Wolle, Wahn und warme Farben: Über Waldorfkleidung

In roten Farben gekleidete Kinder in einer bayerischen Waldorfschule.

Aus Waldorfschulen und -Kindergärten hört man oft von einer Art inoffiziellem „Dresscode“, den man bei genauer Betrachtung auch auf den Internetseiten von Waldorfschulen und -Kindergärten findet.

Grundlage des Arbeitens in Waldorfschulen und -Kindergärten ist die Anthroposophie des Hellsehers Rudolf Steiner. Zu der esoterischen Lehre gehören der Glaube an Karma und Reinkarnation, Dämonen und Naturwesen, aber auch an Varianten der „Aura“, genannt „Äther- und Astralleibe“. Und wie alles in dieser „Geheimlehre“, die viele Eltern nicht durchschauen, hat natürlich auch die Kleidung eine tiefere Bedeutung:

Kleider sind ein „Abbild der Seele“ und haben angeblich Auswirkungen auf die „Aura“ und die „spirituelle Entwicklung“ eines Kindes. Zum seinem Wohl ist also besonders darauf zu achten, was es trägt. Das fängt an bei den zu verwendenden Materialien und geht bis hin zu den empfohlenen Farben und Mustern für Kinderkleidung. Die von der Waldorfbewegung werbewirksam hervorgehobene Erziehung zur „Individualität“ endet oft schon da, wo die Kleidung des Kindes aus esoterischer Sicht unpassend ist.

Welche unausgesprochenen Bekleidungsvorschriften für Waldorfkinder gibt es, wo werden sie angewendet – und vor allem, warum?


Bekleidung aus Sicht der Anthroposophie

Der Schulgründer Rudolf Steiner brachte die menschliche Eigenart, Bekleidung zu tragen, mit dem Sündenfall in Zusammenhang, und auch mit Luzifer und der „Aura“ des Menschen. So sei Bekleidung erst wichtig geworden, nach dem die Menschheit die Fähigkeiten verloren hatte, „Auren“ zu sehen:

Der Sündenfall: Das Gewand ersetzt die Aura

„Die Aura war nämlich die Kleidung. Und als den Menschen der Unschuldszustand genommen war, als sie verurteilt waren zu einer materialistischen Lebensart, mit anderen Worten, als sie die Aura nicht mehr sehen konnten, da sahen sie das, was sie eben nicht gesehen hatten, solange die Aura da war; und da fingen sie an, die Aura zu ersetzen durch die Gewänder. Das ist der Ursprung der Bekleidung: Der Ersatz der Aura durch das Gewand.“ (Rudolf Steiner, Vortrag von 1915, „Zufall, Notwendigkeit und Vorsehung. Imaginative Erkenntnis und Vorgänge nach dem Tode„, Gesamtausgabe Band 163, Seite 36)

Hut, Hemd und Hose repräsentieren Kopfaura, Astralleib und das Ich

Das anthroposophische „Anthrowiki“ gibt einige Einblicke in die Vorstellung, dass Bekleidung die Auren des Menschen repräsentiere. So stünden Kopfbedeckungen für die „Kopfaura„, Oberbekleidung für den „Astralleib“ und Hosen für das „Ich„:

Kopfbedeckungen haben ihr Vorbild in der Kopfaura. Im Brustbereich überwiegt der Astralleib und das Fühlen; dem entspricht Hemd und Bluse. Im Stoffwechsel-Gliedmaßen-System und dem damit verbundenen Willen wirkt am stärksten das Ich; dem entsprechen (…) alle Beinkleider, Hosen usw., die einen noch stärkeren Inkarnationswillen ausdrücken.“ (Anthrowiki.AT über „Gewandformen„, Text gekürzt)

Anthroposophischer Kleiderkult

Auch „Psiram – Das Wiki der irrationalen Überzeugungssysteme“ kennt die besonderen „Bekleidungsgewohnheiten“ oder „Gewandungen“ der Anthroposophen. Erhellendes zu diesem „Kleiderkult“ aktiver Anthroposophen sei im Werk „Achtung, Anthroposophie!“ von Lydie und Andreas Baumann-Bay zu finden:

„Ein Hut, eine Baskenmütze oder ein Kopftuch, im Sommer ein Strohhut. Die Kleidung ist wenig bis gar nicht figurbetont, meist ein bisschen zu warm für die Jahreszeit und selbstverständlich aus 100-prozentig natürlichen Materialien, bevorzugt Wolle oder Seide. Bei den Farben dominieren neben diskreten Erdfarben zarte Töne.“ (Psiram zu „Astralische Kopfbedeckungen und Bekleidungsgewohnheiten„, 2019)

