfschulen. So sprach Haas über „Die Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen“ an der Waldorfschule Achberg, über „Den Seelenplan“ an der Waldorfschule Offenburg, über das „Heilen mit göttlicher Kraft“ an der Waldorfschule Überlingen, über „Jenseitige Welten“ an der Waldorfschule Wangen, über „Spiritualität in der Erziehung“ an der Waldorfschule Rottweil, über das „Wirken der Engel“ an der Waldorfschule Bodensee und über das „Mysterium der Bäume“ an der Waldorfschule in Offenburg. Weitere Stationen ihrer ausgedehnten Waldorf-Tournee findet man in ihrem Newsletter. Zusammen mit dem Verein „WIR – Waldorfschulen in Russland“ sammelt sie Geld für den Aufbau von weiteren Steiner-Schulen.

Bei den Anthroposophen ist sie also ein gern gesehener Gast und wurde auch im Jahresheft 2013 der Schweizer Anthroposophen interviewt, genauer: „Jana Haas befragt die Engel„.

Zwar gibt es viele Parallelen zum Hellseher Rudolf Steiner, der auch aura-sichtig war und Botschaften von Engeln erhielt – doch es gibt auch kritische Stimmen aus der Waldorf-Welt. So sei Haas laut den Autoren von Anthrowiki.at zwar ein „reines Engel-Medium“, sie könne aber im Gegensatz zum Gründer der Waldorfschulen die „jenseitige Welt nicht richtig beurteilen„. Der Grund dafür ist, dass bei Ihr – anders als Steiner – „keine Spur davon zu finden ist, dass sie den „Hüter der Schwelle“ getroffen hätte“. Und das ist bekanntlich laut Rudolf Steiners aus höheren Welten empfangener „Akasha-Chronik“ nicht weniger als die finale Schwelle, die ein okkulter Geheimschüler erst überschreiten muss.

Waldis suchen den Impfpass

“Die Impfrate an der Freien Waldorfschule Überlingen ist vergleichsweise
niedrig. Nach Masernfällen verwehrt das Gesundheitsamt jenen Schülern
und Lehrern, die keinen ausreichenden Impfschutz besitzen, vorübergehend
den Schulbesuch. Manche Eltern bringen direkt auf dem Amt ihre
Impfgegnerschaft zum Ausdruck.
(…)

Deshalb fanden am Freitag in allen Klassenräumen Kontrollen statt.
Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ließen sich Impfpässe oder Arztatteste
zeigen. Die Maßnahme wurde tags zuvor angekündigt, so dass die Schüler
reagieren und viele von ihnen von vorne herein zu Hause bleiben konnten.” (Südkurier)

Quelle: Südkurier – “Schulleitung der Waldorfschule zeigt sich bei Masern-Impf-Kontrolle kooperativ“, Zitat: “Welche Meinung die Waldorfschule, beziehungsweise das Leitergremium
hierzu offiziell vertritt, muss offen bleiben. Dazu gebe es keine
Stellungnahme, sagte Raymund F. aus der Geschäftsführung.

Siehe auch:

Erweiterte Suche: Steinerquotes zum Thema “Masern”

Drei Küsschen aus Vaterliebe

“Ein früherer Lehrer einer Berliner Waldorfschule ist
wegen sexuellen Missbrauchs an eigenen Kindern zu elf Monaten Haft auf
Bewährung verurteilt worden. Der 54-Jährige habe sich in drei Fällen
schuldig gemacht, begründete das Landgericht am Donnerstag sei Urteil.

Opfer des teilgeständigen Angeklagten seien in der Zeit
von 1997 bis 2004 ein Sohn und eine Tochter geworden. Weitere sechs
Vorwürfe seien eingestellt worden. Zudem sei der Missbrauch an einer
Stieftochter verjährt, hieß es im Urteil.

