Waldorfschule USA: Probleme mit Rassismus und Diskriminierung

Philadelphia: Eltern aus People of Color-Familien beklagen laut einem Bericht der Philadelphia Tribune „Diskriminierung und zügellosen Rassismus“ an der örtlichen Waldorfschule

Hier geht es nicht um enttäuschte Erwartungen, Missverständnisse oder sich gelegentlich äußernden Rassismus“, schrieb eine Gruppe
namens „Concerned Parents of Color“ (Besorgte Parents of Color) in einem Brief an die Verwaltung der Privatschule im frühen Sommer.

„Es ist ein durchgängiges Muster, das eine Art Sabotage unserer bisherigen Bemühungen um eine Verantwortlichkeit darstellt. Da unsere individuellen Beschwerden nicht gehört wurden, kommen wir als Gruppe zu Ihnen in der Hoffnung, dass Sie unseren Schmerz glaubwürdiger finden werden. Wir fordern Maßnahmen von denen, die Autorität, Einfluss und Gewissen haben.“ (Philadelphia Tribune – „Concerned parents speak up about racism, discrimination at Waldorf School of Philadelphia„, 15.08.2020)

Die Eltern haben Dutzende von Vorfällen aufgelistet, die Schüler oder ihre Familien in den letzten Jahren persönlich erlebt haben. Darunter fällt auch Schulpersonal, dass bei Schulveranstaltungen Sitzplätze in den ersten Reihen nur für Weiße Familien reserviert. Seit langem würden Teile der Elternschaft ausgegrenzt und ignoriert.

Ausgegrenzt, ignoriert, angebrüllt

Die Beschwerden von PoC-Familien seien ignoriert worden oder man habe ihnen einfach nicht geglaubt. Ein Lehrer hätte Schwarze Eltern in Anwesenheit der Schulleitung sogar „angebrüllt“, ohne dass das Konsequenzen gehabt habe. In der Schule gäbe es eine lange Tradition, Schwarze Familien als Eltern „zu verlieren“. Häufig käme es zu Mikroaggressionen: PoC würden in der Schule wortlos angestarrt, jede Unterhaltung mit ihnen würde verweigert.

Die „Besorgten Eltern“ haben die Schule jetzt aufgefordert, Maßnahmen zur Beseitigung der Probleme zu ergreifen. Sie fordern unter anderem die Entwicklung eines Plans zur Rechenschaftspflicht bei der Bekämpfung von Diskriminierung, die verstärkte Behandlung von Themen wie Diversity in Lehrer- und Schulbewertungen sowie eine veränderte Struktur des Schulkuratoriums, damit die Schulführung einen besseren Überblick bekommt und leichter zur Verantwortung gezogen werden kann.

Schulverwaltung will nun Abhilfe schaffen, Eltern bleiben skeptisch

Die Schulverwaltung gab an, sie sei „dankbar“ für den Brief der Eltern und „zutiefst betrübt, von den erlittenen Verletzungen zu erfahren“. Man habe sich verpflichtet, diesen Verletzungen nachzugehen und die interne Anti-Rassismus-Arbeit zu verbessern, so Geschäftsführer Anthony deGuzman.

Brendon Jobs, Vizepräsident des Kuratoriums der Waldorfschule, sagte, man habe einstimmig beschlossen, die Vorschläge der Eltern umzusetzen und noch bis zum Schulstart im September Abhilfe zu schaffen. Die Lehrkräfte hätten in den letzten Jahren bereits an Kursen wie „Wie man ein Antirassist ist“ und „Rassismus rückgängig machen“ teilgenommen.

Manche Eltern sind skeptisch: „Die Notwendigkeit, die Waldorfpädagogik so weiterzuentwickeln, dass sie für schwarze Kinder und schwarze Eltern sicher ist, hat gibt es schon lange“, so Waldorf-Elternteil Rolando Brown. Brown zweifelt an der Aufrichtigkeit der Reaktion der Waldorfschule und kritisiert, dass die Lehrer bei dieser Diskussion überhaupt nicht einbezogen würden.