Der Hellseher Rudolf Steiner war sich sicher, dass Kopfbedeckungen ein gutes Mittel sein, um aus dem Gehirn austretende „astralische Strömungen“ aufzuhalten. Diese oben beschriebene Art der Kleidung scheint zumindest bei den Erwachsenen etwas aus der Mode gekommen zu sein; noch immer dominiert aber eine plakativ zur Schau getragene „Natürlichkeit“, die sich gerade bei Damen oft durch den Verzicht auf Make-Up, Haarfarben oder Frisuren bemerkbar macht.

Falsche Kleidung behindert die seelische Entwicklung

Rudolf Steiners Vorstellungen vom Einfluss der Kleidung auf Körper, Seele und Aura haben sich bis in die heutige Zeit erhalten. Kein Wunder, denn die Worte des Propheten sind für Gläubige eine quasi unumstößliche Wahrheit; ohne jegliches Verfallsdatum und daher unendlich gültig.

Rund 100 Jahre nach Steiner, bei einer Tagung in Dornach im Jahre 2009, sprach der Steiner-Archivar Wolfgang G. Vögele zum Tagungs-Thema „Die Hüllen und das Ich“ über das Verhältnis von Kleidung und den Auren – von Anthroposophen auch „Wesensglieder“ oder „Seelen“ genannt:

In sieben Vorträgen (…) entstand ein lebendiges Bild der Beziehung zwischen den Wesensgliedern des Menschen, seinen leiblich-seelischen Hüllen und seinen Kleider-Hüllen. (…) Bestimmte Kleidungsformen dienten der Abbildung, der Förderung oder der Verhinderung seelisch-geistige Entwicklungen.

Besondere Beachtung fand das Verhältnis der textilen Hüllen zu den in der Anthroposophie Rudolf Steiners dargestellten Wesensgliedern, der Empfindungsseele, der Verstandes- und Gemütsseele und der modernen Bewusstseinsseele.“ (Wolfgang G. Vögele, „Kleidung im Dienst der Entwicklung des Bewusstseins„, 2009)

Bekleidung ist laut anthroposophischem Glauben also noch heute ein „Abbild der Seele“ und der „Aura“ – die eigene Bekleidung wirke sich direkt auf beides aus. Zum Schutz des „Äther-“ und „Astralleibes“ achten Waldorfeltern – vermutlich unbewusst – auf den anthroposophischen Dresscode.


Waldorfeltern erfüllen unbewusst esoterische Glaubenssätze

Viele Waldorfkinder, insbesondere die jüngeren, tragen unverkennbar eine besondere Art von Kleidung. Waldorfeltern statten sie oft mit einfarbigen Kleidungsstücken in „natürlichen“ Erdtönen aus. Die Stoffe wählt man gerne aus Naturmaterialien wie Baumwolle oder Leinen. Besonders vermieden werden meist Abbildungen, aufwändige Muster oder gar Logos.

Die richtige Wahl der für „Waldorf“ angemessenen Kinderkleidung erscheint da schwierig. In Elternforen findet man auch schon mal verunsicherte Eltern, die fragen, welche Kleidung denn für ihre Waldorfkinder richtig sei:

„Thema Waldorf Kleidung: Wie kleidet man seine KINDER wenn sie in Waldorfkiga gehen, gibt da ein bestimmtes Muster…meine kinder sind dort angemeldet …hoffe das wir bald den Platz bekommen, aber jemand erzählte mir, dass auch KLeidung eine wichtige Rolle spielt..wer hat hier Waldorfkinder und stimmt das?“ (sic!, Forum NetMoms, 2009)

Naturmaterialien sind gut, Muster sind schlecht

In der Anthroposophie ist alles natürliche und naturgegebene gut, alles künstliche und materielle schlecht für die Spiritualität. Da ist es nicht verwunderlich, wenn das Hausmagazin der Waldorfschulen „Erziehungskunst“ den Waldorfeltern Ratschläge für eine passende Kinderbekleidung gibt.

