Nach dem Waldorf-Supergau in Großbritannien

Nach Prüfung britischer Waldorfschulen durch Schulbehörde erhielten 8 von 10 Schulen schlechte Noten, einige wurden geschlossen. Privatschule engagiert Gefängnis-Inspektorin für Neuanfang

Die britische Schulbehörde OFSTED hatte im Januar 2019 beschlossen, die Waldorf – bzw. Steiner-Schulen des Landes einer qualitativen Prüfung zu unterziehen. Die Ergebnisse waren für die esoterische Privatschule ein Supergau: 8 von 10 Schulen erhielten eine schlechte Bewertung, die Hälfte der Schulen gilt sogar als komplett „unzureichend“. Einige Schulen mussten daraufhin schließen.

Die Schulinspektorin Amanda Spielman lieferte nach Abschluss der Untersuchungen einen Bericht an Bildungsminister Damian Hinds:

Als Kritikpunkte wurden vor allem die fehlende Sicherheit von Schülern, die unzureichende Qualität des Unterrichtes und der Leistungen der Schüler sowie die schlechte Führung vieler Schulen benannt.

Von den 26 Steiner-Schulen, die wir inspiziert haben, wurden 13 als unzulänglich beurteilt, sieben wurden als verbesserungsbedürftig und sechs als gut eingestuft, wodurch 77% der Steiner-Schulen schlechter als mit „gut“ bewertet wurden, verglichen mit nur 15% der staatlich finanzierten Schulen. Darüber hinaus erfüllten 15 der 22 inspizierten unabhängigen Steinerschulen nicht die Standards für unabhängige Schulen.“ (OFSTED Chief Inspector Amanda Spielman – Brief an den britischen Bildungsminister Damian Hinds, 22. Juli 2019)

Schlechte Führung, schlechter Unterricht, schlechte Schüler

Die Behörde der Schulinspektorin Amanda Spielman bemängelte im Details folgendes:

Sicherheit nicht gewährleistet

Spielman zeigt sich „tief besorgt“, dass die Sicherheit der Schüler*innen oftmals nicht gewährleistet wurde. Die Befähigung von Mitarbeitern zum Umgang mit Kindern sei teilweise nicht geprüft worden. Wenn Kinder Risiken ausgesetzt waren, hatten Steinerschulen die zuständigen Behörden nicht informiert.

In einigen Fällen hätten Inspektoren sogar bemerken müssen, wie Kinder in Waldorf-Einrichtungen „unangemessen“ grob angefasst, zum Beispiel hochgezerrt und durch den Raum gezogen wurden.

Unterrichtsqualität und Leistungen der Schüler unzureichend

Die Qualität des Unterrichtes sei ebenso unzureichend wie die Leistung der Schüler – weniger als ein Drittel der Schulen war in diesem Bereich zufriedenstellend. Die Unterrichtsinhalte wären für die Altersklassen unangemessen und deutlich zu einfach, auch hätte es keine klaren Zielvorgaben gegeben.

Kinder mit Behinderungen wären „in vielen Schulen nicht gefördert“, nicht anwesend oder explizit vom Unterricht ausgeschlossen worden

Schulen schlecht geführt, Beschwerden sind zahlreich

Zudem bemängelte Spielman die schlechte Führung an jeder zweiten Schule: Die genauen Verantwortlichkeiten wären in den oft selbst verwalteten Kollegien oftmals nicht bekannt oder klar vergeben.

Es gäbe eine Art Vakuum bei der Verantwortlichkeit, das sich auch an der hohen Anzahl an Beschwerden von Eltern über die Waldorfschulen zeige.

Neuanfang mit Gefängnis-Inspektorin

The Guardian, 23.06.2020:
Steiner schools chief: what my time in prisons taught me about the UK’s education mistakes

Jetzt versucht die Waldorfschule einen Neuanfang und engagiert eine neue Leitung: Den britischen Bund der Waldorfschulen führt laut dem Guardian seit September die Anwältin und vorherige Gefängnis-Inspektorin Fran Russel. Selbstkritik äußert sie zunächst wenig: Nicht bei Waldorf, sondern im Land laufe beim Thema Bildung etwas schief.

Eines der Probleme ist laut dem Guardian die Evolutionserzählung des Schulgründers Rudolf Steiner von „Black to Aryan„. Gemeint ist damit die angebliche Entwicklung der Menschheit vom niederen Schwarzen hin zum genialen Arier. Es habe Beschwerden über Rassismus in britischen Waldorfschulen gegeben. Russel wolle nun „umfassend prüfen“, warum die Schule nicht mehr schwarze und ethnische Minderheiten anzieht.

Die familiäre Struktur der Schulen sei problematisch gewesen, es brauche „Führungskultur“. Das Waldorf-Konzept stellt Russel aber nicht in Frage. Das Beste für Kinder sei eine waldorfpädagogische Erziehung vom der Kita an. Die an Waldorfschulen weit verbreitete Impfgegnerschaft scheint kein Problem zu sein: Impfungen blieben weiterhin eine „persönliche Entscheidung der Eltern„.

Auch die Unterrichtsinhalte, angepasst an angebliche Reinkarnations-Stufen des Kindes werden beibehalten: „Zunehmend sehe ich Kinder, die von frühzeitiger Alphabetisierung und von Tests überfordert sind.“. Die Waldorfschule verzögert das Lesen- und Schreibenlernen aufgrund hellseherisch begründeter Erkenntnisse über die Reinkarnation des Kindes bewusst.

Die selben Probleme an vielen britischen Waldorfschulen

Schon vor den Untersuchungen der Schulbehörde gab es an vielen britischen Waldorfschulen untragbare Zustände. Das bewiesen die Untersuchungen, nach denen mehr als ein Dutzend Schulen offiziell die schlechteste Note „Inadequate“ (Unzureichend) erhielt.

Beispiel: Die von der Schulbehörde Ofsted geschlossene Steiner-Schule in York:

Unzureichend sind: Führung und Management, Qualität des Lehrens, des Lernens und der Benotung, die persönliche Entwicklung, das Verhalten und das Wohlbefinden der Schüler sowie ihre Ergebnisse.“ (Britische Schulbehörde Ofsted über die Steiner School York, 2019)

Deutlicher als an nackten Zahlen erkennt man die Problematik, wenn man sich einige konkrete Vorfälle an Steiner-Schulen in den letzten Jahren anschaut.

