Rudolf Steiner – Unfehlbar oder Unzurechnungsfähig?

Rudolf Steiner. Begründer der Anthroposophie, der Waldorfpädagogik, der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, der anthroposophischen Medizin. Tausende Einrichtungen berufen sich auf ihn. Die von ihm initiierte Esoterik-Branche macht Umsätze in Milliardenhöhe.

Muss dieser Mensch, der Erfinder des anthroposophischen Glaubens, nicht unweigerlich ein Genie gewesen sein? Ein charismatischer Guru mit übermenschlichen, ja vielleicht sogar göttlichen Kräften? Oder war er einfach nur geisteskrank?

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Rudolf Steiner: Im wahrsten Sinne durchgeknallt

„Wenn Ihnen diese Zeilen vollkommen irrsinnig vorkommen, dann haben Sie schon recht. Sie stammen von niemand geringerem als von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie. Dieser Dr. Steiner war durchaus ein interessanter Mensch. Zunächst naturwissenschaftlich interessiert, bezeichnete er sich selbst als Anarchisten und Atheisten und promovierte an der Uni Rostock in Philosophie. Dann ganz plötzlich um 1902 kam es zu einer radikalen Wende seiner Ansichten, und er trat der Theosophischen Gesellschaft bei – einer okkult-esoterischen Mystikergruppe – und wurde durch seine dortige Vortragstätigkeit rasch zum Star.

Was war der Grund für diese radikale Wende? Manche Zeitgenossen unterstellten ihm finanzielle Gründe. Denn sobald er unter adeligen Damen Reden über esoterische Themen hielt, ging es ihm in Geldangelegenheiten bestens – er hatte ausgesorgt. Gutes Geschäftsmodell, auch heute noch, wie wir wissen.

Wahrscheinlicher aber ist, das Steiner – im wahrsten Sinn des Wortes – durchgeknallt ist. So erschien ihm Jesus Christus in einer Offenbarung. Aber nicht genug damit, er selbst [teil fehlt) und Goethe eine der beiden Reinkarnationen Jesus Christus. Und er glaubte, hellseherische Einsicht in ein imaginäres, okkultes tibetisches Buch, die „Akasha-Chronik“ zu haben.

Nach der aktuellen Version der International Classification of Diseases (ICD-10) litt Rudolf Steiner ganz offensichtlich unter einer wahnhaften Störung. „F22.0“ charakterisiert durch die Entwicklung eines einzelnen Wahns oder, in seinem Fall, mehrerer aufeinander bezogener Wahninhalte, die im allgemeinen lange, manchmal lebenslang andauern. Der Inhalt solcher Wahnsysteme ist sehr unterschiedlich, gelegentliche oder vorübergehende Halluzinationen schließen, besonders bei älteren Patienten, die Diagnose nicht aus, solange die Symptome nicht typisch Schizophren erscheinen.

Derartige wahnhafte Denksysteme, und ich glaube wir alle können ein Lied davon singen, finden sich bei vielen Menschen, die der Esoterik anhängen. Wir sollten daher durchaus vorsichtig sein, uns über solche Menschen lustig zu machen, die in vielen Fällen schwere psychiatrische Erkrankungen haben. Es entbehrt jedoch nicht einer gewissen Komik, dass der Wahn Rudolf Steiners so viele Anhänger gefunden hat. Steiner machte okkulte Karriere, wurde bald Präsident der Theosophischen Gesellschaft.“ (Erich Eder)

Quelle: Dr. Erich Eder, Biologe an der Universität Wien im Vortrag für „Das goldene Brett 2018“ (im Video ab ca. 01:15h)

Siehe auch: ICD-Code F22

Lieber Rudi, was ist ein Dreieck?

„Das Dreieck ist ein Symbolum im Kultus der Freimaurer. (…) Die Symbolik ist im Weltall begründet, sie ist irgendwo da. (…)

Alle Teile unseres physischen Leibes sind aus den höheren Kräften heraus gestaltet. Einer der wunderbarsten Teile ist das menschliche Auge. Atma, Budhi, Manas haben daran gewirkt. Wir
müssen wissen, daß deren Kräfte verbor­gen liegen in dem Auge (Diese drei Kräfte werden wiedergegeben in dem Dreieck.).

Aber worauf fällt es? Auf den Schleier, den Ahriman über alles gebreitet hat, wiederzugeben in den Wolkenlinien. Auf dem Monde haben wir den Astralleib eingegliedert bekommen, dahinter wirkt Ahriman. So bedeuten diese Wolkenlinien den Astralleib.(…) So wie diese Zeichnung sieht das menschliche Auge eigentlich aus.“ (Rudolf Steiner)

Quelle: Rudolf Steiner Gesamtausgabe Band 265, S.330f.

tl;dr: Rudolf Steiner soll das Dreieck erklären und faselt daraufhin weitumfassend von Freimaurern, Atma, Budhi und Manas, dem Weltall und dem Mond, dem Dämon Ahriman sowie Astral- und Ätherleiben. Man kann davon ausgehen, dass Rudolf Steiner schizophren war.