Man kann daraus gut ableiten, dass spezielle Kleidung beim Besuch der esoterischen Waldorf-Einrichtungen durchaus gewünscht ist. Unter dem Titel „Kleidung für Kinder ist mehr als etwas zum anziehen“ las man dort vor kurzem: „Naturfasern, wie Wolle, Baumwolle, Seide und Leinen“ seien bitte zu bevorzugen. Weiter:

„Farben bewirken unterschiedliche Stimmungen im Menschen (…), von beruhigenden bis hin zu anregenden und aufregenden Farbtönen. Muster und Musterzusammenstellungen können eine ähnliche Wirkung hervorrufen. Manche farbige Muster können eine Nervosität auslösen, da das Auge nicht auf ihnen ruhen kann.“ (Das Waldorf-Magazin „Erziehungskunst“ – „Kleidung für Kinder ist mehr als etwas zum anziehen„, 2018)

Auch die Ratgeber-Seite „Kita.de“ weiß um die Gefahr für Waldorfkinder, wenn sie Muster tragen:

Knallige Muster stören die Entwicklung der Kinder zu einem freien Menschen, der sich erst selbst finden muss. Eine gewisse Zurückhaltung soll den Kindern ermöglichen, ihre Individualität zu entfalten.“ (Kita.de, „Wissen: Waldorf-Pädagogik, Kleidung und Ernährung – die Natur bestimmt mit„, 2019)

Heilsame Farben: Rot beruhigt, Blau regt an, Orange aktiviert das Kind

Wie weit die Anpassung der Elternschaft an die esoterische Glaubenssätze der Anthroposophie geht, sieht man in einer TV-Produktion des Bayerischen Rundfunks. In der Langzeitdokumentation „Guten Morgen, liebe Kinder“ tragen auffällig viele Kinder einfarbige Bekleidung in erdfarben oder Rottönen. Bis zu 40 Kindern sieht man auf roten Kissen sitzend in einem rosaroten Raum – mit passenden roten Vorhängen und roten Türen. Das Rot, so die anthroposophische Lehre, „beruhige“ die Kinder.

Hier sind die Eltern ganz auf der Linie der Waldorfschulen und Waldorfkindergärten, die eine entsprechende Farbgebung ausdrücklich empfehlen:

„Die Kleidung ist auch Ausdruck unserer Individualität. Daher ist eine gewisse Zurückhaltung bei plakativen Mustern, Aufdrucken oder Farben zu empfehlen. Die Farbe der Kleidung beeinflußt die seelische Gestimmtheit des Kindes, rot hilft sehr aktiven Kindern ruhiger zu werden und blau hilft melancholischen Kindern aktiver zu werden. Vgl. R. Steiner: Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft).“ (Waldorfkindergarten.de über das „Grundprinzip der Pädagogik„, 2019)

Die Organe des Kindes erzeugen innere „Gegenfarben“

Die aktuellen Empfehlungen der Waldorfschule zur Farbgebung der Kinderkleidung geht direkt auf Thesen des Rudolf Steiners aus dem Jahre 1907 zurück. Der Schulgründer sprach in „Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft“ (Gesamtausgabe Band 121, S.19) von „heilsamen“ Farben, die komplementäre „Gegenfarben“ in den „Organen“ der Kinder erzeugen würden. Dazu die „Erziehungskunst“:

„So empfiehlt [Steiner], das überaktive Kind in Rottöne zu kleiden, da das Kind beim Betrachten des roten Farbtones innerlich die grüne Komplementärfarbe bilde. Die Farbe Grün wirkt beruhigend und somit kann das Tragen von Kleidung in Rottönen sich harmonisierend auf das Kind auswirken. Umgekehrt kann ein Kind, das eher ruhig und in sich zurückgezogen ist, durch Kleidung in überwiegenden Blautönen angeregt werden. Die Gegenfarbe zu Blau ist ein Gelb-Orange, welches eine aktivierende Wirkung hervorruft.“ (Waldorf-Magazin Erziehungskunst – „Kleidung ist mehr als etwas zum anziehen„, 2018)

Keine Logos, Aufdrucke oder Comicfiguren!

In zahlreichen Schulordnungen von Waldorfschulen findet sich die Bitte nach „angemessener“ und „ordentlicher“ Kleidung, was sicher verständlich ist. Sie darf aber auch „nicht zu freizügig“ sein oder gar „Drogen und Gewalt verherrlichen“. Hie und da findet sich sogar explizit das Verbot, Kleidung mit „Logos oder Aufdrucken“ zu tragen.