2011 hatte eine 24-Jährige Anzeige gegen den Vater
erstattet. Die Anklage hatte 14 Monate Haft auf Bewährung gefordert, der
Verteidiger maximal eine Geldstrafe.” (Berliner Morgenpost)

Quelle: Berliner Morgenpost – “Ex-Waldorflehrer wegen Missbrauchs eigener Kinder verurteilt“ / B.Z. Berlin – “Drei Küsschen aus Vaterliebe und Stolz auf die Schönheit meiner Tochter

Siehe auch bei Steinerquotes:

Verschwörungstheoretiker erneut an Waldorfschule eingeladen

steinerquotes:

“Ein von der SMV der Waldorfschule in Faurndau geplanter Auftritt des Verschwörungstheoretikers Ken Jebsen im Rahmen der Projekttage ist am Dienstag abgesagt worden. (…)

Nicht nur über den Anschlag auf das World-Trade-Center am 11. September 2001 behauptet Jebsen, dieser sei von der amerikanischen Regierung inszeniert worden. Jebsen [lässt] auch gerne andere Verschwörungstheoretiker zu Wort kommen. Bei antiamerikanisch und israelfeindlich geprägten “Mahnwachen für den Frieden” wettert der 48-Jährige gegen Zeitungen und vor allem die öffentlich-rechtlichen Medien, denen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise eine Hetzkampagne gegen Putin und Russland vorgeworfen wird. An den Treffen werden immer
wieder auch Rechte und sogenannte “Neurechte” sowie Esoteriker, die an Chemtrails glauben.
(…)

Ende 2011 war Jebsen vom Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) als Moderator entlassen worden. Zuvor hatte man ihm antisemitische Äußerungen vorgeworfen.“ (NWZ / Goppinger Kreisnachrichten)

Quelle: NWZ / Göppinger Kreisnachrichten – “Waldorfschule in Erklärungsnot”. Die Schülermitverwaltung der Freien Waldorfschule Filstal wollte den ehemaligen Waldorfschüler Ken Jebsen (Zitat: “Ich weis wer den Holocaust als PR erfunden hat” [sic]) im Rahmen der Projekttage als Referent u. a. zum Thema “Medien und Ihre Machenschaften” durchsetzen.

Jebsen war im letzten Jahr bereits auf Einladung der Freien Waldorfschule Überlingen zu einem Vortrag (Video) empfangen worden.

Waldorfschulen fielen in Vergangenheit auch durch rechtsradikale- bzw. den “Reichsbürgen” angehörige, bzw. den Holocaust leugnende Waldorflehrer auf.

Verschwörungstheoretiker erneut an Waldorfschule eingeladen

“Ein von der SMV der Waldorfschule in Faurndau geplanter Auftritt des Verschwörungstheoretikers Ken Jebsen im Rahmen der Projekttage ist am Dienstag abgesagt worden. (…)

Nicht nur über den Anschlag auf das World-Trade-Center am 11. September 2001 behauptet Jebsen, dieser sei von der amerikanischen Regierung inszeniert worden. Jebsen [lässt] auch gerne
andere Verschwörungstheoretiker zu Wort kommen. Bei antiamerikanisch und israelfeindlich geprägten “Mahnwachen für den Frieden” wettert der 48-Jährige gegen Zeitungen und vor allem die öffentlich-rechtlichen Medien, denen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise eine Hetzkampagne gegen Putin und Russland vorgeworfen wird. An den Treffen werden immer wieder auch Rechte und sogenannte “Neurechte” sowie Esoteriker, die an Chemtrails glauben.
(…)

Ende 2011 war Jebsen vom Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) als Moderator entlassen worden. Zuvor hatte man ihm antisemitische Äußerungen vorgeworfen.“ (NWZ / Goppinger Kreisnachrichten)

Quelle: NWZ / Göppinger Kreisnachrichten – “Waldorfschule in Erklärungsnot”. Die Schülermitverwaltung der Freien Waldorfschule Filstal wollte den ehemaligen Waldorfschüler Ken Jebsen (Zitat: “Ich weis wer den Holocaust als PR erfunden hat” [sic]) im Rahmen der Projekttage als Referent u. a. zum Thema “Medien und Ihre Machenschaften” durchsetzen.

Jebsen war im letzten Jahr bereits auf Einladung der Freien Waldorfschule Überlingen zu einem Vortrag (Video) empfangen worden.

Waldorfschulen fielen in Vergangenheit auch durch rechtsradikale- bzw. den “Reichsbürgen” angehörige, bzw. den Holocaust leugnende Waldorflehrer auf.

„Einzelfälle“

Es gibt in Deutschland laut dem Bund der freien Waldorfschulen im Januar 2015 genau 234 Waldorfschulen sowie eine entsprechend geringe Menge von Waldorfkindergärten.

Trotz der überschaubaren Anzahl häufen sich folgende Berichte:

Sexueller Missbrauch:

Rechtsextremismus:

Gewalt:

Sonstiges: