Esoterisches Geschwurbel: Glatte Lügen bei der Globuli-Lobby?

„Die Vitamin D3-Tabletten von Hevert schneiden aufgrund eines Deklarationsmangels etwas schlechter ab. Auf der Rückseite des Beipackzettels wird auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Krebserkrankungen, multipler Sklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes hingewiesen. Dabei sei der Zusammenhang “nicht belegt”, urteilt “Ökotest”.“ (Stern)

Der Homöopathie-Konzern Hevert aus dem Dunstkreis der Heilpraktiker stellt homöopathische Zauberkügelchen her und schwurbelt auf seiner Webseite unter „Homöopathie-Forschung“ von einem angeblichen „Wassergedächtnis“. In Vergangenheit wurde aufgedeckt, dass Hevert und andere Hersteller von anthroposophischer „Medizin“ und homöopathischen Glaubuli einem Denunzianten zehntausende Euro bezahlten, um Kritiker der Homöopathie anzuprangern (siehe: Schmutzige Methoden bei Weleda, Wala und Co.).

Quelle: Der Stern: “Vitamin D3-Tabletten von Hevert” – https://www.stern.de/gesundheit/ernaehrung/vitamin-d-bei–oekotest—die-schattenseite-des-sonnenvitamins-8457820.html

Hevert.com: „Homöopathie-Forschung“ (Wassergedächtnis): http://www.hevert.com/market-de/de/arzneimittel/homoeopathie-forschung

Homöopedia zum “Wassergedächtnis”: http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Wasserged%C3%A4chtnis

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Pharmazeuten lernen positive, homöopathische Schwingungen

“Ich
habe angefangen Pharmazie zu studieren und im ersten Semester habe ich sehr
schnell in meinem Lehrplan Homöopathie entdeckt. Zuerst mal im Fach
Terminologie (…) und dann ging es weiter mit Arzneimitteltechnologie.

Und da
musste dann tatsächlich für die Prüfung gelernt werden: Was ist der Ätherleib,
was ist der Geistleib und so weiter, wie sehen homöopathische Zubereitungen
aus, wie berechnet man, welche Verdünnung man haben möchte, das waren im
sogenannten "Fachrechnen” tatsächlich Aufgaben, die man berechnen
musste. Wie genau wird das hergestellt, wo stehen dafür die Rezepturen, und wo
kommen die Regelungen her. Dann später in Chemie musste ich zum Stoff Kupfer,
zum Element Kupfer, lernen, dass es auch eine Anwendung in der Homöopathie hat
und so weiter. Im Gegenstandskatalog für das erste Staatsexamen des
pharmazeutischen Studiums steht “Homöopathische Zubereitungen” (…).

Es
gab andere, die vorher schon eine Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen
Assistenten oder zur -Assistentin gemacht haben, die das während ihrer
Ausbildung machen mussten: Irgendwelche Verreibungen erstellen mit Milchzucker,
wo sie dann wirklich eine Stunde lang in einem Mörser das Zeug verreiben müssen
und dabei angehalten wurden, positiv zu denken. Damit die Schwingungen auf das
Mittel übergehen.“ (Claudia Graneis)

Quelle: Die Pharmazeutin Claudia Graneis im Skeptischen Podcast „Hoaxilla“, Episode 126 – "Anthroposophie Undercover” (ab Minute
24:00)

Millionenschwere Anthroposophika

„Ob die Globuli, Tropfen und Tabletten
wirken, ist dabei längst zur Glaubensfrage geworden. Klare wissenschaftliche
Belege, dass sie mehr hervorrufen können als einen Placebo-Effekt, gibt es
nicht.

Kann es auch gar nicht, sind ihre
Gegner überzeugt, schließlich sind die Wirkstoffe so stark verdünnt, dass sie
oft gar nicht mehr nachweisbar sind. Die Anhänger der 200 Jahre alten Lehre des
Arztes und Apothekers Samuel Hahnemann hingegen verweisen auf ihre
Alltagserfahrungen: Dass nach all den Jahren der Heuschnupfen endlich weg ist,
die Kinder viel seltener krank werden als ihre Mitschüler, sie die lästige
Erkältung sonst immer noch nicht los wären.

So kommt es, dass die Umsätze mit
homöopathischen Mitteln seit Jahren steigen, 2016 auf 622 Millionen Euro.
[…]

Zwei
Drittel der 118 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben sich trotzdem
dafür entschieden, ihren Versicherten die Kosten zu erstatten.

Kritiker
monieren, es handle sich dabei um reines Marketing, um neue Mitglieder zu gewinnen.
Eine Sprecherin der Techniker Krankenkasse verweist hingegen darauf, dass der
Gesetzgeber den besonderen Therapierichtungen – neben der Homöopathie sind das
die Pflanzenheilkunde und die Anthroposophie – ausdrücklich einen Platz in der
gesetzlichen Krankenversicherung einräume.“
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
vom März 2017 – „Glaubenskrieg um die Globuli – Millionen Deutsche vertrauen auf
Homöopathie, obwohl deren Wirkung nicht wissenschaftlich belegt ist.