Holzschnitzen gegen Nazis

„Bis
heute erschüttert Eltern ein Konflikt um einen rechtsextremen Lehrer an
einer niedersächsischen Waldorfschule. Rechtsausleger können unter
Steiner-Jüngern
unerkannt bleiben.

[Zitate der betroffenen Eltern:]

„Man
muss den Rechten mit der Anthroposophie begegnen, dann werden die schon
begreifen, dass sie auf dem falschen Weg sind“, oder „Mit etwas
Holzschnitzen kann
man dem Exlehrer sicher klar machen, dass er sich verirrt hat“.

Ich fand, da war
das Kollegium an der Waldorfschule schwach.
(…)

Schüler
seiner Klasse sagten das ja schon vorher, erzählten von Hakenkreuzen an
der Tafel.
(…)

Der [Lehrer] sah aus wie aus dem Hess-natur-Katalog. Im
Sommer
immer helle Leinensachen, großer heller Hut.
(…)

Ich weiß bis heute
nicht, ob die Schule es ihm nicht auch leicht gemacht hat.“ (taz)

Quelle: taz – die Tageszeitung: „Interview Waldorf-Eltern über Nazilehrer“
http://www.taz.de/!5492923/

Wie antisemitisch war Rudolf Steiner?

“Es scheint hohe Zeit, dass sich die Bewegung gründlich mit ihrer
Geschichte und ihrem Guru auseinandersetzt. Es sind nämlich ohnedies
denkbar schlechte Zeiten für Anhänger des Esoterikers, der als Begründer
der Waldorf-Pädagogik gilt.


Dem Schweizer Lorenzo Ravagli, Redakteur des Waldorf-Journals
“Erziehungskunst – Zeitschrift zur Pädagogik Rudolf Steiners” ist vorgeworfen worden,
rassistische Standpunkte Steiners in unzumutbarem Maße zu
rechtfertigen. Ravagli habe in diesem Jahr mit dem
niedersächsischen NPD-Funktionär Andreas Molau, einem früheren
Waldorf-Lehrer, einen Text über das Verhältnis von nationalistischen
Ideen und der Lehre Rudolf Steiners verfasst

Hatte der Bund der Freien Waldorfschulen Mitte
November noch apodiktisch beschieden, es gebe keinen Rassismus in Rudolf
Steiners Werken, so hat die offenkundig um das Image des Idols besorgte
Nachlassverwaltung jetzt immerhin eingeräumt, viele Aussagen Steiners
würden “den heutigen Kriterien von Diskriminierungsbestimmungen nicht
entsprechen”.

Wenn das weniger windig und wenig formuliert worden
wäre, würde so etwas wie ein wirklicher Anfang der überfälligen
Aufarbeitung gemacht sein.” (Die Welt)

Quelle: Die Welt – “Wie antisemitisch war Rudolf Steiner?” von Hendrik Werner, veröffentlicht am 29.11.2007 (Artikel gekürzt).

Esoterik, Faschismus, Anthroposophie

“Gerade in Kreisen, die Esoterik offen gegenüber stehen, liegt die
Indifferenz gegenüber faschistischen Konzepten meist nicht daran, dass
sie antihumane Vorstellungen teilen, sondern daran, dass sie deren
Hintergründe nicht kennen. Die Begeisterung für vermeintlich alternative
Modelle zur „Schulmedizin“ geht dabei einher mit einer bis zur
Ablehnung reichenden Ignoranz gegenüber den Methoden der redlichen
Wissenschaft – in der Medizin ebenso wie in der Geschichts- oder
Sozialwissenschaft.


Innerhalb einer solchen „Zerstörung der Vernunft“ (George Lukasz) haben braune Rattenfänger ein einfaches Spiel.


Die Schwarze Sonne, das Symbol der SS und esoterische Fantasien über
die „Auserwähltheit der arischen Rasse“ tummelt sich auf Esoterikmessen
zwischen Engelshoroskopen oder chinesischem Tao. Die Konsumenten solcher
Literatur wären vermutlich schockiert, wenn die NPD ihre Flugblätter
verteilen würde.


Die Anthroposophische Vereinigung in den Niederlanden hat sich
deutlich von Steiners Rassismus distanziert; bei deutschen
Anthroposophen steht ein solcher Schnitt noch aus. Es ist sowieso
fraglich, was von Steiner übrig bleibt ohne sein Konstrukt von
Menschenrassen, deren Schicksal die Planeten bestimmen
.”
(Dr. Utz Anhalt)

Quelle: Heilpraxis.net – “Germanische Medizin –
Braunes Gift in der Naturmedizin

Siehe auch bei Steinerquotes: Rudolf Steiner über Schwarze – “Unsympathisch, triebgesteuert, passiv und verkümmert”.

Anthroposophen, Holocaustleugner

“In Auschwitz hat es keine Vergasung gegeben, Auschwitz war kein Vernichtungslager.” (Ursula Haverbeck)

Quelle: Ursula Haverbeck, ehemalige Vorsitzende des verbotenen Vereins “Collegium Humanumin der ARD-Sendung Panorama. Der rechtsextremistische Verein arbeitete unter anderem in Bereichen von Rudolf Steiners biologisch-dynamischen Anbaus, der Christengemeinschaft und Anthroposophie. Haverbeck hatten den Zentralrat der Juden wegen Falschaussage angezeigt. Das Collegium Humanum wurde von ihrem Mann, dem ehemaligen Nationalsozialisten und Anthroposophen Werner Georg Haverbeck gegründet. Prominente Mitglieder waren unter anderem der ehemalige Waldorflehrer, Holocaustleugner und NPD-Aktivist Bernhard Schaub. Haverbeck wurde im November 2015 wegen wiederholtem Leugnen des Holocausts mit 87 Jahren zu 10 Monaten Haft verurteilt.

Links bei Steinerquotes: Bernhard Schaub, Holocaust, NPD, Anthroposophischer Rassismus

Waldorfschulen, Rechtsradikale, Reichsbürger

“Der Bund der Freien Waldorfschulen warnt seine Mitglieder vor einer
Vereinnahmung durch die rechtsradikale Reichsbürger-Bewegung. Das geht
aus einer neuen Broschüre hervor, die der Waldorf-Vorstand laut
Informationen des SPIEGEL bei der Delegiertentagung in Düsseldorf an
diesem Wochenende verteilen lässt.

Die Broschüre hat eine Startauflage von 3000 Stück und soll im
Unterricht verwendet werden. Bei den Reichsbürgern gingen “Esoterische
Vorstellungen und Rechtsradikalismus Hand in Hand”, heißt es in dem
Informationsheft. Sie zielten verstärkt auf “anthroposophisch
inspirierte Initiativen in der Landwirtschaft, Medizin und Pädagogik.

Im Sommer war der Geschäftsführer einer Waldorfschule in Rendsburg
entlassen worden, weil er Kontakte zu den Reichsbürgern hatte.” (Der Spiegel)

Quelle: Der Spiegel, 24.01.2015 – “Reichsbürger-Bewegung: Waldorfschulen fürchten Unterwanderung durch Rechte

Einige Rechtsradikale Vorfälle an Waldorfschulen:

Siehe auch:

Linksammlung:

Menschlich faire Auseinandersetzung mit Nazis

“Die Freie Waldorfschule Minden hatte mitgeteilt, sie sei nach „einer
menschlich fairen Auseinandersetzung und gründlicher Prüfung aller
Details darin übereingekommen, den Arbeitsvertrag mit dem Kollegen
aufzulösen.” (Bund der freien Waldorfschulen)

Quelle: Bund der Freien Waldorfschulen am 10.08.2015 – “BdFWS begrüßt Entscheidung der Mindener Waldorfschule, sich von umstrittenem Lehrer zu trennen.“ über einem Waldorflehrer, der sich jahrzehntelang im extrem rechten politischen Spektrum engagiert hatte. 

Hintergrund: Dass der Pädagoge in Organisationen mit rechtsextremer Ausrichtung aktiv war, steht fest (Westfalen-Blatt). Er soll einige Jahre im rechtsgerichteten Bund deutscher Unitarier mitgearbeitet haben (Netz gegen Nazis). Der polizeibekannte Lehrer ist seit Jahrzehnten tief im rechten Millieu verstrickt und war bereits 2000 als Autor der „Nordischen Zeitung“ einer rassistischen Sekte in Erscheinung getreten. Der BdFWS möchte den Lehrer lieber loswerden (Osnabrücker Zeitung). Von Rechtsradikalen gab es Solidaritätsbekundungen (Mindener Tageblatt). Das 30-köpfige Kollegium an der Freien Waldorfschule Minden sprach ihm nach Bekanntwerden der Vorwürfe einstimmig das Vertrauen aus (WDR). Schon vor 20 Jahren hat er sich mit  einem SS-Kriegsverbrecher fotografieren lassen, vier Monate nach den Vorwürfen hat die Schule noch keine Entlassung beschlossen (taz).

Siehe auch: Rudolf Steiner (Gründer der Waldorfschulen) und seine rassistischen Äußerungen zu “Negern”, “Wilden” und “schwarzer Haut”

Die Waldorfschulen und die abseitigen Ideologien

“Die Anthroposophie war zwischen ‘33 und ‘45 nicht
unumstritten. Einerseits war die Lehre von Steiner für viele
Nationalsozialisten eine konkurrierende Weltanschauung, andererseits gab es,
zum Beispiel mit
Rudolf Heß, auch extrem prominente Fürsprecher

Zu den Mitarbeitern von Heß gehörte Werner
Georg Haverbeck, der 1963 mit seiner zukünftigen Frau Ursula das Collegium
Humanum gründete. Ursula Haverbeck führte nach seinem Tod 1999 sein „Werk"
weiter und ist heute eine der einflussreichsten Holocaustleugnerinnen
Deutschlands und hat gerade letzte Woche
den Zentralrat der Juden wegen
Falschaussage angezeigt
, da es keinen Beweis für den Massenmord an Juden
während der Nazizeit gäbe.

Eine der Referenten an Haverbecks Collegium war Bernhard Schaub, der (langsam
nicht mehr so überraschend) ebenfalls vorher Lehrer an einer Waldorfschule war.
Er musste seine Schule in der Schweiz verlassen, nachdem er ein Buch veröffentlicht
hatte, in dem er in guter Collegium-Humanum-Tradition den Holocaust leugnete.


Offensichtlich hat man in Waldorfschulen ein Problem damit,
sich eindeutig von abseitigen Ideologien abzugrenzen.” (Vice)

Quelle: Vice Magazine – “In der Waldorfschule wird nicht nur Ken Jebsens Name getanzt“.

Schülerinnen enttarnern Waldorflehrer als Neonazi – Kollegium vertraut ihm einstimmig

“2005 [tagte] ganz konspirativ die Neonazi-Sekte „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“. Die Neonazis möchten ungestört bleiben. Doch der Staatsschutz der Polizei Nordhausen fertigte Listen der
Teilnehmer an. Auf einer solchen wurde auch die Familie des Lehrers
einer Freien Waldorfschule in Minden festgehalten.
(…)

Ende April 2015 war zwei Schülerinnen der Freien Waldorfschule Minden
aufgefallen, dass der Pädogoge seit 2008 den mit Neonazis durchsetzen
Trägerverein der „Ahnenstätte Conneforde“ bei Oldenburg leitet.
(…)

Hinlänglich bekannt ist,  dass insbesondere Freie Schulen und Kindergärten für rechte Eltern interessant sind.” (Blick nach rechts)

Quelle: Blick nach rechts – “Völkischer Pädagoge? In Minden gibt es Streit wegen eines Lehrers mit zahlreichen Rechts-Kontakten.”.

Hintergrund: Dass der Pädagoge in Organisationen mit rechtsextremer Ausrichtung aktiv war, steht fest (Westfalen-Blatt). Er soll einige Jahre im rechtsgerichteten Bund deutscher Unitarier mitgearbeitet haben (Netz gegen Nazis). Der polizeibekannte Lehrer ist seit Jahrzehnten tief im rechten Millieu verstrickt und war bereits 2000 als Autor der „Nordischen Zeitung“ einer rassistischen Sekte in Erscheinung getreten. Der BdFWS möchte den Lehrer lieber loswerden (Osnabrücker Zeitung). Von Rechtsradikalen gab es Solidaritätsbekundungen (Mindener Tageblatt). Das 30-köpfige Kollegium an der Freien Waldorfschule Minden sprach ihm nach Bekanntwerden der Vorwürfe einstimmig das Vertrauen aus (WDR).

Mehr rechtsradikale Vorfälle an Waldorfschulen:

Siehe auch:

Linksammlung:

Auf der Schattenseite – Schwarze in der Waldorfschule

“Ein dunkelhäutiges Mädchen soll in der Waldorfschule von einer
Mitschülerin drangsaliert worden sein. Die Schulleitung reagierte über
Jahre nicht – erst als auffliegt, dass die Eltern für die NPD kandidiert
haben.

Das Mädchen soll mit Affen verglichen worden sein, stehe “aufgrund ihrer
Hautfarbe auf der Schattenseite”. Die Anfeindungen gegen das
dunkelhäutige Kind durch eine Klassenkameradin hätten vor fast drei
Jahren in der ersten Klasse begonnen. (…)

Das dunkelhäutige Mädchen muss aber weitere Anfeindungen ertragen. Sie
wird in der Schule dafür verantwortlich gemacht, dass Mitschüler gehen
mussten. Die Mutter legt Bilder aus “whatsapp”-Gruppen vor, auf denen
einem dunkelhäutigen Mädchen Teufelshörner und Hitler-Bart aufgemalt
wurden. (…)

Bundesweit waren in der Vergangenheit Waldorfschulen mit eindeutig
rechts orientierten Mitgliedern in die Schlagzeilen geraten, etwa durch
einen Lehrer in Braunschweig, der sich ebenfalls in der NPD engagiert
hat.” (Südwest Presse)

Quelle Südwest Presse / Haller Tageblatt – “Waldorfschule Crailsheim wirft NPD-Paar und Kinder raus – Nach zwei Jahren reagiert“.

Kein Unterschied zwischen Waldorf und der NPD

“Lichte: ’‘Herr Molau, sind Sie Waldorflehrer oder NPD-Spitzenpolitiker?

Molau: Beides! Ich denke, Sie spielen auf die Presseerklärung des
Bundes der Freien Waldorfschulen an, nach der es einen fundamentalen
Widerspruch zwischen Waldorfpädagogik und NPD gäbe. Es gibt ihn aber
nicht!

Lichte: Bis zu Ihrer Enttarnung arbeiteten Sie 8 Jahre lang an der Freien Waldorfschule Braunschweig?

Molau: Welche „Enttarnung“? Ich habe mich nie versteckt. Als Lehrer habe ich dasselbe gesagt und getan, wie vorher auch.” (Ruhrbarone)

Quelle: Ruhrbarone – “Die Waldorfschule und Andreas Molau, Aussteiger aus der rechtsextremen Szene