„Im Gegensatz zu den englischen Regelschulen gibt es an der Brighton Steiner School keine Schuluniform, dafür jedoch einen Dresscode in der Schulordnung, wonach keine (zum Beispiel mit Logos) bedruckte oder in sonstiger Weise auffallende Kleidung getragen werden darf.“ („Dresscode und Lavendelduft“. Bericht eines Schülers über die Brighton Steiner School, 2006)

Vor Gefahren durch Comic-artige Darstellungen warnt auch die führende anthroposophische ‚Medizinerin‘ Dr. Michaela Glöckler. Frau Glöckler war rund 30 Jahre lang die Leiterin der medizinischen Sektion der Schweizer Anthroposophie-Zentrale „Goetheanum“. Sie ist auch Autorin des esoterischen Bestseller-Ratgebers „Kindersprechstunde“:

Comics prägen die Vorstellungswelt (…) Die Armut und Stereotype dieser Produkte ist erschütternd. Wohlbekannte Fratzen und Schemata tauchen auf ohne sonderliche Originalität. Die Phantasieentwicklung [des Kindes] wird gelähmt und belastet, genauso wie seine Gemütsentwicklung.” (Wolfgang Goebel und Michaela Glöckler, Buch „Kindersprechstunde“, Kapitel „Kleidung und erste Schuhe“, 2015).

Besser anthroposophisch einkaufen

Sollten Eltern unschlüssig sein, wo sie die passende, esoterisch adäquate Bekleidung für ihre Kinder herbekommen sollen, geben Waldorfschulen wie die in Elmshorn praktischerweise gleich Einkaufstipps: Man besuche bitte entsprechende anthroposophisch ausgerichtete Bekleidungsgeschäfte, die klingende Namen wie „Wollmond“ tragen.


Was passiert wenn Kinder sich unpassend kleiden?

Es kommt vor, dass Kinder Repressalien fürchten müssen, wenn sie sich nicht an die unausgesprochenen Dresscode der Waldorfeinrichtungen halten. Ein bekanntes Phänomen ist, dass Waldorfschüler ihre T-Shirts vor dem Unterricht sicherheitshalber „auf links“ drehen, da sie sonst Ärger zu befürchten haben.

Hier mischen sich Waldorfkindergarten und Waldorfschule bis weit ins Privatleben und die persönliche Entfaltung ein. Sie bestimmen, wie ein Waldorfkind nach esoterischer Lehre eben auszusehen hat.

Satanisch-diabolische Gummistiefel

Die NZZ berichtete 2014 über einen Waldorf-Schulleiter, der behauptete, solche „Kleidervorschriften“ seien nur ein „Klischee aus den sechziger Jahren“. Dem widerspricht die Eurythmistin und Steiner-Schul-Lehrerin Bettina Mehrtens: Sie begegne „auch heute noch antipathischen Reaktionen bei Kolleginnen, wenn zum Beispiel Kinder mit bedruckten Kleidungsstücken im Unterricht erschienen.„.

Im Artikel der NZZ wird auch ein bezeichnender Fall aus einem Waldorfkindergarten geschildert:

“So erzählt eine Mutter, sie habe ihrem Sohn Gummistiefel mit einem «Capt’n Sharky»-Logo gekauft, da er sich diese sehr gewünscht habe. «Mein Vater hat meinen Sohn vom Kindergarten abgeholt und mir später erzählt, er habe ihn barfuß mitnehmen müssen, die Stiefel seien nirgends auffindbar gewesen.» Am nächsten Morgen sei ihr von der Kindergärtnerin und der Tagesbetreuerin mit ernster Miene angekündigt worden, es müsse ein Elterngespräch geben.

«Von zwei Seiten wurde mir dann gepredigt, dass der Aufdruck satanisch-diabolisch sei und man sich fragen müsse, ob meine Kinder ein schadhaftes Umfeld hätten

Quelle: Neue Züricher Zeitung – „Theaterspielen statt Lehrstoff büffeln„, 2014. In der Überschrift: „Die anthroposophischen Steiner-Schulen liegen wieder im Trend, obwohl Eltern und Ehemalige von einengenden Wertvorstellungen und kuriosen Einmischungen ins Familienleben berichten.