Steiner-Schule Kings Langley: Drohbriefe, Geheimhaltung, Gewalt, Rassismus und Mobbing

Kritik gab es auch von Eltern der Steiner-Schule Kings Langley: Ein Lehrer, der wegen „grobem Fehlverhalten“ stillschweigend entlassen wurde, hatte weiter Kontakt zu ihren Kindern. Er lud sie zu sich nach Hause ein und ließ sie unter anderem „auf seinem Knie sitzen“.

Der Daily Telegraph schrieb 2018 über die „Vorzeigeschule“, sie sei „bis ins Mark verrottet„. Eltern, die sich beschwerten, erhielten Drohbriefe. Sie warfen der Schule „Vertuschung“ vor:

Ein Aushängeschild unter den Steiner-Schulen soll aus Angst um die Sicherheit der Kinder geschlossen werden, nachdem herauskam, dass Eltern, die Alarm schlagen wollten, mit Drohbriefen zum Schweigen gebracht werden sollten. (…) Diese besagten: „Wir wissen, wo du wohnst. Wir kennen deine Kinder und wissen, wo sie hingehen“. 

Ein Elternteil erzählte The Daily Telegraph, dass das Management der Schule einer „Kultur der Geheimhaltung“ vorstehe, die „bis ins Mark verfault“ sei.“ (The Daily Telegraph -„Durch und durch verfaultes Aushängeschild der Steiner-Schule soll geschlossen werden, besorgte Eltern erhielten Drohbriefe„, 24.06.2018)

Aus der Steiner School in Hertfordshire gab es auch Berichte über Gewalt, Rassismus und Mobbing:

Ein Lehrer habe obszöne Schimpfwörter gesagt, Kindern beim morgendlichen Handschlag weh getan, sie mit Horrorgeschichten über Enthauptungen verunsichert. Ein anderer Lehrer hatte einen Schüler mit dem N-Wort rassistisch beleidigt:

“Ihr Lehrer las ein Gedicht vor, in dem es hieß: Der kleine Junge hatte soviel Schokolade am Mund, dass er wie ein [N-Wort] aussah”. Als Eltern gemischter Ethnien waren sie aufgebracht und verlangten eine Anhörung, doch der Lehrer zeigte wenig Reue und die Schule machte keine Anstalten, den Betreffenden zu maßregeln. “Der Lehrer wurde nicht suspendiert, nichts.” (The Independent – „Die Steinerschulen haben einige fragwürdige Lektionen für die Kinder von heute„, 2016)

Auch Mobbing hätten die Lehrer nicht unterbunden: Eine Schülerin sei immer wieder von Mitschülern gemobbt und schließlich in einen Fluss geworfen worden. Die Lehrer wären nirgendwo zu sehen gewesen und hätten auch hinterher keine Anstalten gemacht, dem Kind zu helfen.

Die angesprochene Lehrkraft habe nur lapidar gemeint: „Oh, sie war selbst schuld.“

Wynstones Steiner School – Erhebliche Sicherheitsbedenken, schwerwiegende Fehler

Zu den geschlossenen Schulen gehört auch die Wynstones Steiner School in Gloucester, die wegen „erheblicher Sicherheitsbedenken“ und „schwerwiegender und weitreichender Fehler“ den Betrieb einstellen musste, berichtete die BBC im Januar 2020.

Ein ehemaliger Schüler der Wynstones Steiner School liefert einen erschütternden Bericht:

Er sei massiv gemobbt worden und die Lehrer hätten ihm selbst die Schuld daran gegeben, die Übergriffe hätten sie jedoch nicht gestoppt. Die anthroposophische Schulärztin sei eine „komplette Spinnerin höchsten Grades“ gewesen, die für seine Probleme sein Interesse an Computern verantwortlich machte: Das schade seinem „Astralleib“.

Obwohl er bei Schuleintritt schon schreiben konnte, habe er mit „riesigen Buntstiften malen“ müssen, er fühlte sich „wie im Kindergarten“. Später sei bei ihm das Asperger-Syndrom diagnostiziert worden – die Schule hatte davon nichts bemerkt.

Im Stroud News and Journal („Wynstones-Schule schließt nach vernichtendem Ofsted-Bericht„) zeigte sich der ehemalige Waldorfschüler im Januar 2020 glücklich über die Schulschließung: „Es wurde Zeit!“.

Dieser Erfahrungsbericht ist typisch für Erfahrungen von Kindern an Waldorfschulen in der ganzen Welt. Und obwohl die geschilderten Vorfälle über 30 Jahre zurückliegen, haben viele heutige Waldorfschulen noch immer die selben Probleme:

Mobbing soll durch selbst verschuldetes schlechtes Karma bedingt sein und daher nicht unterbunden werden. Aus esoterischen Begründungen verzögert man bewusst wichtige Unterrichtsinhalte und verweigert den Kindern damit Bildungschancen. Weithin bekannt ist auch eine grundsätzliche Technikfeindlichkeit der Waldorfschulen: Fernsehen, Computer und digitale Medien werden oft abgelehnt.

Waldorfbewegung beklagt „Hexenjagd“ durch „Anti-Waldorf-Lobby“

Wie reagiert die Waldorf-Bewegung in Großbritannien auf die schlechten Beurteilungen durch die Schulbehörde? Einsicht zu zeigen oder Fehler einzugestehen ist generell nicht der Stil der Waldorfbewegung . Im Gegenteil, man bläst zum Gegenangriff:

Sylvie Sklan, ehemalige Vorsitzende des britischen Waldorf-Bundes Steiner Waldorf Schools Fellowship (SWSF) hält die Untersuchungen und ihre Ergebnisse für eine „Hexenjagd„, organisiert von einer „Anti-Waldorf-Lobby„. Ihre Thesen kann sie praktischerweise ungefiltert über die anthroposophische Nachrichtenagentur NNA News verbreiten.

Vereinzelt gäbe es jedoch auch Stimmen, die Ofsted beipflichten – man müsse „mit der Zeit gehen“. Sklan übt sich in Zwangsoptimismus : Es gäbe „einen Silberstreif am Horizont“, auch wenn der noch nicht ganz zu sehen sei. Das eigentliche Problem scheint aber zu sein:

Die Schulbehörde hätte die freien Schulen benachteiligt, so die ehemalige Chefin des Waldorf-Bundes. Und: Die Behördenmitarbeiter könnten schlicht „nicht verstehen worüber sie da urteilen„.


Weitere Infos: Alle Berichte über die britischen Waldorfschulen können bei der Schulbehörde Ofsted online eingesehen werden.