Probleme unter den Teppich gekehrt

An der Waldorfschule, die ein Schulgeld von bis zu 18.200 Dollar pro Jahr verlangt, sind rund 70% der Schüler und 80% des Personals Weiße. Schwarze Eltern der Schule treffen sich seit Jahren zu Gesprächskreisen, um Diskriminierung und Rassismus zu debattieren. Die Schwarze Waldorfmutter Janelle Avant bezeichnet die Missstände als schwerwiegend, doch sie sei „ermüdet vom Umgang“ damit: Die Probleme würden „unter den Teppich gekkehrt“.

Als Avants Kind von einem Mitschüler ins Gesicht gespuckt wurde, hätte der Lehrer gesagt: Das glaube ich nicht. Ein Schwarzes Kind mit ADHS wäre aufgefordert worden, die Schule zu verlassen, Weiße Kinder mit derselben Verhaltensstörung jedoch nicht. Bei einem Schulkonzert hätten Schwarze Eltern die vorderen Sitzreihen wieder verlassen müssen, da diese für Weiße Eltern reserviert waren. Ein Vater, der sich darüber beschwert hatte, sei vom Lehrer bei einem persönlichen Gespräch „angebrüllt“ worden – weder die Geschäftsleitung noch die anwesende „Diversity“-Fachkraft wären dagegen eingeschritten.

Manche Eltern wollen gehen, andere wollen kämpfen

Es gäbe an Schulen eine Art geheimer Agenda, so die pädagogische Beraterin der Familie des von ADHS betroffenen Mädchens, Caryn Rivers.

Es scheint eine unausgesprochene Auffassung davon zu geben, wer die richtige Art von Kind ist und wer nicht.“ (Philadelphia Tribune – „Concerned parents speak up about racism, discrimination at Waldorf School of Philadelphia„, 15.08.2020)

Das Problem führt sie auch eine selektive Aufnahmepolitik amerikanischer Schulen zurück – diesem Vorwurf habe sich auch Waldorf zu stellen. Die anhaltenden Probleme mit Diskriminierungen hätten einige der Eltern erwägen lassen, die teure Privatschule zu verlassen. Andere wollten bleiben, und helfen, das System zu verbessern, so Rivers:

An der Schule gibt es eine Tradition von Schwarzen Kindern, die Schule zu verlassen. Bis die Waldorfschule ein Ort ist, an den Schwarze Kinder kommen und bleiben, gibt es noch mehr zu korrigieren. (…)

Jeder sollte sich dafür einsetzen, dass die Waldorfschule von Philadelphia ist ein sicherer Ort für Schwarze Kinder und Schwarze Eltern ist.“ (Philadelphia Tribune – „Concerned parents speak up about racism, discrimination at Waldorf School of Philadelphia„, 15.08.2020)


Hinweis: Zitate und Zuschreibungen sind aus dem Amerikanischen übernommen. Ich folge bei der Übersetzung den Empfehlungen von Amnesty International und der braune mob e.V., Zuschreibungen wie „Weiß“ und „Schwarz“ durchgängig groß zu schreiben. Die Initiative „der braune mob“ schreibt: „Es geht nicht um ‚biologische‘ Eigenschaften, sondern um gesellschaftspolitische Zugehörigkeiten.“


Weiterlesen?

Anthroposophie.blog zum Thema „Waldorfschule International“. An den esoterischen Privatschulen, die auf den Schulgründer und Hellseher Rudolf Steiner zurückgehen, gibt es weltweit ähnliche Probleme, beispielsweise mit Gewalt und Geheimhaltung, Rassimus und Mobbing.

In Rudolf Steiners Schriften hatte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften in 2007 Passagen gefunden, die als „Rassen diskriminierend“ einzustufen seien, „weil der Autor darin Menschen verschiedener ethnischer Herkunft aufgrund körperlicher Merkmale in unterschiedliche Wertungsstufen einteilt.“


10 Gedanken zu “Waldorfschule USA: Probleme mit Rassismus und Diskriminierung

  1. „When you’re born into this world, you’re given a ticket to the freak show. If you’re born in America you get a front row seat.”

    George Carlin

    Waldorf ist eine „freak show“. Wissen wir. Aber wie verrückt ist es, für eine Veränderung der Waldorfschule zu „kämpfen“?

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    • … die Idee der Anthroposophie und Waldorfpädagogik ist – kurz gesagt – Schwarzen oder anderen PoC durch Persönlichkeitsbildung / Pädagogik die Chance zu geben, sich weiterzuentwickeln, und dann irgendwann als „Weisser“ inkarniert zu werden …

      wie crazy muss man sein, sich als PoC auf so etwas einzulassen?

      Und das nicht wahrzunehmen, Zitat Rudolf Steiner: „Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. (…) Und so ist es wirklich ganz interessant: Auf der einen Seite hat man die schwarze Rasse, die am meisten irdisch ist. Wenn sie nach Westen geht, stirbt sie aus. Man hat die gelbe Rasse, die mitten zwischen Erde und Weltenall ist. Wenn sie nach Osten geht, wird sie braun, gliedert sich zu viel dem Weltenall an, stirbt aus. Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse. (…) Und so werden in der Zukunft gerade aus den Rasseeigentümlichkeiten solche Dinge hervorgehen, die man kennen muss, damit man sich richtig hineinstellt ins Leben.“ (Rudolf Steiner, „Vom Leben des Menschen und der Erde. Über das Wesen des Christentums“, GA 349)

      zitiert aus: „Offener Brief an Henning Kullak-Ublick vom ‘Bund der Freien Waldorfschulen’: Anthroposophie und Rassismus“, https://hpd.de/artikel/anthroposophie-und-rassismus-18249

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  2. Nachstehend ein Steiner-Zitat, welches für sich selbst spricht und den kruden Rassismus des Anthroposophen-Gurus aufs trefflichste illustriert :

    „Neulich bin ich in Basel in eine Buchhandlung gekommen, da fand ich das neueste Programm dessen, was gedruckt wird: ein Negerroman, wie überhaupt jetzt Neger allmählich in die Zivilisation von Europa hineinkommen ! Es werden überall Negertänze aufgeführt, Negertänze gehüpft. Aber wir haben ja sogar schon diesen Negerroman. Er ist urlangweilig, greulich langweilig, aber die Leute verschlingen ihn. Ja, ich bin meinerseits davon überzeugt, wenn wir noch eine Anzahl Negerromane kriegen und geben diese den schwangeren Frauen zu lesen, in der ersten Zeit der Schwangerschaft namentlich, wo sie heute ja gerade solche Gelüste manchmal entwickeln können – wir geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, da braucht gar nicht dafür gesorgt werden, dass Neger nach Europa kommen, damit Mulatten entstehen; da entsteht durch rein geistiges Lesen von Negerromanen eine ganze Anzahl von Kindern in Europa, die ganz grau sind, Mulattenhaare haben, die mulattenähnlich aussehen werden.“
    (Rudolf Steiner; GA 348, S. 185)

    Noch Fragen ?

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    • @ René Edward Knupfer

      … ja, ich hab da noch eine Frage (siehe auch meinen Kommentar oben):

      wie kann man als PoC nur so „crazy“ sein, sein Kind in eine Waldorfschule zu schicken?

