Anthro-Medizin: So unwirksam wie Kaffeesatzlesen

„Worüber soll denn der Apotheker/die Apothekerin kompetent beraten, wenn nix drin ist und es nicht wirkt? Über den ganzen Auslöschungs-, Aufbewahrungs-, Verstärkungs- und Einnahmehokuspokus?

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hält zu den „nicht wissenschaftlich fundierten Therapierichtungen“ (insbesondere Homöopathie und Anthroposophie; Anm.) fest, dass für sie „keine den modernen arzneitherapeutischen Heilmethoden vergleichbare Wirksamkeitsnachweise vorliegen“.

Wozu erwerben dann eigentlich Ärztinnen und Ärzte das Diplom der hiesigen Ärztekammer für „Anthroposophische Medizin“ oder „Homöopathie“? Damit sie qualitätsgesichert den Patientinnen erklären können, warum diese Ansätze nicht wirken können?“ (Die Presse)

Quelle: Der Biologe und Erdwissenschaftler Thomas Jakl bei Die Presse – „Wann kommt gerichtlich beeidetes Kaffeesudlesen?“ 

Anthroposophische Medizin: Mystisch, irrational und unwirksam

„Fazit: Mystizistisch und spekulativ: Für Schulmediziner ist die Grenze zum Mystizimus überschritten. Das philosophische Gerüst ist ihnen zu spekulativ, unwissenschaftlich und wolkig.

Die Indikation anthroposophischer Präparate und Inhaltsstoffe sei naturwissenschaftlich nicht belegt und rational nicht nachvollziehbar, kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie.

Zudem fehle oft der Wirksamkeitsnachweis.“ (Stuttgarter Nachrichten)

Quelle: Die Stuttgarter Nachrichten über die „Anthroposophische Medizin“ des Hellsehers Rudolf Steiner – „Alternative
Heilmethoden: Anthroposophie – Balance und Harmonie für Körper und Seele“ -(https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.alternative-heilmethoden-anthroposophie-balance-und-harmonie-fuer-koerper-und-seele.00844c1c-d8ed-4510-a581-0ffed205bff3.html)

Siehe auch bei Steinerquotes: Alles über Anthroposophische Medizin

Eduscho-Erbin: Ein Vermögen für ein anthroposophisches Dorf

“Es
ist ein “anderes” Weltbild, mit dem die von Rudolf Steiner begründete
Anthroposophie die Medizin betrachtet. Bad Liebenzells Ortsteil
Unterlengenhardt
gilt als “das” Anthroposophie-Dorf. Das verdankt der Ort zum großen
Teil [der Eduscho-Erbin] Gretel Schopf.
(…)

„Ja,
reden wir einmal übers Geld – und Unterlengenhardt: das Musterdorf der
Anthroposophie. Dieser Tage jährte sich der Geburtstag der großen
Mäzenin des Ortes, Gretel Schopf. Die Eduscho-Erbin hat bis zu ihrem
Tod 2017 fast sieben Jahrzehnte lang die anthroposophischen
Einrichtungen von Unterlengenhardt mit ihrem ererbten Vermögen großzügig
unterstützt. Bis so gut wie kein Geld mehr von den Kaffee-Millionen
ihres Vaters übrig war.“ (Schwarzwälder Bote)

Quelle: Schwarzwälder Bote:

https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.bad-liebenzell-eduscho-erbin-hat-stadtteil-gepraegt.9ee66bb7-96ab-4dbc-9a57-dfb03c7c5a8a.html

Weitere Links:

http://www.gaestehaus-kliewer.de/index2.html (Webseite der anthroposophischen „Freien Studienstätte Unterlengenhardt“)

https://www.paracelsus-krankenhaus.de/ (Webseite der “Misteltherapie”-Klinik)

http://www.christengemeinschaft.de/gemeinden/1744/index.html (in Unterlengenhardt, Gründungsort von Rudolf Steiners Kirche)

http://steinerquotes.tumblr.com/post/117580069415/wer-finanziert-die-anthroposophen-die-esoterische

Mistelmedizin und Mond-Äther

„Rudolf
Steiner, der Begründer der anthroposophischen Lehre, hat gegen Ende des
Ersten Weltkriegs „aus unmittelbarer geistiger Forschungsanschauung“
geschlossen,
dass Mistelextrakte sich zur Behandlung von Krebserkrankungen eignen
müssten.
(…)