19 Gedanken zu “Nach dem Waldorf-Supergau in Großbritannien

  1. Erschreckend, aber nicht unbedingt überraschend. Gut, dass diese Schulen mal komplett durchgesehen und die schlimmsten geschlossen wurden. Das könnte man hierzulande doch auch mal tun?

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    • @ gnaddrig

      … wenn man Waldorfschulen schließt: was machen Politiker dann mit ihren Kindern?!?

      „(…) In Deutschland werden Rudolf Steiners Waldorfschulen (zum größten Teil) staatlich finanziert und nach Kräften gefördert – heute mehr denn je, mehr als 1984, als Fritz Beckmannshagen schrieb:

      »Heute sind die Kultusministerien einiger Länder bezüglich der Waldorfschulen total unkritisch und unangemessem großzügig geworden. Ich kann mir dieses irrationale Verhalten nur erklären, indem ich vermute, daß an wichtigen Stellen der Ministerien stille Förderer der Bewegung sitzen und lenken, so daß man bald zutreffend von Okkultusministerien spricht.«

      Das klingt dann doch gewagt. Nach »Verschwörungstheorie«. Vielleicht sitzen in den Kultusministerien auch einfach nur Menschen, die »Töne wie aus einer undichten Gummizelle« mögen?“

      zitiert aus: „Töne wie aus einer undichten Gummizelle!“, https://hpd.de/artikel/10216

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  2. „Privatschule engagiert Gefängnis-Inspektorin für Neuanfang“

    „Gefängnis“ passt zur Waldorfschule – mir fiel mal dieser Merksatz ein:

    „In der Waldorfschule steht für jeden eine Schublade offen.“

    „Schublade“ oder „Gefängnis“ – Bewegen ist nicht, Stillstand garantiert: „Gibt es eine andere Schulform, die so starr an den Vorgaben ihres Begründers festhält, wie die Waldorfpädagogik an der Anthroposophie Rudolf Steiners?“, „100 Jahre Pädagogik aus dem Esoterik-Baukasten“, https://hpd.de/artikel/100-jahre-paedagogik-dem-esoterik-baukasten-15645

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  3. Ich unterstelle für den obigen Inhalt absolut seriöse Berichterstattung. Damit wären Vorkommnisse innerhalb der Waldorfschulen in Großbritannien für jeden verantwortungsbewussten Bürger bedrückend, die zusätzlich deutlichen öffentlichen Protest verlangen grade zum Schutz von Kindern.

    Andererseits hatte ich wenige Begegnungen mit Eltern, deren Kinder Waldorfschulen besuchen. Ich habe konkret von diesen nie solche negative Kritik gehört. Aber Waldorfschulen waren zwischen uns nur selten und oberflächlich Gesprächsthema. Ich selbst bin hier inkompetent mit subjektiver sehr begrenzter Sicht auf diese Landschaften von Privatschulen und enthalte mich wohlüberlegt maßgebenden Urteilen. Solche obliegen diesbezüglicher professioneller Kompetenz.

    Sind ähnliche Zustände genauso in Deutschland vorhanden?- Ich habe darüber neben normalen gängigen Diskussionen, keine eindeutigen direkten beweiskräftigen Informationen (bezüglich inakzeptablen strukturellen Schwierigkeiten). Es ist nicht mein Thema. Aber ich vertraue dabei den Verantwortungsträgern behördlicher Schulaufsicht.

    Mich interessiert mehr die grundsätzliche Frage: Sind Privatschulen in unserer Gesellschaft sinnvoll? Und ich beantworte diese eindeutig mit ja, bin also ein Befürworter. Natürlich sind damit beschäftigte Dachverbände ohne wenn und aber begrüßenswert aus diversen Gründen.- Ich möchte hier die damit verbundene Frage anders formulieren: Wer hat etwas gegen Privatschulen und aus welchen Gründen?

    Ich unterstelle weiterhin: Waldorfschulen ergänzen die Schullandschaften, weil sie eine bestimmte Art vertreten, die ohne sie nicht vorhanden wäre. Das ist für mich eine Bereicherung der Bildungsangebote. (Voraussetzung ist ein normaler Schulbetrieb auf unumgänglich notwendigem anerkanntem Niveau für Gleichberechtigung der dort lernenden Kinder im Maßstab mit anderen Schulbesuchern, Schülern).

    Zusätzlich, es bestehen starke Tendenzen, die Bürger und damit Eltern in ihrer Fürsorge allgemein als mehr oder weniger dusselig ansehen. Das ist ein grober Fehler (Ausnahmen bestätigen die Regel)! Wir haben es hier mit einer Hauptmacht zu tun in unserer Gesellschaft, die letzten Endes alles bestimmt und gestaltet innerhalb unserer Demokratie und zwar mit differenziertem Urteilsvermögen. Wer bestreitet das und mit welchen Gesinnungen?

    Zuletzt an Herrn Lichte gerichtet: Behalten Sie Ihren Humor, z. B. der weiter oben vorsichtige Hinweis auf Gummizelle, einfach zu köstlich grade hinsichtlich (dogmatischer) Anthroposophen (die anthroposophische Bewegung ist konkret heterogen ohne jegliche Machtansprüche und Sektenformung, meine ich). Behalten Sie ihre wichtige Kritikfähigkeit. Sie halten penetrant Ihren Finger in eine Wunde. Das tut weh! Aber es fördert auf der Gegenseite wichtigste Reflexionen. Durch damit verbundene Schmerzen erleben Betroffene neu vorteilhaften Realitätsbezug.

    (Einfach köstlich, mir sind gleich mehrere Geschichten dazu eingefallen in unterschiedlichen Varianten. Ich werde demnächst eine sehr anfängliche fragmentarische Komposition hier als Kommentar veröffentlichen sozusagen als Anregung pro den Thesen: Initiative für Phantasie tut gut; Humor entkrampft und verbindet!- Doch, ich wage es, obwohl ich kein Schriftsteller bin).

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    • @ M. Günther

      Ihre Frage: „Wer hat etwas gegen Privatschulen und aus welchen Gründen?“

      Privatschulen – und damit auch die Waldorfschulen – fördern die soziale Trennung, verstärken den Trend hin zu einer Klassengesellschaft.

      Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, im Interview über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie:

      „(…)

      Lichte: Die Waldorfschulen beeindrucken durch ihre soziale Homogenität: fast alle Schüler kommen aus bildungsbürgerlichem Milieu, Kinder aus „sozial schwachen Verhältnissen“ oder mit „Migrationshintergrund“ sucht man vergeblich.