Die Schule mischt sich ins Privatleben ein

Der ehemalige Waldorfschüler Lukas Böhnlein beschreibt die fortwährende Einmischung der Waldorfschule auf Kleidung und Privatleben der Schüler in seinem privaten Blog wie folgt:

„Immer wieder mischte sich die Schule in das Privatleben einzelner Schüler ein. So wurde es z.B. verboten auffällig bedruckte Kleidung oder Piercings zu tragen. Viele Schüler wurden, wie ich, aus fadenscheinigen Gründen von der Schule gegangen. Ich wurde vor die Wahl gestellt, ob ich ein Konzert meiner Band absage oder die Schule verlasse. Dies zeigt wieder, dass es der Schule nicht um Individualität geht. Auch den (immer wieder geforderten) künstlerischen Anspruch kann ich so nicht ernst nehmen.“ (Lukas Böhnlein, „Meine Kritik der Freien Schule Albris„, 2012)

Falsche Kleidung ist ein wohlbekanntes Problem

Dort, wo die Themen „Waldorf und Kleidung“ in sozialen Medien zur Sprache kommt, erinnern sich Waldorfschüler noch gut daran, wie sie selbst Probleme wegen falscher Kleidung bekamen. Dazu hieß es z. B. in 2019 auf Twitter:

Schläge wegen eines bedruckten T-Shirts

Der Westdeutsche Rundfunk berichtete 2010 über einen erschreckenden Fall, in dem eine Lehrerin unter anderem darum gewalttätig wurde, weil ein Schüler ein bedrucktes T-Shirt trug:

Der heute 30-Jährige berichtet von Demütigungen und Misshandlungen während seiner Schulzeit, die ihm noch immer zu schaffen machen. [Jan] Schrecker war bis 1996 Schüler an der Waldorfschule Schloss Hamborn in der Nähe von Paderborn. Seine damalige Lehrerin, so berichtet er, habe ihn und andere Schüler jahrelang geschlagen und massiv eingeschüchtert. Er sei Zeuge gewesen, wie die Lehrerin Mitschüler ohrfeigte oder schmerzhaft an den Haaren zog, nur weil sie Haargel benutzt hatten. Einmal habe sie den Kopf eines Jungen, der ein bedrucktes T-Shirt trug, „mit voller Wucht“ auf den Tisch gehauen, so dass dessen Nase blutete.“ (Westdeutscher Rundfunk, „Wie werden private Schulen kontrolliert?„, 2010)

Einige Eltern begehren auf

Nicht alle Eltern beugen sich dem wahlweise deutlichen geäußerten oder unausgesprochenen verlangten Dresscode der Waldorfbewegung.

In der Aargauer Zeitung hieß es 2014: „Mit Kopf, Herz und Hand. In der Didaktik der Rudolf-Steiner-Schule Schafisheim kommt die Hand anscheinend öfter unmittelbar zum Einsatz. Mehrere Eltern werfen Lehrern Gewalt-Anwendung vor.„:

„Eltern machen der Schule ihre Ideologie zum Vorwurf: Sie stören sich daran, dass es ungern gesehen werde, wenn ein Kind ein Spiderman-T-Shirt trage. (Aargauer Zeitung, „Schule unter Beschuss: Probleme werden mit Gewalt gelöst„, 2014).


Anthroposophie wirkt manchmal „hautnah“

Waldorfschulen und Waldorfkindergärten sind keineswegs harmlose, private Bildungseinrichtungen wie andere auch. Ihre esoterischen Konzepte durchdringen alle Bereiche von Schule und Kindergarten und reichen bis weit in das Private hinein.

Natürlich unterscheiden sich die deutschen Schulen und Kitas, die Bandbreite reicht von dogmatisch bis eher liberal. Ihr Kern ist jedoch stets eine esoterisch-okkulte Geheimlehre, die auf dem „Erkenntnissen höherer Welten“ eines zweifelhaften Hellsehers beruht. Und unabhängig von der gelebten Praxis machen Die Vereinigungen der Schulen und Kitas deutlich, wohin die Reise zu gehen hat.

Eltern, die eine bewusste Entscheidung für eine esoterische Waldorf-Einrichtung treffen, sollten sich im Klaren sein, dass ihre Kinder die Auswüchse der dort praktizierten, verqueren Anthroposophie oft im Wortsinne „mittragen“.


Ein Gedanke zu “Wolle, Wahn und warme Farben: Über Waldorfkleidung

  1. Das kenne ich nur zu gut. Ich wurde des Öfteren auf die unpassenden Tshirts meiner Söhne angesprochen.
    Knallige Farbe mache denjenigen, der darauf schaut, aggressiv. Und comicartige Aufdrucke ebenfalls. Das sei eine Reizüberflutung für das Gegenüber. Kurz: Mit der Kleiderwahl meiner Söhne verhalte ich mich asozial den anderen Kindern gegenüber. Muss dazu sagen, dass wir Waldorf nach insgesamt 4 Jahren und vielen weiteren Vorfällen den Rücken gekehrt haben.

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