Evidenzbasierte
Medizin ist das nicht. Man muss schon fest daran glauben, dass beim
Auftreten von Tumoren fiese ahrimanische Geister am Werk sind, die das
Zusammenspiel von Äther- und Astralleib durcheinanderbringen. Nach
aktueller Deutung hausen sie in unterirdischen Festungen und traktieren
die Menschen Nacht für Nacht mit ungutem Mond-Äther.“ (Frankfurter
Allgemeine)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung – „Das Geheimnis der Mistel“ –

http://www.faz.net/aktuell/wissen/alles-im-gruenen-bereich/alles-im-gruenen-bereich-das-geheimnis-der-mistel-15344484.html

Siehe auch bei Steinerquotes: Anthroposophische Misteltherapie

Schlangenöl in neuen Schläuchen

„Die
Präparate werden nach anthroposophischer Menschen- und Naturkenntnis zur
Anregung von Form- und Integrationskräften zur Auflösung und
Wiedereingliederung verselbständigter Wachstumsprozesse von zum Beispiel gut-
oder bösartigen Geschwulsterkrankungen und deren Rezidivprophylaxe sowie
Präkanzerosen bei Erwachsenen eingesetzt.
(…)


Laut Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) ist
Mistel das am weitesten verbreitete komplementärmedizinische
Arzneimittel in der Krebstherapie.“ (Apotheke AdHoc)

Quelle: Apotheke Adhoc – “Mistel von Mundipharma“. Die Mistel wird nach den Erkenntnissen des Hellsehers Rudolf Steiner – heftig umstritten – in der Krebstherapie eingesetzt, da Steiner die “Aura der Mistel, dem Pflanzentier des Mondes“ sah und in der Pflanze einen dem Krebs verwandten “Schmarotzer”. Als Nachfolger von Steiners Firma “Weleda” wird das anthroposophische Präparat nun von Mundipharma produziert.

Zitat
Deutsches Krebsforschungszentrum: “Für die Misteltherapie fehlen bis heute wissenschaftliche Beweise der Wirksamkeit.

Siehe auch bei Steinerquotes: Die Mistel

Esoterische Krebsheiler warnen vor sich selbst

“Ich rate bei mindestens drei Dingen, hellhörig zu werden. Das
Erste ist, wenn jetzt bei ernsthaften Erkrankungen – wir sprechen ja
jetzt über Krebs beispielsweise oder auch fortgeschritten erkrankte
Patienten mit einem Krebsleiden –, wenn dort auf eine ideologische oder
radikale Art und Weise von schulmedizinischen Verfahren abgeraten wird
und diese komplett abgelehnt wird, manchmal ja auch verteufelt wird.
Dann muss man etwas hellhörig werden, ist das wirklich sachlich so?” (Friedemann Schad)

Quelle: “Tod im “Bio-Krebszentrum – Was ist seriöse Krebstherapie?” – 
Interview mit Friedemann Schad vom Anthroposophischen Krankenhaus Berlin-Havelhöhe bei Deutschlandradio Kultur.

In anthroposphischen Krankenhäusern wird die esoterische Misteltherapie betrieben. Der Erfinder dieser Therapie, der Hellseher Rudolf Steiner schaute bei der Mistel die “Aura eines Pflanzentieres des Mondes”. Vor der Verwendung der Mistel gegen Krebs warnen prominente Kritiker, so auch das Deutsche Krebsforschungszentrum. Mistelpreparate werden hauptsächlich vom Marktführer der “anthroposophischen Medizin”, der von Rudolf Steiner gegründeten Firma “Weleda” produziert.

Die Aura der Mistel, dem Pflanzentier des Mondes

“Nun gibt es heute sehr merkwürdige Pflanzen, die nicht in einem mineralischen Boden gedeihen, zum Beispiel die Mistel.
Sie ist deshalb so merkwürdig, weil sie sich als Pflanze für den hellseherischen Blick sehr von den anderen Pflanzen unterscheidet. Sie zeigt nämlich etwas von einem Astralleib, der, wie bei dem Tierleibe, in die Mistel hineingeht.

Trotzdem sie keine Empfindung hat, zeigt sie etwas von der äußeren Gestalt des Tierwesens. Das rührt davon her, daß sie zu jenen Pflanzentieren des Mondes gehört, die zurückgeblieben sind; die jetzt nicht Pflanzen haben werden können und die deshalb auch nicht auf einem mineralischen Boden gedeihen.

So weit konnten sie nicht fortschreiten, und deshalb brauchen sie andere Pflanzen, in die sie sich hineinsenken können. Die Mistel ist bei dem alten Mondbrauch geblieben.” (Rudolf Steiner)

Quelle: Rudolf Steiner – “Welt, Erde und Mensch” (GA105, S.88).

Siehe auch: Die Mistel als “Heilmittel” in der Anthroposophischen Medizin

Mit Steiner beschäftigen!