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    • Aus heutiger Sicht zeigt Rudolf Steiner in dem obigen Zitat eine erzkonservative Haltung kongenial dem Verständnis der damaligen Kolonialzeit, wo Rassismus in schlimmster Form wütete genauso in den deutschen Kolonien. Was diese, seine Einstellung betrifft war er sicher offiziell salonfähig auch für politische Gespräche mit Persönlichkeiten der machtausübenden Oberschicht. Zusätzlich wirkten solche Bekenntnisse sicher angenehm auf eine ähnlich gestimmte Damenwelt. Sie fühlte sich dadurch irgendwie „moralisch“ gesichert und keinesfalls beunruhigt, blickend zum Beispiel auf „Neger“, damals auch „Mohren“ (jeweils sorry meinerseits) genannt.
      In unserer heutigen Zeit sind solche historischen Beobachtungen höchst peinlich und genauso insofern keinesfalls unbedenklich, weil der damals gepflegte Rassismus (verknüpft mit perfider offener Gewalt) das Potential der Bevölkerung in anderen grade unterdrückten Ländern radikal unterschätzte, was sich heutzutage eindeutig beweist. Und die Erfahrungen bis heute zeigen: Rassismus ist und bleibt umfassend höchst gefährlich, weil er beidseitig (leicht) zur (genauso leisen) Brutalität verführen kann aus seinem ansonsten überhaupt grundsätzlich nur destruktivem Sozialverhalten.
      Wirkt unterschwellig zum Beispiel in Waldorfschulen letzten Endes doch Rassismus? Ich kann das kaum glauben, aber es könnte sein, dass diese Gefahr latent ist dann, wenn Anhänger der Anthroposophie das Lebenswerk Rudolf Steiners wörtlich, wie man das nennt, als absolute Wahrheit uneingeschränkt vergöttern. Ich kann davor nur warnen. Das wäre aus meiner Sicht ein Horror-Irrtum, der das Lebenswerk Rudolf Steiners in eine Position hineinzerrt, aus der heraus befreiender Fortschritt total blockiert erscheint. Man untergräbt damit einen grundsätzlichen Phantasie-Impuls, mit dem sein Begründer experimentierte (spielte) und so Überraschungen erschuf, sogar inaugurierte. Usw. … .
      (Die aus heutiger Sicht zu einem erheblichen Teil konservative Haltung des Begründers der Anthroposophie ist wichtiger Bestandteil der Stimmung, die sich mit seinem rätselvollen Lebenswerk deutlich verbindet; der Leser muss sie begreifen und, auch wenn es ihm sehr schwer fällt, irgendwie akzeptieren (als historische Tatsache). (What you see is what you see). Meine Meinung).

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      • @ M. Günther

        Zitat M. Günther: „… einen grundsätzlichen Phantasie-Impuls, mit dem sein Begründer [Rudolf Steiner] experimentierte (spielte) und so Überraschungen erschuf, sogar inaugurierte.“

        „Phantasie-Impuls“ …

        Der Kommentator „excanwahn“ schreibt zu Rudolf Steiners „Phantasien“:

        „excanwahn Dezember 20, 2014 um 9:17 am

        Als ich vor Jahren meiner Herzallerliebsten mal einige Passagen aus den „Akasha-Chroniken“ vorlas, kommentierte sie das Gehörte mit der Frage: „Liest Du Patientenakten? Hört sich schwer verwirrt an!
        Nun wähnte Sie mich bei Studienunterlagen, und ich musste sie kurz darüber aufklären, dass ich aus des versteinerten Rudis zu Papier gebrachten Halluzinationen zitierte – was sie einigermaßen fassungslos zurücklies: „Das war Steiner? Der war ja völlig durchgedreht!“

        Was ich so bezeichnend fand, war – in Unkenntnis der Quelle – die Eindeutigkeit der Reaktion, die von den meisten Menschen wohl in gleicher Art zu hören wäre.

        Man muss also nicht Mediziner sein, um hinter Rudolf Steiners Phantasmagorien ein krankes Hirn zu vermuten, aber es hilft schon über etwas psychologische oder psychiatrische Fachkenntnis zu verfügen, denn für Steiners „Weltenschauungen“, für seine bizarre Bilder- und Assoziationswelt, finden sich schlüssige psychiatrische Deutung als Extraversionen innerer Leidenszustände. Man sollte, besser, man muss Steiners Logorrhoe also immer auch als Ausdruck einer schwerwiegenden Persönlichkeits- und Denkstörung ansehen.

        Die Steinerschen Halluzinationen – veröffentlicht 1939 als Aufsatzsammlung aus den Jahren 1904-1908 unter dem Titel „“Aus der Akasha-Chronik“ – dagegen als bare Münze zu nehmen, heißt, der Wahnwelt eines sozial angepassten Irren die gleiche Bedeutung zuzuschreiben, wie sie beispielweise ein naturwissenschaftliches Lehrbuch hat.

        Auf einen solchen Gedanken, so sollte man doch annehmen, käme im Grunde niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat. Was Steiner in seinem lädierten Hirn zusammenfabulierte, ist so offensichtlicher Unsinn, dass selbst mit noch so viel wohlwollender interpretatorischer Umdeutung nicht mehr als Unsinn dabei herumkommt:

        „Es wäre irrtümlich, wenn man glauben wollte, dass alles, was sich an Organen im gegenwärtigen Menschenleib befindet, schon auf dem Saturn veranlagt worden wäre. Das ist nicht der Fall. Es sind vielmehr vorzüglich die Sinnesorgane innerhalb des Menschenleibes, die ihren Ursprung in diese alte Zeit zurückversetzen dürfen.
        Es haben die ersten Anlagen zu Augen, Ohren u.s.w., die auf dem Saturn als mineralische Körper so sich bildeten wie etwa jetzt auf der Erde die „leblosen Kristalle“ einen so alten Ursprung; ihre gegenwärtige Form aber haben die entsprechenden Organe dadurch erhalten, dass sie sich in jeder der folgenden planetarischen Zeiten immer wieder zu höherer Vollkommenheit umbildeten. Auf dem Saturn waren sie physikalische Apperate, nichts weiter.

        Auf der Sonne sind sie dann umgebildet worden, weil ein Äther- oder Lebensleib sie durchdrang.
        Sie wurden dadurch in den Lebensprozess einbezogen. Und zu ihnen kamen diejenigen Glieder des menschlichen physischen Leibes hinzu, die sich überhaupt nur unter dem Einfluss eines Ätherleibes entwickeln konnten: die Wachstums-, Ernährungs- und Fortpflanzungsorgane.
        Selbstverständlich gleichen die ersten Anlagen dieser Organe, wie sie sich auf der Sonne herausbildeten, wieder nicht an Vollkommenheit der Form, die sie gegenwärtig haben. Die höchsten Organe, welche sich der Menschenleib damals eingliederte, indem physischer Körper und Ätherleib zusammenwirkten, waren diejenigen, welche sich in der Gegenwart zu den Drüsen ausgewachsen haben. So ist der physische Menschleib auf der Sonne ein Drüsensystem, dem die auf der entspechenden Stufe stehenden Sinnesorgane eingeprägt sind. Auf dem Mond geht die Entwicklung weiter. Zu dem physischen Körper und dem Ätherleib kommt der Astralleib hinzu. (…)“

        Wie gesagt, keiner der noch alle Tassen im Schrank oder Latten am Zaun hat, käme auf die Idee, diesen Schmonzes ernst zu nehmen – was einen bezeichnenden Blick auf unsere Volkvertreter im Bundestag liefert, die in den 1970er Jahren eine „Heilkunst“ im Sozialgesetzbuch verankert und mit besonderen Privilegien versehen haben, die auf den Phantastereien eines Geisteskranken beruht, und es bis heute nicht geschafft haben, diesen Fehler zu beseitigen.

        Das mindestens so grotesk, wie Steiners Weltenschau.

        Dass „Otto Normalverbraucher“ an der Raffinesse der anthroposophischen Täuschungsmanöver scheitert und irgendwann glaubt, dass es hochwirksame Medikamente ohne Nebenwirkungen gibt und für jede Krankheit – vom banalen Wehwehchen bis zum metastasierenden Tumor – ein passendes Mittelchen in Weledas oder Walas Kräutergärtchen existiert, das von den Anthros mit urkomischen Ritualen nur noch liebevoll auf exorbitante Wirkung gepimpt werden muss – wer mag es ihm verdenken?

        Dass aber Fachministerien und Fachminister nicht in der Lage sind, diese Inszenierungen zu durchschauen, ist nur wenig glaubhaft und deshalb ein Zeichen für ein durch und durch verrottetes System, dessen wichtigste Zutaten politischer Opportunismus, eine latente Wissenschaftsfeindlichkeit und ein krudes Wissenschaftsverständnis sind. In einem solcherart klimatisierten Biotop ist keinerlei Raum mehr für Logik und Vernunft.