      Prof. Hopmann: Das sollte nicht überraschen: Das war schon immer so, ist aber kein Spezifikum der Steinerschulen, sondern typisch für viele Formen privater Beschulung. Sie werden nicht zuletzt von solchen bildungsaktiven Eltern gesucht, die ihren Kindern den Umgang mit den „Schmuddelkindern“ ersparen und dadurch – vermeintlich – bessere Startchancen ermöglichen wollen.

      (…)“

      zitiert aus dem Interview: „Man kann nicht nur ein ‘bisschen’ Waldorf sein“, https://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/30117

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    • @ M. Günther

      … Harry Rowohlt macht deutlich, wie untragbar Rudolf Steiner ist, und damit auch die Waldorfschule:

      „‘Töne wie aus einer undichten Gummizelle!’

      Harry Rowohlt wird immer wieder öffentlich als “prominenter Waldorfschüler” genannt. Er hat aber nie eine Waldorfschule besucht. Sondern die “Walddörfer Schule” in Hamburg, was er in einem pointierten Leserbrief an die “taz” klar stellte. Bernd Durstewitz befragt Harry Rowohlt dazu in einem Telefoninterview.

      Durstewitz: “Haben Sie etwas dagegen, mit der Waldorfschule in Verbindung gebracht zu werden?”

      Rowohlt: “Alles. Wegen der ewigen Verwechselung habe ich mich mal mit den Schriften Rudolf Steiners beschäftigt. Da fand ich eine schöne Textstelle: ‘Der Blonde, Blauäugige ist dem Dunkelhaarigen, Braunäugigen intellektuell überlegen, weil bei Letzterem zuviel Geisteskraft in die Pigmentierung fließt’. Das wäre geeignet gewesen für ein Quellenverzeichnis von Hitlers ‘Mein Kampf’. Töne wie aus einer undichten Gummizelle!”

      Was hat Harry Rowohlt da nur gelesen? Das (…)“: https://hpd.de/artikel/10216

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  4. Hallo Herr Lichte,
    ich habe erst wieder nächste Woche Zeit für einen Kommentar. Sicher sind Ihre Hinweise bedenkenswert.- Vielleicht noch ein Gedanke von mir zum Thema Privatschulen.- Auch ich verspüre bei Trends hin zur Klassengesellschaft großes Unbehagen.- Mit freundlichem Gruß …

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    • Die Verwechslung bezüglich dem Schulbesuch von Harry Rowohlt ist peinlich, besonders wenn dieses Missverständnis von Seiten der Waldorfschulen nicht korrigiert wurde (ist).
      Meines Wissens hatte Rudolf Steiner dunkle Haare und Augen. Seine Aussagen über Pigmentierung erscheint als Fragen würdig.
      Die Begründung und Verteidigung pro Waldorfschulen obliegt den direkten Verantwortungsträgern, Lehrern, Hochschuldozenten, auch engagierter Elternschaft und teilweise Schüler(inne)n, usw. … . Ich bin dafür als Gesprächspartner ungeeignet.
      Das Thema Trends zur Klassengesellschaft (aber wie definiere ich heutzutage die „Klassen“ in unserer Gesellschaft? Trotzdem … ) ist entfernt ähnlich demjenigen des Rassismus. Bei beiden wirken jeweils unter anderem durch Sozialisation manipulierte Emotionen letztendlich fatal (im Gleichschritt mit Illusionen), gefördert durch oberflächliches Hinschauen, was bekanntlich in die Irre führen kann und so in der Regel langfristig gesamtgesellschaftlichen Schaden verursacht. Das ist meine Meinung. Standesdünkel ist tendenziell negativ.
      Bezüglich meinem obigen Kommentar ist der Gebrauch des Worts Privatschulen (Darf eine Schule privat sein?) irgendwie verkehrt. Ich habe mich in meinem ersten Kommentar sozusagen einem allgemeinen Duktus angepasst und wurde sofort korrigiert. Das ist gut und richtig.- (Geld regiert die Welt? Genauso bezogen auf Bildungs- und Berufschancen? Heutzutage? Ja, aber abgeschwächt wegen diverser Hilfestellungen für sogenannte sozial Schwache).
      Ich befürworte innerhalb des Schulwesens kulturelle, einbezogen ethnische, Vielfalt. (Wer ist auf diesem Gebiet die letzte Instanz bezüglich richtig oder falsch?). Natürlich braucht ordentliche Schulbildung Standards, die durch Reformwillen in ständiger Bewegung sind und durch anerkannte Hochschularbeit garantiert werden. Die allgemeine gesamtgesellschaftliche Aufsicht berücksichtigt die Grundrechte vorzüglich der Kinder usw. einbezogen Chancengleichheit bei hier gemeinter genereller Entwicklung.
      Meine hier betonte Vielfalt des Schulwesens verlangt, nach meiner Meinung, entsprechende inhaltliche Präsentes teils unabdingbar direkt vor Ort und damit unverzichtbare Freiräume der dazugehörigen professionellen Verantwortung. In diesem Sinn ist ein totaler Zentralismus für Schulorganisation mangelhaft. Es braucht genauso die starke dezentrale Initiative aber mit dazugehöriger lückenloser Transparenz und damit verschmolzen besonders umfassenden fachlichen Austausch, zusätzlich permanente konstruktive Diskussionen, Diskurse und nicht zuletzt Mut zum Experiment einschließlich notwendiger Korrekturen als dazugehörige Prozesse. Denkt man in dieser Richtung, dann ist für einen guten Teil von Schulen Selbstverwaltung sogar kongenial und sollte weiterhin möglich bleiben, immer vorausgesetzt das erforderliche Niveau genauso innerhalb der Verwaltung. Besonders die Lehrer dürfen durch Selbstverwaltung ihrer Schule unter keinen Umständen überlastet werden!
      Mit Rücksicht auf solche vielfältigen Strukturen der Bildungslandschaft sollte jedem Heranwachsenden durch befreiende Solidarität der umfassenden Gesellschaft ohne Wenn und Aber sein Bildungsweg komplett finanziert, geschenkt werden (ab einer bestimmten Untergrenze der Einkünfte von Erziehungsberechtigten, die derzeit großzügig gehandhabt werden sollte, um Missgunst weitgehend zu vermeiden). Das wäre ein bahnbrechender Schritt zur Bekämpfung der weiterhin vorhandenen gesamtgesellschaftlichen Klassenunterschiede, die „vereinzelt“ perfide Gefahr für egoistische Gruppenbildungen mit perversen Praktiken.
      (Jeder Bürger darf sich differenziert über seine Interessen und das Gemeinwohl Gedanken machen zum Thema Schule, was konkret überall stattfindet besonders mit Blick auf die eigenen Kinder und darüber hinaus bei anderer konkreter Verantwortung, und sich dafür engagieren.
      Haben Waldorfschulen eine gültige Berechtigung innerhalb der Bildungsangebote? Was ist Waldorfschule? So oder anders hochinteressante Fragen! Besonders mit Rücksicht auch auf dieser Website formulierten harschen Kritik.- Eines ist mir persönlich deutlich: Eine positive Berechtigung ergibt sich allein durch die Praxis der dafür engagierten Profis. Wenn diese ungenügend und absolut fehlerhaft sich zeigt, dann auferstehen inakzeptable Probleme und ein Sturm der Entrüstung.
      Schulen gründen sich inhaltlich im Hochschulbereich und diesbezüglich anerkannter Argumentation. Diese braucht das unumgängliche Niveau für allgemeine Anerkennung und Respekt trotz hartnäckiger Meinungsunterschiede zum Beispiel in der Entwicklungspsychologie, Schulpädagogik, des Methodisch-Didaktischen usw. … . Und sogar radikale Meinungsunterschiede sind völlig normal innerhalb jeglichem Universitären und darüber hinaus Wissenschaftsbetrieben. Was wäre das für eine Substanz von Bildung ohne irgendwelche Meinungsunterschiede? Wir hätten es hier zu tun mit einem fürchterlichen Albtraum).