“Entscheidend ist: Es handelt sich dabei um einen Glauben. Nicht um
modernes Wissen. (…) Das ist nicht gerade das, was man eine
Theorie auf der Höhe des technischen Zeitalters nennen möchte. Und doch
geht restlos alles, was Steiner uns postmodernen Abnehmern seines
vielfältigen Warensortiments hinterlassen hat, auf diesen Glauben an das
Geistige in der Welt zurück und ist aus ihm entstanden.

Deswegen
sollte, wer sein Kind auf eine Waldorfschule schickt und sein Geld bei
der anthroposophischen Bank anlegt, wer gerne Demeter-Lebensmittel kauft
oder auf Weleda-Salben schwört, wer seinen Krebs mit Misteln und sein
Rückenleiden mit Heileurythmie behandelt, sich mit diesem Glauben
auseinandersetzen.

Ein Steiner light, also ein bisschen Kräuterwellness
und ein bisschen warme Kreativpädagogik minus Spiritualität, mag den
Wünschen der wachsenden neubürgerlichen Waldorf-Kundschaft
entgegenkommen – ist aber streng genommen ein Betrugsmanöver.“ (Die Zeit)

Quelle: Die Zeit – “Rudolf Steiner: Der letzte Prophet. Rudolf Steiner ist der einzige deutsche Idealist, der den Praxistest überlebt hat.”

Kosmische Kräfte in Weledas homöopathischen Dung

“Straub steht auf einem sternförmigen Pflasterkreis und demonstriert, wie bei Weleda "dynamisiert” wird. Im Frühherbst hat er Kuhmist in ein Kuhhorn gefüllt und es vergraben. Jetzt im Frühling holt er das Horn wieder aus der Erde und schabt den Dung heraus. Den verrührt er in einem Bottich auf dem Pflaster mit Wasser. (…)

Erst dreht er nach rechts, dann nach links. Rechts, links, rechts, links, eine Stunde lang. Über die Monate soll die Wirkung des Dungs von den kosmischen Kräften gestärkt worden sein – nun soll sie sich auf das Wasser übertragen. Dem Weleda-Mann ist es ernst damit. Das Wasser, das er auf diese Weise bearbeitet, bringt er als feinen Sprühregen “in homöopathischen Dosen”, so sagt er, auf die Beete aus. Es soll den Boden ´´vitalisieren´´.” (die tageszeitung)

Quelle: taz – die tageszeitung vom 05.04.2008 – “Das Verschwinden der Arten”. taz: “Die Weleda AG ist der weltweit größte Hersteller für Naturkosmetik. 2006 setzte die Firma 200 Millionen Euro um, sie verkauft ihre Produkte in über fünfzig Länder. Besonders gefragt ist das Krebstherapeutikum Iscador auf Mistelbasis, außerdem das Arnika-Massageöl.”. Siehe auch: “Schmarotzerpflanzen gegen den Schmarotzerkrebs

Schmarotzerpflanzen gegen den Schmarotzerkrebs

“Die Mistel muß deshalb in der heutigen Pflanzenwelt schmarotzen, weil sie ein zurückgebliebenes Wesen ist. Sie hat keine Empfindung mehr, obwohl der umhüllende Astralleib der Mistel ganz anders ist wie der der übrigen Pflanzen.” (Rudolf Steiner)

Quelle: Rudolf Steiner in “Die Entwickelung des Menschen im Zusammenhang mit der kosmischen Entwickelung der Erde”, 1908 (GA104, Seite 114). Steiner erfand die Mistel-Therapie in den 1920er Jahren. (Siehe GA313, Seite 182)

“Mistelpräparate gehören zu den am häufigsten angewandten Krebsmitteln in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Für die Misteltherapie fehlen bis heute wissenschaftliche Beweise der Wirksamkeit. Sie wird vor allem von anthroposophisch oder naturheilkundlich orientierten Ärzten empfohlen. Dagegen wird die Therapie in modernen, wissenschaftlich fundierten Leitlinien zur Krebstherapie entweder gar nicht erwähnt oder kritisch gesehen.

In der internationalen Krebsforschung gilt die Mistel daher trotz aller wissenschaftlichen Untersuchungen als Methode mit unbewiesener Wirksamkeit.” (dkfz Krebsinformationsdienst)

Quelle:  Deutsches Krebsforschungszentrum – Krebsinformationsdienst, eine Stiftung des Landes Baden-Württemberg

“Das anthroposophisch-medizinische Behandlungsspektrum umfasst die spezifische Tumortherapie mit Mistel, Heileurythmie, therapeutisches Malen und Plastizieren, Sprachgestaltung und Musiktherapie” (Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke)

Quelle: Anthroposophisches Krankenhaus Witten Herdecke, Fachabteilung Integrative Onkologische Therapie