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Ist die staatliche Förderung von Homöopathie und Anthroposophie in der Landwirtschaft rechtswidrig?

In diesem Artikel geht es um eine monatelange Recherche und wie diese eine Verheimlichung von Informationen durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufdeckte. Ursprünglich war nur eine Recherche von maximal zwei Wochen geplant, doch durch die offensichtlichen Widersprüche der Aussagen und der gesammelten Beweise verlängerten sich die Arbeiten deutlich. Wir wollten erfahren, wie viel Geld die Länder für Förderungen der Homöopathie in der Landwirtschaft und andere pseudowissenschaftliche Methoden ausgeben.

Die Anfrage war dabei schon anfänglich recht umfangreich und beinhaltetet unter anderem Fragen zur Förderung von Homöopathie und Anthroposophie. Dutzende E-Mails gingen so an die zuständigen Stellen: Ministerien, Landwirtschaftskammern und teilweise direkt an die verantwortlichen Minister. Auffallend war dabei, dass die Bundesländer selbst kaum Förderungen für eine Landwirtschaft nach Steiner oder für Homöopathie bereitstellen, bis auf eine allgemeine Förderung zur Umstellung des Betriebes auf biologische Landwirtschaft.

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Kosmische Kräfte und Voodoo bei Demeter

 „Wenn eine biologische Landwirtschaft
“Magie” und “Voodoo” zu ihrer Bedingung erklärt, verliert
sie ihre Berechtigung.
(…)

 Wesentlicher Bestandteil des bio-dynamischen
Landbaus ist die Arbeit mit biologisch-dynamischen “Präparaten”,
“die, aus Heilpflanzen, Kuhmist, Bergkristall und Tierhüllen gewonnen, in
kleinsten Entitäten angewandt, die Erde verlebendigen. Sie fördern die
Entwicklung der Pflanzen und ihre Lebenskräfte, indem sie harmonisierend auf
sie Einfluss nehmen”, wie es auf der Demeter-Website heißt.
“Präparate” können zum Beispiel Kuhhörner sein, die mit Kuhfladen
gefüllt sind. Im Ackerland verscharrt haben sie “ein halbes Jahr Zeit,
kosmische Kräfte und die Energie der tierischen Hülle zu sammeln. Die
wohlriechende, dunkel-erdige Masse aus den Hörnern wird dynamisiert.”
(…)

 Das Präparate-Voodoo der bio-dynamischen
Landwirtschaft fällt der Biolandwirtschaft letztlich in den Rücken. Wer morgens
beim Verrühren von “Präparaten” Unwissenschaftlichkeit zum Prinzip
seines Tuns erhebt, kann sich abends nicht wissenschaftlicher Beweisführung
bedienen, um die Qualität seiner Produkte und die Vorteile biologischer
Landwirtschaft zu untermauern.“ (Christian Kreil)

Quelle:
Der Standard aus Österreich in der Reihe „Stiftung Gurutest“: „Voodoo am Biobauernhof: Demeters esoterische Landwirtschaft

Siehe auch bei Steinerquotes:
Biologisch-dynamisch düngen:   Gedärme und Gekröse, Schädel und Kristalle 

Mondrüben und Knoblauch für Kühe

„Die Grundlage für die biodynamische Landwirtschaft
bildet eine Vortragsreihe des Anthroposophen Rudolf Steiner aus dem Jahre 1924.
Die Landwirte sollen überlieferte Weisheiten, Mondrhythmen und den Stand der
Sterne in ihre Planung miteinbeziehen, empfiehlt Steiner. (…) Gepflanzt und
gesät wird, wenn es das Wetter zulässt, nur bei absteigendem Mond – also dann,
wenn der Mond tiefstehend über den Himmel wandert. Auch die Sternzeichen, in
denen der Mond jeweils steht, hätten eine Bedeutung, sagt Köhnken. «Es gibt
beispielsweise ganz bestimmte ‹Wurzeltage›, die wir aus dem Mondkalender ablesen
können.» An diesen Tagen wird gehackt oder werden die Rüebli aus dem Acker
gezogen. «Das ist kein Hokuspokus. Ich behaupte, dass jeder den Unterschied
zwischen einem bio-dynamischen und einem normalen Rüebli sofort schmecken
kann.»