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      • @ M. Günther

        Als Bedingung für eine „Vielfalt des Schulwesens“, für eine „dezentrale Initiative“, führen Sie an, Zitat M. Günther: „… aber mit dazugehöriger lückenloser Transparenz und damit verschmolzen besonders umfassenden fachlichen Austausch …“

        Diese Bedingung erfüllen Waldorfschulen nicht:

        Prof Hopmann: „(…) Die wenige sonstige empirische Forschung, die es zu Waldorfschulen gibt, stammt fast ausschließlich aus der Feder bekennender Waldorfianer oder ihnen nahestehender. Das liegt freilich daran, dass die Waldorfschulen eine wirklich unabhängige, ergebnisoffene Untersuchung ihrer pädagogischen Praxis nicht zu lassen. (…)“

        Ich habe jetzt zum zweiten Mal den Bildungswissenschaftler Prof. Dr. Stefan T. Hopmann zitiert – lesen Sie doch bitte das ganze, kurze Interview als Gesprächsgrundlage …: „Man kann nicht nur ein ‘bisschen’ Waldorf sein“, https://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/30117

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  5. Hallo Herr Lichte,
    nochmals betont, ich als Leihe bezüglich Schularten und notwendiger Berechtigungen bin kein wichtiger Gesprächspartner bezüglich Ihrem Anliegen und damit verknüpfter Kritik an Waldorfschulen. Ich kenne direkt sozusagen von Innen keine Waldorfschule und die derzeit damit verbundene Atmosphäre. Ich kann Ihnen nur meine Meinung mitteilen bezüglich gesundem Aufbau von Schulen, besonders wenn Selbstverwaltung dort mehr oder weniger hineinspielt.- Selbstverwaltung hat etwas (!) und nach meiner Meinung sehr konstruktiv Positives. Unter anderem geht es um Freiräume für Lehrer bezüglich ihrer schulpädagogischen Überzeugungen usw. … und besondere Anliegen einer Elternschaft. So können zum Beispiel Mitglieder einer ethnischen Gruppe, vielleicht Ureinwohner, irgendwo eine Schule planen mit besonderer Rücksicht auf entsprechende Kultur und fundierte Traditionen usw. … . Voraussetzung dafür sind gültige Standards, eine feste Verankerung der Lehrer im Hochschulbereich und damit unverzichtbares anerkanntes Niveau; das gilt dann gleichermaßen für die Verwaltung solcher Schulen; irgendwie wursteln ist verkehrt. Und solche Schulen müssen ohne Abstriche jederzeit Außenstehenden einen Einblick, Durchblick gestatten. Die Voraussetzung solcher Schulen ist absolute Transparenz und gleichzeitig eine Einbindung in die allgemeine Kommunikation sozusagen des Schulwesens an sich; also auch Teilnahme an offiziellen gemischten Kongressen, ohne wenn und aber Befürwortung ergebnisoffener wissenschaftlicher Studien und besonders wichtige ehrliche Diskussionsbereitschaft, Lernfähigkeit und trotzdem fundiertes Begründen eines speziellen Schulkonzepts, zusätzlich jederzeit offen für notwendige Reformen. Usw. Schulen brauchen grundsätzlich diese Professionalität und hervorragend solche, die teils, vielleicht sogar komplett Selbstverwaltung ausprobieren (wollen). Nur das Beste für die Kinder(!), Chancengleichheit, Menschenrechte usw. … . Das muss für die gesamte Gesellschaft und damit auch Politik (Demokratie) mit ihren Instrumenten kontrollierbar bleiben. Die gute Schule ist im Hochschulbereich fest integriert; und die Lehrer sollten wissen, welche Dynamiken dort sind; auf dem neuesten Stand sein, sozusagen die Entwicklung ihres Berufes aktiv mitverfolgen und gestalten.

    Nach meiner Meinung sollte das gleichermaßen gelten für Waldorfschulen.- Mir fehlt jegliche Phantasie dafür, was begründet dagegen sprechen könnte außer irgendwelche Merkwürdigkeiten.- Es gibt das Phänomen dafür, dass Menschen in ihrem Beruf von außen falsch getrieben werden. Auf Hochschulebene bezieht sich das hin und wieder auf Lehrmeinungen zum Beispiel von Persönlichkeiten, die man als Übervater ausgesucht hat (jeder verantwortungsbewusste Dozent wird solches Lernen radikal zu unterbinden versuchen und auf die Meinung und wissenschaftlichen Ergebnisse einer Eigenständigkeit seines Studenten pochen!) und leider nicht alles tiefgreifend versteht, was dieser Übervater erörtert. Solches Unverständnis kann Sehschwächen begünstigen für gesunden Fortschritt. Das ist dann wirklich ein Problem und unterstützt lavieren, verstecken, verkehrte Anbiederung, Geheimhaltung und Sprachlosigkeit bei Diskussionen.
    Aber warum sollte das im Prinzip in Waldorfschulen so sein? Die Wahrheit befreit! Das gilt hervorragend für unsere Bildungslandschaft. Entweder hat die Waldorfschule ihre Berechtigung, dann müssen Verantwortungsträger das Schulkonzept dementsprechend als lebendigen Prozess befreiend definieren und genauso mit der erforderlichen Kompetenz vertreten, verteidigen. Wo ist diesbezüglich das Problem? Ich habe weiterhin die Meinung, dass diese Kompetenz reichlich in Waldorfschulen und ihrem Dachverband vorhanden ist. Es wäre für mich eine wirklich riesige Überraschung und Enttäuschung, wenn dem nicht so wäre. Das Oder. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Für mich derzeit unvorstellbar.
    „Aber der Mitbegründer Rudolf Steiner war ja ein Verrückter und überhaupt die Anthroposophie!“ Schule ist eine rein menschliche Angelegenheit auf entsprechendem Niveau. Warum sollen Befürworter Rudolf Steiners keine Schulen unterstützen mit Konzepten in Anlehnung an ihre innersten Überzeugungen?. Nur dieser Zusammenhang muss der Elternschaft gegenüber transparent sein, alles andere wäre verkehrt. Eventuell müsste hier einiges neu sortiert werden usw. … . Aber ich bin Leihe auf dem Gebiet der Ausrichtung von Schulen.

