Anthro-Medizin: So unwirksam wie Kaffeesatzlesen

„Worüber soll denn der Apotheker/die Apothekerin kompetent beraten, wenn nix drin ist und es nicht wirkt? Über den ganzen Auslöschungs-, Aufbewahrungs-, Verstärkungs- und Einnahmehokuspokus?

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hält zu den „nicht wissenschaftlich fundierten Therapierichtungen“ (insbesondere Homöopathie und Anthroposophie; Anm.) fest, dass für sie „keine den modernen arzneitherapeutischen Heilmethoden vergleichbare Wirksamkeitsnachweise vorliegen“.

Wozu erwerben dann eigentlich Ärztinnen und Ärzte das Diplom der hiesigen Ärztekammer für „Anthroposophische Medizin“ oder „Homöopathie“? Damit sie qualitätsgesichert den Patientinnen erklären können, warum diese Ansätze nicht wirken können?“ (Die Presse)

Quelle: Der Biologe und Erdwissenschaftler Thomas Jakl bei Die Presse – „Wann kommt gerichtlich beeidetes Kaffeesudlesen?“ 

Evidenz, Schmevidenz…

“Die anthroposophische Medizin ist eine ganzheitliche komplementärmedizinische Richtung, die die als „Schulmedizin“ bezeichnete wissenschaftlich orientierte Medizin auf der Grundlage der Anthroposophie Rudolf Steiners erweitern will. Sie wird vor allem in Deutschland und der Schweiz praktiziert. In der EU gibt es schätzungsweise 4500 Ärzte, die anthroposophische Medizin anbieten.


Anthroposophische
Vorstellungen über Einteilung, Entstehung und Verlauf von Krankheiten [sind] mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zu vereinbaren. Nach Einschätzung durch Autoren der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft liegen für die Anwendung anthroposophischer Heilmittel nur unzureichende Wirksamkeitsstudien vor.


Der Begründer der Anthroposophie [werde] gläubig verehrt und die von Steiner
empfohlenen oder mit Hinweisen bedachten Arzneimittel werden in der
Weleda-Heilmitteliste gesondert markiert. Für einen Nicht-Anthroposophen
seien die auf Glaubensinhalten basierende Konzeption, Indikation und
deren häufig umständliche und mannigfaltige Zubereitungsform dieser
anthroposophischen Arzneimittel kaum nachvollziehbar. Man habe es dabei
mit einem geistig-mystischen, im Prinzip quasi religiösen Ideensystem zu
tun.


Die Kriterien der evidenzbasierten Medizin wurden von wissenschaftlichen Vertretern der anthroposophischen Medizin lange Zeit aus methodologischen und ethischen Gründen abgelehnt.

” (Wikipedia)

Quelle: Der Wikipedia-Artikel “Anthroposophische Medizin

(stark gekürzt).

Dort weiter: “Im Jahr 2003 forderten 3000 Ärzte im Rahmen der Internet-Aktion „Konsequente Positivliste“, Homöopathika, Phytotherapeutika und Anthroposophika ohne wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis aus der damals geplanten Positivliste zu streichen. In einem zugehörigen „Manifest“ wurde die „‚Weltschau‘ der Anthroposophie Rudolf Steiners“ als „esoterisch-okkultistische Geheimwissenschaft mit Elementen aus der Kosmologie, der Astrologie, der Alchemie, der Homöopathie, fernöstlichen Lehren u. a.“ bezeichnet.

Siehe auch: Steinerquotes über Anthroposophische Medizin