Bild: Gemeinfrei: https://de.wikipedia.org/wiki/Auge_der_Vorsehung#/media/File:MasonicEyeOfProvidence.gif

Rudolf Steiners schizoide Persönlichkeitsstörung

„Schon in früher Kindheit, so die Legende, sei Steiners “primäre Erfahrung die der Welt des Seins hinter der sinnlichen Welt“ gewesen.

Demnach hätte der junge Steiner übersinnliche Fähigkeiten besessen. Aus heutiger psychiatrischer Sicht würde man die Symptome, die er als junger Erwachsener entwickelte, allerdings als Hinweise auf den Beginn einer schizoiden Persönlichkeitsstörung interpretieren.“ (Colin Goldner)

Quelle: Süddeutsche Zeitung – „Anthroposophische Heilkunst, offenbart in mystischer Schau

Siehe auch:

Der Psychiater Wilhelm Lange-Eichbaum über den schizophrenen Rudolf Steiner

Colin Goldner bei Steinerquotes

Hellsehen für Dummies – Höre verborgene Wesenheiten

„Der
Geheimschüler hört auf die Stimmen in seinem Innern, die in den Augenblicken
der Ruhe zu ihm sprechen; er pflegt im Innern Umgang mit der geistigen Welt.

Er weist alles ab, was ihn an solche Eindrücke von
außen erinnert die ruhige Beschaulichkeit im Innern, die Zwiesprache mit der
rein geistigen Welt füllt seine ganze Seele aus.

Er muss lieben lernen, was
ihm der Geist da zuströmt. Bald hört er dann auch auf, diese Gedankenwelt als
etwas zu empfinden, was unwirklicher sei als die Dinge des Alltags, die ihn
umgeben. Er fängt an, mit seinen Gedanken umzugehen wie mit den Dingen im
Raume.

Er erfährt, dass sich Leben in dieser
Gedankenwelt ausspricht. Er sieht ein, dass sich in Gedanken nicht bloße
Schattenbilder ausleben, sondern, dass durch sie verborgene Wesenheiten zu ihm
sprechen.“ (Rudolf Steiner)

Quelle: Der
Hellseher und Okkultist Rudolf Steiner über „Innere Ruhe“ in „Wie
erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?
“, „Bedingungen“, Gesamtausgabe Band 10, Seite 19.

Die komplette Anleitung zur Hellseherei für jedermann: Rudolf Steiner – Hellsehen für Dummies

Der schizophrene Steiner

“Wie unzählig andere
Schizophrene vor und nach ihm hat Rudolf Steiner in seiner Psychose das
Erlebnis des Sterbens gehabt. Es unterscheidet ihn von vielen Kranken, daß ihm
die Kraft blieb, dieses Erlebnis darzustellen und so zu objektivieren, daß
gerade der davon handelnde Teil seiner Werke die größte Anziehungskraft auf
seine Anhängerschaft ausübte. Er erlebt ja seine höheren Welten wirklich, er
steht offenbar in offener (halluzinatorischer) Sinnenverbindung mit ihnen und
erfährt daher fortwährend etwas Neues.

Steiner litt an jener besonderen
Verlaufsform der Schizophrenie, deren verschiedene Varianten Emil Kraepelin
unter dem Namen Paraphrenien zusammenfaßte: Paraphrenia expansiva, confabulans
und phantastica. Alle drei Untergruppen erfüllt Steiner in ihren
Merkmalen.” (Wilhelm Lange-Eichbaum)

Quelle: Der Psychiater
Wilhelm Lange-Eichbaum

in
Genie, Irrsinn und Ruhm, in 11 Bdn., Bd.7, Die Philosophen und Denker”,
München/Basel 1967/1979, S. 534

Die Schizophrenie Rudolf Steiners

“Steiner sah kosmische Kräfte im organischen Dünger, also Tiermist und
Gründüngung wirken, und Landwirtschaft sollte im Einkang mit
„kosmischen Gesetzen“ stehen: Der Apfel gehörte zum Beispiel zum Planet
Jupiter. Nur Lebewesen könnten die kosmischen Kräfte weiterleiten, und
deshalb lehnte er Mineraldünger ab.

Die biologisch-dynamische Landwirtschaft in anthroposophischer
Variante basiert auf Steiners Idee. Menschen entwickeln sich bei Steiner
durch Reinkarnationen weiter, die von „Planetenzeitaltern“ abhängig
sind. Das lehrte ihn angeblich die „Akascha-Chronik“, die nur ihm von
übersinnlichen Wesen offenbart worden war.

Als dermaßen „Auswerwählter“ propagierte er unantastbare „Wahrheiten“
über Landwirtschaft, „Rassen“, Medizin und Schule, die den aufgeklärten
pädagogischen Erkenntnissen seiner Zeit ebenso widersprachen wie der
auf empirischen Belegen basierenden modernen Medizin.