    Ich werde dem Hinweis im vorangegangenen Kommentar baldigst nachgehen.

    Mit freundlichem Gruß …

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  6. Ich habe das Interview mit Prof. Dr. Stefan T. Hopmann gelesen und andere kürzere kritische Berichte über Waldorfschulen. In der dort skizzierten Praxis und damit Atmosphäre fühle ich mich unwohl und erlebe sie als bedrückend. Insgesamt habe ich andere Vorstellungen über ein grundlegendes Konzept „Waldorfschule“. Und ich würde es völlig anders beschreiben, begründen als durch die vielfach unversöhnliche Kritik hindurch schimmert.
    Klar ist, eine Schule wird maßgebend durch die dort tätigen Lehrer geprägt neben anderem. Usw. … .

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  7. (… . Ein bisschen Spaß muss sein, dann ist die Welt voll Sonnenschein. … usw. …).

    Harry Rowohlt zitiert R. Steiner (knapp am Reim vorbei): „Der Blonde, Blauäugige ist …, weil … Geisteskraft in die Pigmentierung fließt. … .“- Der Blonde ist also dem Dunkelhaarigen in seinen Erbanlagen durch vorteilhafte(?) Strukturgene intellektuell überlegen(?). Kein besonderes Kompliment für Eingeweihte mit Lotosblumen-Schönheit, denn intellektuelle Bilder verblassen (in Ohnmacht?), wenn … . Das hört man ja hin und wieder.- Aber wo?- Im …?- Gleichermaßen …?- Und sollte die Psyche dafür ausgeschlafen sein?— Mein Hirn ist durchflutet mit machtvollen Fragen.- Hilfe!- Wo ist der Meister dieser Verzauberung und erlöst mich von Gedankenqualen?- Soll und will ich deshalb Strecken wallen? Nein! Es gibt hier und jetzt nur den einzigen Weg: Mut zum Wahnsinn!

    (Eine neue rassige Völker umfassende Rangordnung innerhalb der wohl weisen Evolution?- Vorweg hart aber fair gefragt: Welche Energien fließen in Pigmentierung und welche Menge mit zwingend(?) prägenden Konsequenzen? Ich habe keine Ahnung. Aber R. Steiner deutet richtungsweisend auf eine Aussagekraft …).
    Ich habe ohne langes Fackeln bei der Entelechie Rudolf Steiners per Telepathie nachgefragt und, Überraschung, mit Erfolg. Leider orakelte sie nur bei schlechtem Empfang. Trotzdem. Hier ihr Statement: „Am Widerstand gewinne. Im Zeitenstrom zerrinne.“- Das nenne ich komprimiert fragmentarisch auf den Punkt gebracht.- Erleichterung.- Befreiung!- Jetzt meinerseits stimmige Gedankenspiele und leuchtende Erkenntnis; sie erklären zusätzlich das irgendwie vorher verquere Ungemach. Hervorragend! Darum die Geisteskraft eines Geistesforschers mit dunkler Augen- und Haarfarbe. Und trotz schwächelnder Erbanlagen für intellektuelle Initiative(???).-
    Also, überwindbarer Widerstand für Entwicklung, ich möchte das hier so nennen, vollmenschlicher Intelligenz ist mitentscheidend und schenkt Hoffnung gegen alte eingefleischte Rassenvorstellungen inklusive den bekannten weißen Herrenmenschenrassenüberzeugungen.- Kurzum, die Hauptformel in diesem Zusammenhang lautet: Wider dem Widerstand (und zwar durch Erbanlagen begünstigt)! Und das ist besonderes Krafttraining pur, gleichzeitig hochmodern (auch deshalb die gut besuchten Fitnessstudios?), den Krafttraining ohne Widerstand ist praktisch kein Krafttraining.
    Ich wechsele jetzt zur Konsequenz: Die durch Pigmentierung gebundenen Energien bestimmen einen sich daraus aufbauenden Widerstand, der wiederum die Intensität von Krafttraining natürlich unterstützt; je mehr Pigmentierung umso bessere Veranlagungen für geistiges Training; es geht dabei um eine Art der Initiative des Willens als Motor für Intelligenz und damit einbezogen auch intellektuelle Regungen.— Daraus ergibt sich eine bisher wenig berücksichtige Rangordnung des Menschen durch sein Erbgut pro Intelligenzentwicklung im Einzelnen! Hier sind die blonden und blauäugigen Erscheinungen (leider?, leider?) eindeutig erheblich benachteiligt und auf unterster Ebene einem entsprechenden Ranking einzureihen. Ihr Wert innerhalb von Evolution bekommt dadurch jede Menge Punktabzüge im Wettbewerb(?) der Völker bezüglich vorteilhafteste Gene. Usw. … .— Diese Wahrheit(?) gehört auf den runden Tisch für diskussionsbereite Helden, die den „heiligen Gral“ besonderer(?) Erbanlagen, hervorragend pro Blonden, Blauäugigen, beschützen wollen (bisher ohne nennenswerte Erfolge, meine ich). … .-

    Und: „Im Zeitenstrom zerrinne.“ Das klingt ja wie eine Entschuldigung, denn: In der Historie verflüchtigt sich Geistesgegenwart und relativieren sich Aussagen in ihrer Sinngebung, weil eben doch der Zeitgeist sich überall hinein mogelt (hier allgemein bemerkt).