        Vielleicht mutet man uns aber genau deshalb die Waldorf-Schulen oder Kliniken wie Herdecke oder Havelhöhe zu? Vielleicht geht´s ja um die Wiederverzauberung der Welt – auf das die Deutungshoheit über das Wesen der Welt wieder den selbsternannten Gurus jedweder Couleur und Provenienz zugebilligt wird.“

        Der Kommentar von „excanwahn“ wurde hier veröffentlicht: https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2014/12/18/rudolf-steiners-rassistischer-science-fiction-trash-aus-der-akasha-chronik/

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      • Hallo Herr Lichte,

        ich finde Ihre Kommentare und Hinweise weiterhin hochinteressant und damit beachtenswert, bedenkenswert. Ich stimme mit Ihnen überein bezüglich dem Wert von Logik und Vernunft für sinnvollen gesamtgesellschaftlichen Fortschritt. Genauso der Wert von anerkannter wissenschaftlicher (Hochschul-)Arbeit ist für mich unbestritten. Zu den zitierten geisteswissenschaftlichen Vorträgen von Rudolf Steiner kann ich nichts sagen. Aber ich bin von dem Satz überzeugt: Glauben ist nicht Wissen. Und ich konzentriere mich auf von mir erarbeitete und wachsende Erkenntnis entsprechend meinen Motivationen. Nehmen Sie das Lebenswerk R. Steiners als historische Tatsache, die man nicht mehr eliminieren kann, sollte. Ich bin im Rahmen der Literatur prinzipiell gegen Zensur, berücksichtigend vernünftige (unumgängliche, z. B. Persönlichkeits- und Kinderschutz usw.) Gesetzgebung.
        Wirklich interessant wären, sind psychologische und umfassendere medizinische Analysen bezogen auf das hier besprochene Phänomen, detailliert mit logischen Erklärungen für Phantasieinhalte historischer Anthroposophie und überhaupt Anthroposophie bis in die Gegenwart hinein. Auch umfassend andere Fakultäten haben hier ein Mitspracherecht.

        Und wie Sie wissen ist die Primär-Kunst in Teilbereichen offen für den Wahnsinn mit besonderer Rücksicht auf Psychologie. Sogar absolute Verrücktheiten begeistern innerhalb der Praxis freischaffender Kunst, wenn diese durch das Wissen des Künstlers fruchtbar sind für gültigen Fortschritt im Kulturbereich. Das ist der positive Mut zum Wahnsinn. Und so geprägte echte neue Kunst ist für jede wissenschaftliche Kritik eine Bereicherung.
        Für mich mit meinen künstlerischen Interessen hoffe ich auf weitere Erscheinungen des Wahnsinns, die mich ansprechen als Kraftfutter für die eigene Phantasie. Aber bitte ohne Rassismus und tendenziell besonders nationalsozialistischem Gedankengut, darüber hinaus jeglichen faschistischen Gesinnungen!

        (Siehe auch meine Kommentare unter: Nach dem Waldorf- Supergau in Großbritannien).

        Mit freundlichem Gruß

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  3. In answer to „how can you as a PoC be so ‘crazy’ to send your child to a Waldorf school?“ here is my opinion based on my experiences as a former Waldorf parent:

    Waldorf PR is deceptively alluring. The majority of people who send their children to Waldorf schools know little or nothing about Rudolf Steiner and Anthroposophy. The schools promote Steiner as a „scientist, educator and philosopher.“ They claim Anthroposophy is not a religion and, in any case, is not „taught“ to the children. Most parents don’t expect schools to lie to them. After parents enroll their children in a Waldorf school there are many events in which the school promotes its methods in appealing terms that often seem to imply other schools are inferior. Explanations about their methods usually leave out the occult reasons for them. It’s a slow but constant drip, drip, drip of misleading information. So at the same time the children are being subjected to Anthroposophical concepts without their parents’ knowledge, parents themselves are being subtly indoctrinated in the belief that their children are receiving a superior education. Another result of parents attending all these school events is that it draws them together socially and makes them feel they are part of a happy community. It might sound like something smart people should not fall for, but this is how cults work and plenty of intelligent people become involved in cults, even if just peripherally as is the case for most Waldorf parents.