Laut Steiner gab es keine Evolution, sondern die „Menschenrassen“
hätten sich nacheinander auf sieben Planeten vollzogen, und diese
Planeten bestimmten ihre Eigenschaften. Dabei bildeten sich „Überrassen“
heraus, nämlich die „Atlantier“ und die weißen Europäer, die „Arier“,
als geistige Rassen.

Nach Ostasien seien die Menschen ohne Ich-Bewusstsein ausgewandert,
und die Triebgesteuerten ohne Intellekt seien die „Neger“ geworden. Über
dunkelhäutige Afrikaner „wusste“ er: „Weil er das Sonnige an der
Oberfläche in seiner Haut hat, geht sein Stoffwechsel so vor sich, wie
wenn er in seinem Innern von der Sonne gekocht würde. Daher kommt sein
Triebleben.“

Solche Fantasien kennen wir von Fieberkranken, oder auch von paranoid
Schizophrenen in akuten Psychosen. Tatsächlich diagnostizierten spätere
Psychologen bei Steiner eine schizophrene Erkrankung.”
(Dr. Utz Anhalt)

Quelle: Heilpraxis.net – “Germanische Medizin –
Braunes Gift in der Naturmedizin

Die Wundmale Jesu und das Jupiter-Dasein

“Eine Anhängerin Rudolf Steiners behauptet, die Wundmale Jesu zu tragen. Auch habe sie seit Jahren nichts gegessen. (…)

Mit [Steiners] Ideen erklärt sie auch die
verstörenden Vorgänge an sich selbst. Demnach müsse der stigmatisierte
Körper ‘
derjenige Leib sein, der den Menschen über die Erdentwicklung
hinaus in das Jupiter-Dasein trägt.’” (Der Spiegel)

Quelle: Der Spiegel – ”Esoterik: Vier Jahre Nulldiät“ über die Anthroposophin Judith von Halle.

Siehe auch:

Rudolf Steiner: “Auf der Meisterschaftsstufe bedarf der Meister keiner festen Nahrung.” (GA 266a, S. 560ff)

Rudolf Steiner: “Alsdann kommen dem Schüler die okkulten Kräfte zum
Bewußtsein, die in seinem Körper schlummern. So kann er im Verlauf
seiner Meditation die Stigmata auf seiner Haut hervorrufen.
” (GA94, S.58)

Aurasichtige Hellseher und die Zukunftsmenschen

„Was zum Beispiel heute der Hellseher als eine Licht- und Farbenwolke um den physischen Menschenkörper herum sieht als sogenannte «Aura», das wird sich später in eine physische Form verwandeln; und andere Sinnesorgane als die heutigen werden dem Zukunftsmenschen die Fähigkeit geben, die anderen Formen wahrzunehmen.

Der Hellseher aber sieht eben die geistigen Vorbilder der späteren Sinneswesen (also zum Beispiel die Aura) mit seinen geistigen Sinnen schon heute. Ihm ist ein Blick in die Zukunft möglich, von dessen Eigenart allerdings nur sehr schwer eine Anschauung durch die heutige Sprache und für die gegenwärtigen menschlichen Vorstellungen gegeben werden kann.“ (Rudolf Steiner)

Quelle: Rudolf Steiner – “Aus der Akasha-Chronik” (Gesamtausgabe Band 11, S.159). Steiner konnte nach eigenen Angaben nicht nur Hellsehen, sondern auch Hellriechen, Hellhören und Hellschmecken.

Die Erde wird als Planet Vulkan reinkarnieren… nicht.

“Der letzte Planet, der noch in die Reihe der irdischen Verwandlungen
gezählt werden kann, der also auf die Venus folgt, wird von der
Geheimwissenschaft «Vulkan» genannt. Auf diesem Planeten wird das
vorläufige Ziel der Menschheitsentwickelung erreicht. Der
Bewußtseinszustand, in welchen da der Mensch eintritt, wird die
«Gottseligkeit» oder auch das spirituelle Bewußtsein genannt. Der
Mensch wird es nach Wiederholung der sechs vorhergehenden Stufen auf dem
siebenten Vulkankreis­lauf erlangen. Über das Leben auf diesem Planeten
kann öffentlich nicht viel mitgeteilt werden. In der
Geheimwissenschaft spricht man von ihm so, daß man sagt:

«Über den
Vulkan und sein Leben sollte von keiner Seele nachgedacht werden, die
mit ihrem Denken noch an einen physischen Körper gebunden ist.» Das
heißt, es können nur die Geheimschüler der höheren Ordnung über den
Vulkan etwas erfahren, die ihren physischen Körper verlassen dürfen und
außerhalb desselben übersinnliche Erkenntnisse sich aneignen können.” (Rudolf Steiner)

Quelle: Rudolf Steiner – “Aus der Akasha-Chronik” (Gesamtausgabe Band 11, S.159f) über die Reinkarnation des Planeten Erde als Planet Vulkan. Steiners Vision der kommenden Menscheitsentwicklung wird dadurch erschwert, dass der hypothetische Planet Vulkan nicht existiert.