Unbeirrt von den Vorurteilen, welche die
bio-dynamischen Prinzipien als anthroposophischen Aberglauben abtun, arbeitet
er tagtäglich daran, seinen Pflanzen und Tieren einen gesunden, nachhaltigen
Rahmen für ihre Entwicklung zu bieten. «Die bio-dynamische Landwirtschaft ist
für mich kein Beruf, es ist eine Berufung», sagt der Landwirt.
(…)

Statt seine Pflanzen zu düngen, setzt er auf eine mit
Präparaten angereicherte Kompostwirtschaft. Die Präparate sind hausgemacht und
immer das Produkt eines tierischen und eines pflanzlichen Elements.

Dazu hat Köhnken etwa einen Rinderdarm mit
Kamillenblüten gefüllt und ihn für einige Zeit in der Erde vergraben. «Das
Produkt wird dem Kompost beigemischt und lenkt den Rotteprozess in die richtige
Richtung», erklärt Köhnken. Doch nicht nur für die Pflanzen, auch für seine
Tiere hat Köhnken bio-dynamische Tricks auf Lager. «Meine Kühe erhalten im
Winter einmal die Woche eine Portion Knoblauch zur Krankheitsprophylaxe.»“
(Aargauer Zeitung)

Quelle: „Seine Kühe fressen Knoblauch – damit sie
nicht krank werden
“ über den “biologisch-dynamischen Landbau” Rudolf Steiners.

Über die Materie hinausgehende Wirklichkeit

„Die Grundlage
für jedes Demeter-Produkt sind Erzeugnisse aus anerkannt biologisch-dynamischem
Anbau bzw. Tierhaltung. In der Biologisch-Dynamischen Agrarkultur wird von der
Erkenntnis ausgegangen, dass Leben nicht nur aus Stoffgeschehen besteht,
sondern eine über die Materie hinausgehende Wirklichkeit ist und Stoffe Träger
des Lebens werden müssen.
(…)

Besondere, aus Naturstoffen von den Landwirten hergestellte,
Präparate dienen der Aktivierung und Harmonisierung der Lebensvorgänge in
Boden, Pflanzen und Tieren.“ (Demeter)

Quelle:
Demeter – „Richtlinien: Erzeugung und Verarbeitung“ in der aktuellen Fassung
von September 2015, S.7.

Siehe auch die Herstellung “biologisch-dynamischer Präparate” unter “Biologisch-dynamisch düngen: Gedärme und Gekröse, Schädel und Kristalle“ bzw. Wikipedia: “So glaubte man kosmische Strahlen auffangen zu können, indem man Stierhörner mit Kuhfladen füllt und in der Erde vergrub.“

Die Kartoffeln und der Mond

“Rudolf Steiner (1861–1925) entwickelte nebst seiner bekannten Pädagogik
auch eine anthroposophische Ernährungslehre. Gemäss dieser haben
Lebensmittel besondere Wachstums- und Reifekräfte. Als
Grundnahrungsmittel werden Getreidearten bevorzugt.

Negative Wirkungen
hat Steiner hingegen den Kartoffeln zugeschrieben: «Wenn man
(…) zu
viel Kartoffeln isst, kriegt man nicht genug in den Kopf hinein», soll
er 1923 an einem Vortrag gesagt haben. ” (Neue Züricher Zeitung)

Quelle: Neue Züricher Zeitung – “Essen bei Steiners – Die Kartoffeln und der Mond“. Dort heißt es weiter: “Die Anbauweise orientiert sich an Empfehlungen von Rudolf
Steiner aus acht Vorträgen, die er im Jahr 1924 vor einer Gruppe von
Landwirten hielt.Demeter ist mehr als Bio: Die Bauern verwenden spezielle Präparate aus Hornmist, Quarzkristallen oder Pflanzen.

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