    It’s easy to say people should do their own research first, but internet searches for „Waldorf schools“ and „Waldorf education“ produce endless pages of self-promoting Waldorf sites with aesthetically pleasing photos of happy children in beautiful environments, as well as sites quoting studies promoting the „benefits“ of Waldorf education without any mention of the studies‘ authors‘ connections to Anthroposophy. Those sites do not advertise Steiner’s racist theory of spiritual evolution. It takes a really bad experience to lead most parents to add words like “critics” or “problems” to a Waldorf internet search. In the case of the parents at the Philadelphia Waldorf School, I think they have not done this because it has not occurred to them that what they’re experiencing might be connected to specific Anthropsophic beliefs held by Waldorf teachers. I imagine they think it is just the typical racism that is part of everyday life for many people of color.

    Gefällt 1 Person

    • @ Margaret Sachs

      Thanks for your answer!

      I’d say: „Yes – you’re right!“ and at the same time: „No, you’re wrong …“

      „Yes“, because in 2001 I fell into the Waldorf-trap myself, did a Waldorf-teacher-training and realized only after some time, I was in a cult …

      „No“, because nowadays it’s far easier to understand the big Waldorf-lie: at the first try I googled an article today that describes a Waldorf-cult-experience and Rudolf Steiner’s racism:

      Auf Medium.com ansehen

      „Waldorf Schools Are Inherently Racist Cults“

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  4. „Waldorf Schools Are Inherently Racist Cults

    Or, why I wouldn’t drink the kool-aid.

    Jennifer Sapio, PhD, 13 Juni 2020

    (…)

    When I was hired, I knew nothing about Rudolf Steiner, his writings, his spiritual understandings, or the anthroposophical foundations of the pedagogy practiced at the school. I was attracted by the terms used in marketing the school to the public: “holistic,” “artistic,” and “healthful” came up repeatedly in my research on the school’s website, online forums, and the AWSNA (Association of Waldorf Schools of North America) website.

    (…)

    In our required readings, I found hateful, illogical, and disgusting concepts about race, Euro-centrism, and vaccines, to name a few. I was told to take what I like and leave the rest. But these were not just ideological differences of opinion; these ideas have practical, logistical, and real effects in our culture.

    I read about Steiner’s “folk souls” — his theories about the hierarchies of human evolution — in order to see in Steiner’s own words what he thinks about the “black and yellow races,” and let me tell you, it’s revolting. He writes that humans are on an evolutionary journey through reincarnation and that as souls are refined and purified, they move “up” from the African to the Asian and finally to the European races:

    »The spot in Africa corresponds to those forces of the earth which imprint upon man the characteristics of early childhood. The spot in Asia corresponds to those which give man the characteristics of youth, and the ripest characteristics are imprinted on man by the corresponding spot in Europe. This is simply a law. As all persons in their different incarnations pass through the various races, therefore, although it may be argued that the European has the advantage over the black and the yellow races, we should not be prejudiced thereby. Here the truth may, indeed be sometimes veiled, but you see that with the help of spiritual science we really do come upon remarkable truths.« — Rudolf Steiner

    I read about Steiner’s rejection of Eastern philosophies and his prioritizing of Western European knowledge, which explains why many students at Waldorf schools still read a high-German medieval romance in eleventh grade rather than Toni Morrison. No amount of organizing diversity conferences for Waldorf teachers will ever fix this fundamental problem in the foundation of the schools’ pedagogy.

    (…)“

    Auf Medium.com ansehen

    „Or, why I wouldn’t drink the kool-aid.“ – wikipedia: „Im englischsprachigen Raum wird der Ausdruck »drinking the Kool-Aid« in Anspielung auf das »Jonestown-Massaker« meist als Metapher verwendet, die mit »blind auf eine Ideologie wegen Gruppenzwangs vertrauen« übersetzt werden kann“

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