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  8. Besonders aus monetären Gründen würde ich gern den von Herrn Lichte herausgestellten Slogan notariell schützen lassen, aber ich bin skeptisch bezüglich den Erfolgsaussichten, denn es würde reichlich Proteste hageln von diversen Nachlassverwaltungen und gegenwärtig praktizierenden kreativen „Köpfen“, die sich fest etabliert haben auf kulturellem Terrain. Und ersteres unter dem Motto: „Den Mut zum Wahnsinn beanspruchen wir genauso, dieser Spruch ist alles andere als eine inaugurierte Neuheit“.- Neben vielen anderen ist zum Beispiel Frank Stella (für mich) eine Persönlichkeit mit überzeugendem Mut zum Wahnsinn. Die „Fragezeichen“ seiner Fans und Kritiker beruhigte er schon am Anfang seiner Karriere mit dem weltbekannten Satz: „You see, what you see.“ Ich verneige mich, lachend, vor dieser Genialität mit befreiendem Humor!

    Das tiefere Verständnis für den positiven Mut zum Wahnsinn ist in der Regel bei Kindern und Jugendlichen erst in der Entwicklung trotz ihrem Sinn für solche „Zaubereien“. Wie aus meinen obigen Kommentaren hervorgeht, sind umfassend seriöse Inhalte und Strukturen für Schulen nach meinen Überzeugungen unersetzlich. Das ist Herausforderung, gleichzeitig das andauernde motivierende Problem jeder Art von Schulen.

    Rudolf Steiner, Anthroposophie (und Waldorfschule?).- Wenn aus irgendwelchen Gründen Interesse besteht: Wie nähert sich der Mensch sinnvoll diesen Themenbereichen ohne hinderliche und sogar zwingende Emotionen? Ich kann hier nur meinen subjektiven Standpunkt beschreiben.- Die mit Anthroposophie zusammenhängende Geschichte ist mittlerweile Historie und dort unter bestimmten Bedingungen herangewachsen. Man kann die Haltung Rudolf Steiners teilweise (eventuell) entfernt ähnlich begreifen analog einer Art, wie gewisse Prinzipien der Thinktanks, vielleicht sogar Brainstormings ablaufen (bei ihm Soloveranstaltungen). Es geht hier einerseits um Spontanität in den Diskussionen, bei Vorträgen und Entschlüssen für grundsätzliche Aussagen. Irgendwie spielt hier eine künstlerische Note hinein. Andererseits haben wir es hier zu tun mit Grundüberzeugungen (Wahrheiten?) und religiöser (christlicher) Gesinnung einer dementsprechend ausgerichteten (veranlagten) Individualität.- Ich enthalte mich hier jeglichem Urteil (warum urteilen ohne Not usw. … .) und psychologischen Reflexionen zu diesem Thema. (Ich interessiere mich erheblich mehr und umfassender für anderes).- Was uns in diesem Zusammenhang hilft, dass sind wir selbst und ein damit verschmolzenes letzten Endes hoffentlich doch (dann) in der Tendenz gesundes wachsendes Urteilsvermögen, aufbauend auf unseren Erfahrungen inklusive seelisch geistigen Ausrichtungen. Usw. … .— ( Und eine sogenannte geistige Welt, auf die Rudolf Steiner unerschütterlich hinweist und solche schier durchgehend beschreibt als hellsichtiger Eingeweihter(?)? Wenn es denn so wäre, beides unabhängig von dem selbst sich so ernannten Geistesforscher, dann wäre das nach meiner Meinung ein mehr als weniger (jetzt übertrieben formuliert) positiver wahnsinniger Wahnsinn (entsprechend allgemein gängiger normaler Unterhaltung), zusätzlich letzten Endes doch, ich weiß nicht genau warum, befriedigend fürs (jedenfalls meines) Gefühlsleben(?). Wer weiß über eine geistige Welt konkret Genaueres durch eigene Erfahrungen außer R. Steiner in seiner Selbsteinschätzung?).—-
    Denkfabrikpraxis hat ihre Vorteile pro Kreativität und behutsamer Konturen-Bildungen auf dem „weißen Blatt“, die dann in weiteren Schritten (durch Detailarbeit) eventuell zu neuen gültigen Ergebnissen hinführen, echten Innovationen und mit „Glück“ hervorragend hilfreichen mit allgemeiner Anerkennung und Erfolg. Usw. … .).

    Detaillierte Kritik und damit begründete Kritikfähigkeit bleibt unverzichtbar für sinnvollen Fortschritt in Richtung Lebensqualität und zusätzlich wider jeglicher Dekadenz des Phänomens Mensch mit seinem Forschungstrieb.

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      • Hallo Herr Lichte,
        ich habe ihren Hinweis gelesen; alles in Ordnung.– Ich will mich gegenwärtig mit der auf dieser Website dokumentierten Thematik nicht weiter grundlegend beschäftigen; es belastet mich ungebührlich. Ich habe auch kein weiteres Interesse daran, in „Comedyarts“ darüber zu fabulieren usw. … . Das würde diesem Problembereich völlig unangemessen sein.
        Nochmals ein Einblick in meine Meinung zum Gesamtwerk Rudolf Steiners: Ich rate jedem Interessierten, beim Lesen dieser Lektüre einen vorteilhaften Abstand zu wahren eventuell wie bei einem Roman oder eben Ergebnissen von Brainstormings, auch Denkfabriken; das sagt überhaupt noch nichts aus unter anderem über den kulturellen Wert dieses Nachlasses. Bezüglich Anleitungen für Meditation und damit verschmolzenen inhaltlichen Komponenten (zum Beispiel die bekannte Samenkornmeditation) ist es eine Überlegung wert, ob der Betreffende eine freilassende professionelle Begleitung aufsuchen sollte zum Beispiel durch einen diplomierten Psychologen seiner Wahl. Selbstverantwortung, Selbsterfahrung sind in der Praxis auch mit Blick auf Anthroposophie weite Gebiete, in denen jeder sich leicht verirren kann; diese Gefahr ist latent. Zusätzlich, jeglicher Autoritätsglaube auf diesem Gebiet ist heutzutage out.
        Im Prinzip haben wir es bei Rudolf Steiner bezüglich den Details nicht mit einer angemessenen wissenschaftlichen Vorgehensweise zu tun und damit erforderlichem Ethos (er könnte trotzdem ein genialer Wissenschaftler gewesen sein). Aber Wissenschaft stellt sich anders dar; das ist eindeutig (jedenfalls aus meiner Sichtweise und zusätzlich Beurteilung). Rein aus „soziologischen“ Prinzipien heraus ist gültige Wissenschaft hier ausgeschlossen. R. Steiner befand sich innerhalb seiner Sozialisation in einem Zwang, den er zeitlebens aufweichen wollte; ihm ist es nicht gelungen; er fand keine gleichwertigen Mitarbeiter für sein Projekt.
        In diesem Kontext zu dem Spruch von Joseph Beuys: „Ich denke sowieso mit dem Knie.“ Stellen wir uns vor, ich würde zu einem Arzt gehen mit dem Wissen und der Kompetenz dieses Künstlers und mit absoluter Überzeugung aussprechen: „Herr Doktor, ich denke mit dem Knie.“ Dieser würde das ebenso ernst nehmen und eine wissenschaftliche fakultätsübergreifende gründlichste Untersuchung (als Schwerpunkt der medizinische Bereich) organisieren mit der ergebnisoffenen Frage: Was liegt hier vor? Welchen Verlauf nimmt eine solche Untersuchung? (Ich meine diese Frage sehr ernst). Und eine solche seriöse umfassende Untersuchung wäre niemals in einer Woche oder Monat abgeschlossen trotz intensiver Arbeit der Profis, das vermute ich.- Was soll ich als Leihe „kompetent“ dazu irgendwie Kluges formuliere? Jedenfalls mir ist das völlig unmöglich. (Reines Achselzucken meinerseits). Es geht dabei um die Prozesse wirklicher wissenschaftlicher Arbeit und nicht irgend ein Ergebnis.
        (Und wenn man irgendetwas Neues finden würde, was Kniekontakte zwischen Menschen betrifft mit gravierenden Auswirkungen bezüglich Kommunikation und besonders Überzeugungskraft? Das würde global die gesamte Bildungselite ruckartig hellwach „küssen“; ich nenne nur das „Stichwort“ Kniekontakte während Konferenzen, hier wären sofort Millionenbeträge beisammen für weitere Grundlagenforschung! — „Späßchen am Mittag bringt Glück am dritten Tag …“).
        Sorry, das Fass freischaffende Kunst lasse ich auf dieser Website geschlossen. Nur soviel zu Ihrem Hinweis: Zum Beispiel Skizzen von Joseph Beuys, aber überhaupt grundsätzlich; es lohnt sich für Kunstbetrachtungen den Satz von Frank Stella zu verinnerlichen, damit Kunstliebhaber zum Beispiel keinesfalls mit hinderlichen Jubelstimmungen illusionär analysieren, interpretieren.- Zusätzlich für Teilbereiche der primären freischaffenden Kunst anerkenne ich den „Mut zum Wahnsinn“ als unverzichtbar.

        Mit freundlichem Gruß …

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      • @ M. Günther

        wer ist der grössere Scharlatan: Rudolf Steiner oder der Steiner-Plagiator Joseph Beuys?

        Unsinn scheint sich in der bürgerlichen Gesellschaft gut zu verkaufen, es kommt nur auf den Status desjenigen an, der Unsinn von sich gibt.

        Zu Rudolf Steiner gibt es ausser „Scharlatan“ auch noch die folgende Position:

        „Rudolf Steiner – Unfehlbar oder Unzurechnungsfähig?“, https://anthroposophie.blog/2019/06/13/rudolf-steiner-unfehlbar-oder-unzurechnungsfahig/

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  9. An dieser Stelle ein abschließender(?) Beitrag meinerseits. (Vor langer Zeit hatte ich einmal gelesen, sechs sei die Zahl der Arbeit. Das finde ich just hier witzig. „Dreimal Arbeit macht achtzehn(?).“ Also, aus einem rein irrationalen Ordnungsgefühl heraus jetzt der achtzehnte Kommentar in diesem Abschnitt angeregt durch obigen Bericht).
    Man kann tief verwurzelte Überzeugungen bei Mitmenschen schlecht durch selbst die nach eigener Meinung besten Argumente und sogar brutalsten Androhungen, betreffend Glauben, „löschen“. Der Leser denke nur an das Martyrium vieler Zeugen Jehovas im Dritten Reich. … .
    Hervorragend für das eigene Wohlbefinden ist es günstig (meine ich) grade hinsichtlich sozusagen religiöser (das sogenannte ?Übersinnliche?) Gesinnungen, wenn man diese Tatsache im Rahmen vernünftiger Toleranz akzeptiert und zwar gleichberechtigt gegenüber den eigenen in diese „Sparte“ gehörenden Überzeugungen. (Das ist eine Gefühlsangelegenheit(!), in der Regel alles andere als einfach und, ich gestehe das zu, mit vielen Fragezeichen verbunden). Ich habe gegen das auf dieser Website betonte (eventuell unauflösbare) Konfliktpotential kein besseres (trotzdem irgendwie unbefriedigendes) „Rezept“. Aber auf dem Gebiet der religiösen Überzeugungen darf diese Toleranz zumindest wechselseitig ausprobiert werden, wenn Frau, Mann das (denn) wollen. Insgesamt ein verflixtes Thema. Und konstruktive Streitkultur ist nach meiner Meinung unverzichtbar. Es geht dabei wider Zwangssituationen von Mitmenschen und dem Bekämpfen von offensichtlich hinderlichen Vorurteilen.- Wir Menschen sind Menschen. Würde und Wert eines Menschen spielen sich ab in einer anderen „Liga“.

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    • @ M. Günther
      „Toleranz“ gegenüber einem Scharlatan und Rassisten?
      Ich werde so etwas sicher nicht „tolerieren“, Zitat Rudolf Steiner:
      „Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. (…) Und so ist es wirklich ganz interessant: Auf der einen Seite hat man die schwarze Rasse, die am meisten irdisch ist. Wenn sie nach Westen geht, stirbt sie aus. Man hat die gelbe Rasse, die mitten zwischen Erde und Weltenall ist. Wenn sie nach Osten geht, wird sie braun, gliedert sich zu viel dem Weltenall an, stirbt aus. Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse. (…) Und so werden in der Zukunft gerade aus den Rasseeigentümlichkeiten solche Dinge hervorgehen, die man kennen muss, damit man sich richtig hineinstellt ins Leben.“ (Rudolf Steiner, „Vom Leben des Menschen und der Erde. Über das Wesen des Christentums“, GA 349)
      zitiert aus: „Offener Brief an Henning Kullak-Ublick vom ‘Bund der Freien Waldorfschulen’: Anthroposophie und Rassismus“, https://hpd.de/artikel/anthroposophie-und-rassismus-18249

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