Wasser auf die Mühlen der Esoteriker

“Biomineralwasser
– das klingt nach Marketing-Gag. Nach jahrelangem Streit hat der
Bundesgerichtshof die Bezeichnung Biomineralwasser im Jahr 2012 für
zulässig erklärt.
(…) Andere
Vorgaben sehen Wissenschaftler im Bereich des Hokuspokus: So müssen die
„Biowasserbauern“ alle fünf Jahre einen Qualitätsnachweis vorlegen, der
„eine lebensfördernde, innere Struktur des Quellwassers“ bestätigt. Das
kann etwa mit einer Kristallbild-Untersuchung, Tropfbildmethodik oder
einer Biophotonenuntersuchung geschehen.
(…)

Fragt sich
nur: Ist es ratsam, wenn Biolandwirtschaft mit unwissenschaftlichen
Methoden assoziiert wird? Der Ökoanbauverband Bioland, ein Partner der
Biomineralwasserinitiative, antwortet darauf: Dass man „zusätzlich auch
ganzheitlichen Methoden wie zum Beispiel der Biophotonenuntersuchung
oder Tropfbildmethodik und ihren Ergebnissen Beachtung schenkt, ist auch
in der biodynamischen Landwirtschaft gang und gäbe und liegt im
Interesse der Verbraucher“.“ (die tageszeitung)

Quelle. taz – die tageszeitung vom 06.03.2016 – “Gibt es Bio-Mineralwasser? Zwischen Öko und Aberglauben”. Anthroposophische, “bildschaffende Methoden” wie die sogenannte “Tropfbildmethode” offenbaren für jene Hellseher, die “okkult schauen” können, “übersinnlich erfahrbare ätherische Bildekräfte.” (Psiram). Die Stiftung Warentest wertete das genannte Biokristall Biomineralwasser als “nicht überzeugend, schlecht im Geschmack, mineralstoffarm, nicht gesundheitsfördernd und nicht umweltschonend”.

Siehe auch: Anthroposophischer Käse mit Aqua Luna-Wasser aus Vollmondabfüllung, welches “ungewöhnlich viele Resonanzzahlen im Bereich der
Gehirnsteuerfrequenzen aufweist

Die Tropfbilder des dynamisierten Wassers

“Immer dienstags gibt’s ein Gedicht: Dann kommt ein Künstler zu Besuch, er
hat einen Gong dabei und trägt Verse vor. Gearbeitet wird bei Sonett
auch, wegen der großen Nachfrage seit Kurzem sogar in Nachtschicht. Doch
an seinen Ritualen hält das anthroposophische Unternehmen fest, so gut
es geht.

Etwa 600 anthroposophisch orientierte
Wirtschaftsunternehmen gibt es in Deutschland, dazu kommen zahlreiche
soziale Einrichtungen wie Altenheime oder Kliniken. Viele wurden von
Menschen gegründet, die sich für die Ideen des österreichischen
Philosophen und Esoterikers Rudolf Steiner begeisterten.

Firmen wie
Alnatura, Wala, Demeter, Weleda oder die Drogeriemarktkette DM beziehen
sich in ihren Werten auch heute noch auf seine Lehre, die
Anthroposophie. Aber auch weniger bekannte wie der Stuttgarter
Automobilzulieferer Mahle oder die Software AG in Darmstadt haben
anthroposophische Wurzeln.“ (Süddeutsche Zeitung)

Quelle: Die Süddeutsche Zeitung vom 12.06.2015 – “Sinn gibt’s gratis“ über die anthroposphische Firma Sonett, Slogan: “Mittel für Waschen und Reinigen,
die das Wasser achten als Träger alles Lebendigen
“ Sonett arbeitet mit esoterischen ‘bildgebenden’ Verfahren wie der ‘Tropfbildmethode‘ und ‘dynamisiertem